Diese Listen verzeichnen die Deutschen Meister im Hallenhandball und im Feldhandball der Männer und geben Aufschluss über den Modus und die Entwicklung der Meisterschaften der beiden Sportarten.
Hallenhandball Bundesrepublik Deutschland Ausrichter mini|hochkant=1.5|Karte der Deutschen Meister im Handball In den Jahren 1948 und 1949 wurde ein deutscher Hallenhandballmeister vom Deutschen Arbeitsausschuss für Handball (DAH) ausgespielt. Diese beiden Titel werden heute als inoffizielle Titel angesehen. Ab 1950 übernahm der am 1. Oktober 1949 gegründete Deutsche Handballbund (DHB) die Austragung der Meisterschaft. 1994 hat der eigens gegründete Ligaverband der Bundesliga (erst HBVM, jetzt HBL) die Austragung übernommen.
Ab Juli 2007 hatte die Bundesliga mit dem japanischen Automobilhersteller Toyota erstmals einen Namenssponsor, den sie offiziell im Titel führte; der Sponsor war außerdem in das offizielle Logo der HBL integriert. Nach Auslaufen des Vertrags mit Toyota war dies ab Juli 2012 die DKB.
Modus Vor 1966 wurde die Meisterschaft in Endrunden der verschiedenen Regionalligameister und -zweiten ausgetragen. 1966 wurde die Handball-Bundesliga als höchste Spielklasse eingeführt, zunächst in zwei Staffeln (Nord und Süd), deren Meister bis 1974 den deutschen Meister in zwei Endspielen ausspielten, von 1975 bis 1977 wurde der Meister in einer Finalrunde (Halbfinale und Endspiel) der jeweils beiden Erstplatzierten der beiden Staffeln ermittelt. Seit 1977 (mit Ausnahme der Saison 1991/92, in der auf Grund der Eingliederung der ehemaligen DDR-Oberliga in die Bundesliga zweigleisig gespielt wurde), existiert die Bundesliga als eingleisige Liga, deren Erstplatzierter am Saisonende automatisch deutscher Meister ist. Eine Ausnahme bilden die Jahre 1990 bis 1992, in denen der Meister jeweils in einer Play-offrunde der besten acht Mannschaften der Bundesliga (1992 jeweils die besten vier aus Nord und Süd) ausgespielt wurde.
Rekordmeister Deutscher Rekordmeister ist der THW Kiel, der den Titel bislang 23 Mal gewinnen konnte (zuletzt 2023). Der THW gewann 20 seiner insgesamt 23 Meistertitel in der Bundesliga und ist damit auch Rekordmeister der Bundesliga. Die meisten Titel vor Einführung der Bundesliga gewann Frisch Auf Göppingen mit sieben Meisterschaften.
Verein Titel 1. THW Kiel 23 2. VfL Gummersbach 12 3. Frisch Auf Göppingen 9 4. TV Großwallstadt 6 5. SV Polizei Hamburg 4 SC Magdeburg 4 7. Berliner SV 1892 3 TUSEM Essen 3 SG Flensburg-Handewitt 3 10. SG Wallau/Massenheim 2 TBV Lemgo 2 TSV Grün-Weiß Dankersen 2 Rhein-Neckar Löwen 2 14. HSV Hamburg 1 RSV Mülheim 1 SG Leutershausen 1 Füchse Berlin 1
Was wurde aus den Meistermannschaften? In der Saison 2020/21 spielten acht der insgesamt sechzehn Meistervereine in der 1. Bundesliga: THW Kiel, Frisch Auf Göppingen, SG Flensburg-Handewitt, TBV Lemgo, TSV Grün-Weiß Dankersen (als GWD Minden), TUSEM Essen, Rhein-Neckar Löwen und SC Magdeburg.
Der VfL Gummersbach, der TV Großwallstadt und der HSV Hamburg (als Handball Sport Verein Hamburg) spielten in der 2. Bundesliga, die SG Leutershausen in der 3. Liga. Die SG Wallau/Massenheim trat nach einem Zusammenschluss inzwischen als HSG Breckenheim Wallau/Massenheim in der Oberliga Hessen (4. Liga) an. Der Berliner SV 1892 zog seine Mannschaft zu Saisonbeginn vom Spielbetrieb der Landesliga Berlin (6. Liga) zurück. Der RSV Mülheim (SV Heißen, aktiv in der Kreisklasse Rhein-Ruhr, 9. Liga) sowie die Handballabteilung des SV Polizei Hamburg (zur SG Altona, Landesliga Hamburg, 6. Liga) sind inzwischen in anderen Vereinen aufgegangen.
