mini|Peter Kraus, 2006 rahmenlos|zentriert|class=notpageimage skin-invert-image|Unterschrift Peter Kraus österreichischer Schauspieler und Sänger Peter Kraus (* 18. März 1939 als Peter Siegfried Krausnecker in München) ist ein österreichischer Schauspieler, Sänger und Fernsehmoderator. Er war der „erste deutschsprachige Popstar“ und Begründer des deutschsprachigen Rock ’n’ Roll. Vor allem von Mitte der 1950er- bis Mitte der 1960er-Jahre war er regelmäßig in den Single-Charts vertreten und landete in Deutschland in dieser Zeit 17 Top-Ten-Hits.
Leben Herkunft und Ausbildung Peter Kraus, Sohn des österreichischen Regisseurs und Kabarettisten Fred Kraus (eigentlich KrausneckerEintrag. In: Oesterreichisches Musiklexikon, abgerufen am 7. Februar 2026.) und einer Münchnerin, verbrachte seine Jugend in München, Gräfelfing, Wien und Salzburg, wo sein Vater ein kleines Theater betrieb. Schon während seiner Schulzeit nahm er Gesangsunterricht, belegte Schauspiel- und Stepkurse und begann 1954 eine Schauspielkarriere mit der Rolle des Johnny in dem Film Das fliegende Klassenzimmer nach dem gleichnamigen Buch von Erich Kästner.
Privates Im Jahr 1969 heirateten Kraus und das Fotomodell Ingrid Nieuweboer. Sie brachte eine Tochter, Gaby (1962–2001), mit in die Ehe, die von Kraus adoptiert wurde. 1973 wurde der gemeinsame Sohn Michael geboren, der wie sein Vater auf der Bühne steht und Musik macht. Peter Kraus lebt mit seiner Ehefrau am Luganersee in der Schweiz und besitzt in Gamlitz in der Steiermark einen Bauernhof sowie ein Weingut. 25. Februar 2016.
Musik Rock-’n’-Roll-Star und Schmusesänger mini|Peter Kraus, Foto: Jack Metzger, Comet Photo, 1960 Kraus wurde – wie Ted Herold – von Musikproduzent Gerhard Mendelson für Polydor Records in Wien produziert. Kraus und Herold wurden anfangs als „deutscher Elvis“ vermarktet. Mendelson hatte Peter Kraus nach dessen erstem öffentlichen Konzertauftritt im Oktober 1956 in München entdeckt. Noch im selben Jahr entstand Kraus’ erste Single, eine deutschsprachige Version von Little Richards Tutti Frutti. Kraus entwickelte sich bald zu einem der populärsten deutschsprachigen Rock-’n’-Roll-Sänger und Teenageridole; sein schlaksiges jugendliches Auftreten kam bei Heranwachsenden gut an. In den ersten vier Jahren nach seinem Debüt brachte Kraus 36 Lieder heraus und verkaufte mehr als 12 Millionen Schallplatten. Im Juni 1957 wurde Susi Rock, Kraus’ erste Hitparadennotiz (Rang 8), produziert.
mini|Single Mit siebzehn (1958) Bis 1964 war Kraus regelmäßig in den deutschen Charts. 1958 nahm er die Titel Wenn Teenager träumen, Hula Baby, das populäre Sugar Baby (Erstveröffentlichung: November 1958) und Mit siebzehn (August 1958; Rang 2) auf; 1959 folgte seine Version von Tiger. Produzent Mendelson erwarb die Rechte an hitverdächtigen US-Songs, um sie mit einem deutschen Text versehen mit Peter Kraus zu produzieren. So entstanden in rund acht Jahren 36 Singles. Dabei konnte Kraus mit keinem Titel über eine Million Exemplare absetzen, da sich die rasch nacheinander veröffentlichten Singles offenbar gegenseitig Konkurrenz machten. Von Sugar Baby wurden immerhin 600.000 Singles verkauft; der Titel brachte ihm den Goldenen Löwen von Radio Luxemburg ein. Anfänglich war Kraus von Elvis Presley beeinflusst, doch fand er zunehmend einen eigenen Stil. 13 seiner Titel stammten aus der Feder von Fini Busch.
