M*A*S*H ist eine US-amerikanische Fernsehserie, die in einem mobilen Feldlazarett der US Army (Mobile Army Surgical Hospital) während des Koreakriegs spielt. Die tragikomische Serie basiert auf dem Film MASH von Robert Altman aus dem Jahr 1970. Der Haupthandlungsort befindet sich in der Nähe von Uijeongbu in Südkorea.Uijeongbu, location of M*A*S*H auf nzhistory.govt.nz (englisch)
Hintergrund Die Serie wurde von der CBS vom 17. September 1972 bis zum 28. Februar 1983 erstmals gesendet. Mit ihren 256 Folgen dauerte sie länger als der Krieg selbst, in dem sie spielt. Eine erste Folge („Dear Dad… Again“) wurde in Deutschland im Juni 1982 unsynchronisiert auf N3 gesendet.
Im Mittelpunkt der Serie stehen zwei Chirurgen, die insbesondere durch ihre sarkastische Einstellung zum Krieg und zur Handlungsweise des Militärs sowie entsprechende Sprüche die Antikriegshaltung der Serie herausstellen.
M*A*S*H ist im eigentlichen Sinne nicht nur eine Komödie, sondern auch eine bittere Tragödie. Charaktere, die in den ersten Staffeln noch eher slapstickhaft angelegt waren, verschwinden in späteren Staffeln oder werden gegen ernsthaftere ausgetauscht (Lieutenant Colonel Blake durch Col. Potter, Major Burns durch Major Winchester) oder treten nur noch selten auf (Col. Flagg). Der vordergründige Humor täuscht aber nie über die zutiefst ernsthafte Auseinandersetzung mit den Facetten des Krieges und dessen Rechtfertigung hinweg. Der eher geringe Detailgrad, was die eigentliche ärztliche Arbeit der Protagonisten betrifft (so bezeichnen die Hauptcharaktere ihre Arbeit in der englischen Originalserie oft als „meatball surgery“), unterstützt diese Aussage.
Die Umsetzung der Fernsehserie für den deutschsprachigen Raum übernahm Rainer Brandt, der schon durch die erfolgreiche Neubearbeitung der Fernsehserie Die 2 bekannt geworden war. Auf Anachronismen wurde weitestgehend verzichtet, nur selten wurden später bekannte Personen erwähnt (Sylvester Stallone, Howard Carpendale). Neben der gelungenen Übersetzung, die im Gegensatz zur Bearbeitung von Die Zwei dem Original treu blieb und keine zusätzlichen Kalauer einbaute, konnte die deutsche Version außerdem damit punkten, dass auf „Lachkonserven“ verzichtet wurde. Auf den in Deutschland seit 2005 erschienenen DVDs befinden sich zwei zusätzliche englische Tonspuren, eine mit und eine ohne lachendes „Publikum“. In den USA ist die Ausstrahlung mit Lachkonserve üblich, echte Lacher konnten auch nicht wie bei vielen Sitcoms verwendet werden, da die Serie nicht vor Publikum gedreht werden konnte.
Aus der Serie gingen drei weitere Spin-offs hervor: After MASH, W*A*L*T*E*R und Trapper John, MD: After MASH handelt direkt nach dem Ende des Krieges und spielt in einem Veteranenhospital; es kommen nur noch die drei Charaktere Sherman Potter, Max Klinger und Father Mulcahy aus der Originalserie vor. Die Serie wurde bereits nach einem Jahr wieder eingestellt. Trapper John, M.D. spielt in den frühen 1980ern und handelt von John „Trapper“ McIntyres Karriere im San Francisco Memorial Hospital. Die Hauptrolle des Dr. „Trapper“ John McIntyre spielte Pernell Roberts; die Serie lief im amerikanischen Fernsehen von 1979 bis 1986. W*A*L*T*E*R wurde 1984 in den USA ausgestrahlt und bereits nach der Pilotfolge wieder eingestellt. Geplant war eine Handlung um „Radar“, der sein Geld inzwischen als Polizist verdient. Weder After MASH noch W*A*L*T*E*R wurden im deutschen Fernsehen bisher gezeigt.
2002 erschien die Dokumentation „M*A*S*H“: 30th Anniversary Reunion, die von Mike Farrell produziert wurde. In der zweistündigen Show traten alle noch lebenden Darsteller der Hauptcharaktere auf.
