mini|hochkant|Brigitte Grothum, 2013 (bei einer Vorstellung in Duisburg) Brigitte Kaethe Grothum (* 26. Februar 1935 in Dessau) ist eine deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin, Filmproduzentin und Regisseurin. Sie wirkt seit Mitte der 1950er-Jahre an bislang rund 120 Film- und Fernsehproduktionen mit. Einem breiten Publikum bekannt wurde sie unter anderem in den 1960ern durch mehrere Edgar-Wallace-Verfilmungen sowie von 1976 bis 1991 als eine der Drei Damen vom Grill in der gleichnamigen ARD-Serie. Von 1987 bis 2014 wirkte sie als Produzentin und Regisseurin der Berliner Jedermann-Festspiele.
Leben Herkunft und Ausbildung Brigitte Grothum wurde 1935 als Tochter des Oberingenieurs Friedrich Wilhelm „Fritz“ Grothum und dessen Ehefrau Margarete Grothum, geborene Autenrieth, in Dessau geboren.Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 1: A-Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, Seite 550.Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 415. Im Alter von 15 Jahren zog sie nach Berlin.Zur Person: Brigitte Grothum In: Berliner Morgenpost. 12. Oktober 2014. Das Abitur absolvierte sie an der Ricarda-Huch-Schule in Berlin-Charlottenburg und begann danach eine Schauspielausbildung bei Marlise Ludwig und Herma Clement.
Theater mini|hochkant|Grothum (links) in Jedermann (2010) Ab 1956 war Grothum auf Bühnen in Berlin, Hamburg und Zürich sowie bei Film und Fernsehen tätig. Anfangs spielte Grothum hauptsächlich Theater an verschiedenen Berliner Bühnen. 1966 und 1967 trat sie bei den Salzburger Festspielen als Hermia in Shakespeares Ein Sommernachtstraum unter der Regie von Leopold Lindtberg auf. Auch später kehrte sie trotz vieler Engagements in Rundfunk und Film immer wieder an die Bühne zurück. Neben ihren Filmrollen stand Brigitte Grothum auch immer wieder auf deutschen Theaterbühnen, wie 2011 und 2012 in Berlin und HamburgKalender Girls im Winterhuder Fährhaus in der sehr erfolgreichen Theaterproduktion von Kalender Girls. Als Regisseurin inszenierte Grothum 1987 das Mysterienspiel Jedermann von Hugo von Hofmannsthal, das alljährlich im Herbst im Berliner Dom aufgeführt wurde.Biographie bei den Berliner Jedermann Festspielen Sie übernahm auch in allen Aufführungen die allegorische Rolle des Glaubens. Die Berliner Jedermann-Festspiele bestanden bis 2014, stets produziert und inszeniert von Grothum.
Film und Fernsehen Im Jahr 1955 gab sie als Dora ihr Filmdebüt in Ulrich Erfurths Filmmelodram Reifende Jugend. Im Jahr darauf spielte sie die Marion in dem Reiter-Drama Das Mädchen Marion. Bekannt wurde Brigitte Grothum 1961 vor allem durch ihre Hauptrolle in der Edgar-Wallace-Verfilmung Die seltsame Gräfin an der Seite von Klaus Kinski, mit dem sie damals auch privat befreundet war. Als weitere Wallace-Adaptionen folgten Das Gasthaus an der Themse und Der Fluch der gelben Schlange. Im Fernsehen war Grothum in über 100 verschiedenen Produktionen zu sehen. Das zeitlich längste Fernsehengagement erlebte sie als Magda Färber in der TV-Vorabendserie Drei Damen vom Grill, in der sie an der Seite von Brigitte Mira, Gabriele Schramm, Günter Pfitzmann und Harald Juhnke spielte. Vom 21. Juni bis zum 2. Juli 2012 verkörperte sie von Folge 30 bis 36 Gertrud Mahlbeck in der ZDF-Telenovela Wege zum Glück – Spuren im Sand und war von Folge 69 bis 74 erneut in dieser Rolle zu sehen.
Synchronisation Ab 1957 war die Schauspielerin in der Synchronisation tätig und lieh ihre Stimme prominenten Kolleginnen wie Lee Remick (Sie möchten Giganten sein), Diane Keaton (Der Schläfer), Barbara Eden (Unternehmen Feuergürtel), Virginia Mayo (Maschinenpistolen), Diana Rigg als Emma Peel in Mit Schirm, Charme und Melonetvder60er.de oder Debbie Watson als Tammy in der Fernsehserie Tammy, das Mädchen vom Hausboot. In Die Halbstarken synchronisierte sie Karin Baal in ihrer ersten Rolle.
