Das Kabinett Ayrault II war das zweite Kabinett des französischen Premierministers Jean-Marc Ayrault. Nach den französischen Parlamentswahlen 2012 reichte Ayrault am 18. Juni 2012 beim französischen Präsidenten François Hollande zunächst seinen Rücktritt als Premierminister seines ersten Kabinetts ein, wie es der Tradition der Französischen Republik entspricht. Präsident Hollande ernannte ihn umgehend erneut zum Premierminister und beauftragte ihn mit der Bildung einer neuen Regierung. Diese wurde am 21. Juni 2012 ernannt.

Gegenüber dem Kabinett Ayrault I gab es dabei kaum Veränderungen: Die bisherige Umweltministerin Nicole Bricq erhielt das aus dem Wirtschaftsministerium ausgegliederte Ministerium für Außenhandel, die bisherige beigeordnete Ministerin im Justizministerium Delphine Batho wurde dafür Umweltministerin. Die bisherige beigeordnete Ministerin für Handwerk, Handel und Tourismus Sylvia Pinel wurde zur eigenständigen Ministerin. Außerdem wurden einige zusätzliche beigeordnete Ministerpositionen geschaffen.

Am 31. März 2014 trat das Kabinett Ayrault aufgrund der schlechten Wahlergebnisse in den Kommunalwahlen im März zurück. Am 2. April wurde das Kabinett Valls als Nachfolgeregierung berufen.

Premierminister

Amt Name Partei 80px Premierminister Jean-Marc Ayrault PS

Minister Amt Name Partei 80px Außenminister Laurent Fabius PS 80px Bildungsminister Vincent Peillon PS 80px Justizministerin Christiane Taubira PRG - Walwari 80px Minister für Wirtschaft und Finanzen Pierre Moscovici PS 80px Ministerin für Soziales und Gesundheit Marisol Touraine PS 80px Ministerin für Regionalentwicklung und Wohnen Cécile Duflot EELV 80px Innenminister Manuel Valls PS 80px Ministerin für Außenhandel Nicole Bricq PS 80px Minister für industrielle Wiederbelebung Arnaud Montebourg PS 80px Minister für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Energie Philippe Martin seit 2. Juli 2013Delphine Batho bis 2. Juli 2013 PS 80px Minister für Arbeit, Beschäftigung, Berufsbildung und sozialen Dialog Michel Sapin PS 80px Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian PS 80px Ministerin für Kultur und Kommunikation Aurélie Filippetti PS 80px Ministerin für Hochschulen und Forschung Geneviève Fioraso PS 80px Ministerin für die Gleichberechtigung der Frau; Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem PS 80px Minister für Landwirtschaft und Ernährung Stéphane Le Foll PS 80px Ministerin für Staatsreform, Dezentralisierung und öffentlichen Dienst Marylise Lebranchu PS 80px Minister für die Überseegebiete Victorin Lurel PS80pxMinisterin für Handwerk, Handel und TourismusSylvia Pinel PRG 80px Ministerin für Sport, Jugend, Volksbildung und Vereinswesen Valérie Fourneyron PS

