mini|Prof. Lothar Eißmann 2005 Lothar Eißmann (* 8. September 1932 in Hartmannsdorf bei Kirchberg; † 4. Juli 2019 in LeipzigTraueranzeige, abgerufen am 15. Juli 2019, abgerufen am 13. Juli 2019) war ein deutscher Geologe und Professor an der Universität Leipzig.

Leben und Wirken Eißmann studierte ab 1951 Geologie an der Universität Greifswald. 1962 wurde er promoviert und 1970 habilitierte er sich an der Universität Halle. Er war ab 1959 Abteilungsleiter für geologische Erkundung und Forschung in Halle und Freiberg, ab 1981 bis 1992 wissenschaftlicher Kustos.Biographische Daten nach Kürschners Gelehrtenkalender, 2001

Er erforschte insbesondere die Geologie Sachsens und hier besonders das Quartär (Eiszeitalter). 2000 erhielt Eißmann die Hans-Stille-Medaille. Seit 1991 war er Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. 1990 erhielt er die Albrecht-Penck-Medaille der Deutschen Quartärvereinigung und 2003 die Serge-von-Bubnoff-Medaille. 1962 erhielt er den Kurt-Pietzsch-Preis.Bundesverdienstkreuz für Akademie-Mitglied Lothar Eißmann auf saw-leipzig.de 2015 wurde er mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. mini|hochkant=0.8|Das Grab von Prof. Lothar Eißmann auf dem Südfriedhof Das Grab von Lothar Eißmann befindet sich auf dem Südfriedhof (Leipzig) in der Abteilung Ⅰ in unmittelbarer Nähe der Geologengräber von Hermann Credner, Franz Kossmat und Robert Lauterbach.

Schriften (Auswahl) (mit Frank W. Junge:) Das mitteldeutsche Seenland – Der Westen. Vom Wandel einer Landschaft. Sax Verlag, Markkleeberg 2019. (Dritter und abschließender Band zu Geologie, bergbaubedingtem Landschaftswandel und Seenentstehung als Folge des Braunkohleabbaus der ehemaligen DDR im Gebiet westlich der Elbe und Saale zwischen Merseburg – Halle – Eisleben – Köthen – Bernburg – Magdeburg.) (mit Frank W. Junge:) Das mitteldeutsche Seenland – Der Norden. Vom Wandel einer Landschaft. Sax Verlag, Markkleeberg 2015.(Fortsetzungsband zu Geologie, bergbaubedingtem Landschaftswandel und Seenentstehung als Folge des Braunkohleabbaus der ehemaligen DDR im Gebiet zwischen Leipzig – Delitzsch – Bitterfeld – Lutherstadt Wittenberg.) (mit Frank W. Junge:) Das mitteldeutsche Seenland – Der Süden. Vom Wandel einer Landschaft. Sax Verlag, Markkleeberg 2013 (Überblick über Geologie, Landschaftsveränderung und Entstehung der bergbaubedingten, vierten Seengeneration als Folge des Braunkohleabbaus der ehemaligen DDR im Gebiet zwischen Leipzig – Borna – Zeitz – Altenburg – Grimma.) Die Erde hat Gedächtnis – 50 Millionen Jahre im Spiegel mitteldeutscher Tagebaue. Sax Verlag, Beucha, 2. Auflage, 2008. (Bildband zur Landschaftsveränderung und geologische Einblicke durch den Braunkohletagebau in der ehemaligen DDR.) Metamorphose einer Landschaft, Sax Verlag, Beucha, 2. Auflage 2006. (Bildband zur aus dem Braunkohletagebau in Ostdeutschland entstandenen Seenlandschaft.) Das quartäre Eiszeitalter in Sachsen und Nordostthüringen: Landschaftswandel am Südrand des skandinavischen Vereisungsgebietes (= Altenburger Naturwiss. Forschungen, Band 8). Mauritianum, Altenburg 1997. Die ältesten Berge Sachsens oder die morphologische Beharrlichkeit geologischer Strukturen (= Altenburger Naturwiss. Forschungen, Band 10). Mauritianum, Altenburg 1997. (als Herausgeber mit Thomas Litt:) Das Quartär Mitteldeutschlands: ein Leitfaden und Exkursionsführer; mit einer Übersicht über das Präquartär des Saale-Elbe-Gebietes (= Altenburger Naturwiss. Forschungen, Band 7.) Mauritianum, Altenburg 1994. (Tagungsband der Deutschen Quartärvereinigung in Leipzig, Quartär- und Umweltgeologie Mitteldeutschlands, 150 Jahre Inlandeistheorie in Sachsen, September 1994.) (als Hrsg.:) Die Eemwarmzeit und die frühe Weichseleiszeit im Saale-Elbe-Gebiet: Geologie, Paläontologie, Palökologie; ein Beitrag zum jüngeren Quartär in Mitteleuropa (= Altenburger Naturwiss. Forschungen, Band 5). Mauritianum, Altenburg 1990. (Zum Kongress: International Union for Quaternary Research, Peking.) (mit Ansgar Müller, Renate Ortmann:) Die Schwerminerale im fluviatilen Quartär des mittleren Saale-Elbe-Gebietes: ein Beitrag zur mitteleuropäischen Flußgeschichte (= Altenburger Naturwiss. Forschungen, Band 4). Mauritianum, Altenburg 1988. Periglaziäre Prozesse und Permafroststrukturen aus sechs Kaltzeiten des Quartärs. Ein Beitrag zur Periglazialgeologie aus der Sicht des Saale – Elbe – Gebietes (= Altenburger Naturwiss. Forschungen, Band 1). Mauritianum, Altenburg 1981. Die alt- und frühpleistozänen Schotterterrassen der Leipziger Tieflandsbucht und des angrenzenden Gebietes (= Beiheft zur Zeitschrift Geologie, Nr. 46, Jahrgang 13). Akademie Verlag, Berlin 1964. Das Quartär der Leipziger Tieflandsbucht und angrenzender Gebiete um Saale und Elbe: Modell einer Landschaftsentwicklung am Rand der europäischen Kontinentalvereisung (= Schriftenreihe für geologische Wissenschaft, Band 21). Akademie Verlag, Berlin 1975 (zugleich Habilitationsschrift).

Literatur

Reinhard Gaupp, Frank Junge, Ansgar Müller: Lothar Eissmann (8. September 1932 – 4. Juli 2019). In: Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Jahrbuch 2019–2020. Leipzig 2021, S. 108–109.

Weblinks Eißmann bei der Sächsischen Akademie der Wissenschaften

Einzelnachweise

Kategorie:Geologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Leipzig) Kategorie:Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann