Die 46. Pétanque-Weltmeisterschaften fanden vom 4. bis 7. Oktober 2012 im französischen Marseille statt. Es wurde in der Formation Triplette mit einem Auswechselspieler gespielt.
Parallel zur Triplette-Weltmeisterschaft fanden die 11. Weltmeisterschaft im Tir de précision statt.
An beiden Wettbewerben nahmen 48 Nationen teil, die sich zuvor bei kontinentalen Qualifikationsturnieren die Teilnahmeberechtigung an der WM erspielt haben.
Der Titelverteidiger heißt in beiden Disziplinen Frankreich.
Triplette Auf Beschluss des Weltverbandes wurde ab der WM 2010 die Teilnehmerzahl auf 48 beschränkt und auch Gastgeber und Titelverteidiger dürfen nur noch mit einem Team (vorher je zwei) antreten.
Daher musste jeder der fünf Kontinentalverbände Qualifikationsturniere ausrichten, auf denen sich die nationalen Verbände das Recht zur WM-Teilnahme erspielten mussten.
Für die Mitglieder der Confédération Européenne de Pétanque war dies die Europameisterschaft 2011.
Teilnehmer Im September 2012 wurde die Auslosung der ersten Runde veröffentlicht, dabei tauchten mit Australien, Laos und Polen drei Nationen auf, die vorher nicht qualifiziert waren.
Dafür fehlten Algerien, Singapur und Taiwan auf der Teilnehmerliste.
Am 1. Oktober stand fest, welche Teams für den Kontinentalverband Amerika an den Start ging: Neben Kanada und den USA nahm erstmals eine Equipe aus Bermuda an einer Weltmeisterschaft teil.
Am gleichen Tag erhielt auch ein weiteres Team Europas die Startberechtigung bei der WM: Da Kamerun seine Teilnahme zurückzog, durfte Luxemburg als 27. europäischer Vertreter teilnehmen.
Teilnehmende Nationen 27 aus Europa 8 aus Afrika 5 aus Asien 4 aus Ozeanien Die Fédération tahitienne de Pétanque en Polynesie française wird in den Ergebnislisten der FIPJP als Tahiti geführt. 4 aus Amerika
Teilnehmende Spieler Bis Ende August 2012 war lediglich das französische Team für die Weltmeisterschaft bekannt. Neben Henri Lacroix, Bruno Leboursicaud und Philippe Suchaud, die bereits 2008 und 2010 den Titel holten, rückt Dylan Rocher für Thierry Grandet in die „Equipe Tricolore“
Im Juli 2012 benannte der DPV wie üblich sechs Spieler, aus denen das vierköpfige WM-Aufgebot gebildet wurde. Dies waren: Sönke Backens (BPV Freiburg), Jens-Christian Beck (BC Stuttgart), Sascha Koch (MKWU München), Benjamin Lehmann (BC Sandhofen), Frank Maurer (PCB Horb) und Mahmut Tufan (VFPS Osterholz Scharmbeck). Am 29.08. wurden Backens, Koch, Lehmann und Tufan offiziell als deutsche Equipe für die WM bestätigt. Land Spieler 1 Spieler 2 Spieler 3 Spieler 4 20px Michel Constans Alexandre Giraud Bruno Santman Enrique Torregrosa 20px Pierre Figon Michael Lacase Stéphane Langlois Eric Leconte 20px Jean-François Hemon André Lozano Michel Vancampenhout Claudy Weibel 20px T. Marcel Bio Ronald Botre Ligali A. Latedjou A. Oscar Hodonou 20px 20px Kalin Panayotov Emil Rusev Ivo Rusev Orlin Rusev 20px Fan Shan Han Liqiang Jin Zhao Liu Zhuan 20px Kasper Bak Laursen Morten Per Laursen Morten Saxild-Hansen Daniel Kold Presutti 20px Sönke Backens Sascha Koch Benjamin Lehmann Mahmut Tufan 20px 20px Hervé Bavazzano Sofiane Lachani Jérôme Rousseau 20px Margus Berkmann Martin Mand Veiko Proos Roger Viks 20px 20px Henri Lacroix Bruno Leboursicaud Dylan Rocher Philippe Suchaud 20px 20px Jacques-Antoine Di Pizzo Pierre-Charles Di Pizzo Richard Elvin Humberto Tavares 20px Avi Akobi Tal Akobi Nano Benzikry Jeannot Cohen 20px Alessio Cocciolo Fabio Dutto Gianni Laigueglia Diego Rizzi 20px 20px 20px Proudthala Kewmanika Vansamay Neutsavath Jean-Luc Rosticci Siphandon Sisouphone 20px Tautvydas Alenskas Linas Budrikas Algis Ptauskas Andrej Purkevic 20px 20px
