Albbruck ist eine Gemeinde im Landkreis Waldshut im Süden Baden-Württembergs.
Geographie
Lage Albbruck liegt am Südrand des Schwarzwaldes an der Mündung der Alb in den Hochrhein, der hier die Grenze zur Schweiz bildet.
Nachbargemeinden Die Gemeinde grenzt im Norden an Dachsberg, im Osten an die Kreisstadt Waldshut-Tiengen und Dogern, im Süden an die Schweizer Gemeinden Schwaderloch und Mettauertal, im Westen an Laufenburg und Görwihl.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde Albbruck in den Grenzen vom 31. Dezember 1974 mit den bis dahin selbständigen Gemeinden Birkingen, Birndorf, Buch, Schachen und Unteralpfen gehören insgesamt 20 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser: Das Dorf Albbruck mit Alb und den Gemeindeteilen Albert und Kiesenbach. Zur ehemaligen Gemeinde Birkingen gehören die Dörfer Birkingen und Kuchelbach, der Weiler Bohland und das Gehöft Behlen. Zur ehemaligen Gemeinde Birndorf gehören die Dörfer Birndorf und Schadenbirndorf und das Gehöft Mühle. Zur ehemaligen Gemeinde Buch gehören das Dorf Buch, die Weiler Etzwihl, Haide, Hechwihl und Steinbach sowie die Häuser Görwihler Steg und Hohenfels; dort liegt auch die abgegangene Burg Rihburg oder Iburg.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band 6: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 949–954 Zur ehemaligen Gemeinde Schachen gehört das Dorf Schachen. Zur ehemaligen Gemeinde UnteralpfenUnteralpfen – Altgemeinde~Teilort. Landeskunde entdecken online – leobw. gehören das Dorf Unteralpfen mit der Unteralpfener Mühle und die Häuser StiegOffener Brief ‚Hilferuf vom Stieg‘. Nadir (Internetportal), 16. November 2002; abgerufen am 8. Juni 2014.badische-zeitung.de: Brandschutzfirma an Areal am Stieg interessiert. Badische Zeitung, 21. Januar 2009; abgerufen am 8. Juni 2014.Manfred Dinort: Im „Stieg“ erklingen bald musische Töne. Südkurier, 21. August 2009; abgerufen am 8. Juni 2014. und Jugendheim; das Nachbardorf Oberalpfen ist heute ein Stadtteil der Kreisstadt Waldshut-Tiengen.
Geschichte Der namensgebende Ortskern Albbruck mit seinen Ortsteilen Kiesenbach, Alb und Albert wurde 1403 erstmals genannt. Der Ortsteil Birkingen wurde erstmals 814 als „Birchinga“ urkundlich erwähnt und gehörte zunächst dem Kloster St. Gallen, bis er 1528 an das Kloster St. Blasien fiel. Birndorf wurde ebenfalls 814 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Der Ortsteil besitzt eine dreischiffige Kirche im romanischen Stil. Die Kirche gehörte zum Deutschen Orden, der seinen Sitz in Schloss Beuggen hatte. Seit 1271 gehörte der Dinghof in Birndorf zum Kloster St. Blasien. Der Ortsteil Buch wird als „Puach“ im St. Galler Urkundenbuch erwähnt.
In den Sandsteinbrüchen bei Unteralpfen wurde um 1850 ein „Fragment“ eines Labyrinthodontia sp. entdeckt. Es wurde im Naturkundemuseum in Karlsruhe bei Bombenangriffen 1942 zerstört.Franz Falkenstein: Saurier beim Waldhaus – Über die ältesten Fossilien im Landkreis. In: Heimat am Hochrhein. Jahrbuch des Landkreises Waldshut, 1991, Jg. 16, S. 70 ff.
1929 bis 1934 wurde das Kraftwerk Albbruck-Dogern gebaut, unter der Leitung des Schweizer Bauingenieurs Heinrich Eduard Gruner, der dafür 1933 Ehrenbürger in Albbruck wurde.
Am 2. April 1945 wurde Albbruck Ziel eines Luftangriffes. 4 Personen verloren ihr Leben.
Am 1. Juli 1991 wurden die Archive des Landkreises in eine neuerbaute Halle im Industriegebiet zu dem Kreisarchiv des Landkreises Waldshut zusammengelegt. Landkreis Waldshut.
Räumliche Entwicklung Am 1. April 1924 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Albbruck, Alb und Kiesenbach zur „neuen“ Gemeinde Albbruck vereinigt. Am 1. Oktober 1936 wurde die Gemeinde Albert in diese Gemeinde eingemeindet. Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden am 1. Januar 1973 die beiden bis dahin selbstständigen Gemeinden Birndorf und Schachen (Landkreis Säckingen) eingemeindet und die heutige Gemeinde Albbruck durch Vereinigung zum 1. Januar 1975 aus den Gemeinden Albbruck, Birkingen, Buch und Unteralpfen neu gebildet.
Politik mini|Rathaus Albbruck Gemeinderat In Albbruck wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Albbruck besteht aus den 25 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis.Wahlinformationen. Kommunales Rechenzentrum Stuttgart.
Parteien und Wählergemeinschaften % 2024 Sitze 2024 % 2019 Sitze 2019 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 53,73 13 51,34 13 FW Freie Wählervereinigung 26,13 7 27,06 7 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 13,77 3 14,18 4 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 6,36 2 7,42 2 gesamt 100,0 25 100,0 26 Wahlbeteiligung 60,14 % 58,10 %
Bürgermeister Bürgermeister ist seit 2007 Stefan Kaiser. Er wurde 2015 und 2023 wiedergewählt.
