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Ensembles Ensemble Ortskern Obernzell mini|Ensemble Ortskern Die Marktgemeinde Obernzell, einer der Hauptorte des alten Hochstifts Passau, liegt am linken Donau-Ufer, kurz vor der oberösterreichischen Landesgrenze. In seiner historischen Ausdehnung besteht der Ort aus einem langgestreckten Straßenmarkt am Ufer der Donau, aus der mittig nach Norden abzweigenden Kirchengasse mit der Pfarrkirche, die hinter der Marktplatzbebauung aufragt, aus dem Schlossbezirk, der dem Markt östlich vorgelagert ist und aus einem kleinen vorstadtähnlichen Bereich im Westen. Der Ort wurde ehemals nach seinen hochmittelalterlichen Besitzern, den Herren von Griesbach, auch Griesbach in der Zell, später nach seiner bekanntesten handwerklichen Produktion Hafnerzell genannt. Unter Bischof Ulrich II. (1215–22) kam er an das Hochstift Passau. 1359 bestätigte Bischof Gottfried die Marktrechte. Der das Ortsbild bestimmende Marktplatz dürfte im Grundriss im 13. Jahrhundert entstanden, bzw. ausgebaut worden sein. Eine südliche und eine nördliche Zeile von je etwa 30 Grundstücksparzellen fassen ihn ein. Die nördliche Reihe hat große Tiefenausdehnung. Sie reicht rückwärts bis an die alte Marktgrenze, die seit dem späteren 18. Jahrhundert durch einen angerartigen Straßenzug (Krankenhausstraße) mit einer Allee markiert wird. Den Wohngebäuden am Markt sind nach Norden Wirtschaftsgebäude und Hausgärten zugeordnet. In der Mitte dieser Parzellenreihe fand in einer hofartigen Aussparung die Pfarrkirche ihren Platz. Auch wenn der Barockbau hinter den Häusern am Markt liegt, überragt seine Doppelturmfassade die bürgerlichen Anwesen. Die Grundstücke der südlichen Marktzeile zur Donau hin haben geringere Tiefe. Die Bebauung hat hier zum Teil auch zum Donaustrom hin eine Gestaltung erfahren (Uferstraße). Neben Hausgärten und einigen Wirtschaftsgebäuden weist die Wasserfront des Ortes spätbarocke und biedermeierliche, giebelständige Wohn- und Gartenhäuser sowie einzelne Manufakturgebäude auf. Die Bebauung am Marktplatz selbst ist geschlossen. Die verputzten Wohnhäuser haben zwei bis drei Geschosse und besitzen eine lebendige Dächervielfalt; Traufseithäuser wechseln mit Halbwalmdachbauten, die Steilgiebel liegen fast immer hinter waagrechten oder geschweiften Vorschussmauern. Neben den stattlichen Gasthöfen und Schifferhäusern, die ihre äußere Gestaltung meist nach dem großen Ortsbrand 1839 in biedermeierlichen Formen erfahren haben, im Kern aber viel älter sind, gibt es noch einige Handwerkerhäuser mit vorstehenden Flachsatteldächern. Im Osten hat der Straßenraum sein Blickziel im alten Pflegschloss, einer ehemals von Wasser umflossenen spätgotischen Anlage, ausgebaut im späten 16. Jahrhundert, die an die Passauische Herrschaft in Obernzell erinnert. Der vormarktähnliche Bereich im Westen wird dagegen von schlichten Reihen kleiner traufseitiger Wohnhäuser bestimmt, die wohl größtenteils auf veränderter Parzellenstruktur nach dem Ortsbrand 1839 entstanden sind. Aktennummer: E-2-75-137-1.
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Literatur
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