mini|hochkant=1.25|Jordan EJ11 Honda von 2001 Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2001 war die 52. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie wurde über 17 Rennen in der Zeit vom 4. März 2001 bis zum 14. Oktober 2001 ausgetragen. Michael Schumacher und Ferrari verteidigten beide Weltmeistertitel.
Änderungen 2001 Reglement Überraschend erlaubte die FIA wieder den Einsatz von Traktionskontrolle ab Beginn der Saison sowie von Launch Control und Automatikgetrieben ab dem Großen Preis von Spanien. Die entsprechenden Technologien waren zuvor zur Saison 1994 verboten worden, wobei es in der Folgezeit immer wieder Anschuldigungen an einzelne Teams gab, entsprechende Hilfsmittel heimlich doch noch einzusetzen. Daneben wurde die Verwendung von Beryllium-Verbindungen bei der Konstruktion von Fahrzeugen und Motoren verboten sowie vorgegeben, dass Heckflügel nur mehr aus drei Segmenten bestehen durften.
Rennstrecken Die Großen Preise und Rennstrecken blieben 2001 unverändert, es gab jedoch einige Umstellungen im Rennkalender. Der Große Preis von Malaysia wurde nach zwei Austragungen am Saisonende in die Frühphase der Saison verlegt, somit erhielt der Große Preis von Japan seinen Platz als Saisonfinale zurück. Ebenso wurde der Große Preis von Großbritannien wieder aus dem Frühjahr in den Sommer verlegt. Im Gegenzug rückte der Große Preis von Österreich wieder aus dem Hoch- in den Frühsommer, während der Große Preis von Europa um gut einen Monat nach hinten verlegt wurde.
Teams Bei den Rennställen ergaben sich nach außen hin keine Veränderungen. Selbst das Benetton-Team, das im Vorjahr von Renault übernommen worden war, trat noch ein letztes Jahr unter seinem alten Namen an.
Motoren Nachdem der Einsatz von Peugeot-Motoren in den letzten Jahren zusehends weniger Erfolg gebracht hatte und die Saison 2000 schließlich eine völlige Enttäuschung gewesen war, gab Prost diesen Hersteller auf und bezog stattdessen – nach Vermittlung durch Jean Todt – ähnlich wie Sauber Kundenmotoren von Ferrari, die nach dem Teamsponsor Acer unter dessen Namen gemeldet wurden.
Renault entwickelte für sein Benetton-Team nun wieder eigene Motoren, die auch als Renault erschienen. Kundentriebwerke wie zuvor von Mecachrome bzw. Supertec gab es nun allerdings nicht mehr. Betroffen hiervon war das Arrows-Team, das stattdessen auf die von Prost aufgegebenen Peugeot-Motoren zurückgriff und sie von einem Unternehmen namens Asiatech weiterentwickeln ließ.
Honda zog sein Tochterunternehmen Mugen aus der Formel 1 zurück und engagierte sich stattdessen nur noch unter eigener Verantwortung in der Formel 1. Entsprechend war das zuvor von Mugen ausgerüstete Jordan-Team nun gezwungen, Kundenmotoren von Honda zu erwerben, und fand sich somit in Konkurrenz zum werksseitig unterstützten BAR-Team.
Minardi setzte weiterhin auf einen in Eigenregie weiterentwickelten Ford-Motor, der diesmal allerdings nach der von Teambesitzer Paul Stoddart betriebenen Fluggesellschaft European Aviation Air Charter unter dem Namen European gemeldet wurde.
Reifen Nach zwei Saisons, in denen Bridgestone ein Monopol auf Formel-1-Reifen hatte, trat mit Michelin ein Konkurrent in den Wettbewerb ein. Für den Einsatz von Michelin-Reifen entschieden sich Williams, Benetton, Jaguar, Minardi und Prost.
Fahrer Ferrari, McLaren und Jordan setzten bei Saisonbeginn weiterhin auf ihre bewährten Fahrerpaarungen. Im übrigen Feld gab es dagegen Veränderungen.
Williams war mit den Leistungen von Jenson Button unzufrieden und nahm stattdessen Juan Pablo Montoya unter Vertrag, der 1998 und 1999 die F3000- und CART-Meisterschaften gewonnen hatte. Button wechselte dafür zu Benetton, der bisherige Benetton-Fahrer Alexander Wurz ging daraufhin als Testfahrer zu McLaren. Bei BAR kehrte Olivier Panis, der seinerseits im Vorjahr den Testfahrer-Posten bei McLaren innegehabt hatte, ins Renngeschehen zurück. Ricardo Zonta, BAR-Stammfahrer der Jahre 1999 und 2000, wurde nachfolgend Testfahrer bei Jordan.
