Die Kunst im öffentlichen Raum in Halle beinhaltet eine über Jahrhunderte gewachsene Sammlung von öffentlichen Kunstwerken. Es gibt über 150 Plastiken und Skulpturen, mehrere Dutzend Brunnen, Dutzende Wandgestaltungen sowie Hunderte Denkmäler und Gedenkstätten in der Saalestadt.Vgl. etwa die Internetseite Halle im Bild

In Anlehnung an die Spaziergangswissenschaft wurden im Kontext von wissenschaftlichen Lehrveranstaltungen die Kunstwerke aus der halleschen Innenstadt und aus Halle-Neustadt entlang von vordefinierten Strecken aufgearbeitet. In der Innenstadt beginnt der Streckenverlauf an der Moritzburg und führt über den Ring (Moritzburgring, Universitätsring, Hansering, Waisenhausring) zum Marktplatz. In Halle-Neustadt startet der Rundgang am Stadtteilzentrum und streift durch die ehemals eigenständigen Wohnkomplexe. Die nachfolgende Auflistung orientiert sich an dieser Aufarbeitung und erhebt daher keinen Vollständigkeitsanspruch in Bezug auf die öffentlich ausgestellte Kunst in Halle.

Bild Kunstwerk / Jahr Künstler Anmerkungen90pxZwei Figuren 1928/30 Sandsteinrelief, zweiteiligMoritzburgGustav Heinrich Wolff(1886–1934)Im Auftrag der Stadt Halle (Saale) haben Künstler der Burg für den Neubau des Kraftwerks Trotha verschiedene Objekte wie Türklinken, Lampen etc. entworfen und angefertigt. Dafür sind auch diese beiden Reliefs für das Treppenhaus entstanden.90pxEhrenmal für die Opfer des Faschismus 1947 BronzeMoritzburg H 107 mWaldemar Grzimek(1918–1984)Die zwei Bronzefiguren sind leicht überlebensgroß.90pxMauresken 1987 Korrosionsträger Stahl (KT-Stahl) geschnitten, geschweißt auf Betonsockel Friedemann-Bach-Platz H 90 mIrmtraud Ohme(1937–2002)Die Künstlerin arbeitete vielseitig in verschiedensten Materialqualitäten und Techniken. Die Mauresken gehen auf ornamentale, orientalische Tanzfiguren zurück. Die in den Jahren 1983 bis 1991 entstandene Plastik ist typisch für Ohmes Umgang mit KT-Stahl in großen Materialstärken. Irmtraud Ohme lehrte an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Ihr konsequenter Umgang mit dem Material prägte das Werk von vielen ihrer Absolventen. Die Arbeit befindet sich im Eigentum des Landes Sachsen-Anhalt.Stadt Halle (Saale), 2000:8/3290pxEine Begegnung mittendrin 2005 Bronze, bemalt (ursprünglich eingefärbter Fugenmörtel) Geiststraße/UniversitätsringMaya Graber (* 1974)Frau Roth, Evi Küchler und Hans Bucher – eine fiktive Begegnung im öffentlichen Raum – so lautete der Untertitel dieser Diplomarbeit der Schweizer Bildhauerin. Drei etwa lebensgroße Figuren kommunizieren über die belebte Kreuzung hinweg.90px 90pxStumme Gesellen 1999 Vierteilig, Edelstahl, bemalt, BlinklichtLukashof Maike Freess (* 1965) Die vier Skulpturen säumen den Weg durch den Lukashof zwischen Großer Ulrichstraße, Universitätsring und Kaulenberg und geben diesem halböffentlichen Raum eine eigenständige künstlerische Note. Die Plastiken stehen im Eigentum der Köhnen-Bau.Stadt Halle (Saale), 2000:7/3290pxBet-Säule SandsteinUniversitätsring H 99 mUnbekannt, stilistische Voraussetzungen im Erfurter Epitaph von 1444 Günther BockIm Jahr 1455 wurde die Bet-Säule am Galgtor – auf der Ostseite des heutigen Riebeckplatzes – als Ort des stillen Gebets aufgestellt. Von 1928 bis 1969 stand die Säule auf dem Franckeplatz, um schließlich wegen des Baues der Hochstraße seit 1972 auf dem heutigen Standort die Parkanlage am Moritzburgring zu schmücken.90pxReliquie Mensch Stahlplastik 2002aufgestellt 2011 Universitätsring/Juliot-Curie-Platz vor dem Opernhaus H 107 mMichael Morgner (* 1942)Die scherenschnittartige Skulptur aus korrosionsträgem Stahl steht auf ihrem schmalen Umrand. Die Form spielt mit der Spannung zwischen Materialfläche und Zwischenraum.90pxAfrikanerin und Afrikaner 1963/64 BronzeUniversitätsring Grünfläche vor dem Robertinum H 108Gerhard Geyer(1907–1989)Zur Erinnerung und Ehrung der ersten