Der SV Wilhelmshaven (offiziell: Sport-Verein Wilhelmshaven Germania 1905 e. V.) ist ein im niedersächsischen Wilhelmshaven beheimateter Fußballverein, dessen Wurzeln bis in das Jahr 1905 zurückreichen. Die Farben des 400 Mitglieder starken (Stand: 2008) Vereines sind Gelb und Rot. Bis zur Jahrtausendwende betrieb der Verein neben Fußball noch andere Sportarten. Die Fußballmannschaft trägt ihre Heimspiele im 1999 eröffneten städtischen Jadestadion aus, welches rund 7500 Zuschauer, davon 2200 auf Sitzplätzen, fasst. In der Saison 1990/91 gehörte der Verein zu den Gründungsmitgliedern der Frauen-Bundesliga, die Mannschaft stieg aber umgehend ab (→ Saisondetails). Die Frauenabteilung wurde 2000 aufgelöst und im April 2016 reaktiviert. Seit der Saison 2017/18 nimmt ein Frauenteam am Spielbetrieb der Kreisliga teil.
Vereinsgeschichte Die Vorläufervereine Der SV Wilhelmshaven entstand am 19. Juli 1972 durch die Fusion der Vereine Wilhelmshaven 05 und Germania Wilhelmshaven. Während die 05er durch zahlreiche Fusionsschritte entstanden ist finden sich in der Vereinsgeschichte der Germania einige Vereinsumbenennungen. Der erfolgreichere Stammverein war Wilhelmshaven 05.
Wilhelmshaven 05 mini|Wappen von Wilhelmshaven 05 Die Wurzeln des offiziell Spielvereinigung 05 Wilhelmshaven genannten Vereins gehen ins Jahr 1905 zurück, als in der Stadt zahlreiche Vereine gegründet wurden. Zu ihnen gehörten der FC Preußen Wilhelmshaven, der FC Wilhelmshaven und der FC Viktoria Wilhelmshaven, die ein Jahr später zum FC Deutschland Wilhelmshaven fusionierten. Sechs Jahre später schloss sich der 1908 gegründeten Heppensener BSV an. Im Frühjahr 1924 fusionierte der FC Deutschland mit dem VfB Wilhelmshaven zum Wilhelmshavener SV 06. Der VfB Wilhelmshaven wiederum wurde 1907 als Marine SC Wilhelmshaven gegründet und wurde zehn Jahre später Norddeutscher Vizemeister. Im Jahre 1919 erfolgte die Umbenennung in VfB. Am 25. September 1905 gründete sich ferner der FC Comet Rüstringen, der sich im Jahre 1916 in SV Comet Rüstringen umbenannte. Am 18. Juni 1921 spaltete sich der VfL 05 Rüstringen ab, der wiederum am 21. August 1939 mit dem Wilhelmshavener SV 06 zu Wilhelmshaven 05 fusionierte.Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 503.
Sportlich gehörte der Marine SC zusammen mit der Frisia, dem ältesten Verein der Stadt, zu den spielstärksten Mannschaften der Region. In den 1920er Jahren standen die Wilhelmshavener Vereine zumeist im Schatten der Bremer Vereine Werder und ABTS, später auch in dem des BSV und zeitweise des VfB Komet. Der VfB Wilhelmshaven wurde im Jahre 1924 Vizemeister des Bezirks Weser/Jade und scheiterte in der ersten Runde der Norddeutschen Meisterschaft mit 0:4 an Eintracht Braunschweig.
Im Jahre 1939 wurde Wilhelmshaven 05 nach dem Rückzug von drei Militärsportvereinen in die erstklassige Gauliga Niedersachsen aufgenommen. Während des Zweiten Weltkrieges kamen Gastspieler wie Nationalspieler Paul Janes oder Karl Barufka nach Wilhelmshaven. 1943 wurden die 05er Meister der Gauliga Weser-Ems und scheiterten im Viertelfinale der deutschen Meisterschaft mit 1:4 am FC Schalke 04. In der Folgesaison konnte der Gaumeistertitel verteidigt werden. In der ersten Runde um die deutsche Meisterschaft besiegten die Wilhelmshavener Eintracht Braunschweig mit 2:1 nach Verlängerung. Im Achtelfinale traf 05 auf den Luftwaffen-Sportverein Hamburg. Hier endete das Spiel nach Verlängerung noch mit 1:1. Wilhelmshaven 05 musste sich aber im daraufhin fälligen Entscheidungsspiel klar mit 2:4 gegen den späteren Vizemeister geschlagen geben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein 1945 aufgelöst und erst 1952 neu gegründet. Im Jahre 1963 stiegen die 05er in die zweitklassige Amateuroberliga Niedersachsen-West auf und qualifizierten sich ein Jahr später für die neu geschaffene Landesliga Niedersachsen, aus der die Mannschaft 1968 abstieg.
