mini|Manuele Fior in Angouleme (2011) Manuele Fior (* 1975 in Cesena, Emilia-Romagna, Italien) ist ein italienischer Comiczeichner und Illustrator mit Wahlheimat in Paris. International bekannt ist er durch Comic-Alben bzw. Graphic Novels, die ihm zahlreiche Auszeichnungen einbrachten.
Leben und Wirken
Sein Studium der Architektur an der Università Iuav di Venezia schloss Fior im Jahr 2000 ab. Er lebte danach zunächst in Berlin, wo er sich mit Aufträgen als Architekt sowie Illustrator über Wasser hielt. Comicverleger Johann Ulrich vom Avant-Verlag gefielen seine eingereichten Arbeitsproben so gut, dass eine fruchtbare Zusammenarbeit entstand.siehe Rezension von W. Kesler Zunächst veröffentlichte er einige kurze Arbeiten, darunter die gezeichnete Kurzgeschichte Giorgio im verlagseigenen Comic-Magazin Plaque. Danach erschienen in rascher Folge Arbeiten in den Comic-Magazinen Black, Bile NoireAusstellungskatalog des Comic Festival Lausanne vom September 2007, erschienen 2007 im Verlag Atrabile ISBN 978-2-940329-51-9 (Online), Stripburger, (slowenisch), ForrestenForresten Magazin im Jippicomics-Verlag, Oslo sowie Osmosa.
Fiors Debüt Graphic Novel Menschen am Sonntag (2005) beschreibt die „Geschichte einer typischen Gruppe von Italienern im Ausland – mit einigen autobiografischen Zügen“. Der Protagonist zögert, Berlin hinter sich zu lassen, weil eine Liebesbeziehung noch nicht wirklich abgeschlossen ist.Rezension von Martin Boehnert Menschen am Sonntag - Eine Liebesgeschichte, März 2006, abgerufen am 17. Juni 2012
Fiors zeichnerische Interpretation der Schnitzler-Novelle Fräulein Else (avant 2010) orientierte sich teils an Frauenporträts des Malers Egon Schiele. Der Verlag der Süddeutschen Zeitung brachte 2012 eine lizenzierte Neuausgabe als Band 9 ihrer Reihe Bibliothek Graphic Novels auf den Markt. In der Zeitung Le Monde diplomatique vom 14. Januar 2011 bekam Fior eine ganze Seite für seine gezeichnete Geschichte Der Maler über Arnold Böcklin und seine Inspiration für das Gemälde Die Toteninsel.
Insbesondere für seine Farbdramaturgie in Fünftausend Kilometer in der Sekunde bekam der Zeichner in Angouleme 2011 den Hauptpreis zugesprochen. Erzählt wird die Geschichte einer Dreiecksliebe, die durch räumliche Trennung geprägt und verunmöglicht wird. Lucia studiert in Norwegen, Piero betätigt sich in Ägypten als Archäologe und Nicola steigt in Italien in den Laden seines Vaters ein.Manuele Fior seziert die Liebe: Der Anfang von etwas - und das Ende, N-TV Text-Rezension von Markus Lippold vom 3. September 2011, abgerufen am 17. Juni 2012
Sven Waskönig und Änne Seidel haben für die arte-Sendung Journal einen Beitrag über das Preisträger-Album Fünftausend Kilometer in der Sekunde gedreht, der am 13. Juni 2012 ausgestrahlt wurde.
2013 war er Jurymitglied der Auszeichnung Das außergewöhnliche Buch des Kinder- und Jugendprogramms des Internationalen Literaturfestivals Berlin.
Im Jahr 2005 zog Fior zunächst nach Oslo, bald darauf nach Paris, wo er bis heute (2013) lebt und arbeitet.
Presseschau 5000 Kilometer in der Sekunde (2011)
Die Übertragung (2013)
Werke (Auswahl)
2005: Menschen am Sonntag, avant-verlag, Berlin (französisch Les gens le dimanche, Atrabile, 2004). 2006: Ikarus. Übersetzung aus dem Italienischen von Julia Schwebel, avant-verlag, Berlin, ISBN 3-939080-14-4 (französisch Icarus, Atrabile, 2006) 2010: Fräulein Else, avant-verlag, Berlin, ISBN 978-3-939080-43-5 (französisch Mademoiselle Else, Delcourt, 2009) 2011: Fünftausend Kilometer in der Sekunde, avant-verlag, Berlin, 143 Seiten, ISBN 978-3-939080-54-1 (französisch 5000 kilomètres par seconde, Atrabile 2010) 2013: Die Übertragung, avant-verlag, Berlin, ISBN 978-3-939080-78-7 (französisch L’Entrevue, Futuropolis, 2013) 2016: d'Orsay Variationen, avant-verlag, Berlin, ISBN 978-3-945034-47-7 (französisch Les variations d'Orsay, Futuropolis, 2015) 2018: Die Tage der Amsel, avant-verlag, Berlin, ISBN 978-3-945034-81-1 (französisch Les jours de la Merlette, Ici Meme, 2017) 2021: Celestia. Übersetzung aus dem Italienischen von Myriam Alfano, avant-verlag, Berlin, ISBN 978-3-96445-057-9 (französisch Celestia, Atrabile 2020)
Auszeichnungen 2007 Premio Micheluzzi, Rubrik Bestes Design – Neapel Comicon für Menschen am Sonntag 2009 Prix de la Ville de Genève pour la bande dessinée, Genf 2010 Premio Gran Guinigi – Lucca 2011 Hauptpreis Prix du meilleur album des 38. Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême für Cinq mille kilomètres par seconde 2011 Premio Micheluzzi, Rubrik Bestes Album – Neapel Comicon
Weblinks
Webpräsenz, Facebook-Präsenz und Flickr-Präsenz von Manuele Fior Rezensionen, Kritikerstimmen im Archiv des Tags ‘Manuele Fior’ Die Farben des Lebens, Rezension von Waldemar Kesler auf literaturkritik.de zu Fünftausend Kilometer in der Sekunde Video-Rezension (ARTE) zu 5000 Kilometer in der Sekunde
Einzelnachweise
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