mini|Logo zwischen 1999 und 2023 (deutsche Version). mini|305px|Post-Filiale in 3907 Simplon Dorf (2020) Die Schweizerische Post AG (, , ) ist eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft in der Schweiz. Sie beförderte im Jahr 2025 rund 1,5 Milliarden adressierte Briefe, 186 Millionen Pakete, transportierte über 189 Millionen Reisende und verwaltete durchschnittlich 112,8 Milliarden Schweizer Franken Kundenvermögen. Diese Aufgaben werden mit einem Personalbestand von rund 44'000 Beschäftigten bewältigt, wovon der grösste Teil in der Schweiz tätig ist. Damit gehört sie zu den grössten Arbeitgebern in der Schweiz. Im Juni 2022 war sie auf der Liste der grössten Unternehmen in der Schweiz auf dem 38. Platz.

Konzernstruktur Unter dem Dach des Konzerns Die Schweizerische Post AG sind diverse Konzerngesellschaften angesiedelt, darunter:

Post CH AG (Markenname: Die Post): befördert Briefe und Pakete Post CH Netz AG: betreibt die Poststellen sowie weitere Zugangspunkte PostFinance AG: betreibt ein Finanzinstitut PostAuto AG: betreibt ein nationales Busnetz Post CH Kommunikation AG: ist im Kommunikationsmarkt tätig Post Immobilien Management und Services AG: entwickelt, bewirtschaftet und vermarktet Liegenschaften

Konzernleitung 1998 – 2000: Reto Braun 2000 – 2009: Ulrich Gygi 1. April 2009 – 13. Dezember 2009: Michel Kunz 14. Dezember 2009 – 31. August 2012: Jürg Bucher 1. September 2012 – 8. Juni 2018: Susanne RuoffKnall bei der Post. Chefin Susanne Ruoff tritt zurück! blick.ch, 13. September 2018 9. Juni 2018 – 31. März 2019: Ulrich Hurni, ad interimExterne Untersuchung und Gutachten bestätigen inakzeptables Fehlverhalten – Post-Verwaltungsrat zieht die Konsequenzen. post.ch, 11. Juni 2018 1. April 2019 – 31. März 2025: Roberto CirilloWebsite Post CH AG 1. April 2025 – 31. Oktober 2025: Alex Glanzmann, ad interim seit 1. November 2025: Pascal Grieder

Geschichte mini|Eine automatische Sortierungsanlage der PTT in der Schanzenpost in Bern mini|120px|Ortspostmarke zu 2½ Rappen, 1850 mini|Das ehemalige Paketzentrum in Zürich Mülligen, erstes der drei Briefzentren, entworfen vom Architekten Theo Hotz mini|Postzüge verbinden mehrfach täglich die Postzentren von Frauenfeld, Härkingen, Mülligen und Daillens mini|Postauto der PostAuto AG zur Personenbeförderung

Ehemalige PTT

Die Bundespost wurde am 1. Januar 1849 zum Transport von Briefen, Paketen, Personen und Geldsendungen geschaffen. Postsendungen wurden ab 1857 per Bahn befördert. Ab 1866 wurden eigene Bahnpostwagen in Dienst gestellt. Nachdem 1903 erstmals Motorfahrzeuge eingesetzt worden waren, stellte die letzte Pferdepost in Avers GR 1961 ihren Betrieb ein. Ab 1906 existierte ein Postscheckdienst (Girokonto, der Vorläufer der heutigen Postfinance; Gelbes Konto). 1920 wurden Telefonie und Telegrafie mit der Post zusammengelegt. Die Behörde hiess nun PTT (Post, Telefon, Telegraf). Seit 1939 ist das Merkmal der Schweizerischen Post die gelbe Farbe. Briefkästen und Wertzeichenautomaten erscheinen seitdem in Postgelb. 1964 wurden die Postleitzahlen eingeführt. 1978 stellten die PTT die ersten Postomaten (Geldautomaten) auf und bot die ersten Natels (Autotelefone) an (vgl. Swisscom).

Mit der Gründung des Bundesstaates im Jahre 1848 wurden grundlegende Änderungen betreffend Organisation des noch jungen Bundesstaates vorgenommen, darunter die Neuorganisation des Post-, Verkehrs- und Münzwesens, die Armee und die Rechtsprechung mit der entsprechenden Gesetzgebung. Mit der Gründung der eidgenössischen Postverwaltung erfolgte die Ablösung der kantonalen Postverwaltungen durch den Bund. Somit erhielt der Bund das Monopol zur Weiterbeförderung von postalischen Dienstleistungen (Weiterleitung von Informationen in geschriebener Form). Durch die Monopolisierung durch den Bund konnte sichergestellt werden, dass die Bevölkerung eine zuverlässige flächendeckende und günstige Dienstleistung erhielt.

