miniatur|Brunnen- und Platzgestaltung am Rotkreuzplatz, München miniatur|„Mann und Frau“ im Münchner Westpark Klaus Schultze (* 11. Juli 1927 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Bildhauer, der für seine Arbeiten aus Keramik und Ziegelstein bekannt ist.
Leben Der Sohn des Theaterregisseurs Hermann Schultze und Hilde Frickhoeffer verbrachte, bedingt durch wechselnde Arbeitsstellen des Vaters, seine frühe Kindheit in verschiedenen Städten. Nach der Trennung der Eltern zog Hilde Schultze mit dem Zwölfjährigen 1940 von Berlin nach Überlingen am Bodensee. Durch Vermittlung seines Patenonkels Carl Rothe konnte Schultze, der in Berlin zuletzt ein Gymnasium besucht hatte, in der Schule Schloss Salem seine Schulausbildung fortsetzen.Klaus Schultze: „Auch hatte ich Schlimmes über Internate gehört...“ Meine Salemer Jahre 1940 bis 1948, Kulturamt Bodenseekreis (= Salemer Hefte 7), Überlingen 2019, ISBN 978-3-945396-14-8. 1944 wurde er nach einem Wehrertüchtigungslager zunächst zum Reichsarbeitsdienst verpflichtet und noch Anfang 1945 in die Wehrmacht eingezogen. Nach kurzer Kriegsgefangenschaft kehrte Schultze im November 1945 an die wiedereröffnete Schule in Salem zurück. Kurz vor den Abiturprüfungen 1948 verließ er Salem und begann in Konstanz eine Töpferlehre, die er 1951 abschloss. In den Jahren von 1952 bis 1955 arbeitete er in verschiedenen Keramikwerkstätten in Paris. Im Jahr darauf richtete er sich ein eigenes Atelier in Gournay-sur-Marne ein. Ab 1960 entstanden erste Keramikskulpturen. Klaus Schultze: Ton - Ziegel - Zement. Ausstellung in der Galerie am Wasserturm Berlin, 5. Mai bis 17. Juni 2001 1964 wurde er mit dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet. (PDF; 483 kB), Stadt Überlingen/Bodensee, 2. Juli 2012 Ein Ruf auf eine Professur für Keramik führte ihn 1979 an die Akademie der Bildenden Künste München.Klaus Schultze. In: Steffi Roettgen (Hrsg.): Skulptur und Plastik auf Münchens Straßen und Plätzen. Kunst im öffentlichen Raum 1945-1999. Idea-Verlag, 2000, S. 359 1993 wurde er emeritiert.
Schultze lebt und arbeitet seit 1992 in Überlingen-Goldbach.
Werk In Paris schuf Schultze zunächst noch Gebrauchskeramik, später folgten Skulpturen in Keramik. Bei einem Aufenthalt in Siena 1969 entdeckte er Backstein – weil vielfältig einsetzbar, bruchsicher und wetterbeständig – als ideales Ausdrucksmittel für sich. (PDF; 483 kB), Stadt Überlingen/Bodensee, 2. Juli 2012 Seither entstehen großformatige Backsteinskulpturen, die Schultze international bekannt gemacht haben. Seit 1993 verwendet Schultze in seinen Plastiken Gitter und Moniereisen und fügt keramische, farbig glasierte Bruchstücke, Draht oder farbig ummantelte Kabel intarsienhaft ein.
