Gustav Wiethüchter (* 2. Juli 1873 in Bielefeld; † 6. Februar 1946 in Wuppertal) war ein deutscher Künstler, Maler, Grafiker und Medailleur. Gustav Wiethüchter war Mitglied im Deutschen Künstlerbund.kuenstlerbund.de: (abgerufen am 8. April 2017).
Leben Gustav Wiethüchter wurde nach Lehre und selbständiger Tätigkeit als Dekorationsmaler in Bielefeld sowie einem Studium an der Königlichen Kunstschule Berlin und an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums im Jahr 1900 an die Kunstgewerbeschule Barmen berufen.Gustav Wiethüchter – eine Wiederbegegnung. In: Musenblätter. 11. Februar 2011 (musenblaetter.de). Dort lehrte er bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933. Ob er die Schule freiwillig oder aufgrund von Repressalien verließ, ist nicht bekannt.Wuppertal feiert den bergischen Maler Gustav Wiethüchter. In: Westdeutsche Zeitung. 16. Dezember 2010 (wz-newsline.de). Zu seinen Schülern gehörten zahlreiche renommierte Künstler, unter anderem Cuno Fischer, Kurt Nantke, Richard Paling, Ewald Platte, Paul Wellershaus, Otto Winkelsträter, Jankel AdlerGrußwort von Prof. Dr. Wolfgang Baumann anlässlich der Verleihung der Stadtrechte an Barmen vor 200 Jahren am 3. Februar 1808. und Lis Bertram-Ehmsen.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Wiethüchter obligatorisch Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Es sind aber nur bis 1934 Ausstellungen bekannt.
Werk mini|Sommer in Schweizer-Jura, 1937 mini|Mosaik Martin Luthers über dem Turmeingang der Heidter Lutherkirche in Wuppertal Wiethüchter beschäftigte sich nicht nur mit Malerei, sondern auch mit angewandter Kunst. Ausgehend von Jugendstil entwickelte er sich zu einem der führenden Vertreter des Rheinischen Expressionismus. Einflüsse Ferdinand Hodlers, der Expressionisten und des Kubismus lassen sich in seinen Werken finden, aber auch Anklänge an Henri Matisse, Pierre Bonnard und die Fauves.Text zur Ausstellung Gustav Wiethüchter, Von-der-Heydt-Museum, Wuppertal, auf portalkunstgeschichte.de.
Von den Nationalsozialisten wurden aus den Kunstsammlungen der Stadt Düsseldorf Wiethüchters Tusche-Zeichnungen Schlafende Ruhende (1915, 26 × 39 cm) und Herbstgefühl (1919, 25 × 17 cm) als „entartet“ requiriert. Sie gingen zur Verwertung auf dem internationalen Kunstmarkt an den Kunsthändler Bernhard A. Böhmer, konnten nach 1945 sichergestellte werden und kamen in das Kulturhistorische Museum Rostock (Inv.-Nr. K 380 G und K 379 G).Meike Hoffmann (Hrsg.): Ein Händler „entarteter“ Kunst: Bernhard A. Böhmer und sein Nachlass. Akademie-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-05-004498-9. (= Schriften der Forschungsstelle „Entartete Kunst“ 3.) S. 359
Das Werk des Künstlers ist noch weitgehend unerforscht. Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal besitzt ein großes Konvolut von Werken Wiethüchters und möchte einige Werke verkaufen, um eine Stiftung zur Erforschung von Leben und Werk Wiethüchters zu gründen.Kunstmuseum: Bilderverkauf soll neue Stiftung finanzieren. In: Westdeutsche Zeitung. 20. Januar 2011 (wz-newsline.de).
Ausstellungen Sicher belegte Teilnahme an Ausstellungen in der Zeit des Nationalsozialismus 1933: Hannover, Künstlerhaus („101. Große Frühjahrsausstellung“ des Kunstvereins Hannover) 1934: Berlin, Verein Berliner Künstler („Westfälische Künstler“) 1934: Hannover („Herbstausstellung Hannoverscher Künstler“)
Postume Ausstellungen 1947: Gedächtnisausstellung im Städtischen Museum Wuppertal (heute Von der Heydt-Museum) 1953: Ausstellung im Städtischen Kunsthaus Bielefeld (Velhagenhaus) 1983: Gustav Wiethüchter, 1873–1946: Gemälde, Pastelle, Zeichnungen, Von der Heydt-Museum WuppertalAusstellungskatalog 2009: Mit Kunstverstand und Leidenschaft, Galerie Remmert und Barth, Düsseldorf 2011: Gustav Wiethüchter, Von der Heydt-Museum Wuppertal 2012: Künstlerkinder. Von Runge bis Richter, von Dix bis Picasso, Kunsthalle Emden
Literatur
Herbert Pogt, Gerhard Finckh (Hrsg.): Gustav Wiethüchter (1873–1946). Von-der-Heydt-Museum, Wuppertal 2011, ISBN 978-3-89202-079-0.
Weblinks
Einzelnachweise
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