Studierenden aus Afrika ließ die Universität Halle diese Skulptur aufstellen.90px 90pxHeinrich Heine 2002 SandsteinUniversitätsplatz H 100 mJens Bergner (* 1964)Das Denkmal – ein gewaltig großer, geneigter Kopf – soll den Respekt der Nachwelt vor dem Werk und dem aufrechten Leben des Dichters zeigen.90px 90pxLöwen 1816 Gusseisen, ÜberzugUniversitätsplatz H 100 mJohann Gottfried Schadow(1764–1850)Heute sind die Löwen ein zentrales Bildmotiv der Universität Halle-Wittenberg. Allerdings befanden sie sich früher neben einem Röhrenwasserbrunnen auf dem Marktplatz in Halle. Dort wurde am 23. Juli 1823 die nach dem Entwurf von Johann Gottfried Schadow gegossenen Plastiken feierlich aufgestellt. Heinrich Heine (1797–1856) schrieb ein in Anspielung auf die zweimalige Schließung der Universität durch Napoleon ein Gedicht, in dem die Löwen erwähnt werden: "Zu Halle auf dem Markt, Da stehn zwei große Löwen. Ei, du hallischer Löwentrotz, Wie hat man dich gezähmet!" (Die Heimkehr, 1823–1824)90px 90pxDrei Stelen 1998 KunststeinJuridicum H 90 mSimon Ungers(1957–2006)Die in der Neubauphase des Juridicums aus dem Wettbewerb zur Kunst am Bau hervorgegangene Skulptur öffnet den engen Innenhof scheinbar nach oben. Eher verborgen unterstützt die Kunst am Bau des Juridicums den "Solitär im Block"Ronald Kunze, Architektursalon I, Neue Bauten in Halle (Saale), 200290pxStriese – Theaterdirektor 1994 KeramikUniversitätsplatz,Neues Theater RückseiteLothar Sell (1939–2009)Das Weglassen ist die Kunst in der Kunst, sagt Emanuel Striese, Theaterdirektor und Komödiant aus Sachsen. Eine Interpretation dazu: Damit ist nicht die Reduktion darstellerischer und inszenatorischer Mittel gemeint, sondern dasjenige, was weggelassen worden ist, kann beim Betrachter nicht durchfallen.90px|Curt-Goetz-Denkmal in HalleCurt Goetz(1888–1960) Universitätsplatz,Neues Theater RückseiteMichael Weihe(1961–2012)Der Schauspieler, Schriftsteller und Hühnerzüchter Curt Goetz verbrachte seine Kindheit und Jugend in Halle an der Saale, der Geburtsstadt seiner Mutter. Michael Weihes Skulptur zeigt den schlanken Mimen mit einem goldenen Ei.90pxHallescher Roland 1719 (nach älteren Vorgängern) restauriert 2005/06 SandsteinRoter Turm H 87 mDas Sandstein-Standbild des Ritters mit bloßem Schwert, der Roland, steht vor dem Roten Turm auf dem Halleschen Markt. Die Figur gilt als das Sinnbild der Stadtrechte. Vergleichbare Roland-Statuen gibt es z. B. in Bremen, Nordhausen, Halberstadt, Prenzlau oder Stendal.90px 90pxTriptychon Ratsloggia 2005/06 Bronzereliefplatte, dreiteiligMarktplatzMaya Graber (* 1974)Die zwei mal drei Meter große Bodenskulptur erinnert an das im Zweiten Weltkrieg beschädigte und bis 1950 komplett abgebrochene Alte Rathaus der Stadt Halle. Seit der Neugestaltung der Platzfläche markiert ein Stahlrahmen den Grundriss des Rathauses, die Bildplatte füllt einen Teil dieser Fläche. Die Schweizer Bildhauerin hat Bild- und Texttafeln konzentriert zu einer Bildkomposition verbunden.90pxAltes Rathaus 2001 BronzeMarktplatzCathleen Meier (* 1970)Abbildendend und gleichzeitig für einen Wiederaufbau werbend zeigt der kleinteilige Bronzebildstock ein Modell des historischen Rathauses in Halle.90pxVier Bauplastiken 1928/29 Bronze je 2,2 m hochRatshofGustav Weidanz (1889–1970)Am Verwaltungsbau des Ratshofes, erbaut als Neues Rathaus 1928/29, symbolisieren Bronzeplastiken von Gustav Weidanz – Kopien der im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzenen Originale – das hallesche Wirtschaftsleben: die Industrie, die Saale, den Handel, die Saalelandschaft und den Bergbau. Die Skulpturen wurden 1976/77 von Johannes Baumgärtner nach Fotovorlagen nachgearbeitet.90pxFahnenmonument „Flamme der Revolution“1967 SpannbetonHanseringSigbert FliegelDie Neugestaltung von Steffen O. Rumpf aus dem Jahre 2004 zeigt auf der geschwungenen Form der Großplastik ein grobes