Arrows behielt Jos Verstappen und setzte im zweiten Cockpit den Debütanten Enrique Bernoldi ein. Pedro de la Rosa verschwand dagegen zu Saisonbeginn zunächst aus der Formel 1. Ähnlich ging auch Jaguar vor: Anstelle von Johnny Herbert, der seine Karriere beendete, erhielt anfangs Luciano Burti einen Stammplatz. Anders als Bernoldi hatte Burti allerdings im Vorjahr bereits einen Renneinsatz in Vertretung des erkrankten Stammfahrers Eddie Irvine bestritten.
Sauber stellte sich komplett neu auf. Von Prost kam Nick Heidfeld, daneben debütierte im Alter von lediglich 21 Jahren Kimi Räikkönen. Die beiden bisherigen Sauber-Fahrer verschwanden aus der Formel 1. Pedro Diniz kehrte nie wieder dorthin zurück, während Mika Salo zu Toyota ging, um dort den Einstieg des Teams in die Formel 1 zur Saison 2002 vorzubereiten. Für Heidfeld holte Prost den bisher bei Minardi fahrenden Paydriver Gastón Mazzacane ins Team.
Auch Minardi stellte sich komplett neu auf. Anstelle von Mazzacane und Marc Gené, der für Williams Testaufgaben wahrnahm, kehrte nun der bereits 1996 und 1997 für Minardi angetretene Tarso Marques zurück. Daneben gab im Alter von lediglich 19 Jahren Fernando Alonso sein Renndebüt.
Fahrerwechsel während der Saison Im Unterschied zu den Vorjahren war die Saison 2001 wieder von vielen Fahrerwechseln während der Saison geprägt. Dies konzentrierte sich allerdings auf wenige Teams, die vorwiegend im hinteren Teil des Feldes zu finden waren. Hingegen blieb bei Ferrari, McLaren, Williams, Benetton, BAR und Sauber die Situation die ganze Saison hindurch jeweils stabil.
Bereits nach vier Rennen fanden die ersten Umbesetzungen statt. Gastón Mazzacane trat nicht mehr bei Prost an, sondern wurde durch Luciano Burti ersetzt. Dessen Cockpit bei Jaguar erhielt stattdessen Pedro de la Rosa, der hier bis Saisonende fuhr. Die nächsten Veränderungen betrafen Jordan, zunächst aber noch aus gewöhnlicheren Gründen: Im Training zum Großen Preis von Kanada verletzte sich Heinz-Harald Frentzen. Für ihn bestritt Ricardo Zonta das Rennwochenende, ehe Frentzen zurückkehrte. Drei Rennen später allerdings führten gegenseitige Anschuldigungen hinsichtlich ausbleibender Erfolge zur Entlassung von Frentzen, und Zonta erhielt beim Großen Preis von Deutschland einen weiteren Einsatz.
Zum nächsten Rennen, dem Großen Preis von Ungarn, nahm Jordan dann Prost-Fahrer Jean Alesi unter Vertrag. Im Gegenzug ging Frentzen nun für Prost an den Start. Bei einem Unfall in Großen Preis von Belgien verletzte sich dann Frentzens neuer Teamkollege Luciano Burti schwer und fiel den Rest der Saison aus. Die letzten drei Saisonrennen für das Team bestritt dann Tomáš Enge, der im Vorjahr Jordan-Testfahrer gewesen war. Zum selben Rennen, in dem Enge debütierte, dem Großen Preis von Italien, gab es schließlich auch noch eine Umbesetzung bei Minardi: Tarso Marques verließ das Team, für ihn fuhr nun allerdings mit Alex Yoong ein weiterer Paydriver.
