mini|Das Pressehaus in der Martinistraße in Bremen.
Die Bremer Tageszeitungen AG (BTAG) als Verlag der Weser-Kurier Mediengruppe (Eigenschreibweise WESER-KURIER) publiziert verschiedene Regionalzeitungen in der Stadt Bremen und im niedersächsischen Umland (Bremen umzu). Hierzu gehören vor allem die Tageszeitung Weser-Kurier mit den Kopfausgaben Bremer Nachrichten und Verdener Nachrichten, die in Bremen und dem Umland erscheinen. Hinzu kommen einige Regional- bzw. Lokalbeilagen. Eigentümer des 1945 gegründeten Verlags sind je zur Hälfte die Familie Hackmack und Christian Güssow, ein Enkel von Hermann Rudolf Meyer.
Geschichte Bremer Nachrichten (BN) mini|Zeitungslogo der Bremer Nachrichten mini|Die erste Ausgabe der Bremer Nachrichten vom 7. Januar 1743
Die Bremer Nachrichten ist dem Titel nach die viertälteste noch erscheinende Tageszeitung in Deutschland. Durch die Fusion der Verlage F. Pörtner (Die Norddeutsche) aus Bremen-Nord und C. Schünemann (Bremer Nachrichten) im Oktober 1971, die dann beide Tageszeitungen gemeinsam herausbrachten, konnte sich die wirtschaftliche Situation nicht stabilisieren. Am 6. September 1974 wurden beide Titel vom Weser-Kurier übernommen. Die Norddeutsche wurde ab dem 31. März 1979 die Regionalausgabe von Weser-Kurier und Bremer Nachrichten. Die Bremer Nachrichten verloren seit den 1980er Jahren nach und nach ihre Eigenständigkeit als Tageszeitung in Bremen. Der gemeinsame Anzeigenteil unter dem Titel „Bremer Anzeigenblock“ für den Weser-Kurier und die Bremer Nachrichten existierte bereits zu der Zeit, als die Bremer Nachrichten noch im Schünemann-Verlag erschienen. Eine eigene Lokalredaktion blieb bis Ende der 1980er Jahre erhalten. Heute sind beide Zeitungen inhaltlich völlig identisch – sie unterscheiden sich nur noch im Namen.Eckhard Stengel: . In: fr-online.de, 22. August 2010 – Erläuterung der Gründe, die Zeitung unter beiden Namen weiter zu produzieren.
Weser-Kurier (WK) mini|Zeitungslogo des Weser-Kurier mini|Markenlogo der Weser-Kurier Mediengruppe mini|Bremer Stadtsiegel – Das Siegel zeigt auf einer Bank sitzend links den Kaiser Karl mit Zepter und Reichsapfel und rechts den Heiligen Petrus mit Schwert und Schlüssel. Das Siegel wurde von 1366 bis 1834 verwendet und findet sich seit der Erstausgabe vom 19. September 1945 im Kopf der Titelseite des Weser-Kurier
Hans Hackmack erhielt 1945 von der Militärregierung der amerikanischen Besatzungszone die Lizenz zur Herausgabe einer Zeitung, die den Namen Weser-Kurier erhielt. Sie gehörte damit nach dem Zweiten Weltkrieg zu den ersten Lizenzzeitungen im besetzten Deutschland und erschien vierseitig zum ersten Mal am 19. September 1945. Sie kostete 20 Pfennig und war mit einer Auflage von 150.000 Exemplaren mittwochs und sonnabends erhältlich. Die Bremer Nachrichten durften erst 1949 erscheinen; den Vorsprung des WK konnten sie nicht mehr wettmachen. Der redaktionelle Inhalt wurde 1945/46 von der US-Militärregierung kontrolliert, bald aber arbeitete die Redaktion unabhängig. 1946 wurde die Weser-Kurier GmbH gegründet. Der Weser-Kurier trat als überparteiliche Zeitung auf, mit einer zunächst sozial-liberalen Ausprägung.
Als Lizenzträger und Herausgeber der Zeitung kamen 1947 der Kommunist und Kaufmann Eberhard Peters (der 1948 ausschied) und der parteilose, aber der CDU nahestehende Felix von Eckardt hinzu. Hackmack blieb jedoch die treibende Kraft des Verlages. Der Schriftsteller Manfred Hausmann war von 1945 bis 1952 Feuilleton-Chef des Weser-Kurier. Mitte 1947 konnte durch eine bessere Papierversorgung der WK wöchentlich dreimal erscheinen. 1949 wurde die Zeitung im Lohndruck vom Schünemann-Verlag gedruckt. Ab September 1949 erschien die Zeitung werktäglich. Eckardt war bis Februar 1952 beim Weser-Kurier auch als Chefredakteur tätig, bis er 1952 die Leitung des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung in Bonn übernahm.