Mit dem technischen Fortschritt kamen zu Beginn des 20. Jahrhunderts Telegraph und Telefon dazu. Dies hatte zur Folge, dass um die 1920er Jahre PTT-Betriebe gebildet wurden. Ihr Ursprung wird mit der Zusammenlegung in der Eidgenössischen Telegraphenverwaltung und der Oberpostdirektion am 16. August 1920 begründet, die in der Zuständigkeitsordnung PTT vom 24. Oktober 1930 zusammengefasst wurden. Infolge dieses technischen Fortschritts musste die Infrastruktur erweitert werden, um eine wirtschaftliche Entwicklung gewährleisten zu können. Um eine solche Infrastruktur errichten zu können (Bau von Leitungen jeglicher Art), braucht es Grund und Boden. Da es aber nicht immer möglich ist, Leitungen auf öffentlichem Grund zu erstellen, wird auch privater Grund und Boden beansprucht. Um diese Entwicklung nicht zu gefährden, wurde mit der Einführung des Zivilgesetzbuches die Beschränkung des Privateigentums begründet und somit das Enteignungsrecht eingeführt. Im Kampf gegen die Radiopiraten galten die Schweizer PTT bis zur Liberalisierung als die rabiateste Verfolgungsbehörde.

Liberalisierung Am 31. Dezember 1997 wurden im Zusammenhang mit der 1988 eingeleiteten Liberalisierung die PTT in zwei Konzerne aufgeteilt. Die Postdienstleistungen bestehend aus Briefpost, Paketpost, Zahlungsverkehr und Personentransport mit Postautos wurden der heutigen Schweizerischen Post übertragen, während die Swisscom seither die Telekommunikations-Dienstleistungen erbringt.

Die Schweizerische Post war ab 1998 eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt mit einem gewissen unternehmerischen Spielraum. Die gesetzliche Grundlage bildete das am 1. Januar 1998 in Kraft getretene Postorganisationsgesetz (POG).

2002 wurde die Pensionskasse Post als privatrechtliche Gemeinschaftsstiftung für die berufliche Vorsorge der Arbeitnehmenden (sowie von deren Angehörigen und Hinterbliebenen) der Schweizerischen Post und mit ihr verbundener Unternehmen gegründet.

Aufgrund der neuen Postgesetzgebung, die Ende 2012 in Kraft trat (PG, POG, VPG am 1. Oktober 2012, VPOG am 1. Dezember 2012), wurde die Schweizerische Post am 26. Juni 2013 rückwirkend auf den 1. Januar 2013 in eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Post, Medienmitteilung vom 25. Juni 2013. Gleichzeitig wurde Postfinance in eine privatrechtliche Aktiengesellschaft ausgegliedert und der Aufsicht der Finma unterstellt. Der Bund ist weiterhin Alleineigentümer der Schweizerischen Post und Postfinance im vollständigen Eigentum der Schweizerischen Post.

Unternehmenstätigkeit Kommunikationsmarkt Die Post CH AG erbringt Dienstleistungen rund um den Versand von adressierten und unadressierten Briefen und Werbesendungen, stellt Zeitungen zu, übernimmt das Dokumentenmanagement für Kunden und ist im Direktmarketing tätig.

Die Zustellkosten für Zeitungen werden seit längerem durch die Presseförderung subventioniert. Im Oktober 2023 wurde bekannt, dass die 2012 übernommene Direct Mail Company den Betrieb per Ende Mai 2024 einstellt.

Briefpost mini|Die Aushängeschilder der Post: Der normierte gelbe Briefkasten Die Dienstleistungen der Briefpost werden seit längerem immer weniger nachgefragt, die Volumina gehen mit dem Aufkommen von E-Mail und SMS jährlich um rund 4 % zurück. Als Reaktion darauf strukturierte die Post ab 2002 die gesamte Briefverarbeitung neu. Das Projekt REMA (Reengineering Mail Processing, Reorganisation der Briefverarbeitung) konzentrierte die Logistik auf drei zwischen 2006 und 2009 gebaute Briefzentren in Zürich Mülligen, Härkingen und Eclépens.Website Post CH AG – Geschichte der Post Zusammen mit sechs neuen regionalen Verteilzentren (sogenannten Subzentren) in Gossau (SG), Genf, Basel, Tessin, Bern und Luzern lag das Investitionsvolumen bei ca. einer Milliarde Schweizer Franken.

