Eichenhof ist ein WohnplatzService-Brandenburg.de/de/Stadt Trebbin: Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg – Stadt Trebbin. Stand 22. April 2022. auf der Gemarkung von Lüdersdorf, einem Ortsteil der Stadt Trebbin im Landkreis Teltow-Fläming (Brandenburg). Er wurde noch vor 1853 zunächst unter dem Namen Wilhelminenaue angelegt. 1906 entstand durch Teilung ein weiterer Hof, der Eichenhof, dessen Namen sich ab 1906 schließlich für den gesamten Wohnplatz durchsetzte.
Geographische Lage Der Wohnplatz Eichenhof liegt im Osten der Gemarkung Lüdersdorf (und des Gebiets der Stadt Trebbin), hart an der Grenze zum Ortsteil Gadsdorf der Gemeinde Am Mellensee an der L70, die von Lüdersdorf nach Kummersdorf-Alexanderdorf verläuft.
Geschichte Kurz vor 1853 war im Osten der Lüdersdorfer Gemarkung ein „Ackergehöft“ aufgebaut worden, das 1853 den Namen Wilhelminenaue erhielt.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. Jahrgang 1853, Potsdam 1853, S. 358. Nur wenig später wurde der Name bereits zu Wilhelminenau abgewandelt.Richard Boeckh: Ortschafts-Statistik des Regierungsbezirks Potsdam mit der Stadt Berlin. Hrsg. Königliche Regierung zu Potsdam, Verlag von Dietrich Reimer, Berlin 1861, S. 102. Es bestand 1860 aus zwei Wohngebäuden und vier Wirtschaftsgebäuden. 1869 sowie 1870 wurde ein Robert SpinolaHrn. Robert Spinola (Wilhelminenau), In: Friedrich Zabel: Beiblatt zu Nr. 343 der National-Zeitung (Morgen-Ausgabe). 22. Jahrgang-№. 343, Hrsg. Bernhard Wolff, (Unpagniertes Format), Druck Eduard Krause-Selbstverlag-Expedition, Berlin, Dienstag 27. Juli 1869, S. 10. als Gutsbesitzer genanntTeltower Kreisblatt vom 6. Juli 1870, Textrecherche in der Amtspresse Preußens, S. 7.
Während der allgemeinen Volkszählung 1871/1873 bestand der StatusKönigliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871. II. Provinz Brandenburg. Selbstverlag (Dr. Engel), Berlin 1873, S. 42. Nr. 71 u. Anm. 71. eines gutsherrlichen Vorwerks, wurde und war aber nie ein konventionelles kreistagsfähiges Rittergut.
Ende der 1890er Jahre erwarb der Stadtplaner James Hobrecht zunächst Flächen der Gemarkung bei Gadsdorf. Diese gehörten schon zum kleinen Gut Wilhelminenau, dem späteren Eichenhof.Wilibald von Schulenburg: Alterthümer aus dem Kreise Teltow. In: „Brandenburgia“. Monatsblatt der Gesellschaft für Heimatkunde der Provinz Brandenburg zu Berlin. V. Jahrgang-1896/97, Hrsg. Vorstand der Gesellschaft und Mitwirkung des Märkischen Provinzial-Museums, Verlag von P. Stankiewicz`, Berlin 1897, S. 132–133.
