mini|hochkant=1.4|Golfball mit Hartgummikern mini|hochkant=1.4|Ein Golfball kann auch in das Loch fallen, wenn die Fahne steckt.

Ein Golfball ist ein Spielgerät im Golfsport.

Eigenschaften und Aufbau mini|Golfball mit hexagonalen Dimples. mini|Die rot aufgedruckte Kennzahl verweist auf eine 90er Kompression. mini|Golfbälle im Billigsektor sind in nahezu jeder Farbe erhältlich. mini|Patentzeichnung eines 3-Schicht Balles aus dem Jahr 1902

Golfbälle werden mit sich teils erheblich unterscheidenden Merkmalen hergestellt.

Form Der Ball muss rund sein. Bälle, die deformiert sind oder auf einer Seite wesentlich schwerer, sind nicht zulässig.Gary McCord Golf für Dummies – Kapitel 2: Equipment Taschenbuch: 338 Seiten Verlag: Wiley-VCH; Auflage: 4. (11. September 2019) Sprache: Deutsch ISBN 978-3-527-71504-6

Größe Die Größe und Beschaffenheit eines Golfballs werden in den Golfregeln definiert. Der Durchmesser eines Golfballs liegt bei mindestens 42,672 mm (1,68″), die maximale Masse bei 45,926 g (1,62 oz.). Der Ball darf damit eine Dichte von höchstens 1,129 g/cm3 haben. Die Oberfläche des Balls ist mit 300 bis 450 kleinen Dellen (sogenannten Dimples) versehen, wobei die genaue Anzahl an „Dimples“ nicht festgelegt ist. Fast jeder Hersteller hat eine andere Anordnung der Dimples, welche die Flugeigenschaften verbessern sollen.zeit.de: Stimmt's / Golf: Verbessern die Dellen im Golfball dessen Flugeigenschaften? Die Dimples können oval, kreisrund, hexagonal, punktförmig oder linienförmig sein. Auch treten sie als Muster gelegentlich in Kombination in unterschiedlicher Größe auf. Grund hierfür ist das geometrische Problem, dass ein Sphäroid nicht mit komplett gleichmäßigen Strukturen flächendeckend ummantelt werden kann. Die ersten Golfbälle hatten noch keine Dimples, sondern waren einfach rund und glatt. Man stellte aber fest, dass die Golfbälle, die Kerben und Furchen durch die langjährige Benutzung aufwiesen, weiter und besser flogen. Also wurde begonnen, auch in die glatten Golfbälle Furchen einzuschnitzen.Golfsportmagazin, Golfbälle abgerufen am 1. August 2022.

Aufbau Ein Golfball besteht aus einer harten Kunststoffschale, welche üblicherweise aus einem Ionomer (Handelsname von DuPont z. B. „Surlyn“) besteht, mit unterschiedlichen Kernen. Neben Hartgummikernen werden zunehmend auch Mehrschichtkerne aus verschiedenen flexiblen Materialien verwendet. Je nach Anzahl der unterschiedlichen Lagen spricht man von 2-piece, 3-piece oder 4-piece Bällen. Auf den meisten Golfbällen ist eine Nummer aufgedruckt. Diese dient dazu, den Ball von Bällen anderer Spieler (oder einem weiteren eigenen Ball) zu unterscheiden, wenn diese einen Ball derselben Marke und gleichen Typs verwenden.

Auf der äußeren Kunststoffschale des Balls sind 300 bis 500 runde, hexagonale oder linienförmige Dellen, die „Dimples“ (englisch für Grübchen), aufgebracht, die die Aerodynamik des Golfballs beeinflussen und den Ball besser durch die Luft gleiten lassen.Urs Willman, Golf: Forscher können jetzt erklären, warum ein Ball aus dem Loch springt, obwohl man ihn doch schon versenkt glaubte, in: Die Zeit vom 6. November 2025, S. 35.

Kompression Die Kompression eines Golfballes wird auf einer Skala von 0 bis 200 angegeben. Dieser Wert gibt an, wie stark sich ein Ball unter Druck verformt. Je höher der Wert ist, desto stabiler und härter ist der Ball. Golfbälle werden zur Ermittlung der Kompression mit einem Standardgewicht von 890 Newton belastet. Während ein Golfball mit dem Wert 200 sich gar nicht verformt, lässt sich ein Ball mit dem Wert 0 unter dieser Belastung um 2/10 eines Inches – also etwa 5 mm – verformen. Handelsüblich sind Golfbälle mit einer Kompression zwischen 90 und 100. Bälle, welche mit roter Zahl bedruckt sind, haben üblicherweise eine Kompression von 90; bei schwarzer Zahl 100. Bälle mit einer Kompression von 80 werden für Kinder hergestellt. Die härtesten Golfbälle haben eine Kompression von 110 und werden eher bei außergewöhnlichen Spielbedingungen außerhalb der Saison gespielt. In der kalten Jahreszeit fliegen Golfbälle weniger weit. Bei abnehmendem Luftdruck im Gebirge entsprechend weiter. Die Außenschale von Golfbällen wird aus Kunststoffen unterschiedlicher Härte hergestellt. Fortgeschrittene Spieler bevorzugen ein weiches Treffmoment, da der Ball den Spin besser aufnimmt und im kurzen Spiel präziser gespielt werden kann. Anfänger nehmen gerne Distanz-Bälle mit harter Oberschale, da diese nach dem Aufprall weiter nach vorne springen.

