Rome: Total War ist ein im September 2004 erschienenes rundenbasiertes Strategiespiel, das von dem britischen Entwickler Creative Assembly entwickelt und vom japanischen Konzern Sega für Windows veröffentlicht wurde. Das Computerspiel stellt den dritten Teil der Spieleserie Total War dar.

In einer Kombination von rundenbasierten mit Echtzeitspielelementen übernimmt der Spieler die Kontrolle über eine Regionalmacht des 3. vorchristlichen Jahrhunderts, etwa die Römische Republik oder das Seleukidenreich, und versucht, diese zu einer Großmacht zu entwickeln. Dazu stehen dem Spieler primär militärische aber auch diplomatische Mittel zur Verfügung. Im rundenbasierten Modus übernimmt der Spieler Verwaltungs- und Logistikaufgaben in seinem Imperium. Trifft eine Armee des Spielers auf eine feindliche Armee, geht das Spiel in den Echtzeit-Modus über, in dem der Spieler seine Truppen als Kommandant befehligt.

Rome: Total War erhielt von der Fachpresse durchgängig sehr gute Bewertungen. Es erreichte bei Metacritic eine Metawertung von 92 von 100 Punkten. Für das Spiel wurden zwei Erweiterungen veröffentlicht, 2005 erschien Barbarian Invasion, 2006 Alexander. Am 2. Juli 2012 kündigte Creative Assembly die Entwicklung einer Neuauflage des Titels mit dem Titel Rome II an. Feral Interactive veröffentlichte 2010 eine Version für Mac, gefolgt von einer überarbeiteten iPad-Version 2016 und einer iPhone-Version im Sommer 2018.feralinteractive.com Im Dezember 2018 erschien das Spiel auch in einer Version für Android-Geräte.

Eine modernisierte und überarbeitete Version des Spiels, Total War: Rome Remastered, erschien am 29. April 2021., PC Games vom 25. März 2021; Zugriff am 25. März 2021

Spielprinzip Allgemein Rome: Total War ist ein in der Antike zur Zeit des Aufstiegs des römischen Reichs angesiedeltes Strategiespiel. Es umfasst und simuliert Einflüsse verschiedener Themenbereiche wie Wirtschaft und Politik. Strategisch orientierte Elemente kommen im rundenbasierten Spielmodus zum Tragen, militärische Auseinandersetzungen und taktische Spielzüge spielen sich dagegen im Echtzeitmodus ab.

Der Spieler übernimmt die Kontrolle über eine Großmacht der damaligen Zeit wie z. B. die Römische Republik, Karthago oder Makedonien und versucht, deren Einfluss weiter auszudehnen. Dazu stehen ihm Diplomatie, aber in erster Linie die Kriegsführung zur Verfügung. Der rundenbasierte Teil des Spiels findet auf einer Kampagnenkarte statt, auf der der Spieler die wirtschaftliche, politische und militärische Entwicklung seiner Nation durch Gebäudebau in Städten, Armeebewegungen, Angriffe, Verteidigungen oder den Einsatz von Agenten steuern. Den Echtzeit-Part stellen die Schlachten dar, zu denen es kommt, wenn sich Armeen verfeindeter Nationen begegnen.– Spieletest von Spieleflut.de – "Rome: Total War" gesichtet: 14. Februar 2014.

Rundenbasiertes Spiel Der rundenbasierte Teil des Spieles wird von einer Übersichtskarte, der sogenannten Weltkarte bzw. Kampagnenkarte, aus gesteuert. Pro zeitlich unbegrenzter Runde kann der Spieler dabei verschiedene Aktionen festlegen und nach Abschluss der Runde ausführen lassen. Zu den rundenbasierten Aktivitäten zählt das Verwalten von Provinzen, die Befehlsausgabe an militärische Einheiten und der Einsatz von diplomatischen Mitteln. Danach werden die Züge der vom Computer gesteuerten Fraktionen ausgeführt, wonach wiederum die nächste Runde für den Spieler beginnt.

Jede Fraktion besitzt einen Stammbaum der herrschenden Familie der Fraktion. Zu Anfang umfasst dieser nur zwei bis drei Charaktere. Im weiteren Verlauf des Spiels wächst dieser immer weiter an. Die erwachsenen männlichen Charaktere, die im Stammbaum aufgeführt sind, stehen dem Spieler als Kommandanten und Statthalter zur Verfügung. Jeder Charakter besitzt bestimmte Attribute, die seine Amtsführung positiv und negativ beeinflussen.