Land Spieler 1 Spieler 2 Spieler 3 Spieler 4 20px 20px Moriba Diop Mahamadou Ouattara Nouhoum Sangare Allaye Sylla 20px 20px Jose Angel Beltran Llam David Martinez Garza Javier Martinez Garza Christian Triay 20px Benjamin Debos Cincinnato Martire Philippe Perez Nicolas Rivière 20px Christian Fouquet David Lippard Andre Noel Georgio Vakauta 20px Noël Kempeneers Tom van der Voort Joey van Doorn Edward Vinke 20px Szymon Kubiesa Marek Lach Andrzej Sliz Jedrzej Sliz 20px Tiago Brito Hugo Dores José Francisco Carlos Marques 20px Andrey Dovidov Evgeny Dovidov Viktor Sudnik Dmitry Zhylin 20px Corrado Albani Clement Casali Alfredo Mazza Secondo Vannucci 20px Paul Bretenoux Stéphane Maurage Robbie Stronach John Wilson 20px Ali Abdi Aden Patrick Andersson Albin Plantin Thomas Wiede 20px Régis Froidevaux Joseph Molinas Laurent Poffet Giovanni Tamburini 20px Babacar Dieng More Gueye Francois N'Diaye Birane Toure 20px Gregor Opresnik Klemen Podgorsek Gregor Sever Joze Skrbinek 20px Francisco Javier Flores Juan Jimenez Roberto Carlos Lopez Manuel Romero 20px Rupearii Aiamu James Fuchon Mike Harry Heïarii Nauta 20px Suksan Piachan Thaloengkiat Phusa-At Sarawut Sriboonpeng Supan Thongphoo 20px Pavel Hodbod Ivo Michalek Jan Michalek Tomas Michalek 20px Mohamed Amine Chaabeane Bougriba Khaled Elmay Laasaad Moshni Oussama 20px Petro Hois Lyudvih Hoys Mykhaylo Tarkaniy Juraj Valent 20px 20px Nemane Gislapno Jerry Molitamata André Nambo Isaac Talai
Modus Wie schon bei der letzten WM im türkischen Izmir wird die Triplette-WM in drei Phasen ausgespielt.
Phase 1 – Schweizer System.
In fünf Runden wird das Starterfeld halbiert. Alle Teams mit drei und mehr Siegen verbleiben in der WM; die übrigen 24 Teams spielten im B-Turnier, der Coupe des nations, weiter.
Phase 2 – Dreier-Poules.
Von den Plätzen 1 bis 8, 9 bis 16 und 17 bis 24 der Schweizer-Rangliste wanderte je ein Team in die acht Dreier-Poules. Für den Nations Cup wurde entsprechend verfahren. Die Poule-Dritten schieden aus.
Phase 3 – Knock-out.
Im Achtelfinale trafen Poule-Sieger auf Barrage-Gewinner. Die drei verbleibenden K. o.-Runden wurden nach einer Baumstruktur abgespielt. Analog lief es im Nations Cup.
Auch die Tireur-WM wurde nach bewährtem Muster ausgetragen. In der Vorrunde, die auf sechs Anlagen parallel abgewickelt wurde, qualifizierten sich die besten vier fürs Viertelfinale. Die übrigen Viertelfinalisten wurden in einer Repéchage (Hoffnungsrunde) ermittelt.
Zeitplan Der Zeitplan der WM wurde bereits im Juni veröffentlicht.
Die Equipes erwartete ein strammes Programm; der zukünftige Weltmeister muss bis zu 13 Spiele an 3 Tage absolvieren, für die 48 Teilnehmer im Präzisionsschießen standen bis zu 5 Übungen à 20 Schuss an.
Eröffnet wurde die WM mit den Vorrunden im Tir de précision. Die Spieler, die für diesen Wettbewerb nicht nominiert wurden, griffen am Freitag ins Geschehen ein. Um 8.00 Uhr startete die erste von 5 Runden nach dem Schweizer System.
Legende zum nachfolgenden Ablauf der Weltmeisterschaft: Zeremonien & Versammlungen Tir de Précision Triplette: Championnats du Monde (WM) Triplette: Coupe des nations (CDN)
Zeitplan der Pétanque-Weltmeisterschaft 2012 4. Oktober 5. Oktober 6. Oktober 7. Oktober 08.00 1. Runde Schweizer System 1. Spiel Poule (auch CDN)Viertelfinale 09.00 1. Halbfinale 10.00 2. Runde Schweizer System 2. Spiel Poule (auch CDN) Halbfinale 11.00 2. Halbfinale 12.00 3. Runde Schweizer System (12 Partien) Barrage (auch CDN) 13.00 Finale 14.00 Vorrunde (16 Tireure) 3. Runde Schweizer System (12 Partien) Viertelfinale 15.00 Vorrunde (16 Tireure) Achtelfinale (15.15) 16.00 Vorrunde (16 Tireure) 4. Runde Schweizer System Achtelfinale (16.45) Finaledanach Siegerehrung 17.00 Viertelfinale (17.30) 18.00 EröffnungsfeierRepechage (4 Tireure) 19.00 Repechage (4 Tireure) 20.00 Generalversammlung der FIPJP Halbfinale (20.30) Schlussgala 21.00 5. Runde Schweizer System (21.30) 22.00 Finaledanach Siegerehrung
Schweizer System Mit der Änderung des Austragungsmodus der WM 2010 wurden die „Vorrunden-Großgruppen“ früherer Jahre durch das Schweizer System ersetzt.