Privates Grothum ist die Nichte des deutschen Flugpioniers und ersten deutschen Flugzeugkonstrukteurs Hans Grade. Sie war evangelisch und von 1957 bis 1965 mit dem Dirigenten Carl August Bünte, dem Leiter des Berliner Symphonischen Orchesters, verheiratet.Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 1: A-Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, Seite 550 Eine zweite Ehe ging sie mit dem aus Bayern stammenden Orthopäden und Hochschullehrer Manfred Weigert ein,Zur Person Brigitte Grothum In: Berliner Morgenpost. 9. Januar 2011. die von 1969 bis zu dessen Tod am 15. Dezember 2019 bestand; aus der Verbindung gingen die zwei Kinder Debora und Tobias hervor. Sie wohnt in Berlin-Nikolassee,Susanne Leinemann: Berliner Spaziergang Alles läuft über Brigittchen In: Berliner Morgenpost. 12. Oktober 2014. wie auch ihre Tochter, die ebenfalls Schauspielerin ist; ihr Sohn wurde Aufnahmeleiter in Berlin. Seit 2021 ist Brigitte Grothum im Stiftungsbeirat der IVQS Stiftung – gegen Altersarmut bei Schauspielern.https://www.ivqs-stiftung.com/beirat/
Filmografie (Auswahl) 1955: Reifende Jugend 1956: Das Mädchen Marion 1956: Der erste Frühlingstag 1956: Ein Mann muß nicht immer schön sein 1957: Die Letzten werden die Ersten sein 1957: Lemkes sel. Witwe 1958: Mein ganzes Herz ist voll Musik 1959: 2 x Adam, 1 x Eva 1960: Hexenjagdwww.filmportal.de. 1960: Lied der Taubewww.pidax-film.de. 1961: Das Wunder des Malachias 1961: Die seltsame Gräfin 1961: Ihr schönster Tag 1962: Der rote Rausch 1962: Das Gasthaus an der Themse 1962: Die glücklichen Jahre der Thorwalds 1963: Der Fluch der gelben Schlange 1964: Der Strohhalmwww.imdb.com 1964: Romeo und Juliawww.moviepilot.de 1966: Die gelehrten Frauenwww.werstreamt.es. 1966: Das ganz große Ding 1967: Freitag muss es sein 1968: Ein Mann namens Harry Brent 1968: Astragal 1971: Einer spinnt immer 1972: Privatdetektiv Frank Kross – Der Amazonasbericht 1973: Tatort – Ein ganz gewöhnlicher Mord 1973: Lokaltermin – Fräulein Blaubart 1973: Hamburg Transit – Grüner Türke 1975: Beschlossen und verkündet – Schüsse im Morgengrauen 1976–1991: Drei Damen vom Grill 1977: Grete Minde 1977: Sonderdezernat K1 – Der Regen bringt es an den Tag 1981: Der Alte – Freispruch 1981: Ein Fall für zwei (Fernsehserie, Folge Todfreunde) 1981: Leute wie du und ich (Fernsehserie, Folge 2 Episode: Nächtlicher Anruf) 1984: Berliner Weiße mit Schuß – Folge 1: Gespielin gesucht 1985: Geschichten aus der Heimat (Fernsehserie) Episode: Die Kastanie 1986: Berliner Weiße mit Schuß Folge 4, Episode: Bargeflüster 1986/1988: Liebling Kreuzberg 1988: Berliner Weiße mit Schuß Folge 10, Episode: Der Seitensprung 1989: Bei mir liegen Sie richtig 1990–1993: Die Piefke-Saga 1993: Ein Job fürs Leben 2003: Tausche Firma gegen Haushalt 2004: Mörderischer Plan 2005: Bettgeflüster & Babyglück 2006: Der letzte Zug 2006: Willkommen in Lüsgraf 2007: Hausmeister Krause – Ordnung muss sein – Ein unmoralisches Angebot 2008: Die Anwälte – Glauben 2010: Hanna – Folge deinem Herzen 2010: Der Kriminalist – Schatten der Vergangenheit 2010: Meine wunderbare Familie – …auf neuen Wegen 2011: In aller Freundschaft – Fröhliche Weihnacht überall 2011: Wunderkinder 2012: Wege zum Glück – Spuren im Sand 2013: Danni Lowinski – Herzenssache 2014: Mein Lover, sein Vater und ich! 2014: Notruf Hafenkante – Diebe 2016: Die Spezialisten – Im Namen der Opfer – Kleiner Engel 2018: Heldt – Elefant vergisst nicht 2020: Matze, Kebab und Sauerkraut seit 2021: WaPo Berlin (Fernsehserie)
Theater (Auswahl)
