Roßleithen ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Kirchdorf im Traunviertel mit Einwohnern (Stand ).
Geografie mini|Hoher Nock im Nationalpark Kalkalpen Roßleithen liegt auf 600 Meter Höhe im Traunviertel im Garstnertal. Von der Teichl steigt das Land nach Norden zum Sengsengebirge und Süden zur Warscheneckgruppe auf rund 2000 Meter an. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 14,7 Kilometer und von West nach Ost 11,1 Kilometer. Die Gesamtfläche beträgt 67,5 Quadratkilometer. 61 % der Fläche sind bewaldet, etwa 20 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Mayrwinkl () Pichl () Pießling () Rading () Roßleithen () Schweizersberg ()
Die Gemeinde besteht aus drei Katastralgemeinden: Pichl Rading Roßleithen Durch die Zusammenlegung dieser drei Katastralgemeinden im Jahr 1849 entstand die heutige Gemeinde.Zahlen und Fakten. Website der Gemeinde Roßleithen; abgerufen am 27. Jänner 2019.
Nachbargemeinden
Geschichte Ortsgeschichte In einer Höhle am Gleinkersee fand man Höhlenbärenknochen mit Spuren von menschlicher Bearbeitung, sodass man von einer Besiedlung bereits in der Steinzeit ausgehen kann. Zur Zeit der Römischen Besatzung wurde eine Straße von Virunum über den Triebener Tauern und den Pyhrnpass nach Ovilava gebaut, die durch das Garstnertal führte. Nach dem Rückzug der Römer wurde das Gebiet erst durch die „Wenden“ und später durch die Bajuwaren besiedelt.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1190, wo der Ort „Pießling“ genannt wird. „Rossleythen“ wird erstmals 1492 namentlich erwähnt.
Im Jahr 1540 wurde am Pießlingbach im Ort Roßleithen das Sensenwerk Franz de Paul Schröckenfux gegründet. Im 16. Jahrhundert wurden wasserbetriebene Hämmer errichtet. Seit 1953 werden auch Mähmesserklingen hergestellt und weltweit exportiert.
Nach der Bauernbefreiung vereinigten sich im Jahr 1849 die drei Katastralgemeinden Pichl, Rading und Roßleithen zur Gemeinde Rading, die bereits die Größe der heutigen Gemeinde hatte. Im Jahr 1906 wurde der Gemeindename auf „Pichl“ geändert, im gleichen Jahr erfolgte der Bau der Pyhrnbahn. Da es in Österreich 16 Gemeinden mit dem Namen Pichl gab, wurde 1951 der Gemeindename auf Roßleithen geändert. Der Bau der Pyhrn Autobahn erfolgte in den Jahren 1986 bis 1997.
Roßleithen gehörte bis 2012 zum Gerichtsbezirk Windischgarsten und ist seit dem 1. Jänner 2013 Teil des Gerichtsbezirks Kirchdorf an der Krems.
Einwohnerentwicklung
1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1.770 Einwohner, bis 2001 stieg die Anzahl auf 1.831 und 2018 auf 1.889 Einwohner. Die Zunahme beruhte auf einer positiven Geburtenbilanz, die Wanderungsbilanz war negativ.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Villa Sonnwend
Villa Sonnwend, Hotel und Seminarzentrum Rettenbachhöhle
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 96 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 40 im Haupterwerb betrieben. Diese bewirtschafteten fast siebzig Prozent der Flächen. Im Produktionssektor waren 13 der 22 Firmen mit der Herstellung von Waren beschäftigt. Die größten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel, soziale und öffentliche Dienste, Verkehr und Beherbergung und Gastronomie. WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011 2001 2011 2001Land- und Forstwirtschaft 1) 96 111 110 94Produktion 22 19 163 160Dienstleistung 79 50 226 163 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Arbeitsmarkt, Pendeln Von den 902 Erwerbstätigen, die im Jahr 2011 in Roßleithen lebten, arbeiteten 277 in der Gemeinde, siebzig Prozent pendelten aus. Mehr als 200 Menschen aus der Umgebung kamen zur Arbeit nach Roßleithen.
Fremdenverkehr mini|Bahnhof Roßleithen Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 25.000 im Jahr 2010 auf 55.000 im Jahr 2019. Die stärksten Monate sind Juli und August mit jeweils über 11.000 Nächtigungen.
Infrastruktur Eisenbahn: Roßleithen besitzt eine Haltestelle der Pyhrnbahn. Straße: Durch das Gemeindegebiet verlaufen die Pyhrnpass Straße B 138 und die Pyhrn Autobahn. Radweg: Der Nationalpark Kalkalpen Radweg R31 und die Stodertalrunde R308 führen durch Roßleithen.
Politik
Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 1997 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 SPÖ, 8 ÖVP und 4 FPÖ. (25 Mandate) Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2003 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 SPÖ, 7 ÖVP und 1 FPÖ. (19 Mandate) Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2009 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 SPÖ, 9 ÖVP und 1 FPÖ. (19 Mandate) Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 SPÖ, 8 ÖVP und 2 FPÖ. (19 Mandate) Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2021 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 ÖVP, 8 SPÖ und 2 FPÖ (19 Mandate).https://wahl.land-oberoesterreich.gv.at/GE40900.htm?g=40915
Partei20212015200920031997Prozent Mandate %M.% M. % M. % M.SPÖ42,52846,85946,47 9 54,01 11 49,59 13ÖVP45,90939,04845,75 9 38,59 7 32,05 8FPÖ11,58214,1127,78 1 7,40 1 18,37 4
Bürgermeister
bis 2007 Manfred Atzmüller (SPÖ) 2007–2021 Gabriele Dittersdorfer (SPÖ) seit 2021 Kurt Pawluk (SPÖ)
Wappen Der Gemeinde Roßleithen wurde 1980 folgendes Gemeindewappens verliehen: Blasonierung: „Zwischen grünem Schräghaupt und grünem Schrägfuß, darin je ein goldenes, querrechtshin gestelltes Sensenblatt, in Silber ein rotes, aufgerichtetes Roß.“ Die Gemeindefarben sind Grün-Gelb-Rot.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Josef Breitenbaumer (1893–1974), Beamter, Politiker und Abgeordneter zum Oberösterreichischen Landtag Bruno Sulzbacher (* 1936), Komponist
Literatur
Weblinks
Offizielle Ortsseite für Roßleithen des Tourismusverbandes
Einzelnachweise