Der Große Preis von Spanien 1977 (offiziell XXIII Gran Premio de España) fand am 8. Mai auf dem Circuito Permanente del Jarama in der Nähe von Madrid statt und war das fünfte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1977.

Berichte Hintergrund Zum ersten Europarennen der Saison wurden 31 potentielle Teilnehmer gemeldet. Dies waren neun mehr als beim fünf Wochen zurückliegenden Großen Preis der USA West.

Ian Scheckter, der die Rennen in Südafrika und Long Beach versäumt hatte, kehrte nun dauerhaft ins March-Werksteam zurück. Ebenfalls wieder am Start waren die Teams Hesketh Racing mit einer überarbeiteten Version des Typ 308 für Harald Ertl und den Formel-1-Debütanten Rupert Keegan, RAM Racing mit Boy Hayje sowie B.R.M. mit Conny Andersson anstelle von Larry Perkins als Fahrer.

Wenige Monate nachdem er sein ursprüngliches Team Frank Williams Racing Cars an Walter Wolf abgetreten hatte, gründete Frank Williams gemeinsam mit Patrick Head ein neues Unternehmen mit der Bezeichnung Williams Grand Prix Engineering. Es handelt sich dabei um das Williams-Team, welches mit abgewandeltem Namen nach wie vor (Stand: 2026) in der Formel 1 aktiv ist. Einen eigenen Rennwagen konstruierte das Team im ersten Jahr seines Bestehens noch nicht. Stattdessen wurde ein von Patrick Nève pilotierter March 761 als Kundenfahrzeug eingesetzt. Wagen dieses Typs wurden auch von den erstmals antretenden Privatteams der Piloten Arturo Merzario und Brian Henton erworben. Insgesamt sieben Exemplare des 761 wurden für das Rennwochenende gemeldet. Der von der spanischen Fluggesellschaft Iberia finanziell unterstützte Privatfahrer Emilio de Villota hingegen gelangte an einen McLaren M23 des Vorjahres.

Mit einer als LEC CRP1 bezeichneten Eigenkonstruktion meldete sich das Team von David Purley für den Grand Prix an, nachdem der Wagen beim nicht zur Weltmeisterschaft zählenden Race of Champions zum ersten Mal in einem Formel-1-Rennen eingesetzt worden war. Das Wolf-Team trat erstmals mit dem neuen WR2 an.

Jochen Mass bestritt seinen 50. Grand Prix.

In der Fahrerwertung führten Jody Scheckter und Niki Lauda mit sechs Punkten vor Carlos Reutemann. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit neun Punkten vor Wolf und mit 16 Punkten vor Lotus.

Mit Emerson Fittipaldi (zweimal), James Hunt, Lauda und Mass (jeweils einmal) traten vier ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Mario Andretti sicherte sich die dritte Pole-Position seiner Formel-1-Karriere am Steuer des Lotus 78, dessen damals neuartiges Wing Car-Prinzip stetig weiterentwickelt wurde, was zu einer deutlich spürbaren Steigerung der Konkurrenzfähigkeit führte. Jacques Laffite qualifizierte sich mit dem Ligier JS5 für den zweiten Platz in der ersten Reihe vor den beiden Ferrari 312T2 von Lauda und Reutemann. Jody Scheckter und John Watson bildeten die dritte Reihe vor Hunt im erstmals seit dem Großen Preis der Niederlande 1976 eingesetzten McLaren M26.

Da nur 25 Teilnehmer fürs Rennen zugelassen wurden, scheiterten die sechs Langsamsten des Trainings an der Qualifikation, darunter drei der sieben March-Piloten.

Rennen Am Morgen des Renntages steuerte Lauda während des Warm-up nach dem Überfahren einer Bodenwelle aufgrund starker Schmerzen die Boxen an. Im Krankenhaus wurde der Bruch einer noch nicht gänzlich verheilten Rippe festgestellt. Aufgrund dieser Spätfolge seines neun Monate zurückliegenden Unfalls am Nürburgring 1976 musste er auf eine Teilnahme am Rennen verzichten.

Andretti führte das Rennen von der ersten bis zur letzten Runde an und bescherte dem Team Lotus einen überlegenen Sieg, der die künftige Bedeutung des zukunftsweisenden Wing Car-Prinzips erahnen ließ. Während der ersten Runden war Laffite sein direkter Verfolger, ehe dieser aufgrund eines Problems an einer der hinteren Radaufhängungen die Box aufsuchen musste. Daraufhin übernahm Reutemann den zweiten Platz für den Rest des Nachmittags.

Titelverteidiger Hunt musste das Rennen bereits nach wenigen Runden aufgrund von Fehlzündungen aufgeben. Watson lag lange auf dem dritten Rang, musste diesen jedoch in der 25. Runde aufgrund eines Drehers an Scheckter abgeben. Mass gelangte dabei ebenfalls an ihm vorbei auf den vierten Platz.