Inszenierungen 1986: Südstern-Kirche Berlin-Kreuzberg: „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal Produktion, Regie: Grothum/Geske 1988–1992: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin: „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal Produktion, Regie 1993–2014: Berliner Dom „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal, Produktion, Regie 1993: Hebbel-Theater Berlin: „Nie wieder Köpenick“ U.A. von Dieter Lenz, Produktion, Regie 1995: Hebbel-Theater Berlin: „David“ U.A. (Fragment von Bertolt Brecht) Bühnenbearbeitung, Produktion, Regie 1997: Theater im Palais am Festungsgraben, Berlin: „Der Millionär und sein Leibwächter“, E.A. von Lew u. Alexander Schargorodski, Produktion, Regie 1998: Die Stachelschweine Berlin: „Der Kaiser von Neukölln“ von Horst Pillau, Produktion, Regie 1999: Berliner Dom 2000: Bambushalle Reinickendorf 2001: Hansa-Theater Berlin: „Eine total verrückte Entführung“ von Alain Renaud-Fourton, Regie „Jedermann für Kinder“, Produktion, Bearbeitung, Regie 2006: Kirche St. Nikolaus, Berlin-Reinickendorf Glaubenskirche Alt-Tempelhof
Gastspiele mit Jedermann: 1989 (noch vor dem Mauerfall): Berlin: Marienkirche 1991: Berlin: Gethsemanekirche 1992/93 Potsdam: Friedenskirche u. Nicolai-Kirche, Cottbus: Oberkirche, Neubrandenburg: Johannes -Kirche, Frankfurt a.d. Oder: Konzerthalle Philipp-Emanuel, Rostock: Marienkirche, Dresden: Christus-Kirche, Leipzig: Nicolai-Kirche 1994: Dessau: Marienkirche zur Wiedereröffnung der Marienkirche 2004: Schloss Herrenchiemsee, Open-Air-Gastspiel 2005: Schwyz (in der Schweiz), Open-Air-Gastspiel 2006: Open-Air-Gastspiele in Saarbrücken, vor der Ludwigskirche Koblenz, Deutsches Eck, Rastatt, Residenz Speyer, vor dem historischen Museum Wiesbaden, Schloss Biebrich…
Bühnentätigkeit in Berlin: 1954 Debüt: Tempelhofer Zimmertheater: „Die Neuberin“ von Günther Weisenborn, Regie: C. B. Maier, Rolle: Sabinchen; Tribüne: „Die glücklichen Tage“ von Claude André Puget, Regie: Gerd Martienzen, Rolle: Pernette 1955/56 Schlossparktheater: „Der Herr Ornifle“ von Jean Anouilh, Regie: Rudolf Steinböck, Rolle: Reporterin; Tribüne: „Hurra für Gina“ von Ronald Alexander, Regie: Frank Lothar, Titelrolle Komödie: „Keine Angst, sie kriegen sich“ von Samuel und Bella Spewack, Regie: Leonard Steckel, Rolle: Susi Komödie: „Schieß mich Tell“ von u. mit Müller und Neuß Komödie: „Die liebe Familie“ von Felicity Douglas, Regie: Erik Ode, Rolle: Tessa Komödie: „Hier bin ich, hier bleib ich“ von Fritz Remónd, Regie: Rolf Kutschera, Rolle: Lucie, Zofe 1957/58 Renaissance Theater: „Besuch auf einem kleinen Planeten“ von Gore Vidal, Regie: Ulrich Erfurth, Rolle: Ellen Spelding „Bunbury“ von Oscar Wilde, Regie: Harry Meyen, Rolle: Cecily 1958/59 Tribüne: „Der Widerspenstigen Zähmung“ von William Shakespeare, Regie: Alexander Golling, Rolle: Katharina Tribüne: „Blue Jeans“, von James Leo Herlihy, Regie: Ilo v. Janko, Rolle: Janet Tribüne: „Landschaft mit Figuren“ von Wolfgang Hildesheimer, Regie: Hermann Herrey, Rolle: Bettina 1960: Renaissance-Theater: „Das Glas Wasser“ von Eugene Scribe, Regie: Paul Verhoeven, Rollen: Abigail und Königin 1961 Freie Volksbühne: „Der Großkophta“ von Johann Wolfgang von Goethe, Regie: Gustav Manker, Rolle: Nichte Hebbel -Theater: „Wer die Wahl hat“ (Jean) von Leslie Bush - Fekete, Regie: Franz-Otto Krüger, Rolle: Krista 1962 Tribüne Berlin: „Zeitvertreib“ U.A. von Wolfgang Menge, Regie: Ilo von Janko, Rolle: Karin 1968 Berliner Theater: „Das Himmelbett“ von Jan de Hartog, Regie: Henry Simmon, Rolle: Agnes Freie Volksbühne Berlin: „Empfindliches Gleichgewicht“ von Edward Albee, Regie: Oscar Fritz Schuh, Rolle: Christa Berliner Theater: „Wie man Hasen jagt“ von Georges Feydeau, Regie: Eberhard Piper, Rolle: Leontine 1971/72: Komödie: „Der Kontrakt“, von Francis Veber, Regie: Christian Wölffer, Rolle: Louise 1973: Berliner Theater: „Gaslicht“, von Patrick Hamilton, Regie: Manfred Lisson, Rolle: Bella 1974 Renaissance-Theater: „Gemischtes Doppel“, versch. Autoren, zusammengestellt von Anton Rodgers Regie: Karl John, Rollen: Braut, Sheila, Frau, Helen, Ehefrau, Audrey, „Frohe Feste“ von Alan Ayckbourn, Regie: Stefan Behrens, Rolle: Jane Tribüne: „Willkommen“ von Allan Edwall, Regie: Michael Günther, Rolle: Helena 1975: Theater am Kurfürstendamm: „Rosa Zeiten“ von Murray Schisgal, Regie: Rolf Henniger, Rolle: Lilly