mini|Der Garten der Gerechten unter den Völkern Die Liste der Gerechten unter den Völkern aus der Republik Moldau führt in alphabetischer Reihenfolge diejenigen Moldauer auf, die von der Gedenkstätte Yad Vashem mit dem Titel Gerechter unter den Völkern geehrt wurden.

Hintergrund Die heutige Republik Moldau war zu Beginn des Zweiten Weltkrieges als Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik Teil der Sowjetunion. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Rahmen des Unternehmens Barbarossa am 22. Juni 1941, an dem sich auf dem Balkan auch etwa eine Million rumänische Soldaten beteiligten, stand das Land unter rumänischer Verwaltung. Bereits während der Besetzung des Landes kam es durch die rumänischen Soldaten zu Pogromen gegen Juden und zu Tötungsaktionen von SS-Einsatzgruppen (Einsatzgruppe D der Sicherheitspolizei und des SD) mit Tausenden von Toten. Die jüdische Bevölkerung (ca. 200.000 Personen) wurde in Ghettos und Auffanglagern konzentriert, um sie 1941/42 bei Todesmärschen in Lager, wie beispielsweise Bogdanowka, im rumänisch okkupierten Transnistria zu deportieren. Die Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung endete mit dem erfolgreichen Abschluss der russischen Sommeroffensive (Operation Jassy-Kischinew), durch die das Gebiet der Moldauischen SSR in fünf Tagen eingenommen wurde.

Israel hat nach der Staatsgründung 1948 den Ehrentitel Gerechter unter den Völkern (hebräisch חסיד אומות העולם Chassid Umot ha-Olam) eingeführt, um nichtjüdische Einzelpersonen zu ehren, die unter nationalsozialistischer Herrschaft während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben einsetzten, um Juden vor der Ermordung zu retten.

79 Moldauer und Moldauerinnen haben bisher den Titel Gerechter unter den Völkern verliehen bekommen.

Liste Die Liste ist alphabetisch nach Nachnamen geordnet. Hinter dem Namen ist – soweit bekannt – das Geburts- und das Sterbedatum angegeben sowie der Ort der Rettung, der Grund und das Jahr der Ehrung. Quelle der Informationen ist die Righteous Among the Nations Database der Gedenkstätte Yad Vashem.

