Watzerath ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Prüm an.

Geographie Lage Watzerath liegt im Naturpark Nordeifel. Zur Gemeinde gehört auch der Wohnplatz Berghof.

Klima Der Jahresniederschlag beträgt 927 mm.Niederschlagsmittelwerte von Deutschland für den Zeitraum von 1961 bis 1990, Quelle: DWD

Nachbarorte Die Ortsgemeinde Watzerath grenzt im Norden an Sellerich und die Stadt Prüm, im Südosten an Orlenbach, im Süden an Pittenbach, im Westen an Pronsfeld, sowie im Nordwesten an Brandscheid.

Geschichte Ortsgeschichte Der Ortsnamen auf „-rath“ deutet auf eine Gründung zur Zeit der mittelalterlichen Rodungszeit. 1445 wurde der Ort erstmals urkundlich als „Watzenrode“ erwähnt. Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Watzerath zum Kondominium Pronsfeld, welches unter der gemeinsamen Landeshoheit des Kurfürstentums Trier und des Herzogtums Luxemburg stand.

Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete die alte Ordnung. Der Ort wurde von 1798 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs, zugeordnet der Mairie Pronsfeld im Arrondissement Bitbourg (Bitburg) des Wälderdepartements. Nach der Niederlage Napoleons kam Watzerath aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen und gehörte nun zum Kreis Prüm des Regierungsbezirks Trier, der 1822 Teil der neu gebildeten preußischen Rheinprovinz wurde. Aus der Mairie wurde eine Bürgermeisterei, die 1927 in Amt umbenannt und später im Amt Niederprüm-Pronsfeld aufging.

Durch den Bau und der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Gerolstein–St. Vith erlebte Watzerath einen leichten Aufschwung. Etwa um 1900 erhielt Watzerath eine eigene Fahrkartenstelle und später einen eigenen Bahnhof. Der Personenverkehr auf der Eisenbahnstrecke wurde 1973 eingestellt.

Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Watzerath innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Heute ist der Ort weitgehend landwirtschaftlich geprägt.

Wasserversorgung Die Anfänge des Kreiswasserwerkes Prüm reichen bis ins Jahr 1927 zurück. Wenn man hier auch für das erste größere Vorhaben einer zentralen Gruppenwasserversorgung im Kreise Prüm zuerst die Bezeichnung „Schneifel-Gruppenwasserwerk“ anwandte und die Trägerschaft vorerst bei der damaligen Amtsbürgermeisterei Nederprüm-Pronsfeld lag, kann man doch diese geplante Gruppe ohne weiteres als Grundstein des Kreiswasserwerkes betrachten.

1927–1945: Der erste Abschnitt lief vom Jahre 1927 bis zum Jahr 1944 und stand während der Bauausführung, etwa ab 1939, unter Leitung des damaligen Kreisbaumeisters Thur. In diesen Jahren war Schlemmer Landrat des Kreises Prüm. Über die Planung und die Bemühungen zur Finanzierung und Durchführung der Maßnahme gab es, wie aus den alten Akten zu ersehen, einen regen Schriftverkehr. Nachfolgend eine Sitzungsniederschrift vom 2. Februar 1927:

Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Watzerath, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 109 1835 165 1871 190 1905 230 1939 261 1950 242 1961 283 Jahr Einwohner 1970 299 1987 317 1997 382 2005 426 2011 402 2017 413

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Watzerath besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Pietro Di Stefano wurde am 27. April 2026 Ortsbürgermeister von Watzerath, nachdem er bereits seit Jahresbeginn als Erster Beigeordneter die Amtsgeschäfte geführt hatte. Da für eine am 22. März 2026 angesetzte Direktwahl kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat, der sich für Pietro Di Stefano entschied.

Sein Vorgänger Rainer Kockelmann hatte das Amt seit 1999 inne. Zuletzt am 28. August 2024 wurde er durch den Gemeinderat während seiner konstituierenden Sitzung in seinem Amt bestätigt, nachdem für die Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht worden war. Eigentlich für fünf Jahre gewählt, legte Kockelmann sein Amt zum 31. Dezember 2025 vorzeitig nieder.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|270x270px|Kapelle mit Frühmessehaus Spätgotische Kapelle St. Bartholomäus mit angebautem Frühmessehaus Die Lutzmühle (Weinsfelder Mühle) oberhalb des Orts am Mönbach war bis 1968 in Betrieb. Spätbarockes Wegekreuz von 1757 (gegenüber Dorfstraße 14)

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Watzerath

Regelmäßige Veranstaltungen Jährliches Kirmes- bzw. Kirchweihfest. Traditionelles Ratschen oder Klappern am Karfreitag und Karsamstag Burgbrennen am ersten Wochenende nach Aschermittwoch (sogenannter Scheef-Sonntag) Kinderkarneval (Sonntag vor Fastnacht) Kappensitzung (Freitag nach Fettedonnerstag) Sportfest der DJK (1. Wochenende im Juli) Skatturnier (2. Weihnachtstag)

Verkehr Watzerath ist an folgende Buslinien angeschlossen: Linie Linienverlauf Prüm–Ettelbrück Prüm–Waxweiler Prüm–Neuerburg (Sevenig–)Steinebrück–Prüm Affler–Prüm Es verkehren Busse des Rhein-Mosel-Bus.

Der Haltepunkt Watzerath lag an der Bahnstrecke Gerolstein–St. Vith. Der Personenverkehr zwischen Prüm und Pronsfeld wurde zum 28. Mai 1972 eingestellt. Die Stilllegung nach § 11 AEG des Abschnitts Gerolstein–Pronsfeld erfolgte am 11. Juni 2001.

Watzerath liegt an der Bundesstraße 410, von der im Ort die Landesstraße 18 und von dieser wiederum die Kreisstraße 111 abzweigen.

Literatur

Weblinks

Website der Ortsgemeinde Watzerath Ortsgemeinde Watzerath auf der Website der Verbandsgemeinde Prüm

bei Hierzuland, SWR Fernsehen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm Kategorie:Ersterwähnung 1445