mini|Die Herzogin und der Herzog von Cambridge am Tage ihrer Hochzeit Kate Middletons Brautkleid ist jenes Brautkleid, das Catherine, Princess of Wales, damals noch Kate Middleton, zu ihrer Hochzeit mit Prince William am 29. April 2011 trug. Das Kleid ist ein Entwurf der britischen Modedesignerin Sarah Burton, der Kreativdirektorin des britischen Modehauses Alexander McQueen.
Wie bei Hochzeiten der Königshäuser üblich, wurden der Entwurf und seine Designerin im Vorfeld geheim gehalten, so dass das Kleid erst öffentlich zu sehen war, als die Braut aus ihrem Auto stieg, um Westminster Abbey zu betreten, wo die Trauzeremonie stattfand. Brautkleider aus dem Umfeld der britischen Königsfamilie sind für ihr Design, ihre Symbolkraft und ihren Einfluss auf Trends der westlichen Brautmoden bekannt, das Interesse der Medien an dem Kleidungsstück war entsprechend groß.The Handbook of Global Media Research Ingrid Volkmer John Wiley & Sons, 14. August 2012
Von dem Kleid, das stilistisch an Modeaspekte der 1950er Jahre anknüpft,Fifty Fashion Looks that Changed the 1950s Paula Reed Hachette UK, 1. Oktober 2012, Hachette UK, 1. Oktober 2012 wurden weltweit Kopien angefertigt und gehandelt. Das Original war vom 23. Juli bis zum 3. Oktober 2011 während der jährlichen Sommerausstellung im Buckingham Palace zu sehen und sorgte für einen Besucherrekord. In dem Zusammenhang wurden Berichten zufolge acht Millionen Pfund für eine wohltätige Stiftung Kate Middletons sowie für Erneuerungsmaßnahmen am Palastgebäude eingenommen.
Gestaltung des Kleides mini|Eine Kopie des Kleides vor einer Boutique in Belfast
Das langärmlige, bodenlange Kleid besteht aus einem langen weiten Rock, der an eine enganliegende trägerlose Corsage mit herzförmigem Ausschnitt angesetzt ist, beides aus Satin gefertigt. Über der Corsage liegt ein ebenfalls enganliegendes, fest mit dem Rock verbundenes Oberteil, das aus durchscheinendem Stoff mit Spitzenapplikationen gearbeitet ist, mit langen Ärmeln und V-Ausschnitt. Das Kleid wird am Rücken mit 58 Knöpfen hochgeschlossen. Die von der rückwärtigen Taille ausgehende Schleppe besteht aus dem gleichen Stoff wie Rock und Corsage, der Schleier ist aus einem durchsichtigen Spitzenstoff gefertigt.
Material Der Hauptteil des Kleides ist aus elfenbeinfarbigem und weißen Seiden-Gazar genäht, wobei britische Stoffe aus einer von Sarah Burton exklusiv genutzten Quelle verwendet wurden.
Die Schleppe des Kleides misst 270 Zentimeter. Auf dem gesamten Mieder, Rock und Unterrockbesatz wurden handgemachte englische Spitze und französische Chantilly-Spitze verarbeitet. Da die Spitze aus verschiedenen Quellen stammte, wurde viel Sorgfalt darauf verwendet, sicherzustellen, dass alle Blumen farblich gleich sind. Die gesamte Anfertigung wurde von Burton und ihrem Team beaufsichtigt und in Handarbeit ausgeführt. „Auf dem Rücken befinden sich 58 Knöpfe aus Gazar-Seide und Organza, die mit Knopfschlaufen befestigt werden. Der Unterrock ist aus englischer Cluny-Spitze auf Seidentüll.“
Schnitt Der lange, weite Rock ist als Abbild einer sich öffnenden Blume gestaltet, mit weichen Falten, die sich nach unten hin öffnen, am Rückteil eine Semi-Tournüre im viktorianischen Stil bilden und in einer kurzen Schleppe endend. Das „elfenbeinfarbene Satinmieder ist in der Hüfte leicht aufgepolstert und in der Taille eingeschnürt; inspiriert von der Viktorianischen Miederwarentradition, die ein besonderes Kennzeichen der Entwürfe von Alexander McQueen ist“.