1952 wurde der bereits für die Weser-Kurier GmbH tätige Kaufmann Hermann Rudolf Meyer Mitgesellschafter und erwarb 1956 weitere Anteile von Hans Hackmack, so dass beide den Verlag paritätisch besaßen. Meyers Einfluss erweiterte sich danach deutlich. Hackmack schied, nachdem er zunehmend schwerhöriger wurde, 1960 aus der Geschäftsführung aus.
1956 wurde das neue Verlags- und Pressehaus errichtet und 1957 bezogen. Der WK wurde zum ersten Mal auf einer eigenen Hochdruckmaschine gedruckt. 1970 entstand das Druckhaus in Woltmershausen. Zusätzliche niedersächsische Regionalausgaben wurden herausgegeben. 1971 wurde die Mehrheit des Osterholzer Kreisblatt aus Osterholz-Scharmbeck durch den Weser-Kurier von der Verlegerfamilie Saade übernommen.
Der Verlag Weser-Kurier GmbH übernahm im September 1974 die Bremer Nachrichten, die eine eigene Redaktion behielt. Die Zeitung Die Norddeutsche vom Verlag Schünemann & Pörtner wurde mit dem Nord-Kurier vom Weser-Kurier fusioniert. Die Wümme-Zeitung wurde mit dem Lilienthaler Kurier verschmolzen.
1977 kam es nach der Tarifrunde zu einem dreiwöchigen Streik vom 3.–22. Juni. Der Streik richtete sich gegen Kürzung der Verdienste. Das Unternehmen wollte Tariferhöhungen auf übertarifliche Effektivverdienste anrechnen. Der Arbeitskampf war erfolgreich.Weser-Kurier und Bremer Nachrichten: Dreiwöchiger Streik gegen Kürzung der Verdienste, O.Jacobi/W. Müller-Jentsch/E. Schmidt (Hrsg.): Gewerkschaftspolitik in der Krise – Kritisches Gewerkschaftsjahrbuch 1977/78, Rotbuch Verlag, Berlin 1978, S. 135–150.
1981 wurde die Bremer Tageszeitungen AG gegründet; die Weser-Kurier GmbH war Hauptaktionär. 1982 begann die Umstellung auf ein rechnergestütztes Textsystem (RTS). 1983 erschien erstmals der Kurier am Sonntag und das Bleisatzverfahren wurde abgeschafft. Mit dem Fortschritt in der technischen Entwicklung erhielten auch Redakteure Zugang zur elektronischen Textverarbeitung, und die Zahl der Schriftsetzer wurde verringert. Durch weitere Rationalisierung nahmen die Arbeitsplätze im technischen Bereich (Schriftsetzer, Drucker usw.) bis 2008 von 254 auf rund 70 ab.
Geschichte der Regionalausgaben Anfang der 1970er Jahre verstärkte der Weser-Kurier die Berichterstattung über das Bremer Umland. Durch spezielle Seiten und Beilagen im Weser-Kurier bekamen die Leser Informationen aus ihrer Heimat-Region. Es begann zuerst mit der Bezirksausgabe Weser-Kurier Tageszeitung für Bremen-Nord. Diese Zeitung hatte im lokalen Bereich einen Schwerpunkt für die nördlichen Stadtteile von Bremen – Burglesum, Vegesack und Blumenthal. Erweiterungen ins Bremer Umland folgten. Des Weiteren wurden der Südkreis-Kurier und der Delmenhorster Kurier als beiliegende Regionalausgaben veröffentlicht.
Der Nord-Kurier erschien unter diesem Namen von 1971 bis 1979. Ab 1979 wurde der Nord-Kurier eingestellt und die Die Norddeutsche die Regionalausgabe des Weser-Kurier.
Der Südkreis-Kurier deckte als Regionalausgabe die Berichterstattung für die süd- und südwestlichen Gebiete um Bremen ab. Die Verdener Nachrichten wurden die Regionalausgabe für den Landkreis Verden.
Vom Verlag zum Medienunternehmen In den 1980er Jahren wurde das Medium Bildschirmtext für das Anzeigengeschäft eingesetzt, mangels Nachfrage jedoch nach einigen Jahren wieder eingestellt.
1997 richtete der Weser-Kurier eine Homepage im Internet ein. Die BTAG und die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg wurden gleichberechtigte Gesellschafter beim regionalen Internetportal NORDWEST.NET. Aus dem NORDWEST.NET entwickelte sich eMedienservice Nord GmbH. Das Unternehmen arbeitet mit ca. 30 Mitarbeitern als redaktionell unabhängige und überparteiliche Nachrichtenagentur für Nordwest-Deutschland. Neben aktueller Berichterstattung in Wort und Bild erstellt emsn vollständige Seiten oder ganze Journale sowohl für die Print- als auch für die Online-Nutzung.
