St. Veit im Mühlkreis (auch Sankt Veit im Mühlkreis) ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Rohrbach.
Geographie St. Veit im Mühlkreis liegt auf einer Höhe von im Osten des Bezirks Rohrbach im oberen Mühlviertel. Bezogen auf die naturschutzfachliche Raumgliederung gehört der südliche Teil des Gemeindegebietes zur Raumeinheit Zentralmühlviertler Hochland, der nordöstliche Teil hingegen zur Raumeinheit Südliche Böhmerwaldausläufer. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,3 und von West nach Ost 3,0 Kilometer, die Gesamtfläche umfasst Quadratkilometer. St. Veit im Mühlkreis liegt damit im Mittelfeld der Gemeinden des Bezirks. Mit 74 Einwohnern pro km² lag die Gemeinde 2013 wiederum im oberen Drittel der Gemeinden des Bezirks. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine durchschnittliche Höhe von 600 bis 700 Meter, wobei am Osthang des Hansberg in rund 840 Meter den höchsten Punkt der Gemeinde liegt. Die niedrigste Stelle liegt mit rund 520 Metern an im südlichen Gemeindegebiet. 2001 waren 27,2 Prozent der Gemeindefläche bewaldet, 66,7 Prozent der Fläche wurden landwirtschaftlich genutzt. Im Vergleich mit dem Bundesland Oberösterreich ist St. Veit im Mühlkreis damit deutlich weniger bewaldet als der Landesschnitt (Oberösterreich: 38,3 Prozent) bzw. besteht wesentlich mehr landwirtschaftliche Nutzfläche (Oberösterreich: 49,3 Prozent). Der Anteil sonstiger Nutzungen (Bauflächen, Gärten, Gewässer und anderes) liegt mit 6,2 Prozent deutlich hinter dem Oberösterreichischen Durchschnitt von 13,8 Prozent.Land Oberösterreich: Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde St. Veit im Mühlkreis. Endbericht. Kirchdorf an der Krems 2007 (). Nachbargemeinden sind Helfenberg im Norden, St. Johann am Wimberg im Westen, Niederwaldkirchen im Südwesten, Herzogsdorf im Süden und Südosten sowie Oberneukirchen im Osten (beide Bezirk Urfahr-Umgebung).
Geologie und Böden Die Landschaft des Gemeindegebietes ist ein Teil der Böhmischen Masse die auf ein sehr altes Gebirge zurückgeht, dass durch die Variszische Gebirgsbildung im Paläozoikum (Karbon) entstand. Nach der starken Erodierung des ehemaligen Hochgebirges kam es während der alpidischen Gebirgsbildung im Tertiär zur Aufhebung des kristallinen Grundgebirges um mehrere 100 Meter, wodurch Brüchen und Störungen entstanden. In weiterer Folge kam es im Tertiär und Quartär zur Ablagerung von Sedimenten, wodurch Hohlformen des Reliefs aufgefüllt und festes Gestein (überwiegend Granite und Gneise) nur noch auf den Höhen oder Flanken eingeschnittener Täler anstehen. Zurück blieb eine Rumpflandschaft mit flach-welligem Relief und sanften Hang- und Kuppenformen. Neben dem Hansberg im Westen, dessen Ostabhang im Gemeindegebiet liegt, reicht im Norden der Gemeinde auch der Westhang des Schallenbergs über 800 Meter Seehöhe.
Das Ausgangsmaterial der Bodenbildung sind magmatische Gesteine wie Granite (Mauthausener und Weinsberger Granit), Ganggesteine (Pegmatite, Aplite usw.) und Hüllengesteine (Perlgneis, basische Mischgneise, Schiefergneise). Die Böden sind im Allgemeinen leicht, basenarm und sauer. Landwirtschaftliche Nutzflächen weisen meist mittelgründige, mäßig trockene bzw. tiefgründige und gut mit Wasser versorgte kalkfreie Böden aus Felsbraunerden aus feinkörnigem Silikatgestein (Mauthausener Granit, Perlgneis) oder aus grobkörnigem Silikatgestein (Weinsberger Granit oder Porphyrgneis) auf. Die sandig-lehmigen Felsbraunerden sind dabei nur teilweise von einzelnen größeren Steinen durchsetzt. Auf Verebnungsflächen sind zudem pseudovergleyte Lockersediment-Braunerden und Reliktpseudogleye anzutreffen. Des Weiteren bestehen in Mulden und Gräben durch Grundwasser und Hangwasser beeinflusste vergleyte Lockersediment-Braunerden und Gleye. Zudem bestehen im Talbereich der Bäche kalkfreie Gley-Böden.