Liste der Deutschen Handballmeister (ab 1948) Inoffizielle Titel – nicht vom DHB anerkannt; siehe dazu auch: Zonenmeisterschaft 1948 – Berliner SV 1892, als SG Wilmersdorf (Offene Meisterschaften der britischen Zone) 1949 – RSV Mülheim (Inter–Zonen–Meisterschaft) Titelträger des DHB – vor Einführung der Bundesliga 1950 – SV Polizei Hamburg 1951 – SV Polizei Hamburg 1952 – SV Polizei Hamburg 1953 – SV Polizei Hamburg 1954 – Frisch Auf Göppingen 1955 – Frisch Auf Göppingen 1956 – Berliner SV 1892 1957 – THW Kiel 1958 – Frisch Auf Göppingen 1959 – Frisch Auf Göppingen 1960 – Frisch Auf Göppingen 1961 – Frisch Auf Göppingen 1962 – THW Kiel 1963 – THW Kiel 1964 – Berliner SV 1892 1965 – Frisch Auf Göppingen 1966 – VfL Gummersbach Titelträger des DHB – nach Einführung der Bundesliga 1966/67 – VfL Gummersbach 1967/68 – SG Leutershausen 1968/69 – VfL Gummersbach 1969/70 – Frisch Auf Göppingen 1970/71 – TSV Grün–Weiß Dankersen 1971/72 – Frisch Auf Göppingen 1972/73 – VfL Gummersbach 1973/74 – VfL Gummersbach 1974/75 – VfL Gummersbach 1975/76 – VfL Gummersbach 1976/77 – TSV Grün–Weiß Dankersen 1977/78 – TV Großwallstadt 1978/79 – TV Großwallstadt 1979/80 – TV Großwallstadt 1980/81 – TV Großwallstadt 1981/82 – VfL Gummersbach 1982/83 – VfL Gummersbach 1983/84 – TV Großwallstadt 1984/85 – VfL Gummersbach 1985/86 – TUSEM Essen 1986/87 – TUSEM Essen 1987/88 – VfL Gummersbach 1988/89 – TUSEM Essen 1989/90 – TV Großwallstadt 1990/91 – VfL Gummersbach 1991/92 – SG Wallau/Massenheim 1992/93 – SG Wallau/Massenheim 1993/94 – THW Kiel 1994/95 – THW Kiel 1995/96 – THW Kiel 1996/97 – TBV Lemgo 1997/98 – THW Kiel 1998/99 – THW Kiel 1999/00 – THW Kiel 2000/01 – SC Magdeburg 2001/02 – THW Kiel 2002/03 – TBV Lemgo 2003/04 – SG Flensburg-Handewitt 2004/05 – THW Kiel 2005/06 – THW Kiel 2006/07 – THW Kiel 2007/08 – THW Kiel 2008/09 – THW Kiel 2009/10 – THW Kiel 2010/11 – HSV Hamburg 2011/12 – THW Kiel 2012/13 – THW Kiel 2013/14 – THW Kiel 2014/15 – THW Kiel 2015/16 – Rhein-Neckar Löwen 2016/17 – Rhein-Neckar Löwen 2017/18 – SG Flensburg-Handewitt 2018/19 – SG Flensburg-Handewitt 2019/20 – THW Kiel (nach Saisonabbruch und Quotenregelung) 2020/21 – THW Kiel 2021/22 – SC Magdeburg 2022/23 – THW Kiel 2023/24 – SC Magdeburg 2024/25 – Füchse Berlin 2025/26 – SC Magdeburg
DDR Modus DDR-Meisterschaft Von 1950 bis 1954 wurde der Meister der DDR in Endrunden ermittelt. Mit der Spielzeit 1955 wurde die DDR-weite Oberliga eingeführt (seit der Saison 1955/56 mit Hin- und Rückspielen), die vom DTSB ausgetragen wurde. Sie existierte bis zum Abschluss der Spielzeit 1990/91. Danach wurden die Oberliga-Vereine in die Bundesliga integriert. Aufgrund der III. Handball-Weltmeisterschaft der Männer 1958, die in der DDR ausgetragen wurde, wurde die Oberliga in der Saison 1957/58 ausgesetzt.
DDR-Rekordmeister Rekordmeister der DDR sind der heutige Bundesligist SC Magdeburg und der heutige Drittligist SC Empor Rostock mit jeweils zehn Titeln (Die Handball-Sektion der BSG Motor Rostock wurde 1955 in die des SC Empor angegliedert).
Was wurde aus den DDR-Meistermannschaften? Der Rekordmeister SC Magdeburg und auch der SC DHfK Leipzig (seit der Saison 2015/16) spielten in der Saison 2019/20 in der 1. Bundesliga. Der HC Empor Rostock trat in der 3. Liga an. Von den anderen Meisterclubs existiert nur noch der ESV Lok Südost Magdeburg (Nachfolgeverein der BSG Lok SO), die Handballabteilung ist nach einer Spielgemeinschaft in den 1970er Jahren allerdings beim FSV 1895 Magdeburg.
