Peuerbach ist eine Stadtgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Grieskirchen im Hausruckviertel mit Einwohnern (Stand ).

Am 6. November 2016 gab es eine Abstimmung, ob Peuerbach mit den Nachbargemeinden Bruck-Waasen und Steegen zusammengelegt wird. Die Bewohner von Peuerbach und Bruck-Waasen stimmten mehrheitlich dafür, die Bewohner von Steegen mehrheitlich dagegen. Somit wurde Peuerbach mit Bruck-Waasen zusammengelegt. Die Fusionsgemeinde führt den Namen Stadtgemeinde Peuerbach weiter.Verordnung der Oö. Landesregierung betreffend die Vereinigung der Gemeinden Bruck-Waasen und Peuerbach, abgerufen am 6. Dezember 2017

Geografie Peuerbach liegt auf einer Höhe von im Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 11,0 km, von West nach Ost 7,4 km. Die Gesamtfläche beträgt  km². 10,9 % der Fläche sind bewaldet, 79,6 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst seit der Fusion mit Bruck-Waasen am 1. Jänner 2018 nunmehr 58, davor 14 Ortschaften (Einwohner Stand ):

Die Gemeinde besteht aus drei Katastralgemeinden (Fläche Stand ): Bruck () Peuerbach () Waasen ()

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Grieskirchen.

Nachbargemeinden

Geschichte Ortsgeschichte Die erste schriftliche Erwähnung des Ortsnamens erfolgte in den Jahren 1100 bis 1120.

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Peuerbach besaß bereits 1280 das Marktrecht.Urkunde des Haus-, Hof- und Staatsarchivs vom 31. Dezember 1280, Transkription siehe Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Bekannt ist der Ort vor allem für seine Rolle in den Bauernkriegen (1625/26). In der politisch und religiös wirren Zeit zwischen 1620 und 1660 verließ eine große Zahl von Peuerbacher Exulanten ihre Heimat.Eberhard Krauß: Vertreibung, Flucht, Migration: Exulanten aus Peuerbach in Franken, Schwaben und anderswo. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Linz 2006, S. 135 (gesamter Artikel S. 123–138, ). Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem „Anschluss Österreichs“ an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Im Jahr 1994 erhielt Peuerbach das Stadtrecht,Beschluss der Oö. Landesregierung vom 5. Dezember 1994, Landesgesetzblatt für OÖ, Jg. 1994, Stück 55, vom 21. Dezember 1994 für die Jahre 1366 bis 1386 wird Peuerbach in Urkunden und Historien schon als „Stat“ bezeichnet.siehe Annales Mattseenses in Pertz, Monumenta Germaniae Historica Scritorum, Tomus IX, p.833, Originalurkunde im Stift Mattsee, Codex liber traditionum seu registrum ecclesie Maticensis et cronica minor Romanorum

Am 1. Jänner 2018 erfolgte die Fusionierung der Stadtgemeinde mit der Nachbargemeinde Bruck-Waasen.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Renaissance-Portal des ehemaligen Schlosses mini|hochkant|Der Sturm auf Peuerbach – Zinnfigurendiorama aus dem Peuerbacher Bauernkriegsmuseum

Schloss Peuerbach: Das Schlossmuseum Peuerbach beherbergt die Georg-von-Peuerbach-Ausstellung, das Bauernkriegsmuseum und die oö. Landeskrippe. Pfarrkirche Peuerbach Astrolabium-Uhr auf dem Rathaus, 10× vergrößert nach dem Original Georg von Peuerbachs um 1450 Kometor Musikverein Peuerbach (gegründet 1870) – zuständig auch für die Gemeinde Steegen Freisitz Schifferhub Freisitz Steindlbach

Freizeit Star Movie Kino verschiedene Pubs und Gasthäuser Freibad Kletterhalle Eislaufhalle (nur im Winter) Fußball-/Tennisplatz

Sport Seit 1997 findet der Silvesterlauf Peuerbach statt, einer der bestbesetzten Straßenläufe Österreichs, der von 1981 bis 1996 in Natternbach ausgetragen wurde.