Flugweite Die USGA und der R&A messen die Flugweite eines Balles bei dessen Zulassung. Spin, Abschlagwinkel und Schlägergeschwindigkeit sind dabei vorgegeben. Für die Messungen werden Schlagroboter wie der Golfroboter Iron Byron verwendet, um die Bälle bei deren Zulassung zu schlagen. Der Ball wird mit 76,2 Meter pro Sekunde (250 ft/s) geschlagen. Die Temperatur bei der Messung beträgt etwa 24 Grad Celsius.

Kein Ball darf bei der Messung weiter als 290 Meter (317 yd) fliegen. Eine Abweichung von 3 yd wird hierbei toleriert (maximal also 292 Meter). Es ist demnach möglich, Bälle herzustellen, die weiter fliegen, aber nicht zulässig wären. Für 2028 ist eine Änderung der Regeln geplant, um die zunehmenden Weiten der Profis zu verkürzen.

Farbe Obwohl Golfbälle standardmäßig in weißer Farbe hergestellt werden, gibt es sie inzwischen in fast jeder erdenklichen Farbe. Der neongelbe Golfball wird zunehmend von namhaften Herstellern angeboten, da dieser für manche Spieler leichter sichtbar ist. Golfbälle in anderer Farbe sind üblicherweise von geringerer Qualität jedoch prinzipiell zulässig.

Schwerpunkt Der Schwerpunkt eines Golfballs ist idealerweise das Zentrum des Balles selbst. In der Herstellung ist dies jedoch nicht immer möglich, sodass die meisten Golfbälle einen Schwerpunkt aufweisen, welcher sich leicht außerhalb des Zentrums befindet. Dieser beeinflusst den Golfball beim Putten. Je stärker der Schwerpunkt des Balles verschoben ist, desto stärker weicht der Ball von der Linie ab, in die der Spieler den Golfball schlägt. Bei einer Abweichung des Schwerpunktes von 0,5 mm vom Zentrum rollt der Ball auf 3 Meter Entfernung etwa 4 cm zur Seite und verfehlt das Loch. Deshalb sollte man den Schwerpunkt des Balles bestimmen und mit einer Linie markieren, welche als Ziellinie durch den Spieler verwendet wird.

Golfbälle schwimmen in Wasser, dem etwa 5 Esslöffel Salz pro Tasse Wasser hinzugefügt wurden.Bittersalz löst sich leichter in Wasser als Kochsalz und ist teilweise in Gartenmärkten günstig als Magnesiumsulfat-Dünger erhältlich. Zwei Tropfen Klarspüler oder Spülmittel verringern die Oberflächenspannung des Wassers.Dave Pelz: Putting Bible - Kapitel 9.9: Measure and Mark the Balance Line, Seite: 206/207, Herausgeber: Aurum Press Ltd., ISBN 1-85410-713-5 Im Salzwasser dreht sich die leichte Seite des Balles nach oben und wird mit einem Punkt markiert. Durch diesen Punkt wird mithilfe einer Schablone eine Linie um einen beliebigen Äquator (Umfang) des Balles gezogen, welche die Schwerpunktlinie darstellt. Alternativ können Balance-Line-Maschinen verwendet werden, die den Ball automatisiert mit der Schwerpunktlinie markieren.

mini|Featherie Golfbälle mit Lederhaut

Geschichte

Die ersten Golfbälle wurden als 1-Piece-Bälle aus Buchsbaumholz von Bogenmachern gefertigt. König James II verbot im Jahr 1457 das Golfspiel, damit das schottische Bognerhandwerk nicht durch die Herstellung von Golfbällen von der Kriegsvorbereitung abgelenkt wurde. Die zweite Generation der Golfbälle waren 2-Piece-Bälle, welche als Feathery bezeichnet wurden. Diese bestanden aus einer rauen Lederhülle, die mit gekochten Federn gestopft wurde und aushärtete. Feathery-Bälle konnte man nachweislich 165 m (180 Yard) weit schlagen. Die Produktion war aufwendig und teuer. Ein hervorragender Handwerker konnte sechs Feathery-Bälle pro Tag herstellen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam der erste gummiartige Ball auf, der nach der verwendeten Guttapercha Gutty genannt wurde. Dieser zunächst glatte Ball bestand aus dem Saft des „Sapodilla-Baums“. Durch den Gebrauch erhielten Gutty-Bälle Scharten und Dellen auf der Oberfläche. Nachdem festgestellt wurde, dass die beschädigten Bälle weiter flogen, wurde die Oberfläche mit Rillen strukturiert. Das Gittermuster der Bälle wurde auf Englisch als mesh bezeichnet.