Liste der DDR-Handballmeister (1950–1991) 1950 – SC Berlin-Weißensee 1950/51 – SV Deutsche Volkspolizei Halle 1951/52 – SV Deutsche Volkspolizei Halle 1952/53 – BSG Motor Rostock 1953/54 – BSG Motor Rostock 1954/55 – BSG Motor Rostock 1955/56 – SC Empor Rostock 1956/57 – SC Empor Rostock 1957/58 nicht ermittelt 1958/59 – SC DHfK Leipzig 1959/60 – SC DHfK Leipzig 1960/61 – SC DHfK Leipzig 1961/62 – SC DHfK Leipzig 1962/63 – BSG Lok Südost Magdeburg 1963/64 – ASK Vorwärts Berlin 1964/65 – SC DHfK Leipzig 1965/66 – SC DHfK Leipzig 1966/67 – SC Dynamo Berlin 1967/68 – SC Empor Rostock 1968/69 – SC Dynamo Berlin 1969/70 – SC Magdeburg 1970/71 – SC Dynamo Berlin 1971/72 – SC Leipzig 1972/73 – SC Empor Rostock 1973/74 – ASK Vorwärts Frankfurt (Oder) 1974/75 – ASK Vorwärts Frankfurt (Oder) 1975/76 – SC Leipzig 1976/77 – SC Magdeburg 1977/78 – SC Empor Rostock 1978/79 – SC Leipzig 1979/80 – SC Magdeburg 1980/81 – SC Magdeburg 1981/82 – SC Magdeburg 1982/83 – SC Magdeburg 1983/84 – SC Magdeburg 1984/85 – SC Magdeburg 1985/86 – SC Empor Rostock 1986/87 – SC Empor Rostock 1987/88 – SC Magdeburg 1988/89 – ASK Vorwärts Frankfurt (Oder) 1989/90 – 1. SC Berlin 1990/91 – SC Magdeburg
Feldhandball Allgemeines zur Feldhandball-Meisterschaft Bis 1933 existierte in Deutschland kein Dachverband für Handball. Daher spielten unabhängig voneinander mehrere Sportverbände ihre Feldhandball-Meister aus – mit unterschiedlichen Titeln (wie Deutscher Meister, Reichssieger oder Bundesmeister): In der Zeit von 1922 bis 1933 wurden von der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik (DSL), dem Vorgänger des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und der Deutschen Turnerschaft (DT) separate Wettbewerbe ausgerichtet. Anfang der 1930er Jahre traten die Sieger dieser beiden Verbände in einem Endspiel gegeneinander an. Darüber hinaus spielten auch der Arbeiter-Turn- und Sportbund (ATUS oder ATSB) und die katholische Deutsche Jugendkraft (DJK) Meisterschaften aus. Am Wettbewerb des ATSB nahmen allerdings auch österreichische Vereine teil, so dass man hier kaum von Deutschen Meistern sprechen kann. Die DJK trug ihre Meisterschaft in mehrjährigen Abständen auf ihren Reichssportfesten aus. Während des NS-Regimes wurde eine einheitliche deutsche Meisterschaft erst ab 1934 vom Reichsbund für Leibesübungen etabliert (Juli 1934 Deutscher, ab Ende 1938 Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen). Von 1947 bis 1975 ermittelte der Deutsche Handballbund bzw. dessen Vorläufer, der Deutsche Arbeitsausschuss für Handball (DAH) den nationalen Titelträger. 1959 gewann die DDR-Nationalauswahl einen innerdeutschen Vergleich gegen die Nationalmannschaft der Bundesrepublik und wurde danach zur DDR-Mannschaft des Jahres gewählt. Seit 1975 wird keine deutsche Meisterschaft im Feldhandball mehr ausgespielt.
Feldhandball wird heute nicht mehr wettbewerbsmäßig betrieben. Im Sommer finden regelmäßig Turniere statt, auf denen allerdings meistens auf einem Feld im Hallenformat von 20 × 40 m (Kleinfeld) oder auch im Beachhandball gespielt wird. Das ursprüngliche Großfeld-Handball wird nur noch sehr sporadisch im Rahmen von Kleinturnieren unterklassiger Vereine als Sommerevent ausgetragen. Auch Benefiz-Spiele zwischen Hallenhandball-Mannschaften oder gegen Seniorenmannschaften finden manchmal auf dem Großfeld statt.
Liste der Feldhandball-Meister (1921–1933)