Diese Liste über die translozierte Bauwerke in Aachen bietet eine Übersicht ohne Anspruch auf Vollständigkeit über Bauwerke, kleinere Einzelobjekte und Gebäudeteile in der Stadt Aachen, die transloziert, d. h. an ihrem ursprünglichen Platz abgebaut und an einer anderen Stelle wiederaufgebaut wurden. Meist handelt es sich dabei um denkmalgeschützte Objekte oder Teile davon.

Translozierungen von Gartenhäusern (z. B.: die Gartenhäuser Mantels und Nuellens) oder Einzelobjekten (z. B.: Kongressdenkmal, Couvenwandbrunnen, Gartentreppen) wurden in Aachen bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts hauptsächlich für die Gestaltung von Parks und Gärten vorgenommen, nachdem die betreffenden Stadthäuser, bei denen diese Objekte ihren vormaligen Standort hatten, durch Umstrukturierungsmaßnahmen anderweitig verplant oder gar abgerissen worden waren. Nach den massiven Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg ging es dann vor allem um die Rettung historischer Hausfassaden und zahlreicher Gewände aus massivem Blaustein, die nach einer Zwischenlagerung mit Inventarisierung auf dem städtischen Bauhof schließlich in die Neubauprojekte der 1970er Jahre integriert wurden. In einigen Fällen (z. B.: Templergraben) kam es zu Translozierungen vor Ort, wenn beispielsweise durch Veränderungen der Straßenflucht Häuser abgerissen, zurückversetzt und neu aufgebaut werden mussten, wobei deren alte historische Fassade des straßeneinheitlichen Bildes wegen in den Neubau integriert wurden.

Gebäude Bezeichnungerbautursprünglicher OrtAnmerkungen Bild Gartenhaus MantelsLousberg() 1740 von Johann Joseph Couven Garten des Hauses des Tuchfärbers Nikolaus Mantels am Annuntiatenbach 20 () 1905–1907 als Kerstenscher Pavillon auf den Lousberg transloziert 120x120px|Kerstenscher Pavillonweitere Bilder Gartenhaus NuellensKurpark Burtscheid() 1740 von Johann Joseph Couven Garten des Hauses des Tuchmachers Johann Heupgen am Friedrich-Wilhelm-Platz 6, später Hotel Nuellens () 1927 zunächst transloziert in den Garten von Haus Fey am Seilgraben 34 transloziert(). Nach dem Zweiten Weltkrieg vorübergehend konserviert schließlich 1961 im Kurpark Burtscheid wieder aufgebaut. 120x120px|zentriert|Nuellens-Pavillon weitere Bilder

