hochkant=0.3|rahmenlos|rechts
Ensembles Ensemble Altstadt Iphofen
Iphofen, fränkische Urpfarrei, gehört zu den Königsgütern, die Karlmann 741 dem neu gegründeten Bistum Würzburg zur Ausstattung schenkte. Der Ort blieb im Wesentlichen bis zum Übergang an Bayern 1803 würzburgisch. Ende 13. Jahrhundert erfolgten unter Bischof Manegold von Neuenburg die Erhebung zur Stadt und der Ausbau zur Festung unter Ausschluss des damals unter hohenlohischer Herrschaft stehenden Gräbenviertels, eines Siedlungsteils, der erst Ende 14. Jahrhundert in die Ummauerung einbezogen wurde. Der trennende Befestigungsabschnitt ist bis heute erkennbar geblieben und die Zusammensetzung aus zwei leicht gegeneinander versetzten Ortsteilen gibt dem Stadtumriss die eigentümliche Unregelmäßigkeit. Im südlichen Gräberviertel sowie im Bereich des außerhalb der Befestigung liegenden Friedhofs St. Martin ist die ursprünglich dörfliche Siedlung zu suchen, von der jedoch strukturell bis auf das Pesttor keine Spuren mehr vorhanden sind. Während im „Gräberviertel“ die Trasse Maxstraße über Julius-Echter-Platz und Bahnhofstraße als Leitlinie verstanden werden muss, wird der Stadtkern von einem Ost-West gerichteten Leitersystem strukturiert, das seine geometrische Klarheit, wie sie bei gotischen Gründungen vorherrschte, jedoch bereits infolge des Dreißigjährigen Krieges verloren hat. Die drei Stadttore passen sich in dieses Wegenetz zwar ein, lassen jedoch nur einen mehrfach gebrochenen und verschränkten Verlauf der Hauptachsen zu. Etwa in der Mitte des Stadtkerns liegt der langrechteckige, an einer Schmalseite mit der west-östlichen Durchgangsstraße kommunizierende Marktplatz, der, sich verengend, in den Kirchplatz überleitet. Das Gräbenviertel besitzt im Julius-Echter-Platz einen eigenen Platzraum. Der hauptsächlich von Weinbau und Landwirtschaft lebende Ort zeigt ein überwiegend dörfliches Gepräge. Die Bebauung besteht nur an den Hauptstraßenzügen aus einer geschlossenen Reihung von Giebel- und Traufseithäusern nach städtisch anmutender Parzellierung, zur Hauptsache jedoch aus dem Nebeneinander landwirtschaftlich genutzter Höfe. Innerhalb der kleinteiligen Bebauung sind einige größere Höfe eingestreut, meist ehemalige Niederlassungen von Klöstern. Von den ohne Unterbrechung erhaltenen Befestigungsanlagen abgesehen, die mit ihren Türmen und Toren der Stadtsilhouette eine besondere Prägnanz verleihen, ordnen sich die monumentalen Schwerpunkte den Platzräumen zu. So beherrscht die repräsentative Barockfassade des Rathauses den sich in räumlicher Staffelung entwickelnden Marktplatz, im optischen Zusammenspiel mit dem sich dahinter erhebenden, vom schlanken Kirchturm überragten, spätgotischen Chor der Stadtpfarrkirche. Der Julius-Echter-Platz wiederum ist zwischen dem Spätrenaissance-Bau des Bürgerspitals und der spät- und nachgotischen Hl.-Blut-Kirche eingespannt. Umgrenzung: Stadtbefestigung einschließlich der Grabenzone. Aktennummer E-6-75-139-1.
