mini|hochkant=1.3|rechts|Schullogo Das Luitpold-Gymnasium Wasserburg ist ein naturwissenschaftlich-technologisches und sprachliches Gymnasium in Wasserburg a.Inn im oberbayerischen Landkreis Rosenheim und geht zurück auf eine 1879 gegründete Königliche Realschule. Das Gymnasium gehört damit zu den ältesten Schulen in Bayern. Namensgeber der Schule ist seit 1914 Prinzregent Luitpold.

Schulprofil Ausbildungsrichtungen und Fremdsprachen Das Gymnasium bietet folgende Ausbildungsrichtungen an: Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium (NTG)Fremdsprachenfolgen: Englisch/Latein Englisch/Französisch Sprachliches Gymnasium (SG)Fremdsprachenfolgen: Englisch/Latein/Französisch Englisch/Latein/Italienisch Englisch/Französisch/Italienisch

Wahlkurse und Aktionen Am Luitpold-Gymnasium finden regelmäßig folgende Wahlkurse und Aktionen statt: Schulorchester, Schulchor und Jazzband Schulgarten Schultheater Verkehrserziehung: Bustraining, Schülerlotsen und Schulsanitäter Tutoren für die 5. Jahrgangsstufe Streitschlichter Schülerzeitung Schulradio

Wettbewerbe Schüler des Gymnasiums nehmen regelmäßig an folgenden Wettbewerben teil: Landeswettbewerb Mathematik Bundeswettbewerb Mathematik Känguru der Mathematik Bundeswettbewerb Physik Jugend forscht in den Fächern Biologie und Chemie Internationale Chemieolympiade Internationale Biologie-Olympiade

Jugendarbeit Basketball Die Basketballabteilung des TSV 1880 Wasserburg kooperiert bzgl. Basketball-Jugendarbeit mit dem Luitpold-Gymnasium schon seit vielen Jahren. Einige Schülerinnen und Schüler werden im Rahmen des Jugendprojekts Basketball am Luitpold-Gymnasium gefördert und stehen in den Leistungskadern des Vereins und des Bayerischen Basketball-Verbandes. Die Nationalspielerinnen Anne Breitreiner und Svenja Brunckhorst sind aus der Zusammenarbeit des Gymnasiums und des TSV Wasserburg hervorgegangen. Aufgrund dieser langjährigen und erfolgreichen Zusammenarbeit wurde das Gymnasium 2012 zur Partnerschule des Bayerischen Basketball-Verbandes e. V. ernannt.Besondere Anerkennung für Engagement. Oberbayerisches Volksblatt, 12. Oktober 2012 (zuletzt abgerufen am 19. Januar 2016).Luitpold-Gymnasium fördert Basketball. Rosenheim24.de, 10. Oktober 2012 (zuletzt abgerufen am 19. Januar 2016).

Schulfahrten Am Luitpold-Gymnasium werden folgende Schulfahrten veranstaltet: Schullandheimaufenthalt in der 6. Jahrgangsstufe Outdoorwoche in der 8. Jahrgangsstufe Tage der Orientierung in der 10. Jahrgangsstufe Studienfahrt nach Berlin in der 12. Jahrgangsstufe Daneben finden während des Schuljahrs zahlreiche Exkursionen statt.

Schüleraustausch Mit folgenden Schulen im Ausland findet ein regelmäßiger Schüleraustausch statt: Frankreich: Lycée Guy de Maupassant in Fécamp Italien: Istituto Tecnico Statale il Turismo in Treviso USA: Lincoln High School in Vincennes (Indiana)

Ganztagsangebot Das Gymnasium ist seit dem Schuljahr 2012/13 eine Offene Ganztagsschule.