Die 48 Teams spielten 5 Runden. Danach gab es genau 24 Teams mit 3 oder mehr Siegen, die weiterhin um den Weltmeistertitel spielten, während die Teams mit 2 oder weniger Siegen im Coupe des nations, der „B-WM“ weiterspielten.
In der Vorrunde wurde mit Zeitlimit (60 min. + 2 Aufnahmen) gespielt.
1. Runde Bereits im September wurde die Auslosung der ersten Runde durchgeführt und veröffentlicht.
Deutschland traf auf die Schweiz, gegen die man bei der letzten WM verloren hatte und konnte sich nicht revanchieren. Die Eidgenossen gewannen nach Ablauf der Zeit 12:9.
Titelverteidiger Frankreich spielte gegen Israel und konnte einen Fehlstart ins Turnier, wie vor zwei Jahren, als man das erste (und einzige) Spiel gegen die Schweiz verlor, durch einen 13:6-Sieg verhindern.
Bereits ein absolutes Topspiel stand zwischen Thailand (zweifacher Vizeweltmeister) und Monaco (amtierender Vizeeuropameister) an, das die Südostasiaten mit 13:7 gewinnen konnten.
Überraschend waren die Siege der Chinesen (gegen die Niederlande), Polens (gegen Schweden) und Englands (gegen Tahiti).
20px Marokko - 20px Litauen 13:0 20px Schweiz - 20px Deutschland 12:9 20px Madagaskar - 20px Ukraine 13:1 20px Italien - 20px Malaysia 13:7 20px Spanien - 20px Estland 13:4 20px Frankreich - 20px Israel 13:6 20px Belgien - 20px Irland 13:3 20px Tahiti - 20px England 6:10 20px Kanada - 20px Mexiko 13:0 20px Andorra - 20px Bermuda 11:9 20px Kambodscha - 20px Finnland 12:13 20px Schottland - 20px Elfenbeinküste 7:13
20px Neuseeland - 20px Laos 13:3 20px Mali - 20px Bulgarien 0:13 20px Schweden - 20px Polen 8:11 20px San Marino - 20px Dänemark 3:13 20px Senegal - 20px Benin 13:7 20px Thailand - 20px Monaco 13:7 20px Niederlande - 20px China 11:12 20px Russland - 20px Guinea 13:4 20px Vanuatu - 20px Tunesien 5:11 20px USA - 20px Slowenien 12:13 20px Portugal - 20px Australien 13:5 20px Tschechien - 20px Luxemburg 2:13
2. Runde In der zweiten Runde spielten, wie beim Schweizer System üblich, Sieger gegen Sieger und Verlierer gegen Verlierer.
Deutschland konnte mit einem souveränen 13:2 über Außenseiter USA die Bilanz vorübergehend ausgleichen.
Die Schweiz gewann auch den zweiten Krimi des Tages mit 13:11 gegen die Elfenbeinküste.
Auch die Favoriten Frankreich, Madagaskar, Spanien und Thailand gaben sich keine Blöße.
Bemerkenswert war der Erfolg der Neuseeländer über Tunesien sowie der Sieg Italiens gegen Russland, nicht wegen des Sieges, sondern weil lediglich 12 Punkte beim 7:5 vergeben wurden.
20px Kanada - 20px Spanien 8:12 20px Schweiz - 20px Elfenbeinküste 13:11 20px Neuseeland - 20px Tunesien 13:9 20px Marokko - 20px Thailand 7:13 20px Belgien - 20px Finnland 13:4 20px Bulgarien - 20px China 13:8 20px Polen - 20px Frankreich 2:13 20px Dänemark - 20px Madagaskar 3:13 20px Italien - 20px Russland 7:5 20px Slowenien - 20px England 13:10 20px Senegal - 20px Luxemburg 13:2 20px Andorra - 20px Portugal 7:13
20px Niederlande - 20px Mali 13:10 20px Litauen - 20px Schweden 10:13 20px Schottland - 20px Tschechien 11:9 20px San Marino - 20px Bermuda 11:8 20px Laos - 20px Australien 13:0 20px Monaco - 20px Kambodscha 11:13 20px Guinea - 20px Israel 13:7 20px Mexiko - 20px Irland 3:13 20px Deutschland - 20px USA 13:2 20px Estland - 20px Malaysia 5:13 20px Ukraine - 20px Tahiti 7:13 20px Benin - 20px Vanuatu 13:2
3. Runde In der dritten Runde konnte Deutschland einen harten Kampf gegen Russland mit 12:10 gewinnen.
Die Schweiz behielt nach einem 12:5-Erfolg über Portugal ebenso eine weiße Weste wie Belgien, Frankreich, Italien, Madagaskar und Thailand. All diese Teams waren somit bereits für die Gruppenphase qualifiziert.
Weiterhin sieglos blieben mit Israel, Litauen, Ukraine drei europäische Teams, sowie Australien, die USA und Neuling Mexiko. Diese sechs Teams mussten somit definitiv den Weg in den Coupe des nations antreten.