Wirkung M*A*S*H ist eine der erfolgreichsten Serien der US-amerikanischen Fernsehgeschichte. Obwohl die Serie in der ersten Staffel nur mäßigen Erfolg hatte, entwickelte sie sich in den zehn folgenden Staffeln zu einem Hit bei Kritikern und Publikum. Nach Ansicht einiger Kritiker „transformierte die Serie das Medium und machte Millionen zu Mitgliedern einer imaginären Gemeinschaft“. Die Historikerin Noralee Frankel sah darin „eine der wirkungsvollsten Anti-Kriegs-Äußerungen der amerikanischen Geschichte“.David Scott Diffrient: M*A*S*H. TV Milestone Series. Wayne State University Press, 2008. M*A*S*H erhielt 99 Emmy-Nominierungen und gewann den Preis vierzehn Mal. Die M*A*S*H-Schlussfolge vom 28. Februar 1983 hatte mit 77 % die bis heute höchste Einschaltquote einer Fernsehserie in den Vereinigten Staaten. Im Schnitt sahen diese Folge etwa 106 Millionen Zuschauer (insgesamt 121 Millionen).Finale of M*A*S*H Draws Record Number of Viewers. auf mash4077tv.com (englisch)
Die Staffeln wurden in 15 Sprachen übersetzt und in 25 Ländern ausgestrahlt.
Drehorte mini|Wegweiser aus M*A*S*H Alle Außenaufnahmen für die Serie wurden in Kalifornien gedreht, das Setting des Camps befand sich bei Calabasas im Malibu Creek State Park. Ein Teil des Original-Sets wurde in dem Park rekonstruiert, unter anderem ein Wegweiser, wie er in allen 256 Folgen der Serie im Camp zu sehen war.„MASH“’ set re-created at Malibu Creek State Par auf travel.latimes.com, 1. Februar 2008 (englisch) Die Innenaufnahmen entstanden im Studio 9 der Fox Broadcasting Company in Beverly Hills. Das Set wurde für die zweite und dritte Staffel der Vietnamkriegsserie NAM – Dienst in Vietnam verwendet.
Figuren Hauptfiguren mini|Die Besetzung von links im Uhrzeigersinn: McLean Stevenson, Larry Linville, Alan Alda, Gary Burghoff, Wayne Rogers und Loretta Swit Captain Benjamin Franklin „Hawkeye“ Pierce Alan Alda; Chefchirurg und Hauptfigur der Serie. Als einziger der Darsteller tritt er in allen 256 Episoden auf. Er ist Pazifist, ein genialer Chirurg, Pokerspieler und Frauenheld. „Hawkeye“ ist eine Figur aus dem Roman Der letzte Mohikaner, angeblich das einzige Buch, das Pierce’ Vater jemals gelesen hat. Zudem trägt er denselben Namen wie der 14. US-Präsident Franklin Pierce; die beiden Vornamen verweisen auf US-Gründervater Benjamin Franklin. Er betreibt zum Leidwesen von Frank Burns zusammen mit „Trapper“ in ihrem Zelt (dem Sumpf) eine Schnapsdestille, die sie auch reichlich nutzen. Pierce stammt aus dem fiktiven Crabapple Cove in Maine; in den ersten Folgen hieß es, er stamme aus Vermont.
Er ist keineswegs frei von charakterlichen Fehlern und er hasst es, wenn andere ihn überhöhen, nur weil er als Chirurg Großartiges leistet. Immer wieder zeigt er tiefstes Mitgefühl mit Patienten, er reift im Laufe der Serie aber auch charakterlich. Zu Beginn der Serie versucht er jedem Rock hinterher zu steigen, vermeidet aber jede engere Beziehung äußerst konsequent. Im Verlauf der Serie kommt es aber immer mehr zu zutiefst emotionalen Momenten auch zu seinen direkten Kollegen, die er nicht mehr nur dazu ausnutzt, um bei einer Frau zu landen. Er wird sichtbar verantwortungsvoller und nachdenklicher.
Hawkeye hasst den Krieg und ist zutiefst Pazifist. Er weigert sich Waffen auch nur anzufassen und verfüllt eine Kanone auch schon mal mit Beton, wenn sie in seiner Nähe steht. Immer wieder wird er wütend über den Fakt, dass er Teenager wieder zusammenflicken muss, die seiner Meinung nach nicht in einen Krieg, sondern in ein Tanzlokal gehören. Er verabscheut Vorurteile und Rassismus und geht aktiv gegen sie vor. Er sieht in allen Patienten nur Opfer, egal auf welcher Seite sie kämpfen und er behandelt grundsätzlich alle gleich, auch die Gegner oder die eigenen Vorgesetzten. Hawkeye verweigert sich jeglicher militärischen Disziplin und hat keinerlei Respekt vor militärischen Rängen.
Alan Alda schrieb für die Serie auch Drehbücher und führte bei mehreren Folgen Regie. Zudem hatte er als Bedingung in seinen Vertrag aufnehmen lassen, dass pro Folge eine OP-Szene zu sehen ist, um den Schrecken des Krieges zu dokumentieren. Dies wurde jedoch nicht immer eingehalten.So enthält beispielsweise Folge 24 der siebten Staffel, „Eine Nacht in Rosieland“, keine Operationsszene.