In Peuerbach gibt es zwei Sportvereine, die Union Peuerbach und die ASKÖ Bruck-Peuerbach.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Bahnhof Peuerbach (2021) Verkehr Bahn Peuerbach ist Endpunkt einer Stichstrecke der Linzer Lokalbahn. Straße Peuerbach liegt an der Eferdinger Straße (B129). Bildung Volksschule Bruck Volksschule Peuerbach Mittelschule Peuerbach (mit Sportzweig) Landesmusikschule Peuerbach

Politik Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2003 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 7 SPÖ und 3 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2009 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 4 SPÖ, 4 FPÖ und 3 GRÜNE. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 6 FPÖ, 4 SPÖ und 3 GRÜNE. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2021 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP, 7 GZBWP, 3 FPÖ, 3 SPÖ und 2 GRÜNE.Wahl Oberösterreich 2021 orf.at

Bürgermeister

1850–1855: Silvester Terpinitz 1855: Mathias Lißberger 1855–1864: Karl Mayrhofer 1864–1867: Karl Stöbner 1867–1870: Franz Wezlmayr 1870–1879: Alois Spanlang 1879–1883: Ignaz Starzengruber 1883–1886: Franz Hoflehner 1886–1917: Heinrich Pramendorfer 1917–1938: Josef Heuberger 1938–1945: Alois Trappmaier 1945–1947: Alois Schmidauer 1947–1961: Johann Peham 1961–1990: Rudolf Orthofer 1990–2001: August Falkner (ÖVP) 2001–2017: Wolfgang Oberlehner (ÖVP) Vom 1. Jänner 2018 bis zur Neuwahl des Bürgermeisters am 8. April 2018 wurden die Geschäfte interimistisch durch den vom Land Oberösterreich bestellten Regierungskommissär Andreas Wenzl getätigt.Startseite der Stadtgemeinde Peuerbach, abgerufen am 7. Jänner 2018 2018–2021: Wolfgang Oberlehner (ÖVP) seit 2021: Roland Schauer (GZBWP)orf.at: Neue Bürgermeister in Peuerbach und Micheldorf. Artikel vom 22. April 2018, abgerufen am 22. April 2018.

Wappen Blasonierung: „In Gold ein silberner, gequaderter Torbau mit aufgeschlagenen roten Türflügeln und drei Zinnen mit schwarzen Schießlöchern. In der durchbrochenen Toröffnung auf einem blauen, vom Schildfuß ausgehenden und mit drei silbernen, eins zu zwei gestellten Ringen belegten Dreiberg ein schwarzer, linkshin gewendeter Rabe mit einem goldenen Eichenzweig mit drei Eicheln im Schnabel.“Landesgesetzblatt für Oberösterreich Nr. 24/2019

Eine kaiserliche Wappenverleihung an den Markt Peuerbach ist nicht bekannt. Das Siegelrecht ist in der Marktordnung des Grafen Johann Franz von Strattmann vom 24. Oktober 1699 festgelegt. Das älteste bekannte Marktsiegel als Abdruck auf einem Akt vom 20. Mai 1750 zeigt im ovalen Siegelbild einen Vogel mit einem Zweig im Schnabel, der nach rechts gewendet auf einem Dreiberg sitzt. 1763 ist erstmals das Wappen in der späteren Form mit Torbau nachgewiesen. Dieses Wappen wurde mit der Stadterhebung 1994 bestätigt.Land Oberösterreich: Wappen der Gemeinde Peuerbach

Nach der Fusion von Peuerbach mit Bruck-Waasen wurde ein neues Wappen geschaffen, das 2019 von der Landesregierung verliehen wurde und Elemente aus den Wappen der beiden Vorgängergemeinden vereint. Der Torbau, der Dreiberg und der Rabe mit drei Eicheln wurde aus dem Peuerbacher Gemeindewappen übernommen, wobei die Farbe des Grundes von blau zu gold und des Dreibergs von grün zu blau geändert wurde. Die drei silbernen Ringe auf blauem Grund stammen aus dem Wappen von Bruck-Waasen.Neues Gemeindewappen für Peuerbach. meinbezirk.at vom 20. Februar 2019.

