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Diese Liste gibt den Fortschreibungsstand vom 17. Mai 2014 wieder und enthält 57 Baudenkmäler. mini|300px|F P Guillery: Harburg in Schwaben

Ensembles Ensemble Altstadt Harburg miniatur|300px|Harburg in Schwaben – Blick vom linken Wörnitzufer auf Burg (Links) und Altstadt mit der evangelischen (Mitte) und der katholischen Kirche (Rechts) miniatur|300px|Harburg in Schwaben – Blick von der Burg auf die Altstadt im Vordergrund und die Wörnitzbrücke Das Ensemble umfasst den historischen Altstadtkern der Stadt Harburg mit der Wörnitzbrücke sowie die gesamte Burganlage. Die Umgrenzungen sind im Südwesten durch die historischen Begrenzungen der Burganlage gegeben, durch den nordöstlich zur Stadt hinabführenden Halsgrabenzug, im Westen durch den Standort des ehemaligen Stadttores in der Schloßstraße, im Norden durch den Standort des ehemaligen Nördlinger Tors in der Nördlinger Straße, von da weiter durch die Verbindungslinie zum Standort des ehemaligen Egelseetors in der Egelseestraße, im Osten durch das westliche Wörnitzufer, eingeschlossen die Wörnitzbrücke, im Süden durch den Standort des ehemaligen Griestors in der Donauwörther Straße, weiter entlang der Höllgasse mit Anschlusslinie westlich zum Burgbereich.

Das Ensemble Harburg zeigt eine Verbindung von ursprünglich staufischer Burg mit staufischer Stadt, überlagert von gräflicher Residenz, später fürstlichem Schloss mit Marktanlage auf mittelalterlichem Grundriss, vorwiegend mit Bebauung des 18. Jahrhunderts. In der Vielfalt ihrer Anlagen ist die Harburg, vormals Burg, dann Schloss, eine der ältesten und am besten erhaltenen Burgen, die entwicklungsgeschichtlich einen Zeitraum von etwa 700 Jahren überbrückt. Sie liegt dort, wo die Wörnitz aus dem Ries kommend den Jura durchbricht, steil über dem gleichnamigen Städtchen, das ihr in Lage und Funktion zugeordnet ist.

Die um das Jahr 1000 entstandene Burg ist der älteste Teil der Siedlung. In ihrem Schutz entwickelte sich der Ort infolge der ausgezeichneten Lage als Eingangspforte für die von Italien, über die Schweiz und Augsburg kommende und weiter zum Ries und nach Nürnberg führende wichtige Heerstraße. Es entstanden Gewerbebetriebe, bäuerliche Anwesen und der Markt. Zwischen 1150 und 1250 wurde dieser Markt von den Staufern als Herren von Burg und Markt zur Stadt ausgebaut. Um Markt und Kirche am Fuße des Burgberges standen die fünf Stadttore, die fünf Straßen des Ortes abriegelnd, auf verhältnismäßig kleinem Raum: die Entfernung der einzelnen Tore in nordsüdlicher Richtung betrug etwa 300 Meter, die in ostwestlicher etwa 150 Meter. Der natürliche Schutz nach Osten durch den Fluss und nach Westen durch den Burgberg, machte eine großangelegte Stadtmauer überflüssig. Der vorgegebenen Geländebeschaffenheit gemäß entwickelte sich die Stadt hauptsächlich nach Süden und Norden.

Die Stadt war im Mittelalter als Reichsgut und Mittelpunkt der umgebenden Landschaft Sitz kirchlicher und weltlicher Ämter. Nach der Verpfändung der Stadt (1251) an die Grafen von Oettingen ging das Stadtrecht bald verloren, die Bedeutung des Ortes zurück. Harburg blieb bis 1806 ein den Grafen und späteren Fürsten zu Oettingen-Oettingen, seit 1731 zu Oettingen-Wallerstein gehöriger Markt. Die Burg kam nach und nach, seit 1407 endgültig, ebenfalls durch Verpfändung, zu den Oettingern, wurde von 1493 bis 1549 Residenz, nach 1731 Oberamt und Fronfeste, nach 1806 Sitz eines Justizamtes, seit 1818 fürstliches Herrschaftsgericht und 1848–52 Sitz einer königlichen Gerichts- und Polizeibehörde. Der Markt Harburg erlitt schwere Verluste im Dreißigjährigen Krieg.

1671 wurde in dem nach dem Krieg menschenarmen Ort einer jüdischen Gemeinde die Niederlassung gestattet. Die Gemeinde errichtete Synagoge, Schule und Friedhof, wuchs an auf über 400 Angehörige, verringerte sich aber bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts stark.

