mini|Scientology-Demonstration gegen Psychiatrie in Edinburgh, Schottland
Die Citizens Commission on Human Rights (CCHR) ist eine 1969 gegründete, der Scientology-Kirche zuzurechnende Organisation. Sie wurde von Thomas Szasz, Professor für Psychiatrie an der State University of New York und prominenter Kritiker psychiatrischer Zwangsbehandlung, gegründet. Die Organisation kämpft gegen das, was sie als Menschenrechtsverletzungen durch die Psychiatrie ansieht.
Hintergrund Der Verein vertritt bezüglich Psychiatrie die gleiche Sichtweise wie die Scientology-Organisation. Die Psychiatriekritik der Scientology beruht mitunter auf L. Ron Hubbards Buch Der heutige Terrorismus, das sich über die Psychiatrie in folgender Weise äußert:
Kritik in den Vereinigten Staaten Lynn Schultz-Writsel von der American Psychiatric Association sagt über die CCHR-Broschüre Psychiatry – Education's Ruin: Kevin Dwyer von der amerikanischen National Association of School Psychologists sagt, dass er sich nicht so sehr darüber Sorgen macht, dass die Leute die Psychiatrie-Broschüren von CCHR über ADHS ernst nehmen würden. „Was mir Sorgen macht“, erklärte er,
Louis Jolyon West, Professor für Psychiatrie an der Universität von Los Angeles und Menschenrechtsaktivist, schrieb 1991:
Steven Sharfstein, Präsident der American Psychiatric Association im Jahr 2006, verglich die vor einer Psychiater-Tagung protestierenden Scientologen mit Wissenschaftsgegnern aller Art:
Ableger KVPM in Deutschland Die Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte (KVPM) wurde 1973 beim Amtsgericht München in das Vereinsregister eingetragen. Gemäß ihrer Satzung will sie „die Menschenrechte gegen Missbräuche durch die Psychiatrie und verwandte Gebiete sichern“ und Gesetzgeber, Behörden und Öffentlichkeit „über Fälle von Ineffektivität und schädlichen Auswirkungen psychiatrischer und psychologischer Methoden aufklären“.
Insbesondere prangert der Verein den Einsatz von Psychopharmaka und die Elektrokonvulsionstherapie sowie in den letzten Jahren auch Diagnose und Behandlung von ADHS an. Dabei wird nicht nur der psychiatrische Ansatz, sondern auch Todesfälle, die angeblich durch Einfluss psychotroper Substanzen bewirkt wurden (etwa durch die Behandlung mit Ritalin im Kindesalter), als Gründe angegeben.Scientology gegen Ritalin, von Ingo Heinemann In den Broschüren des Vereins wird die heutige Psychiatrie häufig mit den Missbräuchen der Psychiatrie in der Nazi-Zeit gleichgesetzt.
Ursula Caberta, ehemalige Leiterin der Scientology-kritischen Hamburger Arbeitsgruppe Scientology, nannte den Verein im Oktober 2002 einen „radikalen Arm von Scientology, der vordergründig Missstände anprangert, auf diese Weise aber Menschen in die Organisation hineinzuziehen versucht.“Scientology-Beauftragte Caberta zieht nach zehn Jahren im Amt positive Bilanz, Die Welt, 29. Oktober 2002. Eine Klage durch Scientology dagegen wurde vom Verwaltungsgericht Hamburg abgewiesen, ein Antrag auf Berufung im Juli 2007 zurückgenommen.
Kritisiert wird die Kommission auch wegen ihres unsachlichen Wortgebrauchs. So finden sich immer wieder Wörter wie „Drogen“, „Psychopillen“, aber auch „Unterwanderung“ sowie Titel wie „Lebensmut eines 25-Jährigen nach 5 Jahren psychiatrischer Behandlung zerstört!“ oder „Kinderklau nach Psycho-Gutachten“ auf ihrer Website.
Museum In ihrem Psychiatry: An Industry of Death in Hollywood, das auch in einer virtuellen Version existiert, werden unrühmliche Aspekte der (Psychiatrie)geschichte (zum Beispiel Eugenik oder „MK Ultra“) in provokanter oder plakativer, stellenweise sogar aggressiver Form mit heutiger Psychiatrie in Verbindung gebracht und kontroverse Thesen wie etwa „psychische Krankheiten existieren nicht“ propagiert.
Weblinks Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte Citizens Commission on Human Rights
Einzelnachweise
Kategorie:Unterorganisation der Scientology-Kirche Kategorie:Forensische Psychiatrie Kategorie:Gegründet 1969 Kategorie:Organisation (Los Angeles)