Der FC Zürich (abgekürzt FCZ) ist ein Fussballverein aus Zürich. Er wurde am 1. August 1896 von ehemaligen Mitgliedern des FC Excelsior und des FC Turicum gegründet.Hans Enderli: 30 Jahre F. C. Zürich. In: Der Kicker. Heft 41 (Oktober 1926), S. 1565 f. Die Vereinsfarben waren bei der Gründung die Zürcher Stadtfarben Blau und Weiss, welche auch beim ersten Spiel am 30. August 1896 getragen wurden. Später wurden sie für wenige Jahre gewechselt und ab 1909 wieder übernommen.
Die erste Mannschaft spielt nach einem Jahr Unterbruch seit der Saison 2017/18 wieder in der Super League. Sie hat die Schweizer Meisterschaft 13 Mal – zuletzt 2022 – und den Schweizer Cup zehn Mal gewonnen. International feierte der FCZ 1964 und 1977 die grössten Erfolge, als er jeweils bis in den Halbfinal des Meistercups kam. 2009/10 qualifizierte sich der FC Zürich für die Gruppenphase der Champions League und erreichte 2007/08 sowie 2018/19 jeweils den Sechzehntelfinal in der Europa League.
Die Heimspiele trägt die erste Fussballmannschaft des FC Zürich seit 1925 im Letzigrund aus. Der FCZ besitzt eine grosse und erfolgreiche Juniorenabteilung. Die U21-Mannschaft spielt als eines von nur fünf Reserveteams der Schweiz in der Promotion League (dritthöchste Spielklasse).
Geschichte 1896–1924 mini|Diplom von 1926 zum 30-jährigen Jubiläum des Fussballclubs Zürich Im Sommer 1896 gründeten Schüler und Junioren des seit 1893 bestehenden FC Excelsior den Fussball-Club Turicum (Turicum ist der römische Name der Stadt Zürich). Gegen Ende August 1896 trat fast die gesamte Juniorenmannschaft aus dem FC Excelsior aus und tat sich mit Turicum zum FC Zürich zusammen; erster Trainer (bezeichnet als 1. Captain) der Vereinsgeschichte wurde der Mitgründer Hans Gamper, der wenige Jahre später als Gründer des FC Barcelona berühmt werden sollte.. Website des FC Winterthur 1896 (Biographie). Das offizielle Gründungsdatum 1. August 1896 wurde erst später festgelegt.
Sein erstes Spiel bestritt der neu gegründete Club am 30. August 1896 auf der Velorennbahn Hardau in Zürich gegen den FC Phönix St. Gallen (3:3). Dieses Datum ist auf einem Trinkhorn vermerkt, das sich der FCZ zu diesem Anlass selber schenkte.Trinkhorn. In: FCZ Archiv. Abgerufen am 8. Februar 2019. Der FC Zürich trat bei seiner Premiere gemäss Zeitungsberichten in den Farben Blau/Weiss an. Später wechselte er auf Rot/Weiss, vermutlich auch, um sich vom Lokalrivalen Grasshopper Club Zürich abzugrenzen.. Website des FCZ (News), 7. Februar 2019, abgerufen am 8. Februar 2019) 1898 fusionierte der FC Excelsior mit dem FC Zürich, wobei der Name und die Farben des jüngeren Clubs beibehalten wurden. Wenig später stiessen auch die Mitglieder des FC Viktoria zum FCZ. Nachdem sich der Grasshopper Club in der Spielzeit 1909/10 vorübergehend von der Meisterschaft zurückgezogen hatte, wechselte der FC Zürich seine Clubfarben zurück auf Blau/Weiss.Michael Lütscher (Hrsg.): Eine Stadt, ein Verein, eine Geschichte. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2010, ISBN 978-3-03823-643-6, S. 47. Die ersten beiden Meistertitel (im Jahr 1902 und 1924) wurden in dieser Zeit realisiert.
1925–1960 Bis in die 1930er-Jahre war der FC Zürich auch in anderen Sportarten wie Rudern, Boxen, Leichtathletik, Handball usw. tätig. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des FCZ entschieden die Delegierten an einer ausserordentlichen Generalversammlung des FCZ am 25. Mai 1934, dass sich die Leichtathletik sowie Rudern und Schwimmen vom FCZ loslösten. Die Leichtathleten gründeten mit den Handballern den LC ZürichWie aus Fussballern Leichtathleten wurden. Website des LC Zürich. und die Ruderer den Ruderclub Zürich.Geschichte. Website des Ruderclubs Zürich. Der FC Zürich ist seit dieser Zeit ein reiner Fussballverein.
1934, 1946 und 1957 folgten Abstiege in die 1. Liga bzw. die Nationalliga B und 1941, 1947 und 1958 Aufstiege in die Nationalliga A.
1960–1981 mini|hochkant|Jakob Kuhn, hier als Trainer der Schweizer Fussballnationalmannschaft im Jahr 2008 Unter dem Präsidenten Edwin «Edi» Nägeli und mit Spielern wie Klaus Stürmer, Jakob Kuhn, Fritz Künzli, Ilija Katić, René Botteron und vielen mehr erlebte der FCZ seine «goldenen Jahre». Sieben Meistertitel und fünf Cuptitel holte der FC Zürich in dieser Zeit. Europäisch sind folgende Erfolge zu vermerken: Im Jahr 1964 stiess der FCZ im Meistercup bis in den Halbfinal gegen Real Madrid vor. 1977 scheiterte er wiederum in den Halbfinals, diesmal gegen den FC Liverpool.
1981–2005 In diesen Jahren platzierte sich der FCZ immer wieder im Mittelfeld und musste am Ende der Saison 1988 in die Nationalliga B absteigen. Negativer Höhepunkt dieser Saison war ein 1:4 in Martigny, auch wenn für die Walliser damals einer wie Georges Bregy wirkte. Zum letzten Heimspiel des Absteigers kamen dann noch 700 Zuschauer in den Letzigrund. Sie sahen ein 3:1 gegen Locarno. Der Aufstieg in die Nationalliga A folgte in der Saison 1989/90. Europäisch konnte der FCZ Ende 1998 einen kleinen Erfolg feiern, denn im UEFA-Cup schaffte er es bis in die Achtelfinals und wurde erst dort von AS Rom gestoppt. Zwei Cupsiege waren in dieser Zeit die einzigen nationalen Titel (in den Jahren 2000 und 2005).
Saison Platz Liga ⌀ ZuschauerZuschauerzahlen Super League ab 2003/04. Swiss Football League. 2006 1/10 SL 10'008Super League 2005/2006 » Zuschauer » Heimspiele. In: weltfussball.com. 2007 1/10 SL 10'870 2008 3/10 SL 12'186 2009 1/10 SL 9'829 2010 7/10 SL 10'700 2011 2/10 SL 11'750 2012 6/10 SL 10'511 2013 4/10 SL 10'741 2014 5/10 SL 9'564 2015 3/10 SL 9'389 2016 10/10 SL 8'701 2017 1/10 CL 9'702 2018 4/10 SL 10'726 2019 7/10 SL 10'660 2020 7/10 SL 6'422 2021 8/10 SL 78Super League 2020/2021 » Zuschauer » Heimspiele. In: weltfussball.com. 2022 1/10 SL 13'192 2023 8/10 SL 15'387
Seit 2005 Am 13. Mai 2006 gewann der FC Zürich auswärts das letzte Saisonspiel gegen den FC Basel dank einem Tor in der 93. Minute durch Iulian Filipescu mit 2:1 und sicherte sich so, nach 25-jähriger «Durststrecke», den 10. Meistertitel und somit auch den ersten goldenen Meisterstern.Der FC Zürich ist Schweizer Meister. In: SWI swissinfo.ch. 13. Mai 2006.
In der Saison 2006/07 gewann der FCZ den 11. Meistertitel ebenfalls in der letzten Spielrunde und wieder gegen den FC Basel, diesmal aber im Fernduell.. In: SF. 24. Mai 2007.
Am Ende dieser Saison gab es einen Umbruch im Verein. Trainer Lucien Favre wechselte zusammen mit Co-Trainer Harald Gämperle und den Spielern Raffael und Steve von Bergen zu Hertha BSC nach Berlin. Zudem wurden Leistungsträger wie Gökhan Inler (zu Udinese Calcio), Blerim Džemaili (zu den Bolton Wanderers) und Xavier Margairaz (zu CA Osasuna, von 2009 bis 2012 wieder beim FC Zürich) verkauft.
mini|hochkant|Xavier Margairaz (2007) Als Nachfolger Favres wurde Bernard Challandes als Trainer verpflichtet.Erneut ein Westschweizer Trainer für den FC Zürich. In: Neue Zürcher Zeitung. 13. Juni 2007. Unter dem neuen Trainer zeigte der FC Zürich bis zum Dezember 2007 gute Spiele, musste danach aber immer wieder Rückschläge einstecken. Der FCZ konnte nicht mehr um den Meistertitel mitspielen und beendete die Saison auf dem dritten Schlussrang mit 18 Punkten Rückstand auf den Meister FC Basel.
Der FCZ spielte in der Saison 2007/08 auch auf internationaler Bühne mit. In der dritten und letzten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League schied er gegen Beşiktaş Istanbul aus,FC Zürich verpasst Champions-League. In: SWI swissinfo.ch. 29. August 2007. spielte dann aber im UEFA-Cup weiter. Dort traf der FCZ in der ersten Runde auf den FC Empoli. Nach einer 1:2-Auswärtsniederlage gewann er im Letzigrund das Rückspiel mit 3:0 und zog so in die Gruppenphase ein. Nach Siegen gegen Sparta Prag (2:1) und den FC Toulouse (2:0) verlor er gegen Spartak Moskau (0:1) und Bayer 04 Leverkusen (0:5). Der FCZ qualifizierte sich für die Sechzehntelfinals, dort schied er gegen den Hamburger SV (1:3 und 0:0) aus.
In der Saison 2008/09 wurde der FCZ, dank einem 1:0-Auswärtssieg gegen die AC Bellinzona und der gleichzeitigen Niederlage des Rivalen FC Basel beim Grasshopper Club Zürich (1:4), in der zweitletzten Runde zum zwölften Mal Schweizer Meister.. In: Tages-Anzeiger. 24. Mai 2009.Sven Schoch: . In: Tages-Anzeiger. 29. Mai 2009.Stephan Roth: . In: Tages-Anzeiger. 24. Mai 2009.
In der Saison 2009/10 qualifizierte sich der FCZ, nachdem der NK Maribor und FK Ventspils in der Qualifikation bezwungen worden waren, erstmals in der Clubgeschichte für die UEFA Champions League. Die Gruppengegner waren Real Madrid, die AC Mailand und Olympique Marseille. Gegen Real Madrid und Olympique Marseille verlor der FCZ beide Spiele. Gegen die AC Milan gewann er auswärts mit 1:0.Thomas Renggli: FCZ schlägt Milan mit 1:0! In: Blick. 30. September 2009. Vor eigenem Publikum verbuchte er ebenfalls einen Punktegewinn.. In: SF. 8. Dezember 2009. Dennoch schied der FC Zürich als Gruppenletzter aus. Im Sommer 2011 konnte er sich unter Trainer Urs Fischer, der ab April 2010 als Coach verpflichtet worden war, mit einem 1:1 und einem 1:0 gegen Standard Lüttich für die Playoffs der Champions League qualifizieren, wo er letztlich gegen den FC Bayern München unterlag.«Besser gehts nicht». In: 20 Minuten. 5. August 2011. Die anschliessende Gruppenphase der Europa League beendete er auf dem 4. Platz. Am 7. August 2011 siegte der FC Zürich im Letzigrund mit 6:0 gegen GC, dies ist bislang der höchste Derby-Sieg für den FCZ.
Im Jahr 2012 erfuhr der FC Zürich eine hohe Zahl von Trainerwechseln. So wurde Urs Fischer im März 2012 freigestellt und zunächst für einige Monate durch Harald Gämperle ersetzt, bis im Juni 2012 Rolf Fringer als neuer Vereinstrainer vorgestellt wurde. Auch Fringer blieb nur wenige Monate in der Verantwortung, er wurde im November 2012 freigestellt, Urs Meier übernahm das Training. Unter Meier beendete der FCZ in der Saison 2012/13 die Meisterschaft auf dem 4. Schlussrang. Am 21. April 2014 gewann der FC Zürich zum achten Mal den Schweizer Cup, im Final wurde der FC Basel in der Verlängerung mit 2:0 besiegt.
Die Saison 2014/15 begann vielversprechend; zeitweise führte der FCZ die Tabelle an. Im August 2015 wurde Trainer Meier entlassen und durch Sami Hyypiä ersetzt. In der Rückrunde fiel der Verein wegen einer Niederlagenserie von der Tabellenspitze zurück und beendete die Saison auf Platz 3.
Die Saison 2015/16 endete für den FC Zürich nicht wunschgemäss. Nach den 36 Spieltagen stand der Stadtzürcher Verein auf dem letzten Tabellenplatz und stieg ab. Die Rolle des Club-Präsidenten, Ancillo Canepa, der zusammen mit seiner Frau 90 % der Aktien besitzt und über zahlreiche Einflussmöglichkeiten verfügt, wurde danach in den Medien diskutiert.Sandro Compagno: 30 Millionen ins Brackwasser gesetzt? In: 20 Minuten. 26. Mai 2016, abgerufen am 26. Mai 2016. Trotz dem Abstieg gewann der FC Zürich den Schweizer Cup 2015/16 nach einem 1:0-Sieg im Final gegen den FC Lugano und qualifizierte sich dadurch als künftiger Zweitligist für die Europa-League-Gruppenphase.
Die Saison 2016/17 bestritt der Club in der Challenge League. Dabei wurde er seiner Favoritenrolle gerecht und stand bereits nach 33 von 36 Runden als sofortiger Wiederaufsteiger fest.Matchcenter 2016/17. Swiss Football League (Challenge League/Saison-Archiv).
In der ersten Saison nach dem Aufstieg war der FC Zürich überraschend erfolgreich. Die Meisterschaft beendete er auf dem vierten Platz, zudem gewann er den Schweizer Cup 2017/18 nach einem starken Auftritt im Final gegen den neuen Schweizer Meister YB, wodurch er sich direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifizieren konnte. Dort erreichte der FCZ die Sechzehntelfinals, wo er beide Spiele gegen die SSC Neapel verlor (1:3 und 0:2) und ausschied.
Die Saisons 2018/19 und 2019/20 beendete der FCZ auf dem siebten, die Saison 2020/21 auf dem achten Platz.