Montezuma ist eine Opera seria in drei Akten von Carl Heinrich Graun. Das Libretto wurde vom Preußenkönig Friedrich dem Großen in französischer Sprache verfasst und von Giampetro Tagliazucchi in eine italienische Libretto-Version umgewandelt.

Handlung Die Oper schildert, wie die spanischen Eroberer unter Hernán Cortés den Aztekenkaiser Montezuma durch List täuschen und ihn gefangen nehmen. Obwohl Montezumas Braut einen Rettungsplan entwirft, scheitern alle Bemühungen um eine friedliche Lösung, und der Kaiser findet den Tod.

Motivation für die Oper Friedrich der Große beschreibt in der Oper ein Gegenbild zu sich selbst. Sein Libretto führt eindringlich vor, was mit einem Herrschaftsbereich geschieht, der sich militärisch nicht ausreichend absichert und fremden Armeen freundlich gegenübertritt. Eine bessere Argumentation für die eigene militärische Aufrüstung ließ sich kaum finden. Nur ein Jahr nach der Uraufführung des Montezuma in Berlin 1755 fiel der Preußenkönig 1756 in Sachsen ein, um einem Angriff der alliierten Nachbarstaaten auf Preußen zuvorzukommen.. Nicolaisaal, 21. Januar 2012.Holger Hettinger: Heldensehnsucht im Barock. In: Deutschlandfunk Kultur. 30. Juni 2010.

Aufführungen Die Titelpartie und einige andere Rollen wurden ursprünglich für die Stimmen von Kastraten geschrieben, sie werden heute entweder von einem weiblichen Mezzosopran oder Alt oder von einem Countertenor gesungen.

Die Sänger der Uraufführung waren:. Staatliches Institut für Musikforschung. Preußischer Kulturbesitz, abgerufen am 12. August 2020. Montezuma – Giovanni Tedeschi gen. „Amadori“ (Mezzosopran-Kastrat) Eupaforice – Giovanna Astrua (Sopran) Erissena – Giovanna Gasparini (Sopran) Tezeuco – Antonio Romani (Tenor) Pilpatoè – Paolo Bedeschi, gen. „Paolino“ (Alt-Kastrat) Hernán Cortés – Antonio Uberti, gen. „Porporino“ (Alt-Kastrat) Narvès – Martinengo (Alt-Kastrat)

Nach dem Tode Friedrichs des Großen wurde das Werk selten aufgeführt, erst im Jahre 1982 ist es in der Deutschen Oper Berlin wieder inszeniert worden, ebenfalls wurde es im Jahre 2010 auf Kampnagel in Hamburg aufgeführtGabriel Garrido, Claudio Valdés Kuri: Montezuma. Kampnagel, 29. September 2010., und zum dreihundertsten Geburtstag des Königs im Jahre 2012 wurde es wieder gezeigt, so beispielsweise im Neuen Palais in Potsdam und in der Staatsoper im Schillertheater in Berlin.Tobias Roth: Grauns ‚Montezuma‘ an der Berliner Staatsoper. Ein verteufelt sanfter Herrscher. In: klassik.com. 26. Januar 2012.

Aufnahmen / Tonträger 1966 Richard Bonynge; London Philharmonic Orchestra Montezuma: Lauris Elms Erissena: Elizabeth Harwood Eupaforice: Joan Sutherland Tezeuco: Joseph Ward Pilpatoè: Rae Woodland Hernán Cortés: Monica Sinclair Decca 6.35516 (2 LP) / Decca 448 977 2 (CD)

1992 Johannes Goritzki; Kammerchor Cantica Nova, Solistenensemble der Deutschen Kammerakademie Montezuma: Encarnación Vázquez Erissena: Angélica Uribe Sánchez Eupaforice: Dorothea Wirtz Tezeuco: Conchita Julian Pilpatoè: Lourdes Ambríz Hernán Cortés: Maria Luisa Tamez Narvès: Ana Caridad Acosta Capriccio 6003-2 (2 CD 135'46 Studio)

Literatur Ulrich Schreiber: Opernführer für Fortgeschrittene. Die Geschichte des Musiktheaters. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2006, ISBN 3-7618-1859-9.

Weblinks

Pflichtkür für F II bei Kultur-Extra Grauns Heldenoper „Montezuma“. Bericht über eine Inszenierung des Festivals Theater der Welt 2010, belcantissimo, 11. Januar 2011 Donal Henahan: Review/Opera; Graun’s ‘Montezuma’. In: The New York Times. 27. Mai 1988 (Bericht über eine Inszenierung von 1988) . Sonderausstellung des Musikinstrumenten-Museums des Staatlichen Instituts für Musikforschung in Berlin 2012

Einzelnachweise

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