Ansignan (okzitanisch: Ansinhan) ist eine südfranzösische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Pyrénées-Orientales in der Region Okzitanien.
Geografie Ansignan liegt auf einem etwa 250 Meter hoch gelegenen Hügel im geographischen Zentrum des nordkatalonischen Fenouillèdes, etwa 43 Kilometer (Fahrtstrecke) in westlicher Richtung von Perpignan entfernt. Die Kantonshauptstadt Saint-Paul-de-Fenouillet liegt etwa neun Kilometer nördlich. Auf dem Gemeindegebiet mündet die Desix in den Agly. Das Gemeindegebiet ist Teil des Regionalen Naturparks Corbières-Fenouillèdes.
Politik Bürgermeister mini|Unterschrift des Bürgermeisters Joseph Grand (Junior) im Jahr 1815 Name AmtsdauerMairesGenWeb Joseph Grand 1792–1795 Pierre Grand 1795–1799 Marc Babulet 1799–1801 Joseph Grand 1801–1813 Joseph Grand (Junior) 1813–1815Fabricio Cardenas, Vieux papiers des Pyrénées-Orientales, Ansignan, 18 juin 1815, 11. Januar 2014 Jean Raspaud 1815–1816 Pierre Barbaza 1816–1835 Jacques Gandou 1835–1841 Jean-Baptiste Fage 1841–1846 Joseph Pratx 1846–1850 Saturnin Carol 1850–1850 Joseph Merou 1850–1850 Pierre Estève 1850–1851 Joseph Barbaza 1851–1852 Pierre Estève 1852–1856 François Bascou 1856–1865 Pierre Vaysse 1865–1876 Joseph Barbaza 1876–1884 André Gelly 1884–1888 Jean-François Dauliac 1888–1895 Pierre Pech 1895–1908 Célestin Calvet 1908–1912 Joseph Jeantet 1912–1929 Jacques-Louis Pech 1929–1935 Etienne Bascou 1935–1977 Guy Barbaza 1977–1999 Guy Audouy 1999–2001 Mauricette Pelissier 2001–2014 Jean-Pierre Pilart 2014–
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006Einwohner 259 225 194 212 198 181 Im 19. Jahrhundert hatte der Ort konstant zwischen 250 und 300 Einwohnern. Die Reblauskrise im Weinbau und die Mechanisierung der Landwirtschaft führten seitdem zu einem Rückgang der Einwohnerzahlen.
Wirtschaft In der waldreichen Umgebung des Fenouillèdes wird in geringem Maße Land- und Forstwirtschaft sowie Weinbau betrieben. Die Weine dienen dem Eigenbedarf oder werden über die Appellation Côtes du Roussillon vermarktet. Daneben spielt auch der Wander- und Ferientourismus sowie die Vermietung von Ferienhäusern (gîtes) eine wichtige Rolle für das Wirtschaftsleben des Ortes.
Geschichte Der heutige Ort Ansignan war sicherlich nicht der Endpunkt der römischen Wasserleitung, denn in der näheren Umgebung wurden kaum Funde aus römischer Zeit gemacht. Bis zum Jahr 870 gehörte das Fenouillèdes noch zur historischen Grafschaft Razès, danach kam es in den Besitz der Grafen der Cerdagne. Im 11. Jahrhundert gehörte es zur Abtei Saint-Michel-de-Cuxa. Die erste Erwähnung Ansignans stammt aus dem Jahr 1012 (villa ansiniano); zu dieser Zeit existierte bereits die kleine – heute etwas abseits des Ortes stehende – Kirche. Vom 15. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution gehörte der Ort zur Grundherrschaft der Familie Vivier.
Sehenswürdigkeiten mini|Dolmen de la Rouyre Die Reste des Dolmen de la Rouyre aus der Zeit der Megalithkultur liegen etwa 500 Meter westlich des Dorfes; noch zwei Kilometer weiter westlich stehen die Reste von zwei weiteren Dolmen. Etwa zwei Kilometer südlich von Ansignan, nördlich vom Dorf Trilla, befinden sich der Dolmen von Las Apostados und der Dolmen von Las Colombinos. mini|Aquädukt von Ansignan Bedeutendste Sehenswürdigkeit von Ansignan ist der römische Aquädukt, der etwa 500 Meter nördlich des Orts den kleinen Fluss Agly überquert, der allerdings nach einem starken Gewitterregen oder nach tagelang andauerndem Dauerregen enorm anschwellen und kurzzeitig eine Breite von 20 bis 30 Metern erreichen kann. Aus diesem Grund, aber vor allem aus Gründen der Materialersparnis setzten die Römer im 3. Jahrhundert die etwa 170 Meter lange Wasserleitung auf eine Vielzahl von Stützbögen – insgesamt sind es 29. Die geringe Bogenhöhe von maximal 12 Metern machte horizontale Querverbindungen – wie sie an den bekannteren römischen Aquädukten (Pont du Gard, Segovia, Mérida u. a.) vorkommen – überflüssig. Spuren von mittelalterlichen Restaurierungen zeigen, dass der Aquädukt bis ins 13./14. Jahrhundert genutzt wurde. Auch heute noch sammelt sich manchmal Wasser in der durch Kalksinter abgedichteten und ehedem von Steinplatten bedeckten, heute aber offenen Rinne. Bis heute kennt man keine antike Stadt in der Umgebung, die die Wasserleitung hätte versorgen können; vielleicht sollte dieser Ort erst noch gebaut werden, was aber in der spätantiken Krisenzeit unterblieb. Die Kirche (Oratoire Notre-Dame) von Ansignan stammt aus dem 10./11. Jahrhundert. Die neue Kirche Saint-Nazaire wurde wahrscheinlich im 18. Jahrhundert erbaut. Im einschiffigen Innern befinden sich ein einfaches Taufbecken aus dem 12. Jahrhundert, eine schöne Stuckkanzel im Renaissancestil mit den Darstellungen der vier Evangelisten (wahrscheinlich aus der während der Revolutionsjahre aufgelösten Abteikirche von Saint-Paul-de-Fenouillet stammend) sowie mehrere Heiligenstatuen aus Gips aus dem 19. Jahrhundert.
Weblinks
Ansignan – Fotos + Infos (franz.) Aquädukt von Ansignan – Fotos + Infos (franz.) Kirche von Ansignan – Fotos + Infos (franz.) Aquädukt von Ansignan – Foto Dolmen von Ansignan – Fotos + Infos (franz.) Dolmen bei Ansignan – Foto + Infos (franz.)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Okzitanien Kategorie:Weinbauort in Frankreich