Arbeiten in Sammlungen (Auswahl) Museum Folkwang, Essen Musée de Grenoble Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg Keramikmuseum Westerwald, Höhr-Grenzhausen Museum für Angewandte Kunst, Köln Fondazione Pagani, Legnano Grassi Museum, Leipzig Kunsthalle Nürnberg Landesmuseum Kunst und Kultur Oldenburg Musée d’art moderne de la Ville de Paris Württembergisches Landesmuseum, Stuttgart Internationales Keramik-Museum der Neuen Sammlung München, Weiden
Werke im öffentlichen Raum (Auswahl)
Zahlreiche der großformatigen Backsteinskulpturen von Schultz, darunter Brunnen und gestaltete Mauern, stehen im öffentlichen Raum in Deutschland, Italien, Schweiz und Israel, die meisten jedoch in Frankreich. Ausstellung in der Galerie Handwerk München, 27. April bis 9. Juni 2012. 1970: L’Essentiel. Standort: Vitry-sur-Seine 1975: La Main Divine (Die göttliche Hand). Standort: Saint Quentin en Yvelines 1977–1978: Eingangsgestaltung. Werbeagentur Gisler & Gisler, Mühlebachstr. 162 (Ecke Rudolfstr.), Zürich. Unter DenkmalschutzKlaus Schultze: Eingangsgestaltung Werbeagentur Gisler & Gisler (1977–78) – SkulpTour Zürich (Welt der Form) 1978–1980: Place des Géants. Standort: Fußgängerzone, Villeneuve de Grenoble 1980–1981: Neun Figuren, Direction Départementale de l’Equipement DDE, Créteil 1980–1981: 4 Riesen. Standort: Mensa der Hochschule Bremen, Bremen-Neustadt 1982. Géants à Table. Standort: Internationale Hotelfachschule, Mail des Saules, Saint Quentin en Yvelines, GuyancourtLa Table des Géants – Saint Quentin en Yvelines, France. Abstract Public Sculptures (Waymarking.com) 1983: Mann und Frau. Standort: Westpark, München 1983. Paar. Standort: Asamhof, MünchenKlaus Schultze: Paar (1983) – SkulpTour München (Welt der Form) 1983: Das Paar im Wasser. Standort: Mühlenkanal, HüfingenKunstwerke in Hüfingen, Stadt Hüfingen 1983/1984: Brunnen- und Platzgestaltung. Standort: Rotkreuzplatz, München 1987: Stehender und Liegende. Standort: Lazarettstraße, München, 2014? umgesetzt nach Hof, Bay. Landesamt für UmweltKlaus Schultze: Stehender (1987) – SkulpTour München (Welt der Form) 1987: Paar. Symposion ‚Briksteen‘, Kortrijk (Belgien) 1987: Paar. Auf dem Langwassersee, Hermann-Thiele-Weg, Nürnberg-Langwasser (Nord-Ost) (PDF; 1,7 MB). Projekt „Nürnberg – intelligent mobil“, Stadt Nürnberg, Kapitel 4, Nr. 13. 1991: Das Paar. Standort: Park beim Bahnhof, OffenburgSkulpturen in Offenburg, Stadt Offenburg 1994: Schutzengel. Brunnenanlage, Klinikum Süd, Patientengarten, Nürnberg-Langwasser 1995–2021: Standort: Rieter-Werke GmbH, Schneckenburgstrasse 11, Konstanz-Petershausen 1998: Mahnmal für die Opfer des Faschismus. Standort: Fridolin-Endraß-Platz (Ernst-Lehmann-Str. Ecke Hofener Str.), Friedrichshafen (PDF; 11,4 MB), Stadt Friedrichshafen, 1. Auflage, 2006, S. 41. 2001: Sitzgruppe. Standort: Sennhofplatz, Hüfingen. Erinnert an die jährlich im September auf dem Sennhofplatz stattfindenden Internationalen Keramikwochen.Kunstwerke in Hüfingen, Stadt Hüfingen 2011: Fachwerk-Hand. Standort: München-Sendling
Einzelausstellungen (Auswahl) Zu den mit «K» gekennzeichneten Ausstellungen erschien ein Katalog. 1956: Galerie La Demeure, Paris 1967: Propositions pour interieurs de tetes, sculptures de Klaus Schultze. Galerie La Roue, Paris. 13. April bis 6. Mai 1967K 1969: Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen 1971: Galerie La Roue, Paris (mit ersten Skulpturen) 2008: Klaus Schultze. Keramion/Frechen, vom 18. Mai bis 17. August 2008K 2009: Backsteinskulpturen von Klaus Schultze, Skulpturhalle Basel des Antikenmuseums, 16. August bis 27. September 2009 2012: Klaus Schultze - Keramikskulpturen. Galerie Handwerk München, 27. April bis 9. Juni 2012. Ausstellung in der Galerie Handwerk München, 27. April bis 9. Juni 2012 2012: Tatort Ton. Nica Haug und Klaus Schultze. Städtischen Galerie Überlingen, 14. Juli bis 11. November 2012 (PDF; 483 kB), Stadt Überlingen/Bodensee, 2. Juli 2012
Publikationen „Auch hatte ich Schlimmes über Internate gehört...“ Meine Salemer Jahre 1940 bis 1948 (= Salemer Hefte, 7). Kulturamt Bodenseekreis. Überlingen 2019, ISBN 978-3-945396-14-8.
Literatur Gudrun Schmidt-Esters (Hrsg.): Klaus Schultze. Stiftung Keramion, Zentrum für Moderne + Historische Keramik, Frechen, 2008 [anlässlich einer Ausstellung im Keramion/Frechen vom 18. Mai bis 17. August 2008].
Weblinks
Klaus Schultze - Keramikskulpturen. Ausstellung anlässlich des 85. Geburtstages in der Galerie Handwerk München, 27. April bis 9. Juni 2012 Tatort Ton. Nica Haug und Klaus Schultze. (PDF; 483 kB). Ausstellung anlässlich des 85. Geburtstags in der Städtischen Galerie Überlingen, 14. Juli bis 11. November 2012. Dr. Andreas Gabelmann: Rede zur Ausstellungseröffnung am 13. Juli 2012
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1927 Kategorie:Mann