Schulchronik

Schulgeschichte miniatur|Königliche Realschule im Rathaus 1896 Die Königliche Realschule Wasserburg am Inn ist hervorgegangen aus der seit 1867 bestehenden gewerblichen Fortbildungsschule. 1877 wurden in Bayern solche Gewerbeschulen auf königliche Anordnung von König Ludwig II. in meist sechsstufige Realschulen umgewandelt. In Wasserburg plante man dagegen aus wirtschaftlichen Gründen die Einrichtung einer nur vierstufigen Realschule. Am 6. Dezember 1878 genehmigte der oberbayerische Landrat die Einrichtung einer solchen Realschule. Am 3. August 1879 wurde diese Realschule auf „Allerhöchste Entschließung“ des Königs eingerichtet. Unterrichtsräume stellte die Stadt Wasserburg im hinteren Teil des Rathauses bereit. Die Stadt musste sich zudem verpflichten, die Unterhaltskosten und etwaige Umbaukosten der Schule zu übernehmen. Daher wurde vom Staatsministerium des Innern die Erhöhung des Lokal-Malzaufschlages, einer städtischen Biersteuer, von 1,00 auf 1,40 Mark pro Hektoliter genehmigt. Zusätzlich erhielt die Stadt ein Fundationskapital von 20.000 Mark aus dem Allgemeinen Industrie- und Unterstützungsfonds. 1879 wurde die Realschule eingeweiht und startete mit zwei Klassen: einem Jahrgang mit 32 Schülern und einem anderen mit 9 Schülern. In den nächsten beiden Jahren folgten weitere Eingangsklassen, so dass die Schule ab 1881 mit vier Jahrgangsstufen betrieben werden konnte. Als Fremdsprache wurde zunächst nur Französisch unterrichtet.

miniatur|links|Realschulpensionat Sankt Achatz 1900 Die Wasserburger Realschule entwickelte sich zunächst vielversprechend, bis die benachbarte Realschule in Rosenheim auf sechs Jahrgangsstufen aufgestockt wurde. Der einsetzende Schülerschwund bedrohte zeitweise die Existenz der Schule. 1894 empfahl der damalige Schulleiter Alois Knörzer dem Stadtmagistrat, die Realschule ebenfalls auf sechs Jahrgangsstufen zu erweitern und auf dem Gelände des Kurbades St. Achatz ein Internat einzurichten, um die Schülerzahl durch Internatsbesucher zu erhöhen. Die Stadt folgte dieser Empfehlung und beschloss, die zusätzlich benötigten Räumlichkeiten bereitzustellen. Bereits 1895 konnte das umgebaute Badegebäude von St. Achatz eingeweiht werden. 1896 erfolgte die Fertigstellung des umgestalteten rückwärtigen Teils des Rathauses. Dazu hatte der Magistrat zwei an das Rathaus angrenzende Privathäuser erworben, die in das Schulgebäude einbezogen wurden. In den Schuljahren 1895/96 und 1896/97 erweiterte man zudem den Schulbetrieb jeweils um eine Klasse, so dass die Erweiterung auf eine sechsstufige Realschule bald abgeschlossen war. Auf Initiative von Bürgermeister Ertl und Rektor Knörzer konnten 1906 der Realschule drei Jahrgangsstufen mit Latein angegliedert werden, wodurch die Schüler der ersten drei Realschulklassen nun zwischen französischem und lateinischem Sprachunterricht wählen konnten. Damit war aber auch eine erneute Erweiterung der Schule notwendig geworden.

miniatur|Luitpold-Realschule Wasserburg 1914 1910 gelang es Rektor Knörzer das Kultusministerium zu überzeugen, dass ein größeres Schulgebäude dringend erforderlich geworden war. Zudem befand sich ein idealer Bauplatz in unmittelbarer Nähe zum bereits bestehenden Schülerheim. Im selben Jahr wurde ein Architektenwettbewerb für den Bau eines Hauptgebäudes, einer Dienstwohnung für den Pedell neben dem Haupteingang, eines Nebengebäudes und einer Turnhalle ausgeschrieben. Der erste Preis in Höhe von 1000 Mark ging an den Münchner Architekten Johann Mund, dessen Plan leicht abgewandelt realisiert wurde. Im Oktober 1913 konnte bereits Richtfest gefeiert werden. Noch während der Bauarbeiten stellte der Magistrat der Stadt am 21. Juli 1914 den Antrag, der Schule den Namen „Luitpold-Realschule“ verleihen zu dürfen, da der Neubau noch zur Regierungszeit des inzwischen verstorbenen Prinzregenten Luitpold genehmigt und begonnen worden war. Dem Ersuchen wurde am 21. August kurz vor der offiziellen Einweihung entsprochen. Die Einweihung des Neubaus fand am 1. Oktober 1914 vor dem Hintergrund des eben begonnenen Ersten Weltkriegs in einfachem Rahmen statt. Nach der Schlüsselübergabe mit nur wenigen Ansprachen erfolgte die Einsegnung und ein Rundgang durch das Schulgebäude. Die Gestaltung und Ausstattung des neuen Schulgebäudes fanden große Anerkennung.