Landschaft und Vegetation Das Gemeindegebiet von St. Veit kann in vier Landschaftsbereiche gegliedert werden. Im äußersten Norden befindet sich der bewaldete Südhang des Schallenbergs, wobei hier eine geschlossene Waldfläche mit überwiegend Fichtenmonokulturen mit Laubwaldsaum besteht. Siedlungen sind nur inselförmig vorhanden. Ebenso wie der äußerste Norden liegt auch der sich im Süden anschließende Bereich des Kleinen Rodltals in der Raumeinheit „Südliche Böhmerwaldausläufer“. Das Rodltal erstreckt sich dabei vom Süden des Schallenbergs entlang der Ostgrenze des Gemeindegebietes bis in den Süden. Das Gebiet weist dabei eine nur leicht hügelige Struktur auf und weist Höhenlagen zwischen 560 und 710 Metern auf. Das Gebiet weist einen geringen Waldanteil mit überwiegend Nadelwälder auf, in der Landwirtschaft dominiert intensive Grünlandwirtschaft mit Schwerpunkt auf Mähwirtschaft. Das feuchte und nasse Extensivgrünland ist auf wenige Restflächen begrenzt. Im Zentrum des Gemeindegebiets liegt das siedlungsüberprägte St. Veiter Hügelland, das ebenfalls zur Raumeinheit Südliche Böhmerwaldausläufer gehört. Das Teilgebiet ist dabei stark reliefiert und reicht von 560 bis 840 Meter Seehöhe. Charakteristisch für das Gebiet sind die großen Waldflächen dar, die insbesondere an den stärker geneigten Hängen zu finden sind. Auch hier handelt es sich vor allem um Nadelwälder, während in der Landwirtschaft hier intensive Gründlandwirtschaft mit vereinzelter Ackerwirtschaft vorherrscht. Die Siedlungsstruktur ist durch den weitestgehend geschlossenen Siedlungskern des Hauptorts St. Veit gekennzeichnet. Im Süden des Gemeindegebiets liegt ein zum Zentralmühlviertler Hochland gehörende intensiv genutzte Wiesen- und Ackerflurland, das sich zwischen 520 und 690 Meter Seehöhe erstreckt. Es bestehen hier nur kleinere Nadelwälder, während in der Landwirtschaft intensiv genutztes Grünland mit vereinzelter Landwirtschaft dominiert.
Gewässer Wichtigstes Gewässer auf dem Gemeindegebiet ist die Kleine Rodl, die im Norden des Gemeindegebietes am Schallenberg entspringt und fast die gesamte Ostgrenze sowie Teile der Südgrenze der Gemeinde St. Veit bildet. Die Kleine Rodl entwässert ihr Einzugsgebiet Richtung Süden, wobei sie auf ihrem Weg einige wenig bedeutende Bäche aufnimmt. Der Sauladbach entspringt in der Nachbargemeinde St. Johann am Wimberg und bildet streckenweise die Westgrenze der Gemeinde, bevor er in die Kleine Rodl mündet. Die Fließgewässer im Gebiet der Gemeinde St. Veit sind dabei kaum flussbaulich beeinflusst oder reguliert und verlaufen im Wald oder mit meist durchgehend vorhandenem Uferbegleitgehölz.
Ortsteile der Gemeinde Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Nachbargemeinden
Geschichte Ursprünglich unter der Lehnshoheit der Passauer Bischöfe, war der Ort während der Napoleonischen Kriege mehrfach u. a. von Bayern besetzt. Seit 1814 gehört der Ort endgültig zu Oberösterreich.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.