2000 gründeten die Bremer Tageszeitungen AG und die Oldenburger Nordwest-Zeitung aus den jeweiligen IT-Abteilungen die MSP Medien Systempartner GmbH &Co. KG. Sie bietet an ihren Standorten Bremen und Oldenburg mit über 50 Mitarbeitern IT-Dienstleistungen für den Medienbereich an.
2001 wurde ein neues Kundenzentrum im Pressehaus eröffnet und die wöchentliche Jugendseite zoom eingeführt.
2006 wurde die Berichterstattung der Regionalausgabe Delmenhorster Kurier vom Dienstleister Pressedienst Nord übernommenWeser Kurier intern: Bauer nach Delmenhorst taz.de, 18. Juli 2006. und 2007 die Berichterstattung der Regionalausgaben Regionale Rundschau und Syker Kurier.Hurra, wir haben die Redaktion verkauft taz.de, 5. November 2007. 2013 übernahm er auch die Berichterstattung der Regionalausgaben Achimer Kurier und Verdener Nachrichten„Weser Kurier“ soll bis zu 110 Stellen streichen spiegel.de, 24. April 2013. und 2015 die Berichterstattung der Regionalausgaben Osterholzer Kreisblatt und Wümme-Zeitung.Ausgliederung statt Integration taz.de, 16. Dezember 2015.
Im September 2008 erwarb die Bremer Tageszeitungen AG 21,6 Prozent der Anteile am Fernsehsender center.tv Bremen, der am 5. September 2007 gestartet worden war.„Weser-Kurier“ kauft sich bei Center.tv ein wuv.de, 24. September 2008. Am 31. Mai 2013 wurde der Sendebetrieb eingestellt.Center.tv stellt Betrieb ein – mehr Teleshopping als Ersatz digitalfernsehen.de, 30. Mai 2013.
Im April 2013 wurden die Pläne zum Abbau von bis zu 110 Arbeitsplätzen bekannt, etwa ein Drittel der Belegschaft der Bremer Tageszeitungen AG. 54 Stellen sollten durch die Schließung des Kundenservices und der Druckvorstufe wegfallen. Im Druckhaus und in der kaufmännischen Abteilung sollten bis zu 40 Stellen gestrichen werden und in der Redaktion bis zu 20 Stellen.
Der Weser-Kurier bezog ab Juni 2015 überregionale Inhalte von der DuMont HauptstadtredaktionWeser Kurier holt sich Hauptstadt-Inhalte künftig von DuMont meedia.de, 22. Mai 2015. und bezieht seit Oktober 2018 welche vom RedaktionsNetzwerk Deutschland.Weser-Kurier-Verleger einigen sich auf neuen Vorstand: das Weihnachtswunder von Bremen meedia.de, 19. Dezember 2018. Weitere überregionale Inhalte werden seit 2019 vom Tagesspiegel bezogenOffizielle Bestätigung: Moritz Döbler verlässt den „Weser-Kurier“ und geht zur „Rheinischen Post“ meedia.de, 27. August 2019. und von 2021 bis Oktober 2022 von Anja Maier vom Berliner Journalistenbüro Die Korrespondenten.Ex-taz-Führungskraft: Anja Maier berichtet für den Weser-Kurier aus der Hauptstadt kress.de, 12. Oktober 2020.
Im August 2017 wurde die App Mein Werder gestartet und die Berichterstattung über Werder Bremen an die Redaktion der App ausgelagert.Alles über den SV Werder Bremen in einer App wuv.de, 18. August 2017. Die App wurde im Juli 2019 in WK Flutlicht umbenannt und zum 1. Oktober 2020 eingestellt.Digitalisierung killt Journalismus taz.de, 24. November 2020. Im Januar 2021 legten der Weser-Kurier und die Kreiszeitung ihre Berichterstattung über Werder Bremen in der Deichstube GmbH zusammen.Gemeinsame Werder-Berichterstattung: Weser-Kurier und Kreiszeitung sind jetzt ein Team kress.de, 6. Januar 2021.
Am 19. Juni 2018 startete die Bremer Tageszeitungen AG zusammen mit Nextbike in Bremen das Fahrradverleihsystem WK-Bike.Zeitung sattelt um taz.de, 29. Juni 2018. Im Oktober 2021 wurde bekanntgegeben, dass das System ab April 2022 auch in Oldenburg verfügbar sein wird.WK-Bike ab Frühjahr 2022 in Oldenburg weser-kurier.de, 29. Oktober 2021. Seit etwa 2023 hat WK-Bike seinen Fuhrpark stark ausgedünnt, indem das Unternehmen defekte Räder teils monatelang am Straßenrand stehenließ, statt sie zu reparieren. Der Grund dafür war nach Ansicht der „tageszeitung“ (taz) vermutlich eine Verunsicherung des Unternehmens durch das Vorhaben der rot-grün-roten Bremer Koalition, ein öffentliches Bikesharing-System einzuführen, wodurch WK-Bike möglicherweise Konkurrenz bekommen hätte.