Nach dem Ende des Krieges und der Errichtung der Weimarer Republik durften 1919 im Zuge der emanzipatorischen Entwicklung erstmals Mädchen weiterführende Knabenschulen besuchen. In Wasserburg konnten Mädchen bisher nur die Mittelschule besuchen. Daraufhin stellten insgesamt neunzehn Eltern einen entsprechenden Antrag, dem unter der Auflage stattgegeben wurde, dass die Mädchen in einer Aufnahmeprüfung ihren erforderlichen Kenntnisstand nachzuweisen hätten. Unterstützt wurde die Initiative durch den damaligen Schulleiter Müller, der seinen zwei Töchtern den Zugang zu einer höheren Schule ermöglichen wollte. Auch sein Nachfolger Zimmermann brachte in den 20er Jahren seine Töchter an der Realschule unter, so dass sich die Koedukation bald durchgesetzt hatte. 1922 feierte man das 25-jährige Gründungsjubiläum der sechsklassigen Realschule. Aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Probleme in der Weimarer Zeit ergaben sich keine weiteren Veränderungen am Status der Schule.

miniatur|links|Luitpold-Realschule Wasserburg 1930 Die Schule blieb zunächst auch während der Zeit des Nationalsozialismus als sechsstufige Realschule bestehen. Allerdings änderte sich im Zuge der Gleichschaltung und völkisch-nationalen Ausrichtung der Schulen die Gewichtung der Unterrichtsfächer. So wurde zur Ertüchtigung der Jugend eine tägliche Turnstunde eingeführt, die dreimal am Vormittag und zweimal am Nachmittag stattfand. Im Zeugnis stand nach Betragen und Fleiß nicht mehr das Fach Religion, sondern die „Leibeserziehung“, aufgeschlüsselt in Leichtathletik, Turnen, Schwimmen, Spiel und Boxen. Der Religionsunterricht wurde allerdings nicht vollkommen aus dem Unterricht gestrichen und in zwei Unterrichtsstunden pro Woche abgehalten. Die übrigen Fächer erhielten eine Ausrichtung nach den Grundsätzen der nationalsozialistischen Ideologie, vor allem Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Kunsterziehung und Musik, die zu der Fächergruppe „Deutschkunde“ zusammengefasst wurden. Mathematik und die Naturwissenschaften spielten nur mehr eine untergeordnete Rolle. 1939 erfolgte schließlich die Umwandlung der Realschule in eine sechsstufige Oberschule. Um die letzten beiden Jahre der Oberschule zu absolvieren, die zum Abitur führten, mussten die Schüler die nächstgelegenen achtstufigen Oberschulen in München oder Rosenheim besuchen. Bereits zu Beginn ihrer Herrschaft hatten die Nationalsozialisten die Anzahl der Jahrgangsstufen bis zum Abitur von neun auf acht reduziert.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 brachte massive Veränderungen des Schulbetriebs mit sich. Von Beginn an machte sich die Einberufung zahlreicher Lehrkräfte bemerkbar. In den späteren Kriegsjahren wurden auch viele ältere Schüler zur Wehrmacht eingezogen oder als Luftwaffenhelfer verpflichtet. 1942 beschloss man den Ausbau der Schule zu einer achtstufigen Oberschule mit Abitur. Den Antrag dazu hatten Schüler, Eltern und der damalige Schulleiter Seitz gestellt, da der Schulweg nach München oder Rosenheim aufgrund der Bombenangriffe auf Bahnlinien lebensgefährlich geworden war. Da man im Verlauf des Krieges im Schulgebäude ein Lazarett einrichtete, musste der Unterricht im Schülerheim von St. Achatz abgehalten werden. In den letzten Kriegsjahren nahm der Unterrichtsausfall schließlich dramatische Formen an. Im Frühjahr 1945 wurde auch das Schülerheim als Lazarett benötigt, so dass die verbliebenen Schüler in Gasthäusern, darunter das Bruck-Bräu und das Fletzinger-Bräu, unterrichtet wurden. Nach Kriegsende wurde der Unterricht eingestellt und amerikanische Truppen besetzten das Schulgebäude. In den nächsten acht Monaten fand kein Schulbetrieb mehr statt.

miniatur|Luitpold-Oberrealschule Wasserburg (1950)