Germania Wilhelmshaven mini|Wappen von Germania Wilhelmshaven Die Geschichte von Germania Wilhelmshaven ist weitaus weniger kompliziert. Der Verein wurde am 8. März 1893 als Arbeiter-Turnverein Germania Wilhelmshaven gegründet und erhielt im Jahre 1911, ungewöhnlich früh für einen Verein der Arbeiterklasse, eine Fußballabteilung. Diese nahm am Spielbetrieb des Arbeiter-Turn- und Sportbundes (ATSB) teil und erreichte im Jahre 1922 die deutsche Meisterschaft, wo die Mannschaft in der ersten Runde am BV Kassel 06 scheiterte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde der ATV Germania verboten und als TV Adler Wilhelmshaven neu gegründet.
Nach Kriegsende wurde aus dem TV Adler der TSV Germania Wilhelmshaven, der 1957 in die zweitklassige Amateuroberliga Niedersachsen-West aufstieg und bis zur Auflösung der Liga 1964 in dieser Klasse antrat. Im Jahre 1966 gelang mit dem Aufstieg in die Landesliga nochmal der Sprung ins niedersächsische Oberhaus, ehe die Germania nach drei Abstiegen in Folge bis in die Bezirksklasse abrutschte.
Nach der Fusion 1972 bis 1992 Saisondaten 1972–1992 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1972/73 Verbandsliga Nord IV 7. 70:62 33:27 1973/74 Verbandsliga Nord IV 9. 53:63 30:30 1974/75 Verbandsliga Nord V 11. 46:52 26:34 1975/76 Verbandsliga Nord V 12. 33:59 26:34 1976/77 Verbandsliga Nord V 16. 31:70 14:46 1977/78 Bezirksliga W/E 1 VI 5. 64:52 34:26 1978/79 Bezirksliga W/E 1 VI 6. 67:48 36:24 1979/80 Bezirksliga W/E-Nord VII 1. 91:19 56:8 1980/81 Bezirksoberliga W/E VI 1. 87:29 53:7 1981/82 Landesliga West V 4. 69:46 35:25 1982/83 Landesliga West V 4. 56:42 34:26 1983/84 Landesliga West V 2. 83:36 47:13 1984/85 Landesliga West V 8. 53:46 32:28 1985/86 Landesliga West V 4. 39:27 37:23 1986/87 Landesliga West V 13. 36:59 23:37 1987/88 Landesliga West V 6. 35:38 29:31 1988/89 Landesliga West V 6. 39:41 30:30 1989/90 Landesliga West V 2. 63:32 44:16 1990/91 Verbandsliga Nds. IV 15. 36:49 25:35 1991/92 Landesliga West V 2. 72:31 46:14 W/E = Weser/Ems, Nds. = Niedersachsen
Bei seiner Gründung hatte der SV Wilhelmshaven mehr als 3000 Mitglieder,svwilhelmshaven.de: SV Wilhelmshaven – Seit 1905 Fußball in der Jadestadt stand sportlich aber im Schatten des in der zweitklassigen Regionalliga Nord spielenden TSR Olympia Wilhelmshaven. Der SVW kam in der seinerzeit viertklassigen Verbandsliga Nord nicht über Mittelfeldpositionen hinaus und stieg im Jahre 1977 in die Bezirksliga 1 ab.
Dafür erzielte der Verein im Nachwuchsbereich einige Erfolge. So gewann die A-Jugend im Jahre 1979 den norddeutschen Pokal. Nachdem die Nachwuchsspieler in die erste Mannschaft aufrückten sicherten sich die Wilhelmshavener ein Jahr später die Meisterschaft der Bezirksliga Weser/Ems-Nord. In der nächsten Saison sicherte sich die Mannschaft ungeschlagen den Durchmarsch in die Landesliga West. Dabei waren die Wilhelmshavener allerdings auf Schützenhilfe des TuS Haste 01 angewiesen, die am letzten Spieltag den SV Bad Bentheim schlugen.
Die Wilhelmshavener konnten sich schnell in der Landesliga West etablieren und wurden im Jahre 1984 Vizemeister hinter dem TuS Lingen. Fünf Jahre später traf der SVW erstmals auf den TSR Olympia, der gerade zweimal in Folge abgestiegen war. Während Olympia nur mit Mühe einen weiteren Abstieg verhindern konnte, wurde der SV Vizemeister hinter den Amateuren von Hannover 96. Durch einen 3:2-Sieg über Rot-Weiß Steterburg gelang der Aufstieg in die Verbandsliga Niedersachsen. Der Klassenerhalt wurde aufgrund des schlechteren Torverhältnis gegenüber dem VfV Hildesheim verpasst.