Symbolik Das Kleid ist aus Satin genäht und hat ein mit Spitzenapplikationen ausgearbeitetes Mieder, das in feinen Details die Nationen des Vereinigten Königreichs darstellt. Die symmetrisch ausgearbeitete Spitzenapplikation ist in Handarbeit in einer Technik gefertigt, die in den 1820er Jahren in Irland entwickelt worden ist und Carrickmacross-Spitze genannt wird. Dargestellt sind Rosen (ein Symbol Englands), Disteln (Schottland), Narzissen (Wales) und Shamrock (Irland), die Stück für Stück an den Seidentüll angenäht sind. Diese Spitzenapplikationen wurden in der im Hampton Court Palace niedergelassenen Royal School of Needlework handgefertigt. Die Schneiderinnen benutzten alle drei Stunden neue Nadeln und wuschen sich alle halbe Stunde die Hände, um den Stoff rein zu halten.
Um den britischen Something old, something new-Brauch, der u. a. nach einer blauen Zutat verlangt, zu erfüllen, ist im Inneren des Kleides ein blaues Band verarbeitet. Die von dem Brauch geforderte alte Zutat besteht im Design der Carrickmacross-Spitze im Mieder.
In offiziellen Erklärungen wurde angegeben, dass Middleton Tradition mit Modernität zu verbinden gewünscht habe – „mit der künstlerischen Vision, die Alexander McQueens Arbeit charakterisiert“. Middleton und Burton arbeiteten bei dem Design des Kleides eng zusammen.
Spekulationen vor der Trauung Vor der Hochzeit gab es viel Spekulation darüber, was für ein Brautkleid Middleton auswählen würde. Die Sunday Times berichtete am 6. März 2011, dass Middleton sich für die McQueen-Designerin Sarah Burton entschieden habe. Die Zeitung schrieb: „Eine Mode-Quelle gab an, dass das Kleid eine Kombination aus Middletons eigenen Designideen und Burtons Kenntnis und tiefem Verständnis der Hofmode sein werde.“ McQueen und Burton stritten ab, mit dem Kleid irgendetwas zu tun zu haben. Middleton wurde im Jahr 2005 auf Burtons Arbeit aufmerksam, als sie an der Hochzeit von Thomas Parker Bowles, dem Sohn der Duchess of Cornwall, teilnahm. Burton hatte das Brautkleid für seine Braut, die Modejournalistin Sara Buys, entworfen. Auch andere Designer waren im Gespräch: Victoria Beckham, Sophie Cranstons Label Libelula, Jasper Conran, Elizabeth Emanuel (Designerin des Brautkleides von Lady Diana Spencer), Daniella Issa Helayel, Keren Craigs und Georgina Chapmans Label Marchesa, Stella McCartney, Bruce Oldfield, und Catherine Walker.
In den Wettbüros erwies Burton sich so klar als die Favoritin, die das Brautkleid entwerfen würde, dass der bedeutendste britische Buchmacher William Hill bereits Wochen vor dem Ereignis keine Wetten mehr annahm. David Emanuel, der das Brautkleid von Prinzessin Diana mitentworfen hat, äußerte der kanadischen Modejournalistin Jeanne Beker gegenüber: „McQueen gehört Gucci, einem italienischen Unternehmen. Wenn Kate diesen Kurs eingeschlagen hat, wäre es das erste Mal, dass nicht ein britisches Haus ausgewählt wurde. Und die Italiener hätten damit ihren großen Tag.“A bet on the train of events. thestar.com (26 April 2011). Abgerufen am 1. Mai 2011.
Die britische Boulevardzeitung News of the World berichtete, dass den Stickerinnen der Royal School of Needlework, damit diese das Geheimnis wahrten, zunächst gesagt worden sei, dass das Kleid für einen TV-Kostümfilm bestimmt sei, bei dem Kosten keine Rolle spielten. In der Folge wurde weithin kolportiert, die Kosten des Kleides haben sich auf 250.000 £ belaufen; ein Sprecher von Clarence House erklärte diese Behauptung allerdings für unzutreffend.
