Gramais ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Reutte in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Reutte. Sie ist die nach Einwohnerzahl kleinste Gemeinde Österreichs.

Geographie Gramais umfasst den mittleren Bereich des Otterbach-Tales, eines Seitentales des Lechtals, das bei Häselgehr abzweigt. Der tiefste Punkt der Gemeinde im Norden liegt 1170 Meter über dem Meer. Nach Osten und nach Westen steigen die Berge bis auf 2700 Meter an. Zum hinteren Gemeindegebiet gehören außerdem der Kogel- und der Roßkarsee. Die südliche Grenze bildet nicht die Gebirgskette, sondern eine Steilstufe vom Otterbach und seinen Nebenbächen.

Die Gemeinde hat eine Fläche von 32 Quadratkilometer. Davon sind drei Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 44 Prozent sind bewaldet, 13 Prozent Almen und 38 Prozent hochalpines Gebiet.

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus drei Ortsteilen – dem Dorf Gramais (das aus den Teilen Dörfl und Gschwendt besteht) und dem Weiler Riefen. Daneben gibt es noch die Einzellagen Bergwachthütte, Gampenhütte und Zirmebenhütte.

Nachbargemeinden

Geschichte Der Name Gramais leitet sich von oder ab. Die Besiedlungstätigkeit erfolgte im 13. Jahrhundert vom Imster Raum aus. Zuerst nur als Weidefläche genutzt, entwickelte sich hier eine Dauersiedlung.

Gramais wurde 1350 in einem Urbar der Herren von Starkenberg erstmals urkundlich erwähnt. 1427 war es bereits eine aus 19 Höfen bestehende eigenständige Wirtschaftsgemeinde des Gerichtes Imst. Im Jahr 1629 wurde der Ort eine Steuergemeinde. Auch pfarrlich gehörte Gramais zu Imst, erhielt aber wegen seiner abgeschiedenen Lage schon 1690 einen Kaplan. In dieser Zeit wurde eine Kapelle errichtet, die dem hl. Johannes geweiht war. Sie wurde 1750 vergrößert und in den Jahren 1824 bis 1832 neu gebaut. 1891 wurde sie zur Pfarrkirche erhoben. Im Jahr 1938 wurde Gramais dem Bezirk Reutte zugeordnet.Michael Fritz: In Gramais bestand zwischen 1830 und 2009 (mit Unterbrechung von 1985 bis 1997) eine eigene Volksschule.Katholischer Tiroler Lehrerverein (Hrsg.): Der Bezirk Reutte – Das Außerfern. Koch Buchverlage, 2004 (erweiterte Ausgabe 2010), S. 265.

Bevölkerungsentwicklung

Durch ein tragisches Ereignis im Jahr 2005 kam ein Kleinkind ums Leben. Hierdurch trennte sich die Familie und die Frau zog mit ihren weiteren Kindern weg, wodurch die Gemeinde über 1/10 der Einwohner verlor.41:42 abgerufen am 12. Juni 2026

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Gramais

Katholische Pfarrkirche Gramais hl. Johannes der Täufer Gramaiser Heimatmuseum: Das kleine Museum zeigt Werkzeuge und Geräte aus dem bäuerlichen Leben und dokumentiert die geschichtliche Entwicklung der kleinen Gemeinde.

Wirtschaft und Infrastruktur Die größten Produktionen sind das Gastgewerbe und die Landwirtschaft. Die Landwirtschaft in Gramais ist bergbäuerlich geprägt. Der Ort ist Ausgangspunkt von Wanderungen und Bergtouren in den Lechtaler Alpen.

Gramais hat nach einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2020 mit 28.124 € die zweithöchste Pro-Kopf-Verschuldung aller Gemeinden in Tirol. Die Finanzlage hat sich allerdings in den letzten Jahren etwas gebessert und Gramais ist seit 2019 nicht mehr die höchstverschuldete Gemeinde.

Politik Gemeinderat Nachdem sich keine Liste für die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen 2016 gefunden hatte, blieb die alte Liste von 2010 im Amt. Partei2022201620102004%StimmenMandate%StimmenMandate%StimmenMandate%StimmenMandateGramaiser Liste (GL)100359100399100349

Bürgermeister

bis 2000 Werner FriedleJürgen Gerrmann: Gramais: Zukunft steht in den Sternen. In: Rundschau. Die führende Wochenzeitung im Oberland und Außerfern. 22. März 2021, abgerufen am 18. März 2022. 2002–2022 Michael Fasser ab 2022 Stefanie Krabacher

Wappen Der aufspringende Stier über dem roten Grund deutet auf die Beweidung und Besiedlung des Gramaiser Tals von Imst her hin.

Weblinks

Webpräsenz der Gemeinde Gramais

– Film aus der Sammlung des Bundesinstituts für den Wissenschaftlichen Film (ÖWF) im Onlinearchiv der Österreichischen Mediathek

Einzelnachweise

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