Kleinere Einzelobjekte

Bezeichnungerbautursprünglicher OrtAnmerkungen BildBlausteinportalMarkt 39–41()Mitte 18. Jh.Kloster Marienbongard()eingesetzt im „Haus zum Wolf“, dem linken Anbau von Haus Löwenstein. Es ist aktenmäßig und fotografisch nicht zu belegen, aus welchem Gebäudeteil des abgerissenen Klosters das Portal stammt. 120pxBlausteinportalNeupforte 3–7()2. Hälfte 18. Jh. Neupforte 5–7()Blausteinportal des ehemaligen Hauses Neupforte 5–7; bestehend aus seitlichen Gewänden mit Sockel und Kapitell mit darüber geschlagenem Segmentbogen und Schlusskeilstein. Bei der Errichtung des jetzigen Neubaues wurde die alte Toreinfahrt im Jahre 1970 im Hof wiedererrichtet. 120px CouvenwandbrunnenAbteiplatz, Burtscheid() von Jakob Couven Innenhof des Wespienhauses in der Kleinmarschierstraße() 1928 transloziert zunächst in den Ehrenhof von Haus Fey am Seilgraben 34() Schließlich 1993 wieder aufgebaut an einer Wand unterhalb der Kirche St. Johann in Burtscheid 120pxweitere BilderEpitaphKurpark Burtscheid ()1750er-JahreVor dem Hochaltar der 1673 erbauten und 1887 abgerissenen St. Stephans Kirche des ehemaligen Beginenklosters in der Aachener Hartmannstraße()Sandstein-Epitaph mit Wappenmedaillons der Familie Adolphus Georgius Franciscus Wilh. De Colyn († 21. Mai 1753) und seiner Gattin Maria Sophia Alexandrina Wilhelmina ab Herssel († 14. Juni 1752); Inschriften und Details siehe weitere Bilder 120pxweitere BilderFreitreppe, Pontstraße 148 ()1788 von Johann Joseph CouvenHaus Eckenberg, Eckenberger Straße, Aachen-Burtscheiderbaut für die Burtscheider Familie Pastor. Aus dem zerstörten Gebäude wurde das schmiedeeiserne Treppengeländer zum Pfarrhaus der Heilig-Kreuz-Kirche in die Pontstraße transloziert.120pxFreitreppe und PavillonNeustraße 25, Burtscheid ()Mitte 18. Jh. von Johann Joseph CouvenHauptstraße 33 und 35, Aachen-Burtscheid Sitz der Burtscheider Familie Klausener. Die doppelläufige Freitreppe stammt aus dem von Couven erbauten Haus „Die Kron“ / „Zur Krone“ und der Gartenpavillon wurde aus Teilen des Hauses Schumacher zusammengesetzt. 120px FürstenbadKurparkterrassen Dammstraße () 1862–1865 von Friedrich Joseph Ark Bestandteil des spätklassizistischen Badehotels Kaiserbad am Büchel. auf Initiative von Hans Königs wurden 1963 zwei Mosaikkuppeln in die Kurparkterrassen Burtscheid transloziert und integriert. Marmorverkleidungen und Fußbodenbeläge wurden erneuert, Geländer, Armaturen und Holzeinbauten fehlen. 2003 in das Denkmälerverzeichnis aufgenommen. 120px weitere BilderGartentreppeSeilgraben 34() 1740 von Johann Joseph Couven Garten des Hauses des Tuchmachers Johann Heupgen am Friedrich-Wilhelm-Platz 6, später Hotel Nuellens () 1927 hierher transloziert in den Garten das damaligen Haus Fey als Zugang zum Gartenhaus Nuellens, nach dem Zweiten Weltkrieg an Ort und Stelle verblieben und nicht mit dem Gartenhaus Nuellens nach Burtscheid transloziert. 120px Guaita’sche GartentreppeStadtgarten Aachen() um 1750 von Johann Joseph Couven?um 1780 von Jakob Couven? Garten des Hauses des Färbers Josef Schweling in der Rosstraße 46–48, später im Besitz der Familie Guaita() 1905 transloziert in den damaligen Kurpark, später Stadtgarten 120px weitere Bilder KongreßdenkmalStadtgarten Aachen() 1841–1844 von Andreas Hansen nach Plänen von Johann Peter Cremer und Karl Friedrich Schinkel Adalbertsteinweg an der Stelle des heutigen Amtsgerichts() 1914 wurde es demontiert und zwischengelagert sowie schließlich 1928 im Stadtgarten neu aufgebaut 120px|zentriert|Kongreßdenkmal weitere BilderLöwenfigurFerberpark Aachen()1911 von Hugo Lederer Eine von ehemals zwei Löwenfiguren am Kaiser-Friedrich-Denkmal am Kaiserplatz in Aachen()Anlässlich einer Komplettsanierung des Reiterdenkmals wurde eine Löwenfigur an den Eingang des Ferberparks zur Kapellenstraße in Burtscheid hin transloziert zentriert|120px|Löwe FerberparkRosenkranzportal St. PaulJakobstraße()1705 von Laurenz Mefferdatisgleiche AdresseDas Hauptportal befand sich in der Straßenwand als Zugang zum Kirchenvorplatz. 1967 erfolgte die originalgetreue Rückversetzung von der Straßenflucht und Einbindung mit dem vorhandenen Haupteingang der Kirche 120px Torbogen Rosstraße()Form, Art und Details lassen auf den Torbogen von Haus Bendelstraße 35 schließen, abgebrochen 1969 () steht heute zwischen zwei modernen Gebäuden (Rosstraße 58 und 60) als Einfahrt zum Innenblockbereich 120px| TritonenbrunnenKaiser-Friedrich-Allee() 1906–1910 von Carl Burger Vorplatz des Hauptbahnhofs Aachen() 1923 wiederaufgebaut an der Kaiser-Friedrich-Alle am Rande des Kaiser-Friedrich-Parks 120px weitere Bilder Spolien des Wachhauses am KönigstorKaiser-Friedrich-Park() 1836 von Adam Franz Friedrich Leydel Eingangsbereich Wach- und Zollhaus Königsstraße 75() wiederaufgebaut im Eingangsbereich Kaiser-Friedrich-Park;Dreistufiger Unterbau; als oberer Abschluss des freistehenden sich verjüngenden Viereckpfeilers je eine Steinkugel. Vorder- und Rückseite ziert ein Siegeskranz-Relief. 120px

