mini|Haus Neitzert Steimel ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Puderbach an. Steimel ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie Der Erholungsort liegt nordöstlich von Puderbach im Naturpark Rhein-Westerwald.

Zu Steimel gehören die Ortsteile Alberthofen, Sensenbach und Weroth sowie die Wohnplätze Berghof, Birkenhof, Luisenhof, Marthaheim und Niederwambachermühle. mini|Sensenbach, Luftaufnahme (2016) mini|Alberthofen, Luftaufnahme (2016)

Geschichte Steimel gehört zu den ältesten Siedlungen in der Verbandsgemeinde Puderbach, erstmals erwähnt 1320 als Steynbule und Steynboll, 1460 Steymbell und ab Mitte des 16. Jahrhunderts Steymel oder Steimel. Der Name wird als „Steinbul“ gedeutet, das Grundwort Bühl bezeichnet einen Hügel. Die Deutung „Stein-Mal“ und der Hinweis auf eine mögliche heidnische Thing- oder Opferstätte in germanischer Zeit ist unwahrscheinlich, da gerade in den alten Namensformen das Grundwort Bühl noch erkennbar ist.

Schon früh erhielt Steimel Marktrechte. Es wurden hauptsächlich Erzeugnisse aus bäuerlicher und handwerklicher Tätigkeit sowie bäuerliche Bedarfsgegenstände gehandelt, später kam der Handel mit Vieh hinzu. Der Markt stand unter dem Schutz der Grafen zu Wied, für diese waren die Marktabgaben eine Einnahmequelle. 1559 wurde der Marktplatz zum Schutz gegen Überfälle mit Wall und Graben umgeben. 1633 wurde der Ort durch „fremde Kriegsvölker“ verwüstet, die Überlebenden starben an der Pest.

In der Folgezeit wurden statt der ursprünglichen drei Markttage im Jahr bis zu über zwanzig Märkte jährlich abgehalten. Steimel entwickelte sich zum wichtigsten Marktort in der wiedischen Grafschaft. An manchen Markttagen betrug der Viehauftrieb an Großvieh über 1.000 Stück. Noch im Jahr 1957 wurden 13 Märkte abgehalten.

Der heutige, jährlich im Herbst stattfindende „Kartoffelmarkt“ erinnert noch an die alten Marktrechte, genau so wie die auf dem Marktplatz stehenden alten Eichen.

Bis zur Umbenennung am 1. Mai 1967 hieß die Gemeinde Alberthofen. Am 7. Juni 1969 wurde die heutige Gemeinde aus den Gemeinden Steimel und Weroth neu gebildet.

Am 26. Februar 2012 wurde nahe Weroth erstmals seit 130 Jahren wieder ein Wolf im Westerwald gesichtet und fotografiert. Dieser wurde jedoch am 21. April 2012 widerrechtlich von einem Jäger aus Bad Honnef erschossen.

Kulturdenkmäler Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Steimel

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Steimel bezogen auf das heutige Gemeindegebiet, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 225 1835 304 1871 327 1905 318 1939 349 1950 458 1961 443 Jahr Einwohner 1970 554 1987 727 1997 1.095 2005 1.320 2011 1.233 2017 1.25320221.304

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Steimel besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Sven Schür wurde am 2. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Steimel. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er mit einem Stimmenanteil von 86,4 % für fünf Jahre gewählt worden.

Die Bürgermeister der Ortsgemeinde Steimel seit 1948: Hermann Reusch (1948–1952) Julius Hommer (1952–1956) Fritz Hobbach (1956–1979) Artur Schweitzer (1979–1991) Wolfgang Kunz (1991–1996) Michael Anhäuser (1996–2014) Wolfgang Theis (2014–2024) Sven Schür (seit 2024)

Wappen

Verkehr Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Neuwied an der A 3. Der nächstgelegene ICE-Bahnhof ist in Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Literatur Walter Rummel: Steimel – ein ländlicher Markt im Westerwald des 19. Jahrhunderts. Szenario einer untergegangenen Geselligkeit. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 28 (2002). S. 395–406.

Weblinks

Internetseite der Ortsgemeinde Steimel Ortsgemeinde Steimel auf den Seiten der Verbandsgemeinde Puderbach

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Neuwied Kategorie:Ersterwähnung 1320 Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Rheinland-Pfalz