Der Sechs Millionen Dollar Mann (Originaltitel: The Six Million Dollar Man) ist eine US-amerikanische Fernsehserie. Zwischen 1973 und 1978 wurden 106 Episoden in 5 Staffeln für den US-Sender ABC produziert. Im deutschsprachigen Fernsehen war die Serie erstmals beim Privatsender RTLplus zu sehen. Der 71-minütige Pilotfilm der Serie entstand unter der Regie von Richard Irving nach dem Drehbuch von Henri Simoun.
Inhalt Der Mond-Astronaut und Testpilot Colonel Steve Austin wird bei einem Flugzeugabsturz mit einem experimentellen Lifting Body Northrop M2-F2 lebensgefährlich verletzt. Nur eine seitens des „Office of Scientific Intelligence“ (OSI) finanzierte sechs Millionen US-Dollar teure Operation rettet ihn. Hierbei werden ein Auge, ein Arm und beide Beine durch bionische Körperteile (kybernetische Prothesen) ersetzt, welche seine Kräfte und Fähigkeiten um ein Vielfaches verbessern.
Kurz darauf rekrutiert des OSI Austin, da die OP zu einem Projekt gehört, um einen einzelnen Agenten der Behörde zu schaffen, um deren Sonderaufträge auszuführen. Die erste Mission führt Austin in die Wüste von Saudi-Arabien. Er soll den gefangenen Araber Ali Ibn Jubral Hamuth aus den Händen seiner Kidnapper befreien, da dieser für Frieden in der Region sorgen kann. Nach dem Fallschirm-Absprung in der Wüste erfährt Austin von einem ebenfalls gefangenen Israeli, dass der Araber bereits bei einem Fluchtversuch erschossen wurde. Austin zerbricht die Ketten, mit denen er gefangen ist, und entkommt mit Hilfe des Israelis, der das Fluchtflugzeug, eine DC-3, fliegen kann.
Der erst skeptische Austin bleibt anschließend dem OSI erhalten und arbeitet weiter für diese als Agent, wobei er unter anderem auf gefährliche Wissenschaftler, Cyborgs, Außerirdische und sogar Bigfoot trifft.
Entstehung Der Pilotfilm basiert auf dem Buch Cyborg von Martin Caidin und war als eigenständiger Film geplant. Aufgrund des großen Erfolges wurde die Geschichte um Colonel Steve Austin jedoch als Fernsehserie weitergeführt.
Der Film weicht in einigen Punkten von der späteren Serie ab. Rudy Wells wird hier von Martin Balsam verkörpert. Statt Oscar Goldman steckt Darren McGavin als leitender OSI-Funktionär Oliver Spencer hinter der Sechs-Millionen-Dollar-Operation an Austin, während Barbara Anderson Krankenschwester Jean Manners verkörpert, welche sich in Austin verliebt. Sowohl Spencer als auch Manners tauchen im weiteren Verlauf der Serie nicht mehr auf.
Die Hauptrolle spielte der US-amerikanische Schauspieler Lee Majors, der zuvor durch Serien wie Big Valley, Die Leute von der Shiloh Ranch (The Virginian) und Owen Marshall – Strafverteidiger bekannt geworden war. Auch danach war er mit der Serie Ein Colt für alle Fälle (The Fall Guy) weiterhin erfolgreich.
Episodenliste Staffel 1
Staffel 2
Staffel 3
Staffel 4
Staffel 5
Fortsetzungen Aufgrund des Erfolges der Serie und der Beliebtheit der Figur Jaime Sommers (Lindsay Wagner), die einen Gastauftritt als Steves Schulfreundin hatte, wurde der Ableger Die Sieben-Millionen-Dollar-Frau (The Bionic Woman) produziert und von 1976 bis 1978 mit 58 Episoden parallel ausgestrahlt. Zunächst war die Geschichte um Steves Jugendliebe, die bei einem Fallschirmabsprung schwer verletzt und schließlich in eine bionische Frau umgewandelt wird, nur als Doppelfolge für Der-Sechs-Millionen-Dollar-Mann geplant. Nachdem Lee Majors und Lindsay Wagner nach Ausstrahlung dieser Doppelfolge zum Traumpaar wurden, beugten sich die Drehbuchautoren den Fans und die bereits verstorbene Jaime wurde in einer weiteren Doppelfolge durch eine erneute komplizierte Operation wiederbelebt. Jaime verliert durch diesen Eingriff allerdings ihr Gedächtnis und ist zunächst traumatisiert, sodass sich das Paar vorerst trennt und Lindsay Wagner als Jaime Sommers in ihrer eigenen Serie Missionen für Oscar Goldman erfüllt. Es gab allerdings weitere wechselseitige Gastauftritte und Handlungsstränge, die in der einen Serie begannen und in der anderen abgeschlossen wurden (Kampf der Außerirdischen).