Beigeordnete Minister Amtsbezeichnung des Beigeordneten MinistersMinisteriumNamePartei80pxMinister für den HaushaltMinisterium für Wirtschaft und FinanzenBernard Cazeneuve (ab 19. März 2013)Jérôme Cahuzac (bis 19. März 2013)PS80pxMinisterin für schulische ErfolgeBildungsministeriumGeorge Pau-LangevinPS80px Minister für die Beziehungen zum ParlamentPremierministerAlain VidaliesPS80px Minister für StädtebauMinisterium für Regionalentwicklung und WohnenFrançois LamyPS80pxEuropaministerAußenministeriumThierry Repentin (ab 19. März 2013)Bernard Cazeneuve (bis 19. März 2013)PS80pxMinisterin für Senioren und PflegeMinisterium für Soziales und GesundheitMichèle DelaunayPS80pxMinister für Sozialökonomie und SolidaritätMinisterium für Wirtschaft und FinanzenBenoît HamonPS80pxFamilienministerinMinisterium für Soziales und Gesundheit Dominique BertinottiPS80pxMinisterin für Behinderte und den Kampf gegen AusgrenzungMinisterium für Soziales und GesundheitMarie-Arlette CarlottiPS80pxMinister für EntwicklungshilfeAußenministeriumPascal CanfinEELV80pxMinister für Berufsbildung (bis 19. März 2013)Ministerium für Arbeit, Beschäftigung, Berufsbildung und sozialen DialogThierry Repentin (bis 19. März 2013)PS80pxMinisterin für die FrankophonieAußenministeriumYamina BenguiguiDivers gauche80pxMinister für Verkehr und maritime WirtschaftMinisterium für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und EnergieFrédéric CuvillierPS80pxMinisterin für kleine und mittelständische Unternehmen, Innovation und digitale ÖkonomieMinisterium für industrielle WiederbelebungFleur PellerinPS80pxVeteranenministerVerteidigungsministeriumKader ArifPS80pxMinisterin für DezentralisierungMinisterium für Staatsreform, Dezentralisierung und öffentlichen DienstAnne-Marie EscoffierPRG80pxMinister für ErnährungMinisterium für Landwirtschaft und ErnährungGuillaume GarotPS80pxMinisterin für die AuslandsfranzosenAußenministeriumHélène Conway-MouretPS

Regierungszeit Am 19. März 2013 kam es zur ersten Kabinettsumbildung, nachdem Jérôme Cahuzac als beigeordneter Minister für das Budget im Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Außenhandel zurücktrat. Sein Nachfolger wurde der bisherige Europaminister Bernard Cazeneuve, dem wiederum der bisherige Minister für Berufsbildung Thierry Repentin nachfolgte, dessen Amt nicht nachbesetzt wurde. Der Rücktritt Cahuzacs erfolgte, nachdem die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung gegen ihn eingeleitet hatte,Oberster Sparer tritt wegen Konto-Affäre zurück Die Welt, 19. März 2013 obwohl Cahuzac den Vorwurf bestritt. Am 2. April 2013 räumte Cahuzac die Existenz eines geheimen Auslandskonto zunächst in der Schweiz und später in Singapur ein und erklärte, in einer Lügenspirale gefangen gewesen zu sein.Geheimes Auslandskonto: Frankreichs Ex-Minister gibt monatelange Lügen zu, Spiegel Online, 2. April 2013spiegel.de 6. April 2013: Frankreichs Ex-Budgetminister: Cahuzac soll gefälschtes Steuerdokument vorgelegt haben

Der Themenbereich Steuerflucht / Auslandskonten hat auch durch den Beginn von Offshore-Leaks im April 2013 an Gewicht gewonnen.

Nachdem eine französische Internet-Zeitung einen weiteren Skandal ankündigte, hat Hollande für den 24. April ein Gesetzesbündel angekündigt, das mehr Lauterkeit in der Politik erzwingen und Interessenkonflikte vermeiden helfen soll. In Paris wird (in Anspielung an das Italien der neunziger Jahre) von einer Aktion "saubere Hände" und von einem "Ethik-Schock" gesprochen.sueddeutsche.de: Hollande zwingt Minister zur Offenlegung ihrer Vermögen Am 15. April wurden zahlreiche Vermögensinformationen über Minister offengelegt.spiegel.de: Frankreichs Minister legen Millionenvermögen offen,

Am 2. Juli 2013 wurde Umweltministerin Delphine Batho entlassen; ihr Nachfolger wurde Philippe Martin. Batho hatte zuvor die Sparpolitik der Regierung insbesondere in ihrem Geschäftsbereich kritisiert.

Am 31. März 2014 kündigte Ayrault den Rücktritt des gesamten Kabinetts an.

Einzelnachweise

Ayrault 2