Auf der dreidimensional dargestellten Kampagnenkarte, die verschiedene Regionen Europas und Westasiens und Nordafrikas abbildet, wird die Verwaltung der Landesprovinzen zur Gewinnung wirtschaftlicher und militärischer Ressourcen organisiert. In jeder Provinz befindet sich eine Provinzhauptstadt. Dort werden Steuern erhoben und Handelseinkommen erwirtschaftet, die der Spieler einsetzen kann, um militärische Einheiten zu rekrutieren und zu unterhalten und für den Bau von Ausbildungsgebäuden, Verwaltungssitzen, Festungsanlagen, Wirtschaftsgebäuden und Gebäuden, die die Zufriedenheit steigern, einsetzen kann. Wirtschaftsgebäude wie Häfen, Straßen, Märkte und landwirtschaftliche Verbesserungen generieren Einnahmen und beeinflussen das Bevölkerungswachstum. In den Provinzhauptstädten sind je nach Stimmung der eingesessenen Bevölkerung Revolten und Revolutionen möglich. Bei Revolten werden Gebäude in der Stadt beschädigt, bei Revolutionen wird die Besatzerarmee durch eine Rebellenarmee vertrieben und die Stadt erklärt sich für unabhängig.

Neben diesen Elementen stehen militärische Unternehmungen im rundenbasierten Teil im Mittelpunkt. Auf der Kampagnenkarte kann der Spieler die ihm zur Verfügung stehenden Einheiten steuern. Einheiten lassen sich zu größeren Verbänden gruppieren, um die Kampfkraft zu erhöhen. Nach der Auswahl eines Verbandes kann der Spieler diesen Zielkoordinaten zuweisen, die dieser anschließend über den kürzesten passierbaren Weg ansteuert. Wie weit eine Armee pro Runde ziehen kann, ist durch die ihnen zugeordneten Bewegungspunkte festgelegt. Jeder militärische Verband besitzt eine pro Runde nutzbare Anzahl an Bewegungspunkten, die proportional zur Bewegungsgeschwindigkeit der langsamsten mitgeführten Truppenart ist. So verfügen z. B. bewegliche Kavallerietruppen über mehr Bewegungspunkte als schwere Infanterie oder Belagerungsgerät.

Beim Aufeinandertreffen feindlicher Armeen, sei es im offenen Gelände oder beim Angriff auf feindliche Provinzstädte, besitzt der Spieler die Option, den Feind entweder zu bekämpfen oder sich zurückzuziehen. Entscheidet der Spieler sich für einen Kampf, kann dieser entweder durch den Computer anhand von Parametern wie Truppenstärke, Truppenzahl und herrschendes Wetter automatisch berechnet oder vom Spieler auf einer dreidimensionalen Karte in Echtzeit ausgefochten werden.

Eine Provinz kann entweder ausgehungert oder im Sturm genommen werden. Der Unterschied liegt für den Angreifer vor allem in der benötigten Zeit und dem Aufwand an Truppen. Bei Erfolg kann entschieden werden, ob die besiegte Stadt entweder „nur“ erobert wird oder ob die Einwohner versklavt (auf andere Städte aufgeteilt) oder ausradiert werden. Eine Eroberung hält die Schäden an den Gebäuden und der Bevölkerung relativ gering, allerdings ergeben sich nur geringe Beute und die Grundstimmung der Bevölkerung bleibt erhalten. Bei der Versklavung ist die Beute etwas höher und die Provinz erhält mit „Sklaven“ eine neue Handelsware, die die Handelseinnahmen erhöht. Außerdem reduziert sich die Bevölkerung und durch die deutlich geringere Bevölkerungszahl ist es leichter, die Provinz zu verwalten (daher verringert sich das Risiko einer Revolte erheblich). Das drastischste Mittel bleibt die „Ausradierung“ der Bevölkerung. Daraus ergeben sich eine hohe Beute, aber die Schäden an Gebäuden und vor allem Menschen sind besonders hoch. Die verringerte Bevölkerungszahl senkt wiederum das Risiko einer Revolte oder eine Revolution.

Bei Seeschlachten führen die einzelnen Flotten bis zu 20 Schiffe in die Schlacht, die sich in der Mannstärke teilweise erheblich voneinander unterscheiden. Die beiden großen Gruppen von Schiffen sind zum einen die barbarischen Boote und die griechische/römisch/karthagisch/ägyptischen Triremen. Das Prinzip von Seeschlachten gleicht dem der Landschlachten, können allerdings nur automatisch geführt werden. Strategisch gesehen dienen Schiffe vor allem dem Truppentransport und der Blockade von Handelshäfen.– Spieletest von 4PLayers.de – Test: Rome: Total War" Seite 3, gesichtet: 14. Februar 2014.