Zwischenzeitlich verhandelten der SVW und Olympia über eine mögliche Fusion. Diese scheiterte daran, dass die Olympia-Verantwortlichen nicht damit einverstanden waren, dass der SVW die Führungsrolle im neuen Verein übernehmen sollte. Schließlich einigten sich beide Vereine auf eine auf fünf Jahre befristete Zusammenarbeit. Die erste Mannschaft sollte als Wilhelmshaven 92 antreten, während Olympia seine erste Mannschaft in die 1. Kreisklasse zurückzog. Schon nach kurzer Zeit trat die gemeinsame Mannschaft wieder als SV Wilhelmshaven an und wurde Vizemeister der Landesliga West hinter dem BV Cloppenburg. Durch einen 3:2-Sieg nach Verlängerung über den SV Südharz gelang der direkte Wiederaufstieg.
1992 bis 2001 Saisondaten 1992–2001 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1992/93 Verbandsliga Nds. IV 3. 72:39 42:22 1993/94 Verbandsliga Nds. IV 1. 93:30 59:13 1994/95 Regionalliga Nord III 9. 63:53 34:34 1995/96 Regionalliga Nord III 10. 40:40 43 1996/97 Regionalliga Nord III 13. 35:58 35 1997/98 Regionalliga Nord III 9. 47:56 42 1998/99 Regionalliga Nord III 7. 53:50 49 1999/2000 Regionalliga Nord III 4. 62:38 68 2000/01 Regionalliga Nord III 10. 55:55 48 Nds. = Niedersachsen Mit der Verpflichtung des ehemaligen Bundesligatrainers Wolf Werner sorgte der Verein bundesweit für Aufsehen. Als Tabellendritter zog die Mannschaft in die Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord ein, belegte dort jedoch nur den dritten Platz. Ein Jahr später wurde die durch Ex-Profis wie Reinhold Tattermusch und Thorsten Schlumberger verstärkte Mannschaft Niedersachsenmeister und schaffte durch die Ligenreform den Aufstieg in die Regionalliga Nord.
In der Aufstiegssaison 1994/95 erreicht der SVW Platz neun. Großen Anteil am Erfolg hatte Christian Claaßen, der mit 26 Saisontoren Torschützenkönig der Regionalliga Nord wurde. Claaßen wechselte daraufhin zum Hamburger SV. In den folgenden Jahren kam die Mannschaft trotz unzähliger Trainer- und Spielerwechsel nicht über Mittelfeldpositionen hinaus. Im Mai 1998 musste der Verein das Stadion an der Friedenstraße verlassen, nachdem das Grundstück als Bauland ausgewiesen wurde. Übergangsweise musste der SVW auf dem Marinesportplatz am Fortifikationsweg antreten.
Am 1. August 1999 zogen die Wilhelmshavener schließlich in das neu gebaute städtische Jadestadion im Sportforum um und sorgten mit der Verpflichtung des litauischen Nationalspielers Valdas Ivanauskas für Aufsehen. Als Tabellenvierter qualifizierte sich der SVW für die zweigleisige Regionalliga und verzeichnete mit 3.845 Zuschauern im Schnitt einen bis heute gültigen Zuschauerrekord. Hinter den Kulissen gab es in der Saison reichlich Unruhe. Im Dezember 1999 beschwerten sich die Spieler über ausstehende Gehaltszahlungen,rp-online.de: Fußball-Fusion: Mitglieder stimmten zu ehe im Frühjahr 2000 gar die Insolvenz drohte.
Zwischenzeitlich hatten die Mitglieder der anderen Abteilungen den SV Concordia Wilhelmshaven gegründet, während die Fußballabteilungen des SVW und von Olympia zum SV Olympia Wilhelmshaven fusionieren sollten. Die Mitglieder beider Vereine stimmten zu, doch leistete man sich verfahrenstechnische Fehler, die zur Ablehnung der Fusion durch den Verband führten. Seinerzeit war der SVW mit rund 1,5 Millionen Mark verschuldet, was der Verein vor allem auf „die teure und unrentable Tennis- und Squashanlage“ führte.
In der Saison 2000/01 erreichte die Mannschaft trotz der widrigen Umstände Platz zehn, begrüßte aber trotz namhafter Gegner wie Fortuna Düsseldorf und Rot-Weiss Essen nur noch im Schnitt 1.200 Zuschauer. Erst fünf Minuten vor Fristablauf konnte der Verein die für die Lizenzerteilung nötigen Unterlagen beim DFB einreichen. Da sich das Faxgerät sperrte, erreichte die letzte Seite erst nach Fristablauf die DFB-Zentrale in Frankfurt am Main, woraufhin dem SVW die Lizenz verweigert wurde. Der damalige Vereinsvorsitzende Hans Bösken gab Jahre später jedoch zu, dass das Faxgerät keine Störung gehabt habe. Grund für das verspätete Fax war laut Bösken, dass Vorstandsmitglieder, Sponsoren und Wirtschaftsvertreter zu lange über die vom DFB geforderte Bürgschaft in Höhe von 500.000 DM debattiert hatten.Beispiel Wilhelmshaven: Warum Uerdingen keine Chance hat
2001 bis 2014 Saisondaten 2001–2014