Die Deutsche Sprachwelt (DSW) ist eine überregionale Zeitschrift für Sprachpflege. Herausgeber ist der Verein für Sprachpflege e. V. (VfS). Die DSW tritt für die Erhaltung einer lebendigen deutschen Sprache ein und fordert allgemein bessere Verständlichkeit in der Sprache. Besonders wendet sie sich gegen den übertriebenen Gebrauch von Anglizismen, für die Erhaltung der Schreibschrift und gegen die Rechtschreibreform. Chefredakteur ist Thomas Paulwitz. Die DSW erscheint in der im 20. Jahrhundert gebräuchlichen Rechtschreibung.
Die Deutsche Sprachwelt wird kostenlos abgegeben und finanziert sich vor allem aus Spenden. Sie erscheint vierteljährlich in einer gedruckten Fassung mit eigenen Ausgaben in Deutschland und in Österreich und veröffentlicht aktuelle Nachrichten zur Sprache im Internet. Laut Auskunft des Chefredakteurs Anfang 2021 liegt die Höhe der Druckauflage der Zeitung bei 25.000. Bei Annahme von 2 bis 3 Lesern je Zeitung ergibt sich eine Reichweite von etwa 65.000 Lesern. Eine Erhebung der IVW liegt nicht vor.
Plattformgedanke Die Deutsche Sprachwelt bezeichnet sich als „Plattform für alle, die Sprache lieben“. Das äußert sich zum einen in der Zusammenarbeit mit anderen Sprachvereinen, etwa mit der Aktion Deutsche Sprache (Hannover), dem Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege, dem Bund für deutsche Schrift und SpracheVgl. zum Beispiel die Vereinszeitschrift Die deutsche Schrift 4/2006, S. 32, Stichwort: „Zusammenarbeit“. oder dem Sprachrettungsklub Bautzen/Oberlausitz. Im Januar 2007 wirkte die Zeitschrift an der Wiedergründung der Fruchtbringenden Gesellschaft mit, in der sich mehrere Sprachvereine sammeln., RBW-Regionalfernsehen, 22. Januar 2007 Ein weiteres Beispiel für die Zusammenarbeit ist die Leitung des Sprachausschusses des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg durch Thomas Paulwitz. Zum zehnten Geburtstag der Zeitschrift im Jahr 2010 veröffentlichte die Deutsche Sprachwelt Glückwünsche von den Vorsitzenden acht verschiedener Sprachpflegevereine.Zehn Jahre „Deutsche Sprachwelt“ – Grußworte und Geburtstagswünsche der Sprachvereine, in: Deutsche Sprachwelt 40, Sommer 2010, S. 5.
Zu den Autoren der Deutschen Sprachwelt zählen Sprachschützer, Sprachwissenschaftler (wie Horst Haider Munske), Politiker (wie Christian Wulff, Peter Müller und Peter Ramsauer), Schriftsteller und Dichter (wie Reiner Kunze) und Lehrer (wie Josef Kraus), aber auch Fachwissenschaftler wie Johannes Heinrichs oder Dagmar Schmauks. So treffen Sprachpflege, Sprachkritik, Sprachpolitik und Sprachwissenschaft aufeinander. Außerdem will die DSW auch diejenigen erreichen, die sich nicht in einem Sprachverein organisieren wollen.„Die DSW erreicht in hohem Maß nicht-vereinsgebundene Sprachinteressierte“ (Hans-Manfred Niedetzky, Spitzennoten für die Sprachzeitung)
Die Gesellschaft für deutsche Sprache skizziert den Plattformgedanken folgendermaßen: „Die Deutsche Sprachwelt will offenbar ein möglichst breites Spektrum sprachpflegerischer Bemühungen darstellen und nennt daher auch Institutionen und Initiativen mit unterschiedlicher, mitunter konkurrierender Ausrichtung. Daneben finden sich allgemein abgefasste Artikel zu Sprachthemen, die Auswahl beschränkt sich dabei nicht auf die deutsche Sprache, es werden auch Informationen zu anderen europäischen und außereuropäischen Sprachen vermittelt.“Silke Wiechers: „Wir sind das Sprachvolk“ – aktuelle Bestrebungen von Sprachvereinen und -initiativen. In: Muttersprache – Vierteljahresschrift für deutsche Sprache, 111 (Juni 2001), Heft 2, S. 147–162.