Ursprünglich war die Gemeinde ab 1850 Teil des Gerichtsbezirks Neufelden, nach dessen Auflösung wurde sie jedoch per 1. Jänner 2003 dem Gerichtsbezirk Rohrbach zugeschlagen. → Schloss St. Veit
Bevölkerung Bevölkerungsstruktur 2014 lebten in der Gemeinde St. Veit im Mühlkreis 1212 Menschen, womit St. Veit im Mittelfeld der 42 Gemeinden des Bezirks lag. Bezogen auf die Bevölkerungsdichte lag die Gemeinde mit 74 Einwohnern pro km² im oberen Drittel der Gemeinden im Bezirksgebiet. 2001 waren 99,6 Prozent der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 ProzentLand Oberösterreich Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft), bis zum Jahresbeginn 2013 blieb der Wert mit 98,1 Prozent (Oberösterreich 91,1 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 Prozent) unverändert hoch. Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde nur 23 Ausländer gezählt, die alle Bürger eines europäischen Landes waren bzw. zu zwei Drittel einem EU-Staat angehörten. Auch die 39 nicht in Österreich geborenen Gemeindebürger hatte ihr Geburtsland alle in einem europäischen Land. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 96,5 Prozent der Einwohner (Oberösterreich: 79,4 ProzentStatistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001 (abgerufen am 2. Oktober 2013)), 2,2 Prozent waren ohne Bekenntnis, 0,4 evangelischen Glaubens.Statistik Austria Gemeindedaten von St. Veit im Mühlkreis
Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 etwa im Landesdurchschnitt. 18,8 Prozent der Einwohner von St. Veit waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,2 Prozent Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen), 62,9 Prozent zwischen 15 und 59 Jahre alt (Oberösterreich: 61,6 Prozent). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 18,3 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von 20,2 Prozent. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von St. Veit veränderte sich in der Folge in allen Segmenten. Der Anteil der unter 15-jährigen sank per 1. Jänner 2013 auf 16,2 Prozent, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 68,5 Prozent deutlich erhöhte. Der Anteil der über 59-jährigen sank auf 15,3 Prozent. Nach dem Familienstand waren 2001 46,0 Prozent der Einwohner von St. Veit ledig, 45,7 Prozent verheiratet, 6,2 Prozent verwitwet und 2,1 Prozent geschieden.
Bevölkerungsentwicklung
Die Bevölkerung der Gemeinde St. Veit schrumpfte zwischen 1869 und 1939 um 23 Prozent. Lebten 1869 noch 1294 Menschen in St. Veit, so waren es 1939 nach einem kontinuierlichen Schrumpfungsprozess nur noch 999 Menschen. In der Folge stagnierte die Einwohnerentwicklung bis zum Anfang der 1960er Jahre, wobei 1961 mit 988 Einwohnern der niedrigste Bevölkerungsstand verzeichnet wurde. Ab den 1960er Jahren begann die Einwohnerzahl wieder kontinuierlich zu steigen, wodurch 2013 wieder die Marke von 1200 Einwohnern überschritten werden konnte. Das Wachstum der Einwohnerzahlen beruht seit den 1970er Jahren vor allem auf der positiven Geburtenbilanz, wenngleich es in den 1970er und 1980er Jahren eine leichte Abwanderung gab. In den 1990er Jahren war hingegen sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz positiv. Die positive Geburtenbilanz blieb auch nach der Jahrtausendwende bestehen, während die Wanderungsbilanz seitdem nahezu ausgeglichen ist. mini|Pfarrkirche mini|Schnopfhagen-Museum
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Die denkmalgeschützten Bauwerke der Gemeinde befinden sich alle am Schnopfhagenplatz im Zentrum der Gemeinde. Die dem heiligen Vitus geweihte Pfarrkirche weist dabei romanische Resten auf, ist jedoch von der Spätgotik geprägt und weist eine späthistoristische Einrichtung auf. Der benachbarte Pfarrhof weist Bauteile aus dem 18. und 19. Jahrhundert auf, während die ehemalige Volksschule ihre Gestalt durch einen 1854 erfolgten Umbau erhielt. Ebenfalls denkmalgeschützt ist das Heimatmuseum, das zeitweise als Gemeindeamt diente. Die denkmalgeschützte Mariensäule wurde am Kirchenvorplatz errichtet und besteht aus einer Säule aus dem Jahr 1738 sowie einer modernen Marienfigur. Katholische Pfarrkirche St. Veit im Mühlkreis hl. Veit Schloss St. Veit, ehemalige Wasserburg, 2003 abgerissen Schnopfhagen-Museum
Sport Die sportlichen Belange der Gemeinde werden von der Sportunion St. Veit organisiert, die die Sektionen Fußball, Stocksport, Ski, Tennis, Judo und Breitensport unterhält. Die Fußballmannschaft der Sportunion St. Veit spielt in der Saison 2014/15 in der 2. Klasse Nord-West, der untersten Klasse des Oberösterreichischen Fußballverbandes. Der Fußballplatz der Sportunion befindet sich in der Schulgasse.Union St. Veit im Mühlkreis
Wirtschaft und Infrastruktur Arbeitsstätten und Beschäftigte