Mecki ist eine fiktive Figur, die ursprünglich aus einem Puppenfilm der Brüder Diehl stammt und später Vorlage einer Comic- und einer von Steiff hergestellten Puppenfigur wurde, die als Maskottchen der Zeitschrift Hörzu vertrieben wurden. Seinen Namen verdankt der Igel dem ehemaligen Chefredakteur der Hörzu, Eduard Rhein. Der Redaktionsigel war Namensgeber der Meckifrisur.

Entwicklung Ursprünge der Figur mini|Der Igel feiert seinen Sieg über den Hasen, Illustration von Gustav Süs Meckis Ursprünge gehen zurück in das 19. Jahrhundert, als die Brüder Grimm ihre Märchensammlung erstellten.vgl.: Sackmann 1994, S. 8ff. 1843 wurde das Tiermärchen vom Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel in die fünfte Auflage der „Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm als Nummer 187 aufgenommen. Zuvor hatte Wilhelm Schröder diese Geschichte 1840 den Lesern des Hannoverschen Volksblatts vorgestellt.

1938/39 wurde das Märchen im Auftrag der Reichsstelle für den Unterrichtsfilm (RfdU) verfilmt, die 1940 in Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (RWU) umbenannt wurde. Verantwortlich dafür waren die Gebrüder Diehl. Sie gelten damit als die Väter der Igelfigur,Fleischer 2009, S. 28. aus der später Mecki hervorgehen sollte. Die drei Brüder Paul, Ferdinand und Hermann Diehl produzierten im Familienbetrieb seit 1929 Animationsfilme. Zunächst drehten sie mit Kalif Storch einen Scherenschnittfilm und wandten sich anschließend dem Puppenfilm zu. Hierbei kam es zu einer Arbeitsteilung. Ferdinand agierte als Puppenspieler und Animationstechniker, Hermann als Gestalter von Puppen und Kulissen und Paul war Drehbuchautor. Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel wurde auf 16 mm als Stummfilm gedreht und mit Zwischentiteln versehen. Insgesamt wurden 1600 Kopien von dem Film gezogen und im Unterricht eingesetzt. Weiterhin wurde er im Zweiten Weltkrieg zur Unterhaltung der Frontsoldaten eingesetzt. Der Film erfreute sich großer Beliebtheit. Um diese auszunutzen, ließen die Brüder Diehl Postkarten des noch namenlosen Igels produzieren.

Nach dem Krieg schieden Hermann und Paul Diehl aus der gemeinsamen Firma aus. Ferdinand Diehl startete 1948 seine Trickfilmproduktion. Als er entdeckte, dass sein Igel das Maskottchen („Redaktionsigel“) der jungen Zeitschrift Hörzu war, strengte er einen Rechtsstreit gegen die Zeitschrift an. Nach Klärung desselben vergab er weitere Lizenzen. In der eigenen Firma wurden ab 1951 Mecki-Puppenfilme produziert und neue Postkarten herausgeben.

Werdegang als Comic- und Puppenfigur Die Programmzeitschrift Hörzu war am 11. Dezember 1946 mit einer Startauflage von 250.000 Exemplaren auf den Markt gekommen. Chefredakteur der Zeitschrift war Eduard Rhein. Sein Bildredakteur stellte ihm die Igelfigur als mögliches Maskottchen vor. Laut seiner Autobiographie war Rhein von der Idee angetan und wollte die namenlose Figur mit allen Rechten kaufen, doch trotz intensiven Suchens habe er die Rechteinhaber nicht finden können.vgl.: Rhein 1992, S. 402–403. In seiner Autobiographie erklärte er die Namensgebung des Igels damit, dass dieser auf den Seiten der Hörzu ausgiebig meckern sollte. Jahre zuvor hatte Eduard Rhein den Lesern der Hörzu in seinem Artikel „15 Jahre Mecki“ noch erklärt, dass sich der Namen Mecki von dem seines Redakteurs Hans Mecklenburg ableite. Dieser arbeitete 1947 für einige Monate bei der Hörzu und hatte den Spitznamen „Mecki“. mini|Mecki-Familie von Steiff: Mecki (Mann), Micki (Frau), Mucki (Tochter) und Macki (Sohn), ca. 1960. Seinen ersten Auftritt hatte Mecki auf der Titelseite der Hörzu 43/1949. Seine Aufgabe sollte es sein, das Radioprogramm kritisch zu kommentieren. Anfangs wurden Motive der Diehl-Postkarten verwendet. Um neues Bildmaterial zur Verfügung zu haben, beauftragte Rhein seinen Mitarbeiter Reinhold Escher, erst Einzelbild-Illustrationen und später dann ganzseitige Geschichten mit Mecki anzufertigen.vgl.: Fleischer und Förster 2009a, S. 8–9.