Nicht alle fühlen sich jedoch von dem Plattformgedanken angesprochen. Das Verhältnis zwischen dem bekanntesten deutschen Sprachverein und der bekanntesten deutschen Sprachzeitung ist widersprüchlich. Der Bundesvorstand des Vereins Deutsche Sprache (VDS) hat die DSW „als Trittbrettfahrer bei VDS-Aktionen“ bezeichnet und gewarnt: „Jede Spende an diese Adresse geht unserer Sache verloren.“Verein Deutsche Sprache: Mitteilungen aus der VDS-Zentrale, in: Sprach-Nachrichten Nr. 25 / Januar 2005, S. 19. Im Widerspruch dazu steht die gelegentliche Zusammenarbeit des VDS mit der DSW, etwa bei der Unterschriftensammlung für Deutsch als gleichberechtigte Arbeitssprache in der Europäischen Union: „Wir danken allen Unterschriftensammlern und Unterschriftsleistenden für ihren Einsatz und der DSW für ihre Unterstützung.“vds-ev.de: . Der Hinweis auf die Zusammenarbeit ist mittlerweile entfernt worden (9. Oktober 2006). Siehe aber auch . Daneben treten Vorstandsmitglieder, Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats und Regionalleiter des VDS als Autoren und Mitarbeiter der DSW auf, darunter sogar der VDS-Vorsitzende Walter Krämer selbst.Walter Krämer (Vorsitzender des „Vereins Deutsche Sprache“): „Die englische Verdrengung“. Ein Frankokanadier kämpft gegen die Vorherrschaft des Englischen. In: Deutsche Sprachwelt 41, Herbst 2010; Für gutes Deutsch im Einsatz. Sprachwelt-Mitarbeiter Wolfgang Hildebrandt (Regionalleiter im VDS), in: Deutsche Sprachwelt 23, Frühling 2006; Gerd Schrammen, Hermann H. Dieter (Bundesvorstandsmitglieder des „Vereins Deutsche Sprache“): VDS-Argumente zur deutschen Sprache. In: Deutsche Sprachwelt 5, September 2001.
Aktionen Aufrufe und Kampagnen Die DSW verfasst immer wieder medienwirksame Aufrufe, etwa zur Auswechslung der Fußballkommentatoren im Fernsehen (2004)Trainingslager für Kommentatoren. Stern, 29. Juni 2004. und zum „Sprachfasten“FAZ: (2005), und startet Kampagnen wie die Aktion „Deutschpflicht für Politiker“ In: Die Welt, 21. Februar 2006. (2006), die Anti-SALE-Aktion „Schluß mit dem Ausverkauf der deutschen Sprache“Deutscher Begriff für „All inclusive“ gesucht. In: Nürnberger Nachrichten, 5. Februar 2009. (2009), die Petition „Deutsch ins Grundgesetz“ („Die Sprache der Bundesrepublik Deutschland ist Deutsch“) an den Deutschen BundestagDeutsch ins Grundgesetz. Deutsche Sprachwelt. (2009) sowie die Aktionen „1.000 Gründe für die deutsche Sprache“Gesucht: 1000 Gründe für die deutsche Sprache. bild.de, 19. Februar 2010. (2010), „Freie Fahrt für die deutsche Sprache“Ramsauer ist „Sprachwahrer des Jahres“. In: Tagesspiegel, 16. März 2011. (2011) und „Rettet die Schreibschrift!“Vgl. Sorge um Abschaffung der Schreibschrift. In: Münchner Merkur, 12. September 2011. (2011Rettet die Schreibschrift. Deutsche Sprachwelt., 2017).
Straße der deutschen Sprache Seit 2010 verfolgt die Deutsche Sprachwelt zusammen mit der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft das Ziel, eine Straße der deutschen SpracheStraße der deutschen Sprache als neue Ferienstraße in den Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen auszuweisen. Die in der Zeitschrift bisher vorgestellten Städte sind Schleiz, Bad Lauchstädt, Gräfenhainichen und Merseburg. Die Route soll 25 Städte miteinander verbinden.Straße der deutschen Sprache: Route verbindet 25 Städte, n-tv, 30. März 2011. Am 30. März 2011 gründeten Vertreter mehrerer Städte in Köthen (Anhalt) eine Arbeitsgemeinschaft (AG), um die Straße zu verwirklichen.Helmut Dawal: Der Sprache auf der Spur. In: Mitteldeutsche Zeitung, 31. März 2011. Am 4. Mai 2011 wählte die AG Thomas Paulwitz zum Sprecher. Als stellvertretende Sprecher der AG fungieren der Verleger Juergen Klimpke (Schleiz) und der Sprachschützer Diethold Tietz (Bautzen).Straße der deutschen Sprache: Erste Ergebnisse der neuen AG. lifepr.de. Artikel vom 5. Mai 2011, abgerufen am 9. April 2020.
Wettbewerbe Die Deutsche Sprachwelt veranstaltet auch Nachwuchswettbewerbe, mit denen die deutsche Sprache gefördert werden soll. Im Jahr 2006 schrieb sie den Wettbewerb für Fußballkommentatoren „Sport ist Wort“ aus, den der Münchner Sportstudent Frank Hanauer gewann.Kommentieren statt labern. Ersatz für Beckmann gefunden. In: FAZ, 23. Juni 2006. 2007 sucht die Zeitschrift im Rahmen der von ihr zum 175. Todesjahr Goethes mitorganisierten Veranstaltungsreihe „Goethe lebt“ Dichternachwuchs.Wettbewerbsbeschreibung Außerdem unterstützt die Deutsche Sprachwelt seit 2007 den jährlichen Schülerwettbewerb „Schöne deutsche Sprache“ der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft.
Sprachwahrer des Jahres Die Deutsche Sprachwelt hat das Wort „Sprachwahrer“ bekannt gemacht. Seit dem Jahr 2000 kürt die Leserschaft der DSW alljährlich die Sprachwahrer des Jahres, um einen in ihren Augen vorbildlichen Einsatz für die deutsche Sprache zu würdigen. Die bisherigen Preisträger sind: