Sankt Thomas ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bitburger Land an. Der Ortsname ist hergeleitet von dem auf der Gemarkung der Gemeinde liegenden ehemaligen Kloster Sankt Thomas. mini|Statue des Brückenheiligen Johannes von Nepomuk auf der Brücke über die Kyll Geographie Sankt Thomas liegt im Tal der Kyll. Zur Gemeinde gehören ferner die Weiler Bruderholz und St. Johann sowie die Wohnplätze Kasholz und Forsthaus Johanniswald.
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 973. Ursprünglich wurde der Ort Ernistburen oder Ernistbura, später dann Erlenburen bzw. Erlesbura genannt. Erst später nahm der Ort den Namen des Klosters Sankt Thomas an. Die drei historischen Ortsteile sind der Klosterbering, die Klostermühle jenseits der Kyll und die Bebauung um den östlichen Brückenkopf der Kyllbrücke, welcher südlich von Klostermühle und Kloster gelegen ist.
Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zum kurtrierischen Amt Kyllburg. Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete die alte Ordnung. Der Ort wurde von 1798 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs, zugeordnet der Mairie Kyllburg im Kanton Kyllburg des Arrondissements Prüm im Saardépartement. Nach der Niederlage Napoleons kam Sankt Thomas aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen und gehörte nun zum Kreis Bitburg des Regierungsbezirks Trier, der 1822 Teil der neu gebildeten preußischen Rheinprovinz wurde. Aus der Mairie wurde die Bürgermeisterei (später das Amt) Kyllburg.
Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Sankt Thomas innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der rheinland-pfälzischen Kommunalreform wurde der Ort der Verbandsgemeinde Kyllburg zugeordnet, die wiederum zum 1. Juli 2014 in die Verbandsgemeinde Bitburger Land aufging.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Sankt Thomas, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Regionaldaten. Jahr Einwohner 1815 135 1835 177 1871 245 1905 289 1939 313 1950 370 Jahr Einwohner 1961 345 1970 359 1987 312 2005 306 2011 288 2017 258
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Sankt Thomas besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Markus Becher wurde am 8. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Sankt Thomas. Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat, der sich auf seiner konstituierenden Sitzung für Markus Becher entschied.
Sein Vorgänger Rudolf Höser hatte das Amt 2014 von Bernd Heinicke übernommen und kandidierte nach einer Wiederwahl 2019 im Jahr 2024 nicht erneut als Ortsbürgermeister.
Gemeindepartnerschaften Die Gemeinde St. Thomas unterhält seit 1986 eine Gemeindepartnerschaft mit der französischen Gemeinde Pontigny.
Wappen
Kloster mini|Kloster Sankt Thomas, Ostseite mini|Ehemalige Klosterkirche
In Sankt Thomas befindet sich das ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster St. Thomas an der Kyll, das heute dem Bistum Trier als Bildungsstätte dient. Das Frauenkloster wurde um 1170 in der Nähe einer Thomas Beckett zu Ehren gebauten Kapelle gegründet. Das Kloster von St. Thomas wurde im Zuge der Säkularisation 1802 aufgehoben, womit dem Ort gleichzeitig die wirtschaftliche Grundlage genommen wurde. Nachdem der preußische Staat das Haus 1847 gekauft hatte, wurde es von ihm 1852 dem Bischof von Trier überlassen, welcher es bis 1942 als Strafanstalt (Demeritenhaus) für Geistliche nutzte. In der Zeit von 1957 bis 1974 fungierte das Haus als Katholische Landvolksschule des Bistums Trier.
Heute dient das ehemalige Kloster als Exerzitienhaus St. Thomas des Bistums Trier.
Verkehr Der Bahnhof Sankt Thomas liegt an der Eifelstrecke (Köln–Euskirchen–Gerolstein–Trier) und wird von den Zügen der RB 22 bedient:
Linie Verlauf Takt
Sankt Thomas zählt zum Verkehrsverbund Region Trier. In sieben Kilometer Entfernung liegt die Bundesautobahn 60.
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Sankt Thomas Liste der Naturdenkmale in Sankt Thomas
Weblinks
Ortsgemeinde Sankt Thomas auf den Seiten der Verbandsgemeinde Bitburger Land
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm Kategorie:Ersterwähnung 973 Kategorie:Ort an der Kyll