Bald erfuhr Ferdinand Diehl, dass das Urheberrecht an seiner Figur verletzt worden war. Er meldete seine Rechte an, und nach einer längeren gerichtlichen Auseinandersetzung einigten sich die Parteien in einem Vergleich, der besagte, dass die Hörzu Mecki ausschließlich für Comics und Bilderbücher verwenden dürfe.vgl.: Sackmann 1994, S. 22. Die Illustrationen und Comicfolgen erscheinen seitdem mit dem Vermerk „Zeichnungen der Mecki-Figur nach Diehl-Film“.später aktualisiert als: „Zeichnungen der Mecki-Figur nach F. und H. Diehl“ Diehl vergab nach diesem Vergleich unterschiedliche Verwertungsrechte. Die Lizenz zur Herstellung einer Puppenfigur wurde an die Firma Steiff abgetreten. 1951 wurde die erste Meckifigur produziert, der schnell weitere, u. a. auch Meckis Frau Micki (Bild) und die Kinder Macki und Mucki, folgten.

Zeichnerische Entwicklung 1949–1978 Zeichnerisch umgesetzt wurde Mecki in den ersten Jahren von Reinhold Escher. Dieser war von 1948 bis 1976 freier Mitarbeiter bei der Hörzu und entwickelte in Eduard Rheins Auftrag die Meckifigur, die zunächst in Einzelillustrationen eine kommentierende Funktion hatte.

Im Heft 32/1951 erschien mit Der Außenseiter die erste Comicgeschichte in der Hörzu. Mecki war dort nur in seiner Funktion als Kommentator Gast im letzten Panel. Fünf Wochen später erschien die Geschichte Charly Pinguin geht fischen, die mit dem Pinguin Charly eine der wichtigsten Figuren des späteren Mecki-Universums vorwegnahm. In der nächsten Woche erschien mit Mecki reist astral in Hörzu 38/1951 die erste Comicgeschichte mit dem Redaktionsigel. In den Folgewochen erschienen in unregelmäßigen Abständen weitere Geschichten. Erst ab der Ausgabe 43/1953 erschienen die Mecki-Comics wöchentlich, in derselben Ausgabe begann mit Die große Nummer die erste längere Geschichte. Waren die Comics vorher unabhängig voneinander, bauten die wöchentlichen Fortsetzungen nun aufeinander auf.

Nach und nach ergänzte Reinhold Escher das Mecki-Universum mit neuen Figuren, zum Beispiel Charly Pinguin, der Schrat oder die sieben Goldhamster, aber auch mit Bösewichten wie dem Urwaldzauberer Kokolastro, der Hexe Drule und dem Fliegenpeter.

Bereits 1952 und damit noch vor den längeren, aufeinander aufbauenden Comicgeschichten erschien das erste Bilderbuch mit dem Igel: Mecki im Schlaraffenland. Zeichner des Buches war ebenfalls Reinhold Escher. Da er sich mit Eduard Rhein nicht über ein besseres Honorar für die Bücher einigen konnte, konzentrierte er sich fortan auf die Comicgeschichten in der Hörzu. Die Gestaltung der Bilderbücher wurde an einen anderen Zeichner übertragen.

Bereits in der Planungsphase des ersten Bilderbuches ließ Eduard Rhein seinen Mitarbeiter Wilhelm Petersen Mecki-Arbeitsproben anfertigen.Fleischer und Förster 2009a, S. 15. Dieser arbeitete seit 1950 für die Hörzu. Als Künstler, der im Dritten Reich zur Prominenz zählte, fiel es ihm schwer, nach dem Zweiten Weltkrieg Arbeit zu finden. Für ihn waren die Mecki-Arbeiten reine Auftragsarbeit.Sackmann 1994, S. 55. Für die Hörzu gestaltete Petersen zunächst Illustrationen für den redaktionellen Teil und Titelseiten im Stil amerikanischer Illustrierter. Ab 1953 gestaltete er die im Jahr zuvor gestartete Mecki-Bilderbuchreihe.

Bereits in seinem ersten Buch Mecki bei den Sieben Zwergen fügte er dem Mecki-Universum zwei neue Figuren hinzu, den Kater Murr und die Ente Watsch. Diese wurden ausschließlich in seinen Mecki-Bilderbüchern verwendet. Eine weitere populäre Figur, die Petersen einführte, war sein Namensvetter Käptn Petersen, der später auch in die Mecki-Comicseiten der Hörzu übernommen wurde.