Wappen
Wappen der ehemals selbständigen Gemeinden 90px|Birkingen Birkingen 90px|Birndorf Birndorf 90px|Schachen Schachen 90px|Unteralpen Unteralpfen 90px|Buch Buch
Gemeindepartnerschaften Albbruck unterhält seit 1965 eine offizielle Partnerschaft mit der italienischen Gemeinde Carmignano di Brenta, Region Venetien, Provinz Padua.Doris Dehmel: Jubiläum im Fackelschein, Südkurier vom 14. Juni 2010, abgefragt am 18. Juni 2010
Wirtschaft und Infrastruktur alt=Evangelische Christuskirche, erbaut 1958|mini|Evangelische Christuskirche Albbruck, erbaut 1958. Gotteshaus der evangelischen Kirchengemeinde Albbruck-Görwihl. mini|Kirche St. Laurentius im Ortsteil Unteralpfen mini|Maschinenhaus des Wasserkraftwerks Albbruck-Dogern Das größte ortsansässige Unternehmen war die Papierfabrik Albbruck mit einer Kapazität von 310.000 Tonnen Papier/Jahr. Im Januar 2011 gelangte es durch Kauf des finnischen Eigentümers Myllykoski an das ebenfalls finnische Unternehmen UPM-Kymmene, das die Papierfabrik zum Jahresbeginn 2012 schloss.Jörg Buteweg: Wirtschaft (regional): Schließung: Papierfabrik Albbruck am Ende, Badische Zeitung, 27. November 2011; abgerufen am 27. November 2011. UPM verkaufte sowohl das Areal als auch die Fabrik an die Karl-Gruppe aus Innernzell, die dort Gewerbebetriebe ansiedeln möchte.
Verkehr
Bahnverkehr Der Bahnhof Albbruck liegt an der Hochrheinbahn.
Radverkehr Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg. radroutenplaner-bw.de ist Albbruck über den Ortsteil Albert und über Laufenburg (Baden) mit Bad Säckingen verbunden und über den Ortsteil Kiesenbach und über Dogern mit Waldshut-Tiengen.
Durch Albbruck verlaufen die folgenden Landes-Radfernwege: Der baden-württembergische Rheinradweg von Konstanz bis Mannheim ist Teil des Rheinradwegs, der von der Quelle des Rheins am Oberalppass im Schweizer Kanton Graubünden bis zur Mündung bei Rotterdam führt. Er verläuft von Waldshut kommend nach Albbruck und weiter über Laufenburg nach Bad Säckingen. Er ist am Hochrhein ausgewiesen als Eurovelo-Route 6 (Atlantik – Schwarzes Meer) und 15 (Rheinradweg)Eurovelo 15 Bodensee bis Basel. de.eurovelo.com und als D-Routen 6 (Donauroute) und 8 (Rhein-Route)D-Netz. Radroutenplaner Deutschland.. Der Südschwarzwald-Radweg führt auf derselben Trasse durch Albbruck. Er führt als Rundweg von Hinterzarten über Waldshut-Tiengen, Basel und Freiburg rund um den Naturpark Südschwarzwald.
Straße im Albtal Eine touristisch bedeutende Straße ist die L 154, die Albbruck durch das Albtal mit St. Blasien verbindet. Seit Pfingsten 2015 ist sie jedoch zwischen Albbruck-Hohenfels und Görwihl-Tiefenstein wegen der Gefahr von Felsstürzen gesperrt. Nach rund 10 Jahren Sperrung, werden im September 2025 erste Felssicherungsmaßnahmen für die Wiedereröffnung der Straße aufgenommen.
Sport In Albbruck befindet sich am Ufer der Alb knapp außerhalb des Stadtgebiets die Klettergebiete Erikafels und Wasserschlossfluh.
Persönlichkeiten Johann Albiez (1654–1727), geboren in Buch, Salpetersieder und erster Anführer der Salpetererunruhen Johann Michael Hartmann (um 1725/30 – um 1810), Bildhauer des Spätbarock Leopold Mutter (1827–1887), geboren in Unteralpfen, Altar- und Porträtbildhauer Gustav Adolf Müller (1866–1928), geboren in Buch, Schriftsteller, Journalist, Archäologe und Pädagoge Jakob Ebner (1873–1960), geboren in Unteralpfen, Pfarrer und Heimatforscher Josua Leander Gampp (1889–1969), geboren in Buch, Graphiker, Maler und Hochschullehrer Hubert Ebner (1906–1990), geboren in Buch, Radsportler Henry Tröndle (1906–1991), geboren in Kiesenbach, Radsportler Albert Wasmer (1917–1988), geboren in Kiesenbach, Lokalpolitiker Herbert Tröndle (1919–2017), geboren in Kiesenbach, Rechtswissenschaftler Fridolin Pflüger (1947–2021), Jesuit, Pädagoge und Leiter des Jesuit Refugee Service (JRS) in Deutschland und Uganda Nico Denz (* 1994), deutscher Radrennfahrer, wohnt in Albbruck
Literatur Gemeinde Albbruck (Hrsg.): Brücken in Albbruck. Dokumentation zur Verkehrsübergabe am 22. April 1983.
Weblinks
Gemeinde Albbruck Albbruck. LEO-BW.
Einzelnachweise
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