Captain John Francis „Trapper“ McIntyre Wayne Rogers; Kollege und bester Kumpel von „Hawkeye“, kommt aus Boston, Massachusetts. Rogers war mit der Rolle des „Trapper“ insofern nicht einverstanden, als sie gegenüber der Rolle im Buch abgewandelt wurde. In Hookers Roman ist „Trapper“ die treibende Kraft hinter den Scherzen und Späßen. In der Serie wurde dieser Part jedoch „Hawkeye“ zugestanden, da Alan Alda der bekanntere Schauspieler war. Rogers verließ die Serie am Ende der dritten Staffel mit der Bemerkung, man habe ihm „seine Identität gestohlen“.
Lieutenant Colonel Henry Blake McLean Stevenson; liebenswerter, vertrottelter Vorgesetzter und Kommandeur des Lagers, ist für eine leitende Funktion nicht geschaffen. Er pflegt eine sehr lockere und vor allem unmilitärische Atmosphäre zu seinen Untergebenen, ahndet Disziplinarverstöße sehr selten und ist generell sehr chaotisch, dazu trägt er so gut wie immer einen Anglerhut. Henry fällt es oft schwer Reden zu halten und seine Untergebenen zur Ruhe zu bringen was vor allem mit seiner lockeren Art zusammenhängt. Deshalb hat er regelmäßig Probleme mit Frank Burns und Margaret Houlihan, aber auch die Eskapaden von Maxwell Klinger bereiten ihm Ärger. Sein Flugzeug, mit dem er in seine Heimat, Bloomington, Illinois, fliegen soll, wird in der letzten Folge der dritten Staffel "Die letzte Party, Henry" ("Abyssinia, Henry") über dem japanischem Meer abgeschossen und es gibt keine Überlebenden. Blake ist die erste Hauptfigur, die jemals in einer US-Fernsehserie gestorben ist. Damit war dem Darsteller Stevenson nach seinem von ihm selbst gewollten Ausstieg am Ende der dritten Staffel eine Rückkehr in die Serie nicht mehr möglich.
Major Frank D. Marion „Frettchengesicht“ (OF: „Ferret Face“) Burns Larry Linville; ist als ranghöchster Offizier nach Lieutenant Colonel Blake bzw. Colonel Potter Stellvertreter des Kommandeurs. Ein Waffennarr, schmallippig, homophob, übertrieben patriotisch, ein Feigling und bekannt dafür, jeden, vom einfachen Soldaten bis hin zu Colonel Blake, zu denunzieren, um irgendwann selbst Kommandeur zu werden. Er kommt aus Fort Wayne, Indiana. Als Chirurg und Arzt ist er eher mittelmäßig und allgemein unbeliebt. Burns hat ein Verhältnis mit Major Houlihan; sie glauben beide lange Zeit, dass niemand im Lager davon weiß. Er würde seine Ehefrau, die auf ihn wartet, allerdings nie für „Hot Lips“ verlassen. Nachdem sich Houlihan von ihm abgewendet hat, wird er zunehmend einsam und noch verschrobener. Nach Margarets Hochzeit zu Beginn der 6. Staffel dreht er durch – und zum Ärger von Pierce und Hunnicutt wird Burns in ein Militärkrankenhaus in den USA versetzt und zum Lieutenant Colonel befördert.
Linville stieg aus der Serie aus, da er Angst hatte, auf den Charakter eines boshaften Nörglers festgelegt zu bleiben. Bei seinen Kollegen war er privat geschätzt und bei den Fans sehr beliebt, da er so gar nichts mit dem Seriencharakter gemein hatte. Bis zu seinem Tod im Jahr 2000 konnte man ihn hin und wieder in Chats und Foren zu M*A*S*H antreffen.
Major Margaret „Hot Lips“ Houlihan Loretta Swit; Oberschwester des Camps, ist die Tochter von Colonel „Howitzer“ Houlihan. Sie wuchs hauptsächlich in diversen Garnisonsstandorten auf und hatte dadurch (zum Teil intime) Bekanntschaften mit hochrangigen Offizieren. Sie ist ein echtes Kind der Army und versucht sich ihre Weiblichkeit auch im Feld zu bewahren. Sie hat ein Verhältnis mit Major Burns, bis sie am Ende der 5. Staffel Lieutenant Colonel Donald Penobscott heiratet. Die Ehe zerbricht allerdings nach kurzer Zeit und sie lässt sich scheiden. Houlihan stört sich am ihrer Meinung nach laxen Umgang von Henry Blake mit den Armeevorschriften und meldet Verstöße bei dessen Vorgesetzten, oft unterstützt von Major Burns. Nachdem Potter das Kommando im Camp übernommen und sie ihre Beziehung zu Burns aufgegeben hat, arrangiert sie sich zunehmend mit den Ärzten.