mini|hochkant=0.5|Stammwappen derer von Wenckstern. Wenckstern, auch Wenkstern, ist der Name eines alten mecklenburgischen und brandenburgischen Adelsgeschlechts.

Die Familie ist nicht zu verwechseln mit einem gleichnamigen aus Hessen-Kassel stammenden Geschlecht, welches seine Stammreihe von dem hessen-kasselischen Oberstleutnant Johann von Wenckstern († 1659) herleitet. Aus dieser Familie hat der preußische Leutnant und nachmalige Major Ludwig von Wenckstern in Berlin am 3. Juni 1798 die preußische Adelsanerkennung erhalten.Maximilian Gritzner: Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preußischen Standeserhöhungen und Gnadenacte von 1600–1873. Mitscher & Roestell, Berlin 1874, S. 62. Diese von Wenckstern führten im geteilten Wappen oben in Gold einen wachsenden roten Löwen, unten in Blau drei goldene Fenster. Auf dem Helm mit rot-gold-blauen Decken der wachsende Löwe.Christoph Franke et al.: Genealogisches Handbuch des Adels., Adelslexikon. Band XVI, Band 137 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 2005, S. 71.

Geschichte Die von Wenckstern wurden mit Hermann Wenkesterne, Ritter und Bürge von Herzog Rudolf von Sachsen-Wittenberg am 6. Juli 1315 zuerst urkundlich genannt.Mecklenburgisches Urkundenbuch, Band VI-1313 bis 1321, In Commission Stiller, Schwerin 1870, S. 165, Nr. 3771. Mit Klaus Wenckstern († vor 1490), Herrn auf Lenzerwische, beginnt die gesicherte Stammreihe.

Das Geschlecht war bereits 1353 burg- und schlossgesessen auf Burg Redefin in Mecklenburg sowie 1363 auf der Wencksternburg in der Prignitz. 1572 nahm es an der Überweisung der mecklenburgischen Frauenklöster an die Ritterschaft teil. Das Geschlecht bediente sich seit dem 18. Jahrhundert in Hannover des Freiherrentitels, den es auch in Belgien, Russland und Österreich unbeanstandet geführt hatte.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Teil A (Uradel). 1939. Jahrgang 38, Justus Perthes, Gotha 1938, S. 606.

Aus dem Stammhaus Lenzerwisch stammte auch Anna Sophie geborene von Wenckstern. Sie ist mit ihrem Ehemann Friedrich von Bismarck-Schönhausen († 1589), genannt der Permutator, die Urahnin aller bis heute lebenden Bismarcks der gräflichen Häuser und der fürstlichen Linie derer von Bismarck.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1871. Jahrgang 24, Justus Perthes, Gotha 1870, S. 106 f.

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich vier Eintragungen von Töchtern der Familien von Wenckstern aus Hese und Carlow von 1751 bis 1899 zur Aufnahme in das dortige adelige Damenstift.Einschreibebuch Nr. 356 Sophia Maria Ilsabe von Wenckstern des Herrn Ober-Appellation-Raths von Wenckstern aus dem Hause Hese, eing. am 16. August 1751. Nr. 620 Agnesa Helene Caroline von Wenckstern des Hannöverschen Rittmeisters von Wenckstern Frl. Tochter, eing. 16. Juli 1783. Nr. 1778 Alexandrine Elise Auguste von Wenckstern Tochter des Herrn Jagdjunker zu Carrlow in Mecklenburg-Strelitz, eing. 25. März 1887. Nr. 1911 Alheite Ida Luise Sophia Marne Marie Melonie von Wenckstern Tochter des Herrn Werner von Wenckstern, Oberleutnant à la suite des Husaren-Regiment Graf Goetzen 2. Schlesier Nr. 6, eing. 15. August 1899.

Besitz Mecklenburg: Laschendorf (heute Ortsteil von Malchow), Malow (Ortsteil von Tessenow), Neese, Nienhagen, Reinshagen (Ortsteil von Lalendorf), Roggentin und Vietgest (Ortsteil von Lalendorf) Brandenburg: Neuenfelde und Seehausen in der Altmark; Bochin (heute Ortsteil von Steesow), Dallmin, Garlin und Warnow (heute Ortsteile von Karstädt), Kietz ein Gemeindeteil von Lenzerwische, Wenkensternburg in Lenzen, Wustrow (heute ein Ortsteil von Lanz) und Wust – alle in der Prignitz; Buskow in Ruppin sowie Rohrbeck (heute ein Ortsteil von Bad Schönfließ) in der Neumark Lüneburg: Kolborn (heute ein Ortsteil von Lüchow) Pommern: Barkenbrügge (heute wüst)

Wappen Das Stammwappen zeigt in Blau einen silbernen Stern (sechs-, sieben- oder achtstrahlig). Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken das Schildbild vor einem silbernen Schaft, der mit einem schwarzen Hahnenfederbusch besteckt ist. seit dem 15. Jahrhundert: In Blau ein siebenstrahliger silberner Stern, der von 3 (2:1) roten Rosen begleitet ist. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken zwei geharnischte Arme, die einen silbernen Stern halten, dazwischen ein (gestürztes) golden-gesporntes geharnischtes Bein.

Bekannte Familienangehörige Detlev Alexander von Wenckstern (1708–1792), Präsidenten d. Oberappellationsgerichtes Celle Friedrich Alexander von Wenckstern (1755–1790), Jurist und Diplomat Otto von Wenckstern (1819–1869), Journalist Adolph von Wenckstern (1862–1914), Professor f. Staatswissenschaft Karl von Wenckstern (1878–1968), deutscher Oberstleutnant, Ritter des Ordens Pour le Mérite, Generalarbeitsführer im RAD Werner von Wenckstern, (1861–1938) Vorsitzender der oldenburgischen Körungs-Kommission, Major a. D., 1921–1933 Oberlandstallmeister u. Direktor d. Landgestüts in Redefin Hermann von Wenckstern (1882–1964), Forstwirt u. Volkswirt

Literatur Christoph Franke: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XVI, Band 137 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 2005, , S. 72. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil A (Uradel). 1939. Jahrgang 38, Justus Perthes, Gotha November 1938, S. 606 f. Gustav von Lehsten: Der Adel Mecklenburgs seit dem landesgrundgesetzlichen Erbvergleiche (1755). J. G. Tiedemann, Rostock 1864, S. 288. Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 3, Expedition Ludwig Rauh, Berlin 1858, S. 89–99.

Quellen (Auszug) GStA PK: I. HA Rep. 96, Nr. 260 W 3. Wenckstern, Familie von in Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) Geschichte und Genealogie der Familie Wenckstern/von Wenckstern aus Lentzscherwische/Prignitz in Archivportal-D u. DDBEnthält u. a.: Abschrift aus dem Jahre 1766 zur Familiengeschichte.- Nachfahren des Hans von Wenckstern 17. - 18. Jh.- Familienblatt des Hans Wenckstern aus Parchim. Staatsarchiv Sachsen: 22179 Genealogische Mappenstücke, Nr. Ma 25609 (Benutzung im Staatsarchiv Leipzig)

Weblinks

Eintrag über die von Wenckstern im Schlossarchiv Wildenfels

Einzelnachweise

Kategorie:Mecklenburgisches Adelsgeschlecht Kategorie:Brandenburgisches Adelsgeschlecht Kategorie:Ersterwähnung 1315