Grandia (jap. , Gurandia) ist ein Computer-Rollenspiel, das von Game Arts erstmals für die Sega Saturn produziert wurde, und der erste Titel der gleichnamigen Serie. Veröffentlicht wurde das Spiel im Januar 1997, durch den Erfolg veröffentlichte man anschließend auch eine PlayStation-Version im Juni 1999. In Europa wurde das Spiel erst im März 2001, über Ubisoft, veröffentlicht. Außerdem arbeiteten auch der Produzent Yoichi Miyagi, der Designer Takeshi Miyaji In EDGE (englisch), abgerufen am 17. August 2012 und der Komponist Noriyuki Iwadare am Spiel. Grandia erlangte überwiegend positive Kritik und wurde von den japanischen Famitsu-Lesern als 73. bestes Spiel aller Zeiten, für eine Umfrage aus 2006, gewählt. In EDGE (englisch), abgerufen am 21. September 2014
Handlung Die Geschichte von Grandia handelt von einem Jungen mit Namen Justin. Dieser lebt zusammen mit seiner Mutter in der fiktiven Hafenstadt Parm. Sein Vater war ein Abenteurer. Justins Traum ist es, in seines Vaters Fußstapfen zu treten und selbst ein großer Abenteurer zu werden. Zusammen mit seiner Spielgefährtin Sue begibt er sich zu den nahe gelegenen Ruinen und findet dort Überreste der alten Angelou-Kultur. Das Hologramm eines Mädchens erscheint ihm und erzählt über die vergangene Welt. Fest entschlossen, das Mädchen zu finden und mehr über die Angelou zu erfahren, zieht Justin los und beschreitet den Weg eines Abenteurers. Auf seiner Reise trifft er viele Gefährten, wie das Mädchen Feena, welche etwas älter ist als Justin und sich als berühmte Abenteurerin herausstellt. Aber auch das Militär ist auf der Suche nach der alten Kultur und so muss sich der Protagonist im Laufe der Geschichte häufig mit dessen Soldaten auseinandersetzen.
Spielwelt Die Spielwelt von Grandia ist aufgeteilt in drei Kontinente beziehungsweise fünf Gebiete; sobald ein Gebiet beendet wurde, ist es nicht möglich dieses wieder zu besuchen. Der kleinste Kontinent nennt sich „Messina“ und ist geprägt von der Industrie seiner Hauptstadt Parm, die als Hafenstadt bekannt ist. Weiter nördlich über dem Meer befindet sich der Kontinent „Elencia“, der im Spiel häufig als „neuer Kontinent“ bezeichnet wird. Dieser Kontinent ist reich an Ruinen der „Ikarier“ und obwohl sich die Menschen dort verbreitet haben, ist der Kontinent aufgrund von Monstern, dem Nebelwald und der Bezeichnung „neuer Kontinent“ – die wahrscheinlich Neugierde weckt – abenteuerorientiert, weswegen der neue Kontinent auch populär für die in der Welt von Grandia populären Abenteurer ist. Hierzu dominiert auch eine sogenannte „Abenteurer-Liga“ mit Zentrale in „Neu-Parm“, die scheinbar als wichtigste Anlaufstelle für Abenteurer gilt. Der Menschheit gegenüber unbekannt sind die Bewohner des Nebelwaldes, die sich Humanoiden bezeichnen. Sie leben an der Grenze zum Ende der Welt, wie sich die hohe Mauer bezeichnen lässt, die bisher niemand erreicht, geschweige denn passiert haben soll. Das Ende der Welt ist auch ein nebensächliches Gesprächsthema im Munde der Menschen der Spielwelt und angenommen wird, dass dort hinter nichts sei. Hinter dieser Mauer befindet sich ein weiteres Gebiet, das als „die verlorene Welt“ bezeichnet wird. Die verlorene Welt ist direkt „hinter“ dem Ende der Welt angesiedelt und verfügt aufgrund der „fremden“ Klimazonen, eine deutlich unterschiedliche Fauna zu der von Menschen aus Messina und Elencia bekannten. Die Bewohner haben auch wie die Humanoiden Hörner und sind keine Menschen. Weiter östlich nach dem „Meer der Nixen“, befindet sich ein weiterer Kontinent, der sich „Ost-Elencia“ nennt. Auf diesem Kontinent leben neben den Humanoiden weitere Wesen, wie beispielsweise Hasenartige. Die Hauptstadt heißt „Zil Padon“ und ist bewohnt von verschiedenen Wesen, die zwar nach Ethnie aufgeteilt in drei Stadtviertel leben, aber den Alltag zusammen bewältigen. Zil Padon ist zudem die größte Stadt im Spiel. Die Bewohner der verlorenen Welt und Ost-Elencia müssen voneinander wissen und agieren sicherlich miteinander, da im Spiel von Schiffsfahrten über das Meer der Nixen der Bewohnern der verlorenen Welt gesprochen wird. Als fünftes Gebiet besucht man „Angelou“, bei dem jedoch nur die im Spiel bedeutsame Stadt Alent, die auf dem Mond liegt, und die zertrümmerte Stadt „Ikarien“ (Ost-Elencia) besucht werden kann.
