Das Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr (kurz BMWV), bis 1997 Bundesministerium für Wissenschaft, Verkehr und Kunst (BMWVK) war von 1996 bis 2000 die österreichische Verwaltungseinrichtung des Bundes für Angelegenheiten der wissenschaftlichen Forschung und akademische Ausbildung, anfangs auch die Museen und den Denkmalschutz, sowie das Verkehrswesen.
Das Ministerium wurde 1996 in der Regierung Vranitzky V aus Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (BMWFK) und Bundesministerium für öffentliche Wirtschaft und Verkehr (BMÖWV) geschaffen. 2000, mit Antritt der Regierung Schüssel I wurde es in Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (BMBWK) und Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) umstrukturiert.
Mit diesem Ministerium wurde die noch aus der Kaiserzeit stammende traditionell enge Verknüpfung von Verkehrsministerium und Ministerium für öffentliche Wirtschaft (bzw. diverse Verstaatlichtenministerien) endgültig beendet.
Bundesminister
In der Zeit des Bestehens dieses Ministeriums waren Bundesminister: Rudolf Scholten (SPÖ): War schon seit 1994 (Regierung Vranitzky III) für Wissenschaft, Forschung und Kunst zuständig. Mit Antritt des Kabinetts Vranitzky V wurde er 12. März 1996 auch Bundesminister für öffentliche Wirtschaft und Verkehr und führte ab 1. Mai 1996 den Amtstitel Bundesminister für Wissenschaft, Verkehr und KunstArt. 91 N des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 201/1996Unterrichts- und Wissenschaftsminister/innen seit 1945 auf bmukk.gv.at Caspar Einem (SPÖ): Der Minister der Regierung Klima ab 28. Jänner 1997 (vorher Innenminister), ab 15. Februar Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr Michael Schmid (FPÖ): Übernahm nach dem Antritt der Regierung Schüssel I per 4. Februar 2000
Nach zwei Monaten der konservativen Regierung, mit 1. April 2000, wurde das Ministerium aufgelöst, und Elisabeth Gehrer – schon seit 1995 Unterrichtsminister – übernahm die Wissenschaftsagenden, Schmid führte das neugeschaffene Infrastrukturministerium für Verkehr mit Innovation und Technologie.
Kompetenzen und Maßnahmen Im Zuge der Privatisierungsmaßnahmen der 1990er wurde ein eigenes Ministerium für öffentliche Arbeiten hinfällig, das Gesamtministerium für alle wirtschaftlichen Angelegenheiten übernahm die Agenden der öffentlichen Hand als Bauträger, und die verbleibende Verkehrspolitik wurde mit der Wissenschaftspolitik zusammengeführt. Die Agenden der Kunst wurden schon im Jahr darauf von Klima direkt dem Bundeskanzleramt unterstellt.
In die Zeit des Ministeriums fallen insbesondere die nach dem EU-Beitritt Österreichs mit 1. Jänner 1995 und dem Beitritt zum Schengen-Abkommen per 28. April 1995 anfallende Integration der gemeinsamen Verkehrspolitik,vergl. etwa: Die Verkehrs-, Transit- und Europapolitik Österreichs im Vergleich mit der Schweiz. Referat von Bundesminister Dr. Caspar Einem, Wien (Webdokument PDF auf , Bern, 7. Oktober 1999, abgerufen am 4. Juli 2012) etwa die Weiterführung der Transit-Ökopunktesystems, , Amt der Salzburger Landesregierung (Webdokument pdf, salzburg.gv.at; 101 kB);, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Abteilung II/Infra5 – Internationale Netze und Generalverkehrsplanung (GVP-Ö) weiters auch Pilotprojekte zur Mehrphasenfahrausbildung zum Führerschein.Mehrphasenfahrausbildung. alles-fuehrerschein.at
Wissenschaftspolitisch war die Umsetzung des Bologna-Prozesses Hauptagenda (Caspar Einem unterzeichnete die Bologna-Erklärung vom 19. Juni 1999 für Österreich), erste Maßnahmen waren etwa die Novelle 1999 zum Universitäts-Studiengesetz.Erster Bericht über den Stand der Umsetzung der Bologna-Erklärung in Österreich 2001, BMBWK – Abt. VII/D/5 (pdf; 100 kB);Übersicht: , beide bmwf.gv.at
Historische Entwicklung
Zeitraum Verkehrsministerium Wissenschaftsministerium 1896 K.k. Eisenbahnministerium 1918 Staatsamt für Verkehrswesen 1920 Bundesministerium für Verkehrswesen 1923–1938 Bundesministerium für Handel und VerkehrHandelsangelegenheiten aus dem Bundesministerium für Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten 1945 Staatsamt für Industrie, Gewerbe, Handel und Verkehr 1945–1949 Bundesministerium für VerkehrWirtschaftliches als Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau 1949–1956 Bundesministerium für Verkehr und verstaatlichte BetriebeÖffentliche Wirtschaft vom Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau 1956–1966 Bundesministerium für Verkehr und ElektrizitätswirtschaftÖffentliche Wirtschaft und Energieversorgung mit Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau getauscht 1966–1970 Bundesministerium für Verkehr und verstaatlichte UnternehmungenÖffentliche Wirtschaft aus dem Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau, Energieversorgung in das Bundesministerium für Bauten und Technik 1970–1984 Bundesministerium für VerkehrÖffentliche Wirtschaft an das Bundesministerium für Bauten und Technik Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung neu begründet 1985–1987 Bundesministerium für öffentliche Wirtschaft und VerkehrÖffentliche Wirtschaft vom Bundesministerium für Bauten und Technik 1995–1996 Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und KunstKunstangelegenheiten vom Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten 1996–1997 Bundesministerium für Wissenschaft, Verkehr und KunstÖffentliche Wirtschaft an das Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten 1997–2000 Bundesministerium für Wissenschaft und VerkehrKunstangelegenheiten an das Bundeskanzleramt ab 2000 x16pxBundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie x16pxBundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Spätere Wahrnehmung der Zuständigkeiten Wissenschaftsministerin der Ära Schüssel war Elisabeth Gehrer als Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur. 2007 wurde das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung mit der sozialistischen Regierung Gusenbauer wieder als reines Wissenschafts- und Hochschulministerium – in der Form wie es Anfang 1970 von Bruno Kreisky konzipiert worden war – eingerichtet. Heute ist das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung für diese Agenden zuständig. Die Verkehrsagenden kamen 2000 an das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, ein Infrastrukturministerium modernen Gepräges, das heute Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie heißt. Die Sektion Kunst kam schon 1997 direkt an das Bundeskanzleramt am Ballhausplatz,Bundeskanzleramt, Kunstsektion, eingetragen von Georg Franz am 05.10.2005, www.theaterblick.com, abgerufen am 3. Juli 2012. (Bundesmuseen 1998, Novellierung Denkmalschutzgesetz 2000) und war ab 2007 wieder am Unterrichtsministerium, dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur.Willkommen auf den Informationsseiten der Kunstsektion!, bmukk.gv.at (abgerufen 6/2012) Heute ist für Kunstfragen das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport zuständig.
Einzelnachweise
Kategorie:Landstraße (Wien) Wissenschaft und Verkehr Osterreich !1997 †1997 Osterreich †1997 !1997 Kategorie:Österreichische Organisation (Technik) Kategorie:Behördengründung 1996 Kategorie:Aufgelöst 2000