In den drei Fernsehfilmen, von denen der erste neun Jahre nach Abschluss der beiden Serien gedreht wurde, finden Jaime (die ihre Erinnerung inzwischen komplett zurückgewonnen hat) und Steve jedoch schließlich wieder zusammen. Trotz erneuter Komplikationen heiraten die beiden schließlich am Ende des dritten Spielfilms. Die letzten beiden Spielfilme wurden bis heute nicht deutsch synchronisiert: Rückkehr der Roboter (The Return of the Six Million Dollar Man and the Bionic Woman) Bionic Showdown: The Six Million Dollar Man and the Bionic Woman (nicht in deutscher Sprache erschienen) Bionic Ever After? (nicht in deutscher Sprache erschienen)
Auf Videokassetten erschienen als Fortsetzung des Pilotfilms die Titel Das 6-Millionen-Dollar-Girl, Der 6-Millionen-Dollar-Dog und Die Rückkehr der Roboter.Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction-Films. Heyne, München 1997, ISBN 3-453-11860-X, S. 793.
Synchronisation Die deutsche Fassung entstand bei der Firma "Alster Studios" in Hamburg unter der Dialogregie von Rüdiger Schulzki, der auch den Oscar Goldman sprach.
Schauspieler Rollenname SynchronsprecherLee Majors Steve Austin Peter LakenmacherRichard Anderson Oscar Goldman Rüdiger SchulzkiAlan OppenheimerMartin E. Brooks Dr. Rudy Wells Lothar GrütznerWolfgang DraegerLindsay Wagner Jaime Sommers Carolin van BergenMartha Scott Helen Elgin Marianne Kehlau
Trivia Laut Martin Caidin, dem Autor der Serien-Vorlage, basiert die Rolle des Steve Austin auf den realen Astronauten David Scott und Eugene Cernan. Caidin wollte ursprünglich auch Monte Markham für die Hauptrolle als Steve Austin, welche dann allerdings an Majors ging. Markham bekam innerhalb der Serie den Part des ebenfalls bionisch veränderten OSI-Agenten Barney Hiller in zwei Folgen. Als OSI Hauptquartier nutzte man das Russell Senate Office Building, allerdings nur in Form von Aufnahmen der Außenfassade. Alle im Gebäude spielenden Szenen entstanden im Filmstudio. Ein unerwünschter Nebeneffekt der Reihe war, dass (vorrangig) Kinder, welche Fans der Serie waren, sich in gefährliche Situationen begaben und dabei schwer verletzten in der Hoffnung, hinterher ebenfalls kybernetische Prothesen zu erhalten. Dies nötigte die Produzenten und Lee Majors dazu, an mindestens ein Kind dahingehend einen Brief aufzusetzen, dass die Serie reine Science-Fiction sei. Als im Dezember 1976 die Episode „Agentenrummel“ (Carnival of Spies) gedreht wurde, filmte man im Vergnügungspark NU-Pike in Long Beach, Kalifornien. Ein Mitglied der Filmcrew beschädigte im Zuge dessen versehentlich eine neon-orange Schaufensterpuppe, deren Arm abbrach. Als man menschliche Knochen entdeckte und die Behörden informierte, wurde die Leiche genauer untersucht. Der medizinische Gutachter Thomas Noguchi öffnete den Mund der Leiche und konnte ein Geldstück von 1924 und ein Ticket für das Museum of Crime finden. Dieses Ticket und archivierte Zeitungsberichte halfen der Polizei dabei, die Leiche als die von Elmer McCurdy zu identifizieren. Dieselbe Episode wurde für die deutsche Fassung inhaltlich etwas verändert. So ist Austins Gegenspieler in der Originalfassung ein ostdeutscher Wissenschaftler namens Ulrich Rau. In der deutschen Synchronfassung heißt dieser allerdings Stanislaw Rau und bekam eine breite osteuropäische Herkunft verpasst (Tschechoslowake, wohnhaft in Warschau). Für die Episode „Ein faules Spiel“ (One of our Quarter Backs is missing), welche sich um Football dreht, castete man neben Runningback Larry Csonka auch etliche ehemalige Football-Spieler wie Dick Butkus, Carl Weathers und Mike Henry. Lee Majors, welcher vor seiner Schauspiel-Karriere