Peter Kraus galt als das erste Teenager-Idol im deutschen Sprachraum und war 1959 der erste männliche Prominente, dem die Jugendzeitschrift «Bravo» einen lebensgroßen «Starschnitt» widmete.Schön war ich lang genug In: Magazin Zeitlupe November 2022, abgerufen am 16. August 2024 Kraus passte seine Lieder dem sich ändernden Musikgeschmack an und profilierte sich zu Beginn der 1960er Jahre als Deutschlands „Schmusesänger“ Nummer 1. So sang er 1961 den Walzer Schwarze Rose Rosemarie und erreichte damit Platz 5 der deutschen Hitparade. Er erhielt den Bronzenen Löwen von Radio Luxemburg, und mit weiteren klassischen Bluestiteln wie Silvermoon und Sweety setzte er 1962 seine Erfolgsserie fort. Er ging mit seinen Liedern auf Tournee, die ihn auch nach Frankreich, England, Italien, in die Niederlande, nach Schweden und Amerika führte.
Mit Jörg Maria Berg veröffentlichte er einige Lieder unter dem Pseudonym James Brothers. Außerdem sang er unter anderem mit Conny Froboess und Connie Francis, Lill-Babs, Danny Mann, Alice und Ellen Kessler, Gus Backus und Gina Dobra.
Im Frühsommer 1999 veröffentlichte Kraus eine neue CD, (Ich mach weiter), und ging im Herbst desselben Jahres damit auf Deutschlandtournee.
Im Jahr 2014 absolvierte Peter Kraus die Tournee Das Beste kommt zum Schluss durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Sie war als seine letzte Tour angekündigt, mdr.de, 2. März 2018, abgerufen am 28. Mai 2018 doch bestritt er im März und April 2018 noch eine Reihe von Konzerten unter dem Titel Schön war die Zeit.Peter Kraus in Freiburg: Schön war die Zeit. Badische Zeitung, 23. April 2018 Auch im Jahr 2022 trat Peter Kraus noch auf. Im Juni 2024 sang der mittlerweile 85-jährige Kraus beim Donauinselfest in Wien.
Insgesamt verkaufte Peter Kraus mehr als 17 Millionen Tonträger.
Schauspieler Schon bevor die Rock-’n’-Roll-Welle abebbte, trat Peter Kraus als Schauspieler in Kino- und Fernsehfilmen auf, etwa in Die Freundin meines Mannes (1957) und Der Pauker (1958), beide unter der Regie von Axel von Ambesser, und in Die Frühreifen unter der Regie von Josef von Báky.
Als „netter Junge von nebenan“ sang er im Duett mit dem Teenageridol Conny Froboess und trat mit ihr in Schlagerfilmen auf, so 1958 in Wenn die Conny mit dem Peter und 1960 in Conny und Peter machen Musik, wenngleich rechtliche Hindernisse zwischen der Plattenfirma von Kraus und der von Froboess (Electrola) schwer zu überwinden waren. Beide avancierten bei Deutschlands Jugendlichen zu den beliebtesten Leinwandstars der späten 1950er Jahre. Im Jahr 1959 spielte Peter Kraus mit seinem Vater, Fred Kraus, in Melodie und Rhythmus (Kino-Premiere am 11. September 1959).
Ende der 1980er Jahre spielte Peter Kraus in der Fernsehserie Die glückliche Familie (produziert vom Bayerischen Rundfunk) den Modedesigner Heinrich Wolfgruber.
Mit Cornelia (Conny) Froboess stand er erstmals 1986 nach 26 Jahren wieder vor der Kamera, in dem Thriller Der Sommer des Samurai von Hans-Christoph Blumenberg.
In der Jugendkomödie Systemfehler – Wenn Inge tanzt von 2013 spielte Kraus einen alternden Schlagersänger.
Weitere Tätigkeiten und Auftritte mini|Peter Kraus, 2011 1967 wurde Peter Kraus künstlerischer Leiter der größten europäischen Diskothek Blow Up in München.
Kraus wirkte auch als Drehbuchautor und Plattenproduzent. Eine Fernsehshow Herzlichst, Ihr Peter Kraus, in der er ausländische Stars vorstellte, wurde in vierzehn Folgen ausgestrahlt. Im Jahr 1970 war Kraus in achtzehn Folgen Showmaster der TV-Unterhaltungsserie Bäng-Bäng. Im selben Jahr trat er in der ZDF-Hitparade mit dem Schlager Hokuspokus Fidibus auf. Beliebt waren auch seine Auftritte in der von seinem Vater produzierten Serie 8×1 in Noten sowie Hallo Peter.
Kraus wirkte zudem in einigen Fernsehmusicals mit, so in Die Pickwickier, Bel Ami, Ein Walzertraum, Wenn der Vater mit dem Sohn, Lösegeld für Mylady und No, no, Nannette.
Im Jahr 1990 veröffentlichte er unter dem Titel Wop-baba-lu-ba – mein ver-rocktes Leben seine Memoiren.