Echtzeit-Spiel Beim Echtzeit-Spiel werden in einer dreidimensionalen Umgebung Schlachten zwischen zwei oder mehr Fraktionen ausgetragen. Bei einem Gefecht führt jede beteiligte Fraktion bis zu 20 Einheiten ins Feld, die jeweils aus 24 bis 240 Soldaten bestehen. Die Zahl der mitgeführten Männer pro Einheit hängt vom Einheitentyp ab, so besteht z. B. eine Einheit Kavallerie aus wesentlich weniger Soldaten als eine Phalanx-Einheit.

Den Fraktionen stehen für die Schlachten zahlreiche Einheitentypen zur Verfügung, die sich an den historischen Rahmenbedingungen orientieren. Häufige Truppentypen sind Hopliten, Bogenschützen, Peltasten, Kavallerie, aber auch Maschinerie in Form von Ballisten oder Onagern. Viele Fraktionen verfügen zusätzlich noch über individuelle Einheiten. So verfügen z. B. asiatische Kulturen über Streitwagen und Kataphrakte.

Eine Schlacht ist in drei Phasen unterteilt. Zunächst formieren sich die Armeen. Nachdem dies beendet ist, was der Spieler per Knopfdruck entscheiden kann, beginnt die Kampfphase. Da die Schlachtfelder meist sehr weitläufig sind, sind eine Vielzahl von Taktiken und Strategien möglich. Dem Spieler stehen zahlreiche Befehle zur Verfügung, die er seinen Truppen erteilen kann. Dies schließt Bewegungs- und Angriffsbefehle ebenso ein, wie Formations- und Verhaltensanweisungen. Letztere können sich dabei sowohl auf die direkte Kampfkraft, als auch auf die Moral der Einheiten auswirken. Die Moral ist ein wichtiger Faktor in den Gefechten, denn sie bemisst die Standhaftigkeit der Soldaten. Soldaten mit geringer Moral sind eher geneigt, vom Schlachtfeld zu fliehen. Faktoren, die die Moral negativ beeinflussen sind z. B. überraschende Kavallerieangriffe oder deutliche numerische Unterlegenheit. Das Wetter kann ebenfalls Einfluss auf das Kampfgeschehen haben. So senkt z. B. starker Regen die Treffergenauigkeit von Bogenschützen und verhindert, dass diese Brandpfeile schießen können.

Die dritte Phase beginnt, nachdem eine Armee besiegt wurde. Der Spieler besitzt dann die Option, alle fliehenden Gegner zu verfolgen und zu bekämpfen. Eine Armee ist besiegt entweder, wenn alle ihre Einheiten aufgerieben wurden, oder wenn sich alle Einheiten auf der Flucht befinden. Verteidiger können zusätzlich eine Schlacht durch Spielen auf Zeit gewinnen. Denn es gibt eine Uhr, die als maximale Schlachtdauer 45 Minuten festlegt. Sollte es dem Angreifer innerhalb dieser Zeit nicht gelingen, den Verteidiger zu besiegen, so hat der Verteidiger die Schlacht gewonnen.

Kampagne Rome: Total War behandelt die Zeit vom Aufstieg bis zum Fall der Römischen Republik, es spielt zwischen den Jahren 270 v. Chr. bis 14 n. Chr. Im Fokus liegen drei römische Familien, das Haus der Julier, das Haus der Scipionen und das Haus der Bruti. Die drei Fraktionen versuchen, durch Eroberungen ihren Einfluss in Rom, welches vom Senat beherrscht wird, zu steigern. Einflussreiche Familien erhalten Zugang zu Senatsämtern, welche den Fraktionen bestimmte Boni einbringen. Jede Fraktion besitzt das Ziel, die eigene Fraktion zur Großmacht auszubauen. Dazu versucht jede von ihnen, die militärische Kontrolle über Rom zu erlangen. Zwischen den römischen Fraktionen, die von Beginn an verbündet sind, bricht im späteren Spielverlauf ein Bürgerkrieg aus. Die Kampagne wird von der Fraktion gewonnen, der es gelingt, Rom sowie 50 weitere Provinzen zu erobern.– Spieletest von Spieleflut.de – "Rome: Total War" gesichtet: 14. Februar 2014.