ebenfalls Football gespielt hatte, gab mit dieser Folge sein Regie-Debüt. Stephen Macht verkörpert in der Folge „Das Superhirn“ (The Ultimate Imposter) die Rolle des (späteren) OSI-Agenten Joe Patton, der die Fähigkeit besitzt, sich große Mengen an Informationen ähnlich einem Computer im Gehirn speichern zu lassen und diese wenn nötig abzurufen und anzuwenden. Die Episode war als Spin-Off einer neuen Reihe gedacht, welche allerdings nie umgesetzt wurde. In der Folge „Die Spur des Doppelgängers“ (Look Alike) wirkt Box-Legende George Foreman als OSI-Agent Marcus Grayson mit. Innerhalb der Episode „Die Abrechnung“ (Steve Austin, Fugitive) muss OSI-Sekretärin Peggy Callahan (Jennifer Darling) aus einem Elektronikgeschäft Ersatzteile für den an der Bionik beschädigten Steve Austin erwerben. Der Ladenbesitzer wird dabei ebenfalls von Lee Majors gespielt, allerdings mit starkem Makeup. Mit sechs Episoden-Auftritten in sechs verschiedenen Rollen gehörte Quinn K. Redeker zu den meistbeschäftigten Nebendarstellern der Serie gefolgt von Lloyd Bochner (vier Auftritte) und Majors damaliger Ehefrau Farrah Fawcett (ebenfalls vier). Majors setzte sich auch intensiv dafür, dass Fawcett die Rolle der Jamie Somers spielen sollte. Letztlich ging dieser Part dann an Lindsay Wagner. Schauspieler John de Lancie hatte innerhalb der Serie seine ersten Auftritte vor der Kamera. Im Spielfilm Die Geister, die ich rief … von Richard Donner aus dem Jahre 1988 hat Lee Majors einen Gastauftritt als Sechs-Millionen-Dollar-Mann, als er den Weihnachtsmann in seiner Werkstatt am Nordpol rettet. Zu Beginn der fünften (und letzten) Serienstaffel gab es Unstimmigkeiten mit Hauptdarsteller Lee Majors, welcher Vertragsinhalte durchgesetzt haben wollte. Dies führte zu Spekulationen, dass die Produzenten die Serie mit einem anderen Hauptdarsteller fortsetzen wollten. Unter anderem waren Gil Gerard und Harrison Ford im Gespräch. Es bestehen keine Zusammenhänge zwischen der Hauptfigur und dem Profiwrestler gleichen Ringnamens.
DVD-Veröffentlichung Staffel USA DVD Englische Fassung Deutschland DVD Deutsche Fassung1 26. September 2005 6 Originallänge15. Oktober 2010 4ungekürzt2 23. Oktober 2006 6 Originallänge 3. Dezember 2010 5ungekürzt3 — – Originallänge 29. April 2011 5ungekürzt 1–3 26. August 2011 14ungekürzt
Literatur Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction-Films. Heyne, München 1997, ISBN 3-453-11860-X, S. 793. Martin Caidin: Der korrigierte Mensch. Goldmann, München 1974, ISBN 3-442-23226-0. Martin Caidin: Die Menschmaschine. Lübbe, Bergisch Gladbach, ISBN 3-404-01050-7. Martin Caidin: Die Straße der Götter. Goldmann, ISBN 3-442-23218-X. Martin Caidin: Cyborg IV. Lübbe, Bergisch Gladbach, ISBN 3-404-01122-8. Michael Jahn: Der 6 Millionen Dollar Mann – Der Atombomben-Coup. Lübbe, Bergisch Gladbach, ISBN 3-404-01052-3. Evan Richards: Der 6 Millionen Dollar Mann – Der gestohlene Minister. Lübbe, Bergisch Gladbach, ISBN 3-404-01053-1. Jay Barbee: Der 6 Millionen Dollar Mann – Blindflug. Lübbe, Bergisch Gladbach, ISBN 3-404-01075-2. Michael Jahn: Der 6 Millionen Dollar Mann – Unheimliche Begegnung. Lübbe, Bergisch Gladbach, ISBN 3-404-01076-0. Michael Jahn: Der 6 Millionen Dollar Mann – Duell der Giganten. Lübbe, Bergisch Gladbach, ISBN 3-404-01102-3. Michael Jahn: Der 6 Millionen Dollar Mann – Verschwörung gegen USA. Lübbe, Bergisch Gladbach, ISBN 3-404-01120-1.
Weblinks
Anmerkungen
Kategorie:Fernsehserie (Vereinigte Staaten) Kategorie:Fernsehserie der 1970er Jahre Kategorie:Science-Fiction-Fernsehserie Kategorie:Actionfernsehserie Kategorie:Fernsehserie (American Broadcasting Company)