Die seit 1953 in der Hörzu praktizierte Publikationsform der Comics als Fortsetzungsgeschichten hatte sich als erfolgreiche Maßnahme zur Kundenbindung erwiesen.Fleischer und Förster 2009a, S. 9. Der kindlichen Zielgruppe wurden nun verstärkt Geschichten präsentiert, die Mecki und seine Freunde – seinen Abenteuern in den Mecki-Büchern gemäß – in fremde Länder und Märchenwelten führte und die Leser mit anderen Kulturen bekannt machte. Erschienen die Comicseiten anfangs komplett in sepia und später sporadisch auch in Farbe,Die erste farbige Mecki-Folge erschien in der Hörzu 14/1956. waren nun die Mecki-Comicseiten ab 53/1957 vollständig in Farbe.

Als 1958 Reinhold Escher, der Zeichner der Comics, krankheitsbedingt ausfiel, übernahm Petersen zusätzlich zu seiner Arbeit am jährlichen Mecki-Buch die Gestaltung der Comicgeschichten in der Hörzu. Nachdem Escher von seiner Krankheit genesen war, kam es zu der Einigung, dass Petersen von nun an ein Drittel der Geschichten zeichnen sollte. Im Gegensatz zu Escher, der seine Geschichten zusammen mit seiner Frau Gretel Escher selber schrieb, entwickelte für Petersen die Redaktion den Text für die wöchentlichen Comics.

Weitere Zeichner, die Mecki in der Ära unter Eduard Rhein gestalteten, waren die Künstler Bruno Hanich und Hans Held sowie die Künstlerin I. Wille. Sie gestalteten zwar keine Comicgeschichten mit Mecki, waren jedoch für Illustrationen und Plakate mit Meckiwerbung zuständig. Insbesondere die rund 150 bekannten Meckiplakate von Bruno Hanisch erfreuen sich bei Sammlern einer großen Beliebtheit.

1963 fiel Petersen für einige Wochen wegen Krankheit aus. Um die wöchentliche Produktion der Meckicomics nicht zu gefährden, gab Eduard Rhein dem Zeichner Heinz Ludwig, der seit 1952 als Pressezeichner für die Hörzu tätig war, den Auftrag, eine Meckigeschichte (über mehrere Folgen) zu gestalten. Auch in den folgenden drei Jahren zeichnete er jeweils eine Meckigeschichte.

1965 löste Hans Bluhm Eduard Rhein als Chefredakteur der Hörzu ab, die Bilderbücher wurden eingestellt, die Comicgeschichten wurden vorerst unverändert weitergeführt, aber Heinz Ludwig bekam über 1966 hinaus keine weiteren Aufträge mehr für Mecki-Geschichten. Eine damals unveröffentlicht gebliebene Geschichte wurde erstmals ab 1993 in Stachelkopf 12–15, der Zeitschrift des Mecki-Fanclubs abgedruckt.

Als Petersen 1969 in den Ruhestand ging, wurde kein neuer Zeichner engagiert, um die Lücke zu füllen. Vielmehr fiel Reinhold Escher die Aufgabe zu, das Layout und die Geschichten zu modernisieren. Escher nutzte die neuen Bedingungen als Chance und experimentierte unter anderem mit der Seitenaufteilung und dem Einsatz von Sprechblasen. Ab der Nummer 41/69 war Mecki keine agierende Comicfigur mehr, sondern erzählte nur noch die Abenteuer von Charly Pinguin und dem Schrat. In drei Jahren 1970 bis 1972 erschienen nur 4 Geschichten mit zusammen lediglich 58 Folgen. In den Ausgaben dazwischen erschienen andere Comics, zum Beispiel Die Unbesiegbaren von Hans Martin und Sherlock Holmes von Volker Ernsting.

Mit Ausgabe 34/1972 verschwanden die Mecki-Figuren ganz aus der Hörzu und machten anderen Comicfiguren Platz, zum Beispiel: Die Unbesiegbaren (von Hans Martin), Mike Macke (von Volker Ernsting), Ramses (von Reinhold Escher) und Götz Lichtenfäls & Co (von Hans Martin).

1975, Peter Bachér war seit ca. einem Jahr neuer Chefredakteur der Hörzu, erlebte Mecki sein erstes Comeback. Wilhelm Petersen war seit 1969 im Ruhestand und Reinhold Escher konnte aus gesundheitlichen Problemen nur einen Teil der anfallenden Arbeit übernehmen. Aus diesem Grund engagierte der für Mecki zuständige Redakteur Rainer Schwarz den Zeichner Jürgen Alexander Heß. Schwarz als Texter und Heß als Zeichner modernisierten das altvertraute Mecki-Universum, ergänzten die Geschichten um parodistische Elemente und Zeitbezüge. Nach etwas mehr als 3 Jahren war Meckis Comeback gescheitert. In der Hörzu 2/1978 erschien die vorerst letzte Mecki-Comicseite für mehr als 6 Jahre, stattdessen wurden andere Comics abgedruckt, wie zum Beispiel Captain Future.

Zeichnerische Entwicklung nach 1978