Der mit Zinnen versehene Torbau verweist auf die bei Märkten seltene, durch die damalige Lage nahe der Grenze zu Bayern bedingte Befestigung Peuerbachs. Der Rabe entstammt dem Familienwappen der Schifer, deren Hauptstamm im 14. Jahrhundert zu Hueb (Schiferhub) bei Peuerbach ansässig war, bis es 1368 an die Grafen von Schaunberg verkauft wurde. Die drei Eicheln fanden sich bis ins 17. Jahrhundert auf dem Dienstkleid des Marktdieners. Die drei Ringe waren das Stammwappen der Vatershaimer, die im 15. Jahrhundert im Besitz von Schloss Bruck waren.Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs, 8. Nachtrag (1988–1991). In: Oberösterreichische Heimatblätter, Heft 3, 1992, S. 293–293 ().

Gemeindepartnerschaften Jahr der Begründung einer Gemeindepartnerschaft nennen, chronologische Reihung--> 1997Datum der Unterzeichnung am 1. Mai 1997 in Peuerbach und in Malo am 31. Mai 1997 belegt, Urkunden in beiden Stadtämtern Malo (Venetien),

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Georg von Peuerbach (1423–1461), Astronom an der Wiener Universität und Wegbereiter des kopernikanischen Weltbilds Johann Gotthard Hayberger (1695–1764), Barockbaumeister und Bürgermeister von Steyr Maximilian Heyß (1808–1867), Jurist und Politiker Michael Wilflingseder (1878–1957), Konsistorialrat, 47 Jahre Pfarrer in St. Georgen a. F., Opfer des Nationalsozialismus.Konsistorialrat Michael Wilflingseder wurde am 13. August 1941 wegen Abhörens von Auslandssendern verhaftet und zu einer Zuchtstrafe von 1½ Jahren verurteilt, die er im Zuchthaus Stein a. d. D. verbüßte. Enthaftet am 12. Feber 1943. Josef Mallinger (1881–1963), Landwirt und Abgeordneter zum Oberösterreichischen Landtag, geboren in Oberndorf Albert Mauer (1907–1999), polnischer Eishockeyspieler Günther Sallaberger (* 1940), Politiker (SPÖ) Maria Rösslhumer (* 1960), Politikwissenschafterin und Frauenrechtlerin Klaus Klaffenböck (* 1968), Rennfahrer, Seitenwagenweltmeister und Sieger der Isle of Man TT

Mit der Gemeinde verbundene Personen Heinrich Barucher (* um 1390), Benediktiner und langjähriger Pfarrer, Kirchenrechtler an der Univ. Wien, Mentor von Georg von Peuerbach Reinhold Entholzer (* 1959), Politiker (SPÖ) Walter Entholzer (* 1953), Arzt und Politiker (ÖVP) Kajetan Alois Gloning (1836–1910), Lehrer und Fachschriftsteller Manfred Hebenstreit (* 1957), Maler und Grafiker Walter Knoglinger (1928–2012), Journalist, Publizist und Segelsportfunktionär Ferdinand von Sammern-Frankenegg (1897–1944), während der Zwischenkriegszeit als Anwalt in Peuerbach tätig, während des Nationalsozialismus als hochrangiger Polizist maßgeblich am Holocaust beteiligt Doris Schmidauer (* 1963), Politikerin (Grüne) und Ehefrau des amtierenden österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen

Literatur

Julius Strnadt: Peuerbach. Ein rechtshistorischer Versuch. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 27, Linz 1868, S. 1–634 (). Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Peuerbach. Endbericht. Gutachten Naturschutzabteilung Oberösterreich. 2008, S. 1–52 (). Walter Knoglinger: Romantisches Peuerbach. Marktgemeinde Peuerbach, 1981, S. 1–152. August Falkner: Peuerbach. Die Stadt. Stadtgemeinde Peuerbach, 1995, S. 1–320. August Falkner: Peuerbach im Aufschwung. Stadtgemeinde Peuerbach, 2020, ISBN 978-3-85360-028-3, S. 1–564.

Weblinks

(Datenstand 31. Dezember 2017 für die Altgemeinde Peuerbach!) (Datenstand 31. Dezember 2017 für die Altgemeinde Peuerbach!) (Datenstand 31. Dezember 2017 für die Altgemeinde Peuerbach!) www.peuerbach.at Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1995 Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Aschach (Innbach)