Farbraster in Rot- und Gelbtönen, das die Milchstraße und die kosmische Hintergrundstrahlung abbildet. Das mittlere Band soll unsere eigene Galaxie darstellen. Der rote Hintergrund symbolisiert das Universum. Steffen O. Rumpf studierte von 1991 bis 1998 Malerei und Grafik an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle.90pxChatschkar2015 HanseringDer Chatschkar – ein Reliefkreuz – wurde 2015 zum 100. Jahrestag des Beginns des Völkermords an den Armeniern am Hansering eingeweiht. Die Enthüllung erfolgte im Nachgang der offiziellen Anerkennung des Völkermords durch die deutsche Bundesregierung im selben Jahr.90pxPark der Olympiasieger2019 HanseringDer Park der Olympiasieger besteht aus Stelen und Plaketten, auf denen alle Hallenser verewigt werden, die olympische Goldmedaillen erringen konnten. 90px 90pxWay of memory2006 BronzeHanseringChristof Traub (* 1963)Denkmal zur Erinnerung an die Montagsdemonstrationen 1989 Im Juni 2005 hat die Stadt Halle (Saale) Künstler mit Wohnsitz in Sachsen-Anhalt zu einem offenen künstlerischen Ideenwettbewerb für die Gestaltung eines Denkmals zur Erinnerung an die Montagsdemonstrationen 1989 aufgerufen. Die Jury unter Vorsitz von Bernd Göbel empfahl die Wettbewerbsbeiträge von Christoph Reichenbach bzw. Christof Traub zur Realisierung. Beide Entwürfe, so die Jury, bringen in ihrer sehr unterschiedlichen künstlerischen Formulierung die Ereignisse für nachfolgende Generationen zum Ausdruck. Die Künstler wurden gebeten, ihre jeweilige Idee konkret auf die städtebauliche Situation bezogen im Stadtrat vorzustellen. Dieser entschied sich in seiner Sitzung am 25. Januar 2006 für den Entwurf „Weg der Erinnerung“ (the way of memory) von Christof Traub. Die Realisierung des Kunstwerkes wurde ausschließlich aus Spenden der Bürgerschaft noch im gleichen Jahr möglich. 90px Läufer am Ziel1926 BronzeHansering Fritz Röll(1879–1956) Fritz Röll zählt zur Berliner Bildhauerschule um Adolf von Hildebrand.90pxZither-Reinhold 2002 Bronze Untere Leipziger Straße 24/25, Ecke Große BrauhausstraßeWolfgang Dreysse(* 1947)Die Wasser umspülte Doppelfigur in der Tradition der halleschen Bildhauerschule erinnert an den Straßenmusiker Reinhold Lohse, genannt Zither-Reinhold (1878–1964), der bis zu seinem Tode erst auf dem Leierkasten, später auf der Zither selbstvergessen musizierend auf Halles Straßen anzutreffen war. Um die künstlerische Formfindung entbrannte vor der Aufstellung der Skulpturen eine intensive Diskussion und Zweifel an einer zeitgemäßen Denkmalform des vorgeschlagenen, später realisierten Kunstwerks wurden laut.90pxWall of Fame 2006 WandmalereiWaisenhausringKonrad Mühe(* 1982)Als Arbeit zur Zwischenprüfung an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle entstanden, geht die Wall of Fame mit den Spielregeln der Graffitiszene um. Zunächst nahm er alle auf der Wand vorhandenen Tags auf. Diese oft kalligrafisch anmutenden, aber für ein größeres Publikum unleserlichen Namenszeichen setzte er typografisch in mehreren Reihen und alphabetisch geordnet um. Auch der aus Titel der Arbeit spielt mit den Traditionen der Sprayer und ist eine Abwandlung des englischen Begriffs Hall of Fame.90px 90px 90pxMusenbrunnen 1974–76 Bronze Kunststein Vorplatz der Ulrichskirche Leipziger Straße 97Gerhard Lichtenfeld(1921–1978)Die auf hoher Säule angebrachten vier Frauenfiguren verkörpern vier Schutzgöttinnen der Künste: an ihren Attributen erkennbar sind das die Musik, die Dichtkunst, der Tanz, die bildende Kunst und die Wissenschaften.90pxGrünewald 1957 Reliefplatte Bronze Außenwand Ostchor der Ulrichskirche Leipziger StraßeGerhard Geyer(1907–1989) Die Tafel erinnert an den in Halle (Saale) verstorbenen Maler Matthias Grünewald.90pxEsel auf Rosen 1986 BronzeTürgriffe der UlrichskirchePeter Michael(* 1938) Figürlich angelegte Türgriffe.90pxEselsbrunnen 1906–1913 Bronze, Stampfbeton Alter Markt