Ab 9. Mai 1906, mit Veröffentlichung zum 18. Mai 1906, wurde der Teil, der seit 28. Februar 1906 dem Gutsbesitzer Hermann Goverts (* 1858) gehörte, unter dem Namen Eichenhof abgeteilt.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. Stück 20-1906, Jahrgang 1918, Julius Sittenfeld Berlin-A. W. Hayn`s Erben, Potsdam, Ausgegeben am 18. Mai 1906, Nr. 464. Hermann Goverts war verheiratet mit der gebürtigen Londonerin Elisabeth Brandt (* 1896). Seine Vorfahren waren Kaufleute und Makler, führten ein Wappen und stammten aus Altona sowie Hamburg. Die beiden Söhne der Familie, darunter Henry Goverts, wurden noch in Hamburg geboren. Er selbst war zunächst ebenfalls Makler und Teilhaber und betreute privat eine wertvolle Portrait-Sammlung seiner Familie.Bernhard Koerner (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch (Genealogisches Handbuch Bürgerlicher Familien). Band 23, Motive: Eduard L. Lorenz-Meyer, C. A. Starke, Görlitz 1913, S. 129, S. 447, S. 448. Herm. Goverts wurde Mitglied der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, einem Fachverband der deutschen Waldbesitzer, deren Präsident mit Fritz Graf von Schwerin gleich benachbart auf Schloss Wendisch Wilmersdorf lebte.Derselbe: Fritz Graf von Schwerin: Mitteilungen der Deutschen Dendrolgischen Gesellschaft. 1907. No. 16, L. Beissner, Bonn-Poppelsdorf 1907, S. 312.
Im Jahr 1910 wurde weiterhin Familie Goverts als Gutsbesitzer geführt, auf dem damaligen Besitz Eichenhof lebten 19 Einwohner.Leuch`s-Adressbuch aller Länder der Erde, der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbetreibenden, Gutsbesitzer etc. etc. Band 8a: Provinz Brandenburg. 12. Ausgabe: 1910. Mit: Regierungsbezirk Potsdam-Kreis Teltow. C. Leuch`s & Co., Nürnberg 1910, S. 396. Um 1918 müssen sich wirtschaftliche Probleme am Gut vollzogen haben, denn die Reichsschuldenverwaltung zu Berlin wurde aktiv.Amts-Blatt der Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. Jahrgang 1918, A. W. Hayn`s Erben, Potsdam 1918, [S. 58.] Es kam später zu einem Besitzerwechsel. Vor 1930 wurde Helmut Schilling Eigentümer vom 130 ha-Gut Eichenhof. Im Bestand waren 8 ha Wald. Als Verwalter agierte Anton Zilk,Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. . Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts, Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher Band VII, 4. Auflage, Band Regierungsbezirk Potsdam. Kreis Teltow, (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Verlag Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 117. Schilling selbst lebte in Coban in Guatemala.
Die Namensführung Eichenhof blieb über 1906 für den gesamten Wohnplatz bestehen. Bis 1951/1952 etwa gehörte Eichenhof zum Landkreis Teltow, dann zum Landkreis Luckenwalde im DDR-Bezirk-Potsdam.
1973 war auf dem Gelände der VEB Landtechnischer Anlagenbau Potsdam, Betriebsteil Lüdersdorf-Eichenhof untergebracht. Des Weiteren bestand am Ort ein Ausbildungsbereich für einige landwirtschaftlich-technische Berufe mit Internat.
Heute haben sich neben der Wohnsiedlung in dem kleinen Industriegebiet mehrere kleinere Betriebe angesiedelt. Außerdem gibt es eine Gaststätte mit Pension.
Literatur Lieselott Enders, Margot Beck: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil IV. Teltow. 395 S., Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1976. S. 57. Gerhard Schlimpert: Brandenburgisches Namenbuch Teil 3 Die Ortsnamen des Teltow. 368 S., Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1972, S. 71. Wilhelm Spatz: Der Teltow. Teil 3: Geschichte der Ortschaften des Kreises Teltow. 384 S., Hrsg. Kreisausschuss Teltow, Gebr. Rohde, Berlin 1912.Reprint: Der Teltow. III. Klaus D. Becker-Verlag, Potsdam 2022. ISBN 978-3-88-3723-79-2.
Quellen Heimatgeschichte Trebbiner Ortsteile: Árpád Baron von Nahodyl Neményi, Gerhard Birk: Gebäude im Eichenhof-Die zwei Schlösser von Lüdersdorf (2)-Schloss Eichenhof
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Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Trebbin) Kategorie:Ort im Landkreis Teltow-Fläming