NameGeborenGestorbenOrt der RettungGrund der EhrungJahrSpeiaAnna Baltag und ihr Mann Mikhail Baltag versteckten von Herbst 1942 bis 1944 in Speia, ihrem Heimatort, Yon und Vladimir Lempert, die Kinder ihrer jüdischen Freunde Iosif und Sofia Lempert.20032003GandraburiDas kinderlose Ehepaar Ivan Barbul und Agafia Barbul aus dem Dorf Gandraburi versteckten ab Herbst 1943 den 14-jährigen jüdischen Jungen Isaak Ribakov in ihrem Haus. Isaak Ribakov war im Sommer 1941 mit seinen Eltern und seinen Geschwistern vor den deutschen und rumänischen Besatzern bis Odessa geflohen, mit seiner Familie ins rumänische Lager Bogdanovka im Bezirk Golta deportiert worden, erlebte dort die Ermordung seiner Eltern, konnte mit seiner Schwester Riva Ribakov fliehen, fand Unterschlupf im Haus von Saveliy Ishchenko, wurde nach der Ermordung seiner Schwester erneut in einem Ghetto interniert und gelangte im Mai 1942 nach erneuter Flucht mit seinem Freund Yefim Nylva in die Dörfer der Umgebung und konnte dort als Hirte arbeiten. Im Herbst 1943, nachdem rumänische Soldaten die Schafe ihrer Besitzer beschlagnahmt hatten, blieb Isaak ohne Arbeit und Unterkunft und wurde von den Barbuls aufgenommen.20052005VaraticDer russisch-orthodoxe Priester George Benya und seine Frau Liuba Benya aus Varatic retteten 26 jüdische Mitbürger, die auf ihrer Flucht von rumänischen Polizisten verhaftet worden waren, vor dem Tod. Als der Polizeikommandant die Erschießung der Juden befahl, setzten sich George Benya und seine Frau für die inhaftierten Juden ein und forderten ihre Freilassung. Der Priester drohte dem Polizeikommandanten damit, ihn und seine Familie in der Kirche öffentlich anzuprangern und erreichte damit die Freilassung der Inhaftierten.20032003SukhayaAdolf Buka aus dem Dorf Suchaja im Kreis Rybniza versteckte in seinem Haus die sechsjährige Jüdin Polina Schnaidman, die Tochter von Michail und Maria Schnaidman. Das Ehepaar Schnaidman hatte 1941 auf der Flucht vor den Deutschen und Rumänen zwei Monate im Nachbarhaus von Adolf Buka gelebt, war aber verraten und ermordet worden. Vor ihrer Ermordung hatten sie ihre Tochter zuvor Adolf Buka anzuvertraut. Adolf Buka versteckte das Mädchen während der gesamten Besatzungszeit bis Frühjahr 1944 in verschiedenen Verstecken: in Kellern, auf Dachböden und im Backofen. Er wurde mehrmals verhört und gefoltert, da der Verdacht bestand, dass er einen Juden versteckt.2001CatranîcFyodor Bynzar und Anna Bynzar, ein Bauernehepaar aus dem Dorf Catranîc, versteckten – nach dem Einmarsch der Deutschen und Rumänen in die Sowjetunion am 22. Juni 1941 und dem Beginn der Verfolgung, Misshandlung und Ermordung von Juden – im Keller ihres Hauses und in einer Hütte auf dem Weinberg der Familie die Schwestern Riva Gluzman (14 Jahre), Anna Gluzman (10 Jahre) und Zilya Gluzman (9 Jahre). Die Eltern der drei Nachbarskinder –Moshe Gluzman, seine Frau Bela Gluzman, ihr zweijähriger Sohn Yitsik Gluzman und die Großmutter Chaika Gluzman – waren zuvor im Hof ihres Hauses ermordet worden. Mit Essen und allem Lebensnotwendigen versorgt wurden die Schwestern von Aleksander Bynzar und Grigori Bynzar, dem Sohn und dem Enkel der Bynzars.2004200420042004RybnitsaRobert Koblas, ein Kommunist polnischer Herkunft, sein Sohn Nikolai Koblas und dessen Frau Yekaterina Koblas aus Rybnitsa halfen während der fast drei Jahre dauernden Besatzung durch die Deutschen und Rumänen vielen ihrer jüdischen Bekannten. Dazu gehörte die jüdische Familie Tzysin. Im Winter 1944, als sich die Deutschen vor der vorrückenden Roten Armee zurückzogen, kam es zu einer weiteren Welle von Misshandlungen, Vergewaltigungen und Morden. Die Familie Koblas versteckte ab diesem Zeitpunkt die 18-jährige Mania Tzysin in ihrem Haus.200120012001BaltaVladimir Kormenbef, ein Kunstlehrer deutscher Abstammung und seine Frau Vera Kormenbef, eine Krankenschwester, retteten nach der Besetzung Baltas durch die Deutschen und Rumänen am 5. August 1941 das Leben der Jüdin Dr. Zeigman und ihrer neunjährigen Tochter Elvira Zeigman. Zeigman und ihre Tochter, die ab September 1941 im Ghetto Balta interniert wurden, erhielten von den Kormenbefs fünfmal pro Woche einen Laib Brot, was sie vor dem Hungertod bewahrte. Im Winter 1942, als im Ghetto Balta eine Typhusepidemie wütete, schleuste Kormenbef einen Arzt ins Ghetto, der Dr. Zeigman behandelte, bis sie wieder gesund war. Einige Tage vor der Befreiung des Gebiets durch die Russen versteckten Kormenbef und seine Frau die beiden Zeigmans in ihrem Haus, da sie befürchteten, dass die sich zurückziehenden Deutschen und Rumänen die Juden im Ghetto liquidieren würden.19951995NapadenyStepan Lazo, seine Ehefrau Anastasia Lazo und ihre zehn Kinder lebten in Napadeny. Zu ihren Bekannten gehörte die jüdische Familie Kitroser, die in der Nachbarschaft wohnte. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im September 1941 und den beginnenden Misshandlungen und Ermordungen von Juden durch die Deutschen und Rumänen, versteckte das Ehepaar Lazo ihre Nachbarin Hana Kitroser und deren sechsjährigen Sohn Ruvin Kitroser mehrere Wochen lang auf dem Dachboden, im Keller oder in einer Abstellkammer. Die Familie Lazo versorgte sie mit allem Lebensnotwendigen. Um die beiden Juden zu schützen, organisierte Stepan Lazo eine russisch-orthodoxe Taufe und adoptierte die beiden. Trotz Stefan Lazos Bemühungen wurden die Kitrosers verhaftet, nachdem jemand sie verraten hatte. Beide wurden in Bălţi inhaftiert und von dort aus in das Lager Domanevka deportiert, wo sie bis zur Befreiung des Gebiets durch die Rote Armee im März 1944 interniert waren.2002RybnitsaSofia Chinkovskaya, ihre Tochter Zinaida Borzilo und ihr Sohn Vasili Lotin versteckten in ihrem Haus in Rybnitsa von Februar 1944 bis 30. März 1944 die befreundete fünfköpfige jüdische Familie Zaidman. David Zaidman, Liza Zaidman, ihre Kinder Arkadiy Zaidman und Klara Zaidman sowie die Schwägerin Emma Zaidman, die von August 1941 bis Januar 1944 im Ghetto von Rybnitsa lebten mussten, waren im Februar 1944 vor den zunehmenden Misshandlungen und Ermordungen im Ghetto geflohen und fanden bei Sofia Chinkovskaya und ihren Kindern Zuflucht, bis die Stadt von der Roten Armee befreit wurde.200120012001NisporeniParamon Lozan und seine Frau Tamara Lozan lebten in der Stadt Nisporeni.