Stadtbefestigung
Der ab 1293 angelegte Befestigungsgürtel mit Graben und Wall um die Altstadt und die das Gräbenviertel miteinbeziehende Mauererweiterung des endenden 14. Jahrhunderts sind durchgehend erhalten mit vier Türmen, sieben Turmvorsprüngen und drei Stadttoren, die im 15./16. Jahrhundert ausgebaut wurden. Zur äußeren Stadtmauer vergleiche folgende Haus- und Flurnummern: Ägidiengasse 1, 2, 3, 4, und 10 (erster Mauerring), Bahnhofstraße 20 und 24 (zweiter Mauerring), Julius-Echter-Platz 3, 6 und 7 (zweiter Mauerring), Kirchgasse 1 und 2–32 (gerade Nummern, erster Mauerring), Kirchplatz 4,5 und 6 (erster Mauerring), Lange Gasse 36 (erster Mauerring), Maxstraße 3 bis 17 (ungerade Nummern, zweiter Mauerring), Obere Gasse 2 bis 10 (gerade Nummern, erster Mauerring), Pfarrgasse 2, 3, 10 und 12 (erster Mauerring), sowie Untere Gräbengasse 2 bis 10 (gerade Hausnummer, zweiter Mauerring). Ferner folgende Flurnummern: 74/2, 239/2 (beides erster Mauerring), 257/2, 292/2, 294/2, 294/3 und 294/4 (zweiter Mauerring). Zur inneren Stadtmauer (ebenfalls erster Mauerring) vergleiche folgende Haus- und Flurnummern: Ludwigstraße 14, Maxstraße 24, Obere Gasse 2 und 4, Stöhrsgasse 1 und 5 sowie die Flurnummer 235/2. Zu den Stadttoren, Stadttürmen und Wehrtürmen vergleiche folgende Haus- und Flurnummern: Einerheimer Straße 2 (Torwächterhaus, zum Einersheimer Tor), Julius-Echter-Platz 4 und 5 (Mainbernheimer Tor), Kanalgasse 9 (Henkersturm), Kirchgasse 1 (Hackerturm), Lange Gasse 35 (Einersheimer Tor), Maxstraße 19 (Hirtenturm), Pfarrgasse 1 (Mittagsturm), Rödelseer Straße 1–3 (Rödelseer Tor), Untere Gräbengasse 12, Fl. Nr. 293 (Zehntturm und Pest- oder Totentor), Bei Pfarrgasse 2, Fl. Nr.55/2 (Bürgerturm) und Bei Obere Gasse 10, Fl. Nr. 216/3 (Eulenturm). Aktennummer: D-6-75-139-1.
Beginnend beim Rödelseer Tor besteht die Stadtbefestigung im Uhrzeigersinn aus folgenden Objekten:
Rödelseer Tor
Rödelseer Tor 2: Vorwerk (Barbakane) () des sogenannten Rödelseer Tors aus ehemals offenem halbrundem Turm mit Kegeldach und Torbogen, 1455/56 (D-6-75-139-135) Rödelseer Tor 1, 3: Fachwerkanbauten mit Torwärterhäuschen () und Wohnhaus (), 15. und 17./18. Jahrhundert (D-6-75-139-135) Rödelseer Tor: Brücke (), Einjochige Bogenbrücke über den inneren Graben (D-6-75-139-135) Rödelseer Tor: Brücke (), Einjochige Bogenbrücke über den äußeren Graben (D-6-75-139-135) Pfarrgasse 1: Innerer Torturm (), quadratischer Turm aus Bruchsteinmauerwerk über spitzbogiger Durchfahrt, Spitzhelm, 15./16. Jahrhundert
Stadtbefestigung vom Rödelseer Tor zum Einersheimer Tor
Stadtmauer: Pfarrgasse 3 (), Kirchplatz 5 (), Kirchgasse 32 (), Kirchgasse 30 (), Kirchgasse 28 (), Kirchgasse 26 (), Kirchgasse 24 (). Kirchgasse 24, Halbschalenturm mit Kegeldach () Stadtmauer: Kirchgasse 22 (), Kirchgasse 20 (), Kirchgasse 18 (), Kirchgasse 16 (), Kirchgasse 14 (), Kirchgasse 12 (), Kirchgasse 10 (), Kirchgasse 8 (), Kirchgasse 6 (), Kirchgasse 3 (), Kirchgasse 2 (), Kirchgasse 1 (). Kirchgasse 1, Hackerturm (), umgebauter Wehrturm mit Fachwerkobergeschoss, 18. Jahrhundert
Einersheimer Tor