Laut Joanna Marscher, Kuratorin der Historic Royal Palaces, „ist die Bedeutung der Kleider ebenso gestiegen, wie die Erwartungen der Medien gestiegen sind. Fernsehkameras in Westminster Abbey bedeuten, dass diese Kleider solchen Schauplätzen gerecht werden und so exzellent designt sein müssen, dass sie auch dem kritischsten Blick standhalten“. Details des Kleides wurden Ende April 2011 in einem Tweet des Clarence House zuerst der Öffentlichkeit bekannt gegeben und machten sofort Schlagzeilen. Der Vorgang gilt damit als Indiz für die zunehmende Rolle von sozialen Netzwerken für Nachrichtenjournalisten.Soziale Netzwerke für Nachrichtenjournalisten, Daniel Bouhs, tredition, 30. November 2011
Einflüsse und Wirkung Das Kleid wurde von Modeexperten in den Medien vielfach kommentiert und fand sehr viel Beifall. Es wurde bemerkt, dass es stark traditionell und von Kleidern der 1950er Jahre inspiriert sei. Karl Lagerfeld äußerte: „Das Kleid ist ganz klassisch und passt hervorragend zu der Dekoration der Westminster Abbey. Es erinnert mich sogar etwas an die Hochzeit von Queen Elizabeth, an die königlichen Hochzeiten in den 50er Jahren. Die Schleppe ist gut proportioniert. Die Spitze ist sehr hübsch. Der Schleier gefällt mir sehr.“ Antonio Marras vom Modeunternehmen Kenzo erklärte: „Die Wahl des Labels und der Stil des Kleides war eine sehr raffinierte Mischung aus progressiver Mode und Tradition, alles auf eine sehr britische Art und Weise. Man kann Anspielungen auf das Brautkleid von Grace Kelly oder das Brautkleid von Prinzessin Elisabeth erkennen, aber auf eine einfachere, modernere Art.“ Es wurde bemerkt, dass das Spitzenmieder von Middletons Kleid das Kleid widerspiegelte, das Grace Kelly 1956 bei ihrer Hochzeit mit Rainier III. getragen hatte. Vergleiche wurden auch mit dem Brautkleid von Prinzessin Margret gezogen. Mark Badgley, ein Designer bei Badgley Mischka, urteilte: „Es ist die Art von Kleidungsstück, das der Prüfung der Zeit standhalten wird. Nicht alle Kleidungsstücke tun das. Jede Braut auf der Welt wird es tragen wollen. Es hat einen Touch von Altmodisch, ein klassisches Ballkleid der 1950er Jahre, so zeitlos, dass ihre Tochter in 30 Jahren darin ebenso hinreißend aussehen würde.“Simplicity Wears the Crown, The New York times, 29. April 2011 Oscar de la Renta dagegen befand, es sei „ein sehr traditionelles Kleid für eine sehr traditionelle Hochzeit … nicht großtuerisch. Da waren nicht 50 Meter Schleppe, und es war nicht mit Stickerei überladen. Es war nur ein sehr traditionelles Kleid für ein hinreißendes Mädchen, das nicht viel braucht“.
Das Kleid wurde auch mit dem Brautkleid verglichen, das die Mutter von Prinz Williams, Diana, zu ihrer Hochzeit trug. Vera Wang sagte: „Dianas Kleid hatte ein Gefühl von Unschuld, Träumerei, fast Bilderbuchromanze. Bei Catherines Kleid dagegen ging es um viel mehr als einfach nur um das Kleid. Sarah Burton hat für die moderne Braut, die eines Tages Königin sein wird, einen neuen Zugang zum Klassischen gebahnt.“ Die Schöpferin von Dianas Brautkleid, Elizabeth Emanuel, äußerte: „Genau wie es schon 1981 geschehen ist, werden, wenn sie den Gang herunter schreitet, Leute mit ihren Skizzenblöcken zuschauen, während die Techniker und Vorlagenzeichner schon in den Startlöchern stehen und warten. Am nächsten Morgen werden Sie in der Einkaufsstraße Kopien sehen.“ Emanuel sagte, das Kleid werde vielen Figurtypen gut zu Gesicht stehen. mini|200px|Chinesische Kopie des Kleides, die vier Wochen nach der königlichen Hochzeit zum Verkauf angeboten wurde Vielfach wurde bemerkt, dass der Stil des Kleides die Brautmode der nächsten Jahre beeinflussen werde. So schrieb Alison McGill, Herausgeberin des Weddingbells Magazine: „Ich denke, ihre Entscheidung, lange Ärmel zu tragen, signalisiert den Abschied vom trägerlosen Hochzeitskleid.“ Veronica Di Santo-Abramowicz, Designerin des in Toronto ansässigen Labels Ines Di Santo, vermutete: „Kates Kleid wird viel von der Brautmode beeinflussen, die wir in den nächsten Jahren sehen werden. Dies geschieht immer, wenn eine Person von königlichem oder hohem Rang heiratet, das setzt für mehrere Jahre den Trend. Prinzessin Diana und Carolyn Bessette zum Beispiel waren mit ihren Kleidern zwei beachtenswerte Bräute, die einem in den Sinn kommen.“