Seit 1849 ist Harburg wieder Stadt. Ihre Tore wurden nach 1850 abgebrochen. Die Altstadt entwickelte sich im Bereich der heutigen protestantischen Stadtpfarrkirche. Mittelpunkt ist der kleine, hochrechteckige Marktplatz, dessen Ausdehnung bereits auf die sonst ebenfalls geringen Dimensionen von Straßen- und Platzbreiten des Ortes verweist. In den Marktplatz, der zum Fluss hin leicht abfällt und der von dem dreigeschossigen Mansard-Walmdachbau mit Vortreppe am östlichen Ende und einem Schweifgiebelhaus an der nordöstlichen Seite bestimmt wird, münden die fünf Straßen des Ortes. Die Straßen, eingezwängt in das beschränkte Terrain zwischen Fluss und Felsen, passen sich der gekrümmten Uferzone und der welligen Geländeformation an. Dadurch entstehen wechselnde Straßenbilder auf engstem Raum. Speziell in der Donauwörther Straße wird für die Stadt ihre doppelte bauliche Bezugnahme sowohl zum Fluss als auch zum Berg deutlich. Bauliche Dominante ist in dieser Straße das Pfarrhaus mit seinem hoch und steil in die Straße vorkragenden Fachwerkgiebel. Am steilsten entwickelt sich die Schloßstraße, stark ansteigend ist auch die Nördlinger Straße. Die Bebauung auf mittelalterlichem Grundriss ist geschlossen, dabei unregelmäßig: es wechseln trauf- und giebelständige Häuser, erdgeschossige, zwei- und dreigeschossige Bebauung. Die engen, stellenweise steilen Gassen zeigen in einfacher Ausformung, meist glatt verputzt vereinzelt mit Fachwerk ohne Zierelement, den schlichten schwäbischen Giebelhaustyp. Die Bauten verweisen auf Kleingewerbe und Handel, weniger auf landwirtschaftliche Nutzungsfunktion.

In der Fernsicht zeigen sich besonders die charakteristischen Merkmale dieser schwäbischen Kleinstadt: ihre Situation am Wasser, auf das sich die Rückfronten der Häuser mit balkonähnlichen Ausbauten und den Gartengrundstücken beziehen, die lange, massiv gemauerte Wörnitzbrücke, ihre Längenausdehnung durch die beengte Lage zwischen Fluss und Felsen, der sie steil überragende Burgfelsen mit der markanten Silhouette von Schloss Harburg. Schloss und Stadt zeigen im Aufrissbild im Wesentlichen den Zustand des 18. Jahrhunderts.

Aktennummer: E-7-79-155-1

Burg Harburg

miniatur|300px|Die Burg Harburg von Nordwestenweitere Bilder Das heutige Burg Harburg ist eine umfangreiche und eine der ältesten Burganlagen. Sie wurde auf steilem Felsen über dem Ort, bestehend aus Hauptburg mit innerer Ring- und im Südwesten äußerer Zwingmauer und einer Vorburg mit Ökonomie- und Verwaltungsbauten sowie Halsgraben im Norden errichtet.

Der Baubeginn war um 1000. Im 11. Jahrhundert wurde wohl im Bereich der oberen Burg ausgebaut. Sie war ab Mitte des 12. Jahrhunderts in staufischem Besitz und wurde unter Einbeziehung der Vorburg zur Reichsburg ausgebaut. Seit 1299 wurde die Burg an die Grafen von Oettingen verpfändet und wurde später Residenz und fürstliches Schloss. Seit 1731 befindet sie sich im Besitz der Linie Oettingen-Wallerstein und beheimatet seit 1948 die fürstliche Kunstsammlung. Die Burg befindet sich im Wesentlichen im Zustand des 18. Jahrhunderts, wobei die jüngsten Veränderungen aus dem 19. Jahrhundert in der Vorburg stattfanden und etliche Nebengebäude in der Vorburg abgebrochen wurden.