Unabhängig von der Geschichte sind die Orte im zweiten Gebiet der verlorenen Welt oder auch Ost-Elencia Schloss der Träume, Soldatenfriedhof und der Turm der Versuchung, wobei letzteres erst nach dem Aufenthalt in Alent freigeschaltet wird.
Gebiete in Grandia
Alle Gebiete auf der ersten CD: Messina Parm (Hauptstadt) Marnastraße Sult Ruinen Leck-Minen
West-Elencia („neue Welt“) Neu Parm (Hauptstadt, inklusive Hafen von Neu Parm) Merill-Straße Haus von Feena Rangle-Gebirge Dom Ruinen Garlyle-Basis Nebelwald Dorf Luc (Dorf der Humanoiden) Ende der Welt
Verlorene Welt Tal des Flugdrachens Dorf Dight Taifun-Turm Lama-Gebirge Dorf Gumbo Vulkan Zwillingstürme Mysteriöse Dunstberge Meer der NixenAlle Gebiete auf der zweiten CD: Ost-Elencia Urwald Dorf Cafu Steinwald Turm der Verdammung Zil-Wüste Schloss der Träume Soldatenfriedhof Zil Padon (Hauptstadt) Wildnis der Savanne Brinan-Plateau Dorf Laine Verlassenes Dorf Laine Regenbogen-Berg Die Grandeur Alent (auf dem Mond) Lutzet-Gebirge Turm der Versuchung J-Basis Unterirdische Bahnruinen Feldbasis Ikarien Gaia
Mythologie der Ikarier In der Welt von Grandia ist die fiktive Mythologie um das Volk der Ikarier prägend für die menschliche Gesellschaft im Spiel. Sie werden als flügelartig wunderschöne Wesen beschrieben, die mit der Kraft eines Geistersteins enorme Magie anwenden und die prachtvolle Zivilisation „Angelou“ gründen konnten. In diese Zivilisation bauten sie die Stadt „Alent“, die als Stadt der Weisheit bekannt war und die Weisheit der Ikarier untermalen soll. In dieser Stadt lebt die lebendige Datenbank Liete, die als hohe Priesterin von Alent betitelt wurde. Sie verfügt über jede Information der Kultur und des Lebensstils der Ikarier.
Ikarier sehen den Menschen ähnlich, können sich jedoch Flügel wachsen und diese wieder verschwinden lassen. Die enorme Magie kann ein Ikarier nur während dieser Flügelphase anwenden. Zu Zeiten Angelous lebten Ikarier koexistierend mit den Menschen zusammen und beschenkten diese. Die Menschen jedoch sollen neidisch auf die Kraft, die die Ikarier mit ihren Flügeln erlangen konnten, geworden sein und klauten ihnen die Geistersteine, was dazu führte, dass eine gewisse Dunkelheit das Land heimsuchte. Um die Dunkelheit aufzuhalten, bauten die Ikarier eine Mauer, die die Welt von Grandia in zwei Hälften teilte. Diese Mauer wird als das Ende der Welt bezeichnet und wurde scheinbar noch nie von einem Menschen passiert, weswegen die Menschen in der Spielwelt denken, dass hinter dieser Mauer nichts sei. Der Grund zum scheinbar unmöglichen Passieren liegt im davor liegenden Nebelwald, der aufgrund des dichten Nebels und der Dunkelheit, anscheinend noch nie passiert wurde und damit das Ende der Welt nie erreicht werden konnte. Jedoch bekam eine weitere Volksgruppe, die Humanoiden, die in ihrem Dorf namens „Dorf Luc“ leben, von den Ikariern sogenannte nebellösende Nüsse geschenkt, womit sich die Humanoiden im Nebelwald orientieren und damit im Nebelwald fern von der menschlichen Zivilisation leben konnten. Die Dunkelheit wurde dermaßen stark, dass aus ihr ein Monster namens „Gaia“ geboren wurde. Um das Monster zu bezwingen, opferten sich alle Ikarier für die Rettung der Menschen. Vorher sprachen sie jedoch einen Wiedergeburtsspruch aus, der zwei Ikarier auf die Welt bringen soll, sollte Gaia jemals wieder auferstehen. Im Videospiel sind diese Feena und Leen.Grandia Wikia Icarians In grandia.wikia.com (englisch), abgerufen am 26. Dezember 2017