Mit der Industrialisierung wurden im 20. Jahrhundert dreilagige Golfbälle hergestellt. Es folgten gewickelte Golfbälle, bei der ein Kern aus Gummi oder ein mit Flüssigkeit gefüllter Kern mit einem Gummiband auf die gewünschte Größe gewickelt und mit einer Schicht aus Balata ummantelt wurde.

Bis zum Jahr 1990 waren auch kleinere Golfballgrößen bis 1,62 Zoll Durchmesser üblich. Anfang des 21. Jahrhunderts verlagerte sich die Kunststoffindustrie auf Golfbälle und löste die gewickelten Bälle durch 4-Piece-Bälle aus Kunststoffschichten ab.

Der Golfball im Spiel

Identifizieren des Balles mini|Individuell bedruckter Logoball Es ist üblich, bei Turnieren vor dem ersten Abschlag sowohl Marke als auch Typ und Nummer des Balles anzusagen. Sobald der Ball regelkonform gewechselt werden darf, sollte auch diese Information an die weiteren Spieler weitergegeben werden. Dieses Vorgehen ist eine Etikette- und keine Regelfrage. Bedeutsam wird diese Praxis, wenn ein Ball im Rough landet und gesucht sowie korrekt identifiziert werden muss. Eine entsprechende Ansage ist auch üblich, wenn ein Spieler nach einem missratenen Schlag einen provisorischen Ball hinterher schlägt. abgerufen am 23. März 2015. Um einen Golfball im tiefen Gras zu identifizieren, darf dieser von einem Mitspieler um eine Vierteldrehung gewendet werden, ohne ihn zu bewegen.

Markieren des Balles mini|Ein mit Permanentmarker individuell gekennzeichneter Ball. Einem Golfer ist es erlaubt, seinen Ball mit einem Permanentmarker eindeutig zu markieren oder bedrucken zu lassen. Firmen bieten deshalb als Werbegeschenke oft Markenbälle mit aufgedrucktem Firmenlogo an. Diese dienen als Werbeträger und verbreiten sich nach und nach auf den Golfplätzen, da, wenn ein Spieler einen solchen Ball verliert, dieser von einem anderen Spieler gefunden werden kann. Wenn der Spieler den Golfball aufnimmt, so muss er ihn vorher mit einem Platzhalter in Form einer Münze oder eines Tees am Boden unmittelbar hinter dem Ball markieren, damit er ihn später an genau der gleichen Stelle wieder einsetzen kann.

Einfluss der Dimples mini|Vergleich eines kleinen Balls aus den 50ern mit einem zeitgenössischen, größeren Ball Da die Anzahl der Dimples sich erhöht hat und diese heute dicht an dicht liegen, trifft der Schläger den Ball kaum noch an einer Stelle der Oberfläche, die genau rechtwinklig zum Radius liegt (wie es bei einer Kugel ohne Vertiefungen der Fall wäre). Der Ball wird dadurch beim Kontakt mit dem Schläger unterschiedlich abgelenkt, je nachdem welche Stelle der Oberfläche getroffen wird, ist es angebracht den Ball bei kurzen Putts möglichst hart zu schlagen oder eine Dimplezone zu markieren, die flach erscheint.Pelz, Dave: Putting Bible - Kapitel 9.10: Dimples and Direction, Seite 209f Auf 1,5 Meter Entfernung kann ein Ball, welcher perfekt geputtet wurde, das Loch verfehlen, weil er seitlich an einem Dimple getroffen wurde.

Reinigung des Balles mini|hochkant|Golfball-Reinigungsmaschine an einem Abschlag. Sobald sich der Golfball eines Spielers auf dem Grün befindet, darf dieser markiert, aufgenommen und gereinigt werden. Dies ist sinnvoll, um eine Verlagerung des Schwerpunktes durch Verunreinigungen auf der Balloberfläche zu vermeiden. Es ist deshalb auch üblich den Golfball vor jedem Abschlag an einem neuen Loch zu reinigen oder einen neuen Ball zu nehmen. Hierfür gibt es Ballwaschmaschinen an jedem Tee, welche durch mechanische Einwirkung die Balloberfläche sauber-bürsten.

Verhalten im Wind