Per 1. Januar 2020 wurde die Brief- und Postlogistik vereint. Per Ende Mai 2021 wurden die Leerungen bei den meisten der über 14'000 gelben Briefkästen weiter reduziert. Im Juli 2023 gab die Post bekannt, den privaten Zusteller Quickmail (und mit ihm auch der Paketdienstleister Quickpac) unter Vorbehalt der Zustimmung durch die Wettbewerbskommission zu übernehmen. Diese hat die Übernahme im Januar 2024 wegen drohender Einschränkungen des Wettbewerbs verboten. Die Preise für A-Post und B-Post-Sendungen wurden letztmals per 1. Januar 2024 erhöht.Fredy Gasser: Neue Preise für Briefe und Pakete ab 1. Januar 2024 In: post.ch. 6. Juli 2023, abgerufen am 29. Mai 2024.

Die Post ist im Briefpostsektor weiterhin Marktführerin in der Schweiz.

Einzahlungen am Postschalter 2007 wurde die Empfängertaxe für Einzahlungen am Postschalter erhöht. Trotz der Digitalisierung des Zahlungsverkehrs wurden 2010 noch rund 200 Millionen Einzahlungen getätigt, wofür die Post seit 1910 das «gelbe Büchlein» anbietet. 2017 gingen die Einzahlungen um 6,5 % zurück. Diese haben sich von 210 Millionen im Jahr 2007 auf 137 Millionen im Jahr 2018 reduziert. In der Folge wurden die Gebühren per 1. Juli 2020 erneut erhöht. Von 2020 bis 2022 wurden die verschiedenen Einzahlungsscheine durch die QR-Rechnung ersetzt.

Entwicklung des Filialnetzes mini|Poststelle in Juf, dem höchstgelegenen Dorf Europas Seit etwa 2016 verfügt die Post über weniger eigene Filialen als im Jahre 1850, dem Jahr nach ihrer Gründung. Im Mai 2024 wurde bekannt, dass die Post bis 2028 weitere 170 von den per Ende 2023 noch 769 existierenden Postfilialen auflösen will. Die 2020 gegründete PostNetz GmbH bezweckt den Betrieb von Postagenturen sowie den Vertrieb von Drittleistungen in PostShops und Poststellen. Im Jahr 2022 begann die Post CH Netz AG eine Kooperation mit der Sympany und der Assura. Die beiden Versicherer können nun ihre Krankenversicherungen auch über ausgesuchte Postfilialen vertreiben. Das Filialnetz soll künftig für weitere Dritte, u. a. für Banken, Versicherungen, Gesundheit und die öffentliche Verwaltung, geöffnet werden. Noch im selben Jahr ging die Post eine Kooperation mit der Migros Bank und der Cornèr Bank ein.

Digitale Angebote (Kommunikations-Services) Im Jahr 2005 übernahm die Schweizerische Post die SwissSign AG zu 100 Prozent. Im Jahr 2006 wurde IncaMail lanciert. Im Jahr 2021 wurde die SwissSign Group AG, welche Herausgeberin der SwissID ist, vollständig von der SwissSign AG übernommen. Am 8. Juli 2021 meldete Tresorit, dass die Schweizerische Post eine Mehrheit der Anteile an der Firma übernommen hat.Tresorit Team: Tresorit’s majority of stakes acquired by Swiss Post to join forces for privacy-first digital transformation. Unternehmensmitteilung vom 8. Juli 2021. Tresorit ist ein Filehosting-Cloud-Storage-Dienst mit Schwerpunkt auf erhöhter Sicherheit und Verschlüsselung.Die Schweizerische Post: Post übernimmt Mehrheit an Tresorit. Medienmitteilung vom 8. Juli 2021. Zudem fungiert die Schweizerische Post als Systemanbieterin des elektronischen Patientendossiers (EPD). Sämtliche digitalen Dienstleistungen werden seit Anfang 2021 im eigens dafür geschaffenen Geschäftsbereich Kommunikations-Services zusammengefasst. Dazu gehört auch die im Jahr 2020 übernommene Klara Business AG, welche u. a. für die ePost zuständig ist.

Die SPS Holding AG (Markenname: Swiss Post Solutions), welche im Bereich der digitalen Transformation von Unternehmen tätig ist, wurde inzwischen veräussert.

Im Jahr 2024 wurde der Mobilfunkanbieter Post Mobile im Netz von Salt Mobile gegründet.teltarif.de: Schweizer Post wechselt zu Salt - Details zum Aktionstarif; abgerufen am 18. Februar 2024Post Mobile: Offizielle Website

Logistikmarkt mini|Paketverteilzentrum Frauenfeld mini|Ein Paketzustellfahrzeug der Post