Waldzell ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Ried im Innviertel mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Ried im Innkreis.
Geografie Waldzell liegt an den Ausläufern des Hausruck- und Kobernaußerwaldes. Die hügelige Landschaft liegt zwischen 522 und 750 Meter Seehöhe. Der Norden wird durch die Waldzeller Ache und seine Nebenbäche entwässert, der Süden durch den Riedelbach (Schwemmbach) und den Rabenbach, die auch die Grenze im Südosten und Süden bilden. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 11,1 und von West nach Ost 7,9 Kilometer. Die Gemeinde hat eine Fläche von über vierzig Quadratkilometer. Davon sind 49 Prozent bewaldet und 45 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.Land Oberösterreich – Geografische Daten der Gemeinde Waldzell.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst 30 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Nachbargemeinden Vier der sechs Nachbargemeinden liegen im Bezirk Vöcklabruck (VB).
Geschichte Ortsgeschichte Der Fund eines Bronzearmrings aus der Hallstattzeit bezeugt, dass damals schon Menschen in dieser Gegend lebten. Aus der Zeit der römischen Besatzung wurden Münzen gefunden. Eine Besiedlungswelle dürfte im 5. nachchristlichen Jahrhundert von Nordosten her stattgefunden haben. Der Höhnhart (Kobernaußerwald) wurde 1007 von Kaiser Heinrich II. dem Bistum Bamberg geschenkt. Die ersten urkundlichen Erwähnungen stammen aus dem 13. Jahrhundert, wo „Celle“, beziehungsweise „Waldcelle“, bereits als Pfarre erwähnt wird. Im Jahr 1490 wurde die gotische Kirche gebaut, der Barockaltar 1683 von Thomas Schwanthaler errichtet.
Seit Gründung des Herzogtums Bayern war Waldzell bis 1779 bayrisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals „Innbaiern“) zu Österreich. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz königlich-bayrisch, gehört er seit 1814 endgültig zum Kronland Österreich ob der Enns.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.
Einwohnerentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Waldzell
Katholische Pfarrkirche Waldzell Mariä Himmelfahrt: Der gotische Kirchenbau mit Netzrippengewölben, wurde außen mit Stuckbändern barockisiert. Der Hochaltar wurde 1683 unter Verwendung der Statuen der hl. Maria, hl. Barbara und hl. Katharina vom ehemaligen gotischen Flügelaltar von Thomas Schwanthaler errichtet. Der historische Grenzstein, der bis 1779 die Grenze zwischen Bayern und Österreich markierte, trägt auf der bayerischen Seite die Gravur „LF“ für Landgericht Friedburg und auf der österreichischen Seite „GF“ für Grafschaft Frankenburg, ist aber leider schon stark verwittert.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 140 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 71 Haupterwerbsbauern. Diese bewirtschafteten siebzig Prozent der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten 118 der 186 Erwerbstätigen in der Bauwirtschaft. Die größten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (105), Verkehr (56) und Handel (32 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige202120112001202120112001Land- und Forstwirtschaft 1)831401798896125Produktion311918244186165Dienstleistung867647356231259 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021
Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 1072 Erwerbstätige in Waldzell. Davon arbeiteten 344 in der Gemeinde, zwei Drittel pendelten aus.
Politik
Der Gemeinderat hat seit 2021 19 Mitglieder. Nach den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen: 1997: 11 ÖVP, 8 SPÖ, 5 FPÖ und 1 PUL. (25 Mandate) 2003: 13 SPÖ, 9 ÖVP, 2 FPÖ und 1 PUL. (25 Mandate) 2009: 10 ÖVP, 10 SPÖ, 4 FPÖ und 1 BZÖ. (25 Mandate) 2015: 10 SPÖ, 9 ÖVP und 6 FPÖ. (25 Mandate) 2021: 9 ÖVP, 5 SPÖ, 4 FPÖ und 1 MFG. (19 Mandate)
Bürgermeister
Bürgermeister seit 1850 waren:
Wappen 150px|links Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens, das 1969 verliehen wurde: Schräg geteilt; oben in Silber ein schräger, grüner, abgehauener Ast, unten in Grün eine goldene, heraldische Rose mit rotem Butzen und roten Kelchblättern. Der abgehauene Ast stammt aus dem Wappen der Tannberger, die Besitzungen in Waldzell hatten. Die Rose steht für die Auszeichnung „schönstes Dorf Oberösterreichs“, die Waldzell mehrfach erhielt.
Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß-Grün.
Persönlichkeiten Franz-Paul Kröll sen (* 1818), Wundarzt Franz-Paul Kröll jun (* 1846), Wundarzt Jakob Mayr (1894–1971), Politiker und Schuldirektor Ferdinand Marschall (1924–2006), Fußballschiedsrichter Andreas Goldberger (* 1972), Skispringer
Literatur Waldzell. Heimatbuch. Moserbauer, Ried im Innkreis um 2001. Gerd Rabe: 1964–2014. 50 Jahre Hauptschule Waldzell. Ein Erinnerungsbuch! Eigenverlag der Jakob-Mayr-Hauptschule, Waldzell 2014. Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Waldzell. Endbericht. Gutachten Naturschutzabteilung Oberösterreich. 2005, S. 1–77 ().
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Hausruck und Kobernaußerwald Kategorie:Innviertler Hügelland