Als Watson nach dem 64. Umlauf wegen eines Problems an der Benzinpumpe endgültig ausschied, gelangten Gunnar Nilsson und Hans-Joachim Stuck auf die Plätze fünf und sechs und somit in die Punkteränge.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren M26 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 McLaren M23 3 Tyrrell P34 4 5 Lotus 78 6 7 Brabham BT45B Alfa Romeo 115-12 3.0 F12 8 9 March 761B Ford Cosworth DFV 3.0 V8 10 11 Ferrari 312T2 Ferrari 015 3.0 F12 12 16 Shadow DN8 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS19 19 20 Wolf WR2 22 Ensign N177 24 Hesketh 308E 25 26 Ligier JS7 Matra MS76 3.0 V12 27 March 761 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 28 Copersucar FD04 30 March 761 LEC Refrigeration Racing 31 LEC CRP1 33 March 761 34 Penske PC4 35 BRM P207 BRM P202 3.0 V12 Iberia Airlines 36 McLaren M23 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 37 March 761B British Formula One Racing Team 38 March 761

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:18,70 155,710 km/h 1 2 1:19,42 154,299 km/h 2 3 1:19,48 154,182 km/h 3 4 1:19,52 154,105 km/h 4 5 1:19,57 154,008 km/h 5 6 1:19,87 153,429 km/h 6 7 1:20,11 152,970 km/h 7 8 1:20,13 152,931 km/h 8 9 1:20,14 152,912 km/h 9 10 1:20,16 152,874 km/h 10 11 1:20,26 152,684 km/h 11 12 1:20,38 152,456 km/h 12 13 1:20,55 152,134 km/h 13 14 1:20,74 151,776 km/h 14 15 1:20,96 151,364 km/h 15 16 1:21,03 151,233 km/h 16 17 1:21,05 151,196 km/h 17 18 1:21,16 150,991 km/h 18 19 1:21,56 150,250 km/h 19 20 1:21,73 149,938 km/h 20 21 1:21,82 149,773 km/h 21 22 1:21,92 149,590 km/h 22 23 1:21,97 149,499 km/h 23 24 1:22,09 149,280 km/h 24 25 1:22,24 149,008 km/h 25 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 25 Wagen begrenzt war, scheiterten Jarier, Ribeiro, Hayje, Henton, Purley und Andersson an der Qualifikation. 1:22,27 148,953 km/h – DNQ 1:22,30 148,899 km/h – DNQ 1:22,39 148,736 km/h – DNQ 1:22,57 148,412 km/h – DNQ LEC-Ford 1:22,89 147,839 km/h – DNQ 1:24,29 145,384 km/h – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 75 0 1:42:52,22 1 1:20,83 2 75 0 + 15,85 4 1:21,31 3 75 0 + 24,51 5 1:21,73 4 75 0 + 24,51 9 1:21,73 5 75 0 + 1:05,83 12 1:22,26 6 74 0 + 1 Runde 13 1:22,61 7 74 1 + 1 Runde 2 1:20,81 (5.) 8 74 0 + 1 Runde 15 1:22,81 9 73 0 + 2 Runden 20 1:23,15 10 72 0 + 3 Runden 25 1:24,38 11 72 0 + 3 Runden 17 1:22,70 12 71 0 + 4 Runden 22 1:24,27 13 70 0 + 5 Runden 23 1:24,27 14 70 1 + 5 Runden 19 1:23,85 – 64 0 DNF 6 1:21,94 – 56 0 DNF 14 1:22,71 – 32 0 DNF 16 1:22,76 – 29 0 DNF 18 1:23,98 – 25 0 DNF 24 1:24,28 – 16 1 DNF 21 1:23,89 – 12 0 DNF 10 1:22,29 – 10 1 DNF 7 1:22,20 – 9 0 DNF 8 1:22,27 – 9 0 DNF 11 1:22,13 DNS Lauda konnte aufgrund eines festgestellten Rippenbruchs nicht am Rennen teilnehmen. – – – 3 – Anmerkungen

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten acht Ergebnisse aus den ersten neun Rennen und die besten sieben Ergebnisse aus den letzten acht Rennen. In der Konstrukteurswertung zählte nur das Ergebnis des bestplatzierten Fahrers eines Teams.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Wolf-Ford 232Lotus-Ford 203Ferrari 19 4Ferrari 19 5 McLaren-Ford 9 6Copersucar-Ford 87Tyrrell-Ford 7 8 † Brabham-Alfa Romeo 6 9 McLaren-Ford 5 10Lotus-Ford 4 11 Ensign-Ford 112Shadow-Ford 113Brabham-Alfa Romeo 114Penske-Ford 115March-Ford / Brabham-Alfa Romeo 116Surtees-Ford 017Ligier-Matra 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 18Copersucar-Ford 019Tyrrell-Ford 0 20Surtees-Ford 021March-Ford 0 22March-Ford 0 23March-Ford 0 24March-Ford 025McLaren-Ford 026B.R.M. 0– †Shadow-Ford 0–March-Ford 0–March-Ford 0–Shadow-Ford 0–Hesketh-Ford 0–Hesketh-Ford 0–March-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 34 2 233 22 4 125 86 87 78 1 Pos. Konstrukteur Punkte9 110 111 0 12 013 0 – 0– 0 Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

#1977 Spanien Kategorie:Sportveranstaltung in San Sebastián de los Reyes Kategorie:Circuito del Jarama