Die einzelne Bauteile sind: mini|125px|Burg: Unteres Tor, Wächterhaus Innerer Bering, dem Gelände angepasster Mauerring mit Wehrgang, im Kern wohl 12. Jahrhundert Zwingermauer mit Basteien, 14./15. Jahrhundert Brücke, Steinbrücke über den Graben zum äußeren unteren Tor, 1807 Äußeres unteres Tor, mit spitzbogiger Durchfahrt und barockem Zwiebelbaldachin, „1594“ (bezeichnet), 1616 erneuert Torwache, kleiner erdgeschossiger Anbau mit Fachwerk und Pultdach, 17. Jahrhundert Torwache, zweigeschossiger Satteldachbau mit gemauertem Erdgeschoss und sichtbarem Fachwerk in Ober- und Giebelgeschoss, 1703 Geschützturm, runder Turm mit Kegeldach, 15. Jahrhundert mini|125px|Burg: Inneres Tor Inneres unteres Tor, zweigeschossiger Satteldachbau auf annähernd quadratischem Grundriss mit korbbogiger Durchfahrt, im Kern 12. Jahrhundert Turmknechtswohnung, zweigeschossiger Satteldachbau, 15. Jahrhundert Rote Stallung, eingeschossiger Satteldachbau mit drei Zwerchhäusern in Fachwerk, 15. Jahrhundert Ehemaliges Amtspflegerhaus, zweigeschossiger Satteldachbau mit zweigeschossigem Fachwerkgiebel und Aufzugsöffnungen, 1744 Ehemaliger Zehentstadel, Satteldachbau mit gestuftem Giebelaufsatz und Aufzugsluken, „1679“ (bezeichnet) Ehemaliger Stall und Stadel, zweigeschossiger Walmdachbau mit Gurtgesims und korbbogigen Eingängen, der linke Teil älter, 16. Jahrhundert, Stadel 1694 Bräustübl, zweigeschossiger Fachwerkbau mit Walmdach und gedecktem Aufgang, wohl 19. Jahrhundert Bierkeller, in den Hang gebauter Satteldachbau mit stichbogigen Einfahrten und Kranvorrichtung an der Giebelseite, 18. Jahrhundert Einfriedung, mit Pforte zur Stadt im Nordosten, wohl 15. Jahrhundert Glockenturm der Schlosskirche, auf rundem Grundriss mit polygonalem Aufbau und geschweifter Haube, 14. Jahrhundert, 1585 erhöht Wasserturm, auf rechteckigem Grundriss mit geschweiftem Pyramidendach, nach 1840 erneuert mini|125px|Burg: Weißer Turm Weißer Turm, über quadratischem Grundriss fünfgeschossig mit profiliertem Gurt- und Traufgesims sowie Pyramidendach, 1665 Gefängnisturm auf rundem Grundriss mit polygonalem Aufbau und Zeltdach, im Kern vor 1300 Oberes Tor, mit korbbogigem Durchlass, hölzernem Fallgitter und Wehrgang, 1616 erneuert, Fallgitter „1752“ (bezeichnet) Obere Turmknechtswohnung, östlich am oberen Tor angebaut mit massiv gemauertem Erdgeschoss und Ober- wie Giebelgeschoss in Fachwerk, 16. Jahrhundert Ehemalige Burgvogtei, jetzt Gasthof, dreigeschossiger Satteldachbau mit vorkragendem Obergeschoss in Fachwerk und rundbogigem Hausteinportal, 16. Jahrhundert mini|125px|Burg: Bergfried und Kastenhaus Kastenhaus mit Stiegenturm, dreigeschossiger Satteldachbau mit korbbogigem Werksteinportal, Eckquaderung, Gurtgesims und Krangaube in Fachwerk, im Erdgeschoss ehemaliger Marstall, darüber ehemaliger Haberkasten, nordwestlich runder, im Aufbau polygonaler Stiegenturm mit Geschossgesimsen und Kegeldach, 1594/95; mit Ausstattung Bergfried, sog. Diebsturm, auf quadratischem Grundriss viergeschossig mit Walmdach, mächtigen Mauern aus Buckelquadern und kleineren Hausteinen im oberen Teil, ursprünglich wohl Vorratsturm, später Verlies, mit direktem Zugang zum Wehrgang, ältester Teil der Burg, im Kern 13. Jahrhundert Saalbau, dreigeschossiger Walmdachbau mit profiliertem Traufgesims, Rustika im Erdgeschoss und Putzrahmung um die Fenster, im Keller mit Stichkappentonne, Untergeschoss mit Dürnitz 1496, 1717 zweites Obergeschoss aufgesetzt; mit Ausstattung Faulturm, auf quadratischem Grundriss mit Buckelquadern in den unteren Geschossen, stark eingeschnürter Schweifkuppel und Treppenhaus zum Saalbau, im Kern mittelalterlich, wohl 13. Jahrhundert, Treppenhaus 1717 angelegt, Zwiebelkuppel 18. Jahrhundert mini|125px|Burg: Pfisterei und Fürstenbau Fürstenbau, fünfgeschossiger Baukörper mit sich kreuzenden Satteldächern, Schweifgiebeln und in der Mitte zur Hofseite hin vorkragendem quadratischen Treppenhaus mit Pyramidendach, im Nordosten ein trapezförmiger Eckerker, die Grundmauern vom Palas aus dem 13. Jahrhundert, Eckerker 1596, Treppenhaus 1617/18, im Inneren bis zum 19. Jahrhundert mehrfach verändert; mit Ausstattung Pfisterbau, Backhaus mit Pfisterturm, zweigeschossiger Satteldachbau mit geschwungenem Ostgiebel und quadratischem Turm mit Pyramidendach im Westen sowie einem im Unterbau runden, oben polygonalen Turm mit Zeltdach im Südosten, 16. Jahrhundert, Pfisterturm 1588 errichtet; gedeckter Gang, zweigeschossig mit Nischen in Rund- bzw. Stichbogenform und rundbogigem Durchgang zur Schloßkirche, wohl 16/17. Jahrhundert mini|125x125px|Burg: Schlosskirche St. Michael mit Glockenturm