Gang war ein Zählmaß in der Textilindustrie und wurde zur Bezeichnung der Feinheit von Garnen verwendet. Verbreitet war das Maß in Webereien in Österreich und Böhmen. Dieses Maß für die Bestimmung der Garnfeinheit kann unter heutiger Sicht nur als grobe Unterteilung gesehen werden.
Gezählt wurden die Kettfäden in der Breite einer Elle. Je mehr Kettfäden desto feiner das Garn. Beispielsweise bedeutet „40-gängig“ 1600 Kettfäden.
In der Handwebereitechnik ist der Gang die Anzahl an Kettfäden, die bei einer vollen Hin- und Rückdrehung des Scherrahmens geschärt oder gezettelt werden. Ihre Anzahl ist nicht von einem bestimmten Breitenmaß abhängig.
Verarbeitungsbeispiele 12–16 gängiges Hanfgarn zu Dochten, Gurten, Bindfaden und Sackleinen 13–20 gängiges Garn zu grober Leinwand 16–30 gängiges Flachsgarn zu Leinwand 30–60 gängiges Garn zu mittelfeiner Leinwand 80–200 gängiges Garn zu feiner Leinwand und Batist 28–40 gängiges Garn zu einfachem Zwirn, d. h. hochwertigem Gewebe aus gezwirnten Kett- und Schussfäden 40–70 gängiges Garn zu mittelfeinem Zwirn 120 gängiges Garn zu Batistzwirn 140–200 gängiges Garn zu Spitzenzwirn
Literatur Kaiserlich-Königliches Polytechnisches Institut (Wien), Johann J. Prechtl: Jahrbücher des Kaiserlichen Königlichen Polytechnischen Institutes in Wien. Band 13, Verlag Carl Georg, Wien 1828, S. 144
Kategorie:Altes Maß oder Gewicht (Österreich) Kategorie:Mengeneinheit Kategorie:Maßeinheit (Textilwesen)