Teams und Fahrer
Bild Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer Rennen Test-/Ersatzfahrer 130px|zentriert|Ferrari F2001 Ferrari F2001 Ferrari 3.0 V10 1 1–17 2 1–17 130px|zentriert|McLaren MP4-16 McLaren MP4-16 Mercedes-Benz 3.0 V10 3 1–17 4 1–17 130px|zentriert|Williams FW23 Williams FW23 BMW 3.0 V10 5 1–17 6 1–17 130px|zentriert|Benetton B201 Benetton B201 Renault 3.0 V10 7 1–17 8 1–17 130px|zentriert|BAR 003 BAR 003 Honda 3.0 V10 9 1–17 10 1–17 130px|zentriert|Jordan EJ11 Jordan EJ11 Honda 3.0 V10 11 1–7, 9–11 8, 12 13–17 12 1–12 13–17 130px|zentriert|Arrows A22 Arrows A22 Asiatech 3.0 V10 14 1–17 15 1–17 130px|zentriert|Sauber C20 Sauber C20 Petronas 3.0 V10 16 1–17 17 1–17 130px|zentriert|Jaguar R2 Jaguar R2 Ford Cosworth 3.0 V10 18 1–17 19 1–4 5–17 130px|zentriert|Minardi PS01 Minardi PS01 European 3.0 V10 20 1–14 15–17 21 1–17 130px|zentriert|Prost AP04 Prost AP04 Acer 3.0 V10 22 1–12 13–17 23 1–4 5–14 15–17
Rennkalender Nr. Datum Grand Prix(Strecke) Distanz(km) Sieger Zweiter Dritter Pole-Position SchnellsteRennrunde GesamtführenderFahrer GesamtführenderKonstrukteur 1 4. März (Melbourne) 307,574 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) (Ferrari) (Ferrari) 2 18. März (Sepang) 304,865 (Ferrari) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 3 1. April (São Paulo) 305,939 (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Sauber-Petronas) (Ferrari) (Williams-BMW) 4 15. April (Imola) 305,609 (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Williams-BMW) 5 29. April (Montmeló) 307,323 (Ferrari) (Williams-BMW) (BAR-Honda) (Ferrari) (Ferrari) 6 13. Mai (Spielberg) 307,146 (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 7 27. Mai (Monte Carlo) 262,860 (Ferrari) (Ferrari) (Jaguar-Cosworth) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) 8 10. Juni (Montréal) 305,049 (Williams-BMW) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Williams-BMW) 9 24. Juni (Nürburg) 305,252 (Ferrari) (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Williams-BMW) 10 1. Juli (Magny-Cours) 305,886 (Ferrari) (Williams-BMW) (Ferrari) (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) 11 15. Juli (Silverstone) 308,355 (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 12 29. Juli (Hockenheim) 307,035 (Williams-BMW) (Ferrari) (BAR-Honda) (Williams-BMW) (Williams-BMW) 13 19. August (Mogyoród) 306,075 (Ferrari) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 14 2. September (Spa-Francorchamps) 250,848 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Benetton-Renault) (Williams-BMW) (Ferrari) 15 16. September (Monza) 306,764 (Williams-BMW) (Ferrari) (Williams-BMW) (Williams-BMW) (Williams-BMW) 16 30. September (Indianapolis) 306,016 (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Williams-BMW) 17 14. Oktober (Suzuka) 310,331 (Ferrari) (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Williams-BMW)
Rennberichte Großer Preis von Australien
Platz Fahrer Team Zeit 1 Michael Schumacher Ferrari 1:38:26,533 2 David Coulthard McLaren-Mercedes + 1,718 3 Rubens Barrichello Ferrari + 33,491 4 Nick Heidfeld Sauber-Petronas + 1:11,479 5 Heinz-Harald Frentzen Jordan-Honda + 1:12,807 6 Kimi Räikkönen Sauber-Petronas + 1:24,143 Der Große Preis von Australien in Melbourne fand am 4. März 2001 statt und ging über eine Distanz von 58 Runden (307,574 km). Die Trainingsbestzeit sicherte sich Michael Schumacher mit einer Zeit von 1:26,892 min. Das Rennen wurde von einem schweren Unfall in der 4. Runde überschattet. Jacques Villeneuve fuhr auf Ralf Schumacher auf und überschlug sich mehrfach. Durch umherfliegende Teile wurde ein Streckenposten tödlich verletzt. Es siegte nach 1:38:26,533 Stunden Michael Schumacher vor David Coulthard und Rubens Barrichello. Das Wetter am Renntag war bewölkt aber warm, es kamen 128.500 Zuschauer.
Großer Preis von Malaysia
Platz Fahrer Team Zeit 1 Michael Schumacher Ferrari 1:47:34,801 2 Rubens Barrichello Ferrari + 23,660 3 David Coulthard McLaren-Mercedes + 28,555 4 Heinz-Harald Frentzen Jordan-Honda + 46,543 5 Ralf Schumacher Williams-BMW + 48,233 6 Mika Häkkinen McLaren-Mercedes + 48,606 Der Große Preis von Malaysia in Kuala Lumpur fand am 18. März 2001 statt und ging über eine Distanz von 55 Runden (304,865 km). Die erste Startposition sicherte sich Michael Schumacher mit einer Zeit von 1:35,220 min, gefolgt von seinem Teamkollegen Rubens Barrichello mit einer Zeit von 1:35,319 min. Das Rennen gewann Michael Schumacher nach 1:47:34,801 Stunden, gefolgt von Rubens Barrichello und David Coulthard. Das Wetter am Renntag war bewölkt, anfangs noch trocken, später folgte starker Regen. Es kamen 75.000 Zuschauer.
Großer Preis von Brasilien
Platz Fahrer Team Zeit 1 David Coulthard McLaren-Mercedes 1:39:00,384 2 Michael Schumacher Ferrari + 16,100 3 Nick Heidfeld Sauber-Petronas + 1 Runde 4 Olivier Panis BAR-Honda + 1 Runde 5 Jarno Trulli Jordan-Honda + 1 Runde 6 Giancarlo Fisichella Benetton-Renault + 1 Runde Der Große Preis von Brasilien in São Paulo fand am 1. April 2001 statt und ging über eine Distanz von 71 Runden (304,732 km).