Der überwiegende Teil der menschlichen Zivilisation zum Spielbeginn hat die ikarische Zivilisation bereits vergessen oder hält diese nur für einen bloßen Mythos. Nur das Baal Museum von Parm, die Galyle-Armee und wenige Abenteurer befassen sich noch damit. Während die Zivilisation Angelou noch mit den Ikarieren verknüpft wird, ist die Stadt Alent hierbei komplett in Vergessenheit geraten. Die Galyle-Armee weiß jedoch zusätzlich über die Geistersteine Bescheid. Als Beweise für die Kultur existieren für die Menschen in den Städten Parm und Neu Parm jeweils eine ikarische Ruine, die über merkwürdige Skulpturen die Darstellung der Ikarier verfälscht und man diese für zumindest nicht die „wunderschönen“ Wesen hält.Grandia Wikia Baal Museum In grandia.wikia.com (englisch), abgerufen am 26. Dezember 2017
Spielprinzip Die Umgebung in Grandia wird als dreidimensionale Karten dargestellt und mit Charakteren die in 2D animierter Bitmap-Sprite bestückt wurden. Die Kamera lässt sich in alle Richtungen drehen und folgt einer abgewinkelten Third-Person-Perspektive, die man dreifach zoomen kann. Dies ist notwendig, um versteckte Durchgänge oder Gegenstände zu sehen.Peter Bartholow Grandia is every bit as worthwhile as Final Fantasy VIII, just in different ways. In GameSpot (englisch), abgerufen am 28. Juni 2013
Die Statistiken der einzelnen Gruppenmitgliedern erhöhen sich durch das Besiegen von Feinden in Ebenen, durch das Verdienen von Erfahrungspunkten. Um neue Fähigkeiten zu erlernen, muss man Waffen oder Zaubersprüche im Kampf wiederholt anwenden. Sobald eine Waffe oder ein Zauber mehrmals im Kampf angewendet wird, wird die Fähigkeit um ein Level erhöht. Waffen existieren in verschiedenen Klassen und nicht jedes Gruppenmitglied kann alle Klassen anwenden, darunter gibt es bei den Waffen Äxte, Keulen, Messer, Peitschen und Schwerter. Außerdem erhöht sich bei bestimmten Fähigkeiten auch die Lebens- und Zauberkraft.Grandia Made Official: Saturn's biggest RPG finally confirmed for PlayStation release. In IGN (englisch), abgerufen am 28. Juni 2013 Als Beispiel ist das Wasser-Element, wenn man hier das Qualifikationsniveau um ein Level höher steigt, erhält man ein HP (englisch Health Points; Lebenskraft), sowie 2 MP (englisch Mana Points; Zauberkraft). Die Zaubersprüche kann man über sogenannte Mana Eggs (Mana-Eier) erlernen, die in der Spielwelt verteilt sind. Es gibt vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und Wind, je nach Kombination und Anwendung entstehen weitere Elemente und somit kann jedes einzelne Gruppenmitglied eigene und verschiedene Spezialattacken erlernen.
Gegner oder auch Monster sind auf dem Spielfeld sichtbar und wandern ziellos umher. Wenn die Gruppe zu nahe kommt und man Augenkontakt hat, leuchten die Monster rot auf und laufen der Gruppe hinterher. Es gibt drei Wege einen Kampf anzufangen, diese haben außerdem Auswirkungen auf den Kampf. Hat man Augenkontakt und läuft dem Monster entgegen, beginnt ein normaler Kampf. Sollte man versuchen zu flüchten oder unaufmerksam sein und scheitert die Flucht, so hat das Monster als erstes Körperkontakt zur Gruppe und der Kampf beginnt im Hinterhalt. Hier darf der Gegner seinen ersten Zug machen und man ist im Nachteil. Wenn man sich jedoch von hinten anschleicht und das Monster nichts bemerkt, so hat man einen Vorteil. Dies nennt man auch Du bist dran!, hier zieht man mit der gesamten Gruppe vor den Monstern seinen Zug. Der Kampf wird auch in der Third-Person-Perspektive gezeigt und das Kampfsystem besteht aus einem Zeitbalken, womit man für die Protagonisten (Gruppenmitglieder) des Kampfes Kommandos geben kann. Jede Aktion dauert jedoch unterschiedlich lang. Es ist auch möglich Attacken von Gegnern abzuwehren oder zu verhindern, selbst bei Bosskämpfen.
Charaktere Spielbare Hauptrollen Justin: ein 14-jähriger Junge aus Parm, der auf große Abenteuer, genau wie seine erfolgreichen Vorfahren, gehen möchte. Er ist der Held im Spiel. Sue: Sie ist acht Jahre alt und die beste Freundin von Justin. Ein fliegendes Haustier hat sie, welches Puffy genannt wird, es folgt ihr überallhin und sitzt immer auf ihrem Kopf.