1991/92 moderierte er auf RTL plus als Nachfolger von Frank Papke die Musikrevue, die ab sofort Peters Musikrevue hieß, anfangs noch regelmäßig alle 14 Tage am Sonntagvorabend, ab 1992 nur noch sporadisch als große Abendshow.
Durch Bilder, die an die Werke von Roy Lichtenstein erinnern, wurde er als Maler bekannt. Sie wurden in Ausstellungen in Zürich und St. Moritz gezeigt.
In der dritten Staffel von Let’s Dance (April/Mai 2010) war Kraus einer der vier Juroren.
Am 1. Oktober 2017 verletzte er sich in der Eurovisionssendung Spiel für dein Land – Das größte Quiz Europas, in der er gemeinsam mit den ORF-Moderatorinnen Verena Scheitz und Kati Bellowitsch Österreich vertrat. Er brach sich die Schulter und musste den Auftritt vorzeitig beenden.
Im Herbst 2021 nahm Peter Kraus im Kostüm eines Skunks mit französischem Akzent an der ProSieben-Sendung The Masked Singer teil.
Autorennen mini|Peter Kraus in seinem AC Ace Bristol D2 bei der Arosa ClassicCar 2011 Kraus ist ein Liebhaber klassischer Rennfahrzeuge und betätigte sich gelegentlich als Hobbyrennfahrer, zum Beispiel bei der Arosa ClassicCar, der Ennstal-Classic, der Mille Miglia, der Silvretta Classic, dem Großglockner Grand Prix, dem Gaisbergrennen, der Arlberg Classic und weiteren Rallyes.
Diskografie
Filmografie Kino
Fernsehen (Auswahl) Als Schauspieler 1968: Wenn die kleinen Veilchen blühen 1971: Olympia-Olympia 1973: Paganini (Fernsehfilm) 1990: Die glückliche Familie (Fernsehserie) 1993: Drei zum verlieben 1995: Liebling, ich muß auf Geschäftsreise (auch Regie) 1999: Das Amt (Fernseh-Comedy-Serie, Folge Späte Liebe) 2002: Die fabelhaften Schwestern 2007: Mitte 30, Regie: Stefan Krohmer 2021: The Masked Singer (als Stinktier)
Als Sänger bzw. Talkgast 1990: Happy Birthday Peter! 1990: Alles Nichts Oder?! 2000: Showpalast 2008: Die Hit-Giganten 2013: Lafer! Lichter! Lecker! 2015: Meine Schlagerwelt 2017: Immer wieder sonntags 2017: ZDF-Fernsehgarten 2019: ARD-Morgenmagazin 2019: Schlager-Spaß mit Andy Borg (Folge 3, Februar) 2019: Immer wieder sonntags 2019: Schlager-Spaß mit Andy Borg (Folge 12, November) 2021: Schlager-Spaß mit Andy Borg (Folge 34, September) 2021: Heiligabend mit Carmen Nebel 2022: Immer wieder sonntags 2022: ZDF-Fernsehgarten 2023: Volle Kanne
Moderation 1960–1963: Herzlichst: Ihr Peter Kraus 1970–1973: Bäng Bäng 1973–1979: 8×1 in Noten 1974–1982: Hallo Peter! 1991–1992: Peters Musikrevue 1999: Wenn Teenager träumen
Auszeichnungen (Auszug) 2003: Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien 2004: Amadeus Austrian Music Award für das Lebenswerk 2006: Echo für das Lebenswerk 2009: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien 2014: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 2019: SWR4 Durchstarter des Jahres für das Lebenswerk 2020/21: Platinromy der Akademie für das Lebenswerk (zuerkannt 2020, verliehen 2021) 2024: Bayerischen Verdienstorden 2024: Goldener Rathausmann
Publikationen Für immer jung. Das Geheimnis meines Lebens. Autobiografie. Südwest, München 2011, ISBN 978-3-517-08732-0.
Literatur Eintrag. In: Oesterreichisches Musiklexikon
Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 533. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 480 f.
Dokumentarfilm Terra X History (2023): Peter Kraus - Die deutsche Rock-'n'-Roll-Legende (43 min)
Weblinks
Website von Peter Kraus
Einzelnachweise
Kategorie:Autobiografie Kategorie:Rock-’n’-Roll-Musiker Kategorie:Schlagersänger Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Fernsehmoderator (Deutschland) Kategorie:Musiker (München) Kategorie:The Masked Singer (Deutschland) Kategorie:Echo-Pop-Preisträger Kategorie:Amadeus-Preisträger Kategorie:Romy-Preisträger Kategorie:Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens Kategorie:Darstellender Künstler (Österreich) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1939 Kategorie:Mann