Lange Gasse 35: Stadttor (), so genanntes Einersheimer Tor, spätmittelalterlicher Torturm und Vorwerk, mit runden Eckerkern, im Kern 15. Jh., die oberen Teile 1. Hälfte 16. Jahrhundert Einersheimer Straße 2: Torwärterhäuschen (), Satteldachbau mit Fachwerkobergeschoss, 18. Jahrhundert, und Flügelmauern
Stadtbefestigung vom Einersheimer Tor zum Pesttor
Lange Gasse 36, Stadtmauer () Obere Gasse 10, Eulenturm () Obere Gasse 10, Halbschalenturm () Obere Gasse 8, Stadtmauer () Obere Gasse 6, Stadtmauer () Untere Gräbengasse 12, Stadtmauer ()
Pesttor
Untere Gräbengasse 12: Pest- oder Totentor, Stadttor, innerer Torturm () und Vorwerk, durch eine Brücke () verbunden, Bruchsteinbau mit Pyramidendach und spitzbogiger Durchfahrt, Ende 14. Jahrhundert
Stadtbefestigung vom Pesttor zum Mainbernheimer Tor
Zweiter Mauerring mit einem Durchbruch an der Bahnhofstraße: Untere Gräbengasse 10, Stadtmauer () Untere Gräbengasse 8, Stadtmauer () Untere Gräbengasse 8, Halbschalenturm () Untere Gräbengasse 6, Stadtmauer () Untere Gräbengasse 4, Stadtmauer () Untere Gräbengasse 2, Stadtmauer () Bahnhofstraße 25, Stadtmauer () Bahnhofstraße 20, Halbschalenturm () Bahnhofstraße 12, Stadtmauer ()
Mainbernheimer Tor
Julius-Echter-Platz 4, 5: Mainbernheimer Tor, Stadttor, innerer Torturm () und Vorwerk (), zwischen 1533 und 1548, dazwischen Steinbrücke (), 17./18. Jahrhundert (D-6-75-139-25)
Stadtbefestigung vom Mainbernheimer Tor zum Rödelseer Tor
Julius-Echter-Platz 7, Stadtmauer () Maxstraße 1, Stadtmauer () Maxstraße 3, Stadtmauer () Maxstraße 5, Stadtmauer () Maxstraße 7, Stadtmauer () Maxstraße 9, Stadtmauer () Maxstraße 11, Stadtmauer () Maxstraße 13, Stadtmauer () Maxstraße 15, Stadtmauer () Maxstraße 17, Stadtmauer () Maxstraße 19, Wehrturm, 14. Jahrhundert () Kanalgasse 9, Henkersturm, runder Befestigungsturm, 14. Jahrhundert ()
Kanalgasse 10, Stadtmauer () Aegidiengasse 1, Stadtmauer () Aegidiengasse 2, Stadtmauer () Aegidiengasse 3, 4, Stadtmauer () Pfarrgasse 12, Stadtmauer () Pfarrgasse 12, Halbschalenturm () Pfarrgasse 2, Bürgerturm ()
Erster Mauerring zwischen Oberer Gasse und Maxstraße
Zwischen Oberer Gasse und Maxstraße ist der erste Mauerring noch erhalten. Nach der Ummauerung des Gräbenviertels liegt der Mauerzug innerhalb der Stadt. Obere Gasse 4, Stadtmauer () Obere Gasse 2, Stadtmauer () Obere Gräbengasse 12, Stadtmauer () Ludwigstraße 14, Stadtmauer () Stöhrsgasse 1, Stadtmauer ()
Baudenkmäler nach Gemeindeteilen
Iphofen
Birklingen
Bruckhof
Domherrnmühle
Dornheim
Hellmitzheim
Hohlbrunnermühle
Mönchsondheim
Teile des Kirchenburgmuseums
Mühle (untere)
Nenzenheim
Nierenmühle
Possenheim
Waldhof
Ehemalige Baudenkmäler
Abgegangene Baudenkmäler
Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Iphofen
Einzelnachweise
Anmerkungen
Literatur
Gerhard Hojer: Ehemaliger Landkreis Scheinfeld (Bayerische Kunstdenkmale, Band XXXV). München 1976, Seite 96–153
Weblinks
In dieser Kartenansicht sind Baudenkmäler ohne Koordinaten mit einem roten bzw. orangen Marker dargestellt und können in der Karte gesetzt werden. Baudenkmäler ohne Bild sind mit einem blauen bzw. roten Marker gekennzeichnet, Baudenkmäler mit Bild mit einem grünen bzw. orangen Marker.
Iphofen !