Gebäudesegmente Bezeichnungerbautursprünglicher OrtAnmerkungen Bild Haus Am Roskapellchen 1Blausteingewände()um 1700Annastraße 9 ()Blausteingewände des Hauses Annastraße 9; Wiederaufbau am neuen Ort 1975/76. 120x120px Haus Augustinergasse 4–6Fassade() um 1830, zugeschrieben Jean-Pierre Cluysenaar Haus Templergraben 79 () auf Veranlassung von Leo Hugot im Jahr 1975 transloziert zur Augustinergasse; Die Gebäudefront wurde im Vergleich zum früheren Bau im Erdgeschoss verändert. Anstelle einer Tordurchfahrt in der linken Seite und eines Fensters in der äußersten rechten Achse wurden zwei Türöffnungen und ein weiteres Fenster links eingefügt. 120x120pxHaus Fischmarkt 1Blausteinelemente, Portalbogen()17. Jh.verschiedene Quellen, u. a Burg Lürken ()Zahlreiche Blausteinelemente wurden von anderen, niedergelegten Gebäuden aus der Aachener Umgebung transloziert. Portalbogen im seitlichen zum Spitzgässchen liegenden Teil stammt aus der 1965 abgetragenen Burg Lürken 120x120pxweitere Bilder Haus Hof 5Fassade() vor 1840 Haus Büchel 22 () Beim Neubau 1972 von Hof 5 nach Plänen des Architekten Werner Schottstädt wurde die Fassade Büchel 22 leicht verändert, ist in ihrer Struktur aber nachvollziehbar geblieben; dreigeschossige und zweiachsige Backsteinfassade mit Blausteingewänden 120x120px Haus Hof 9Fassade() 19. Jh. Haus Eilfschornsteinstraße 25 () transloziert zum Hof anlässlich des dortigen Neubaus durch Leo Hugot im Jahr 1968. Die Fassade von der Eilfschornsteinstraße 25 erhielt hier bewusst keinen weißen Anstrich, sondern blieb steinsichtig, dadurch konnte das benachbarte Quirinusbad noch stärker betont werden. 120x120px Haus Hof 20Fassade() um 1820 Haus Peterstraße 49 () Dreigeschossige und fünfachsige klassische Blaussteinfassade mit Mittelgiebeln und Pilastern, transloziert anlässlich des Neubaus im Jahr 1965 in die Eckfassade von Haus Hof 20 nach Plänen der Architekten Hans Haas und Winfried Wolks 120x120px Haus Hühnermarkt 19verschiedene Bestandteile() 18. Jh. Arrangement aus: Haustüre aus Haus Bahnhofstraße 22 () Balkonkorb aus Haus Franzstraße 8 (Blinder Esel) () Blausteingewände aus Haus Krugenofen 15-17 () zusammengetragen beim Neubau im Jahr 1950 in der Fassade von Hühnermarkt 19; Darüber hinaus wurden Schlusssteine verschiedener Herkunft verwendet (u. a. zugeschrieben Haus Hauptstraße 35 in Burtscheid). 120x120pxHaus Jakobstraße 4Tür- und Fenstergewände()um 1840Haus Schildstraße 10 ()originalgetreue Wiederverwendung beim Neubau 1974 von Blaustein-, Tür- und Fenstergewände aus dem ehemaligen Gebäude Schildstraße 10. Vergleichbar zum Altbau Schildstraße 10 existiert heute noch das Haus Schildstraße 14, welches den früheren Aufbau der Fassade weitestgehend behalten hat. 120x120pxHaus Jakobstraße 6Fassade, Gewände()um 1840Haus Schildstraße 8 ()originalgetreue Wiederverwendung beim Neubau 1974 der Fassade aus Haus Schildstraße 8 sowie von Blaustein-, Tür- und Fenstergewände aus dem ehemaligen Gebäude Schildstraße 8. Teile der alten Fassade von Haus Jakobstraße 6 fand Wiederverwendung im Haus Jakobstraße 12. 120x120pxHaus Jakobstraße 8Fassade()um 1840Haus Promenadenstraße 7 ()Wiederverwendung der Fassade von Haus Promenadenstraße 7 durch Karl Faymonville beim Neubau 1974. 120x120pxHaus Jakobstraße 10Fassade()um 1840Haus Peterstraße 45 ()Durch Leo Hugot 1979 rekonstruierte und idealisierte Fassade des Eckgebäudes Jakobstraße 10/Judengasse 2 unter Verwendung alter Blausteinwerkstücke (datiert auf 1819); zur Judengasse hin Toreinfahrt mit Blausteinportal des ehemaligen Gebäudes Peterstr. 45 (1748); in der Hofmauer eingelassen der Stadtadler von ehemaligen Erweiterungsbau des Bades „Königin von Ungarn“. 120x120px120x120pxHaus Jakobstraße 12Fassade()um 1840Arrangement aus: Haus Jakobstraße 6 ()