mini|4-Seiten-Illustration eines M113 mit technischen Basis-Informationen und Positionierung der Besatzung (Fahrer und Kommandant / Infanterietrupp) Der M113 ist ein leicht gepanzerter Mannschaftstransporter. Die US-amerikanische Entwicklung wird seit 1960 in Dutzenden verschiedener Varianten (abgesehen von zahlreichen kleineren Umbauten) in mehr als 50 Staaten verwendet. Neben der ursprünglichen Konzeption als gepanzerter Mannschaftstransportwagen (MTW) erfüllt er je nach Variante verschiedenste Funktionen als Feuerleitpanzer oder mobiler Gefechtsstand und ist Waffenträger unter anderem als Schützenpanzer, Flugabwehrpanzer, Raketenjagdpanzer oder Flammenwerferpanzer. Neben militärischen Nutzern haben auch amerikanische SWAT-Einheiten, Feuerwehren und Sheriffs den M113 als Einsatzfahrzeug beschafft. Er ist luftverlastbar mit der C-130 Hercules sowie in der Grundversion fallschirmabwurffähig und amphibisch.

Geschichte mini|M113A2

Der M113 ist eine Weiterentwicklung der Firmen Ford und Kaiser Aluminum and Chemical Co. aus den späten 1950er-Jahren, basierend auf den M59 und M75. Hersteller ist die Food Machinery Corporation (FMC), heute United Defense. Außerdem fertigen Firmen in Italien und Belgien den M113 in Lizenz.

Der M113 war der erste moderne Truppentransportpanzer (Spitzname Battle Taxi) und hat in der Standardausführung ein 12,7-mm-Maschinengewehr als Hauptwaffe sowie ein 7,62-mm-MG als Sekundärwaffe.

Seit ihrer Markteinführung im Jahre 1960 wurden über 80.000 Fahrzeuge der M113-Familie gebaut. Heute werden weiterhin M113 produziert, auch wenn vielfach dazu übergegangen wurde, alte Modelle durch Umrüstung auf einen neuen technischen Stand zu bringen.

Der M113 hat sich im Vietnamkrieg an vielen Schauplätzen wegen seiner amphibischen Fähigkeiten bewährt. Die Vietcong nannten die Flammenwerfer-Variante grüner Drache. Einige Wannen von nicht mehr fahrbereiten M113 wurden von den US-Soldaten auch als gepanzerter Aufbau für ihre Gun trucks verwendet.

Technik Antrieb mini|Triebwerk in einem deutschen M113. Vorne mittig sitzt das Doppelausgleichlenkgetriebe. Darüber mittig die Magnetrelais (Bezeichnung 1 und 2) der Ölpumpen. Der Behälter mit der Bezeichnung O-1178 gehört zur Servolenkung. Das Fahrzeug ist mit einer Lenkanlage ausgestattet und gehört zur Maßnahme NDV1. mini|Blick auf die linke Kreuzgelenkwelle eines deutschen M113 mit NDV1. Sie führt vom Winkeltrieb zum Antriebszahnkranz. Zu sehen sind ebenfalls die elektrischen Anschlüsse des Motors und ein Teil des Lenkgestänges. mini|Rechte Seite des gleichen M113. Es zeigt die neue Bremsscheibe und die formschlüssige Bogenzahnkupplung für die Drehmomentübertragung. Darüber mit der Aufschrift H-544, der Hydraulikbehälter der Bremsanlage. mini|Auf dem M113 basierendes Kommandofahrzeug M577 mini|Auf dem M113 basierender Raketenjagdpanzer M901

Seit dem Modell M113A1 (1964) werden die Fahrzeuge von einem Zweitakt-Dieselmotor über ein dreistufiges Automatikgetriebe angetrieben. Das ursprüngliche von einem Ottomotor angetriebene Modell ist nicht mehr in Gebrauch. Der wassergekühlte Zweitakt-V6-Dieselmotor von General Motors (später ausgegliedert und umbenannt in Detroit Diesel Corporation, DDC) liefert eine Leistung von 156 kW (M113A1 und M113A2) bzw. 202 kW (M113A3). Der Gaswechsel dieser Zweitakt-Dieselmotoren wird von einem Roots-Spülluftgebläse ermöglicht und ist keine Aufladung, denn ohne dieses Gebläse kann der Motor nicht arbeiten. Die nur leicht komprimierte Luft von maximal 0,6 bar strömt über je 18 Einlassschlitze, die kurz vor dem unteren Totpunkt des Kolbens öffnen, aus der Luftkammer in der Mitte der Zylinderbänke in die Zylinder und spült die Verbrennungsgase über vier Auslassventile in den Abgaskrümmer.

Darüber hinaus hat der Motor eine Kaltstartvorrichtung (bestehend aus Zündspule, Zündkerze, Luftpumpe und Magnetabsperrventil). Diese ermöglicht einen Kaltstart im Bereich von +5 °C bis −32 °C. Durch diese Vorrichtung wird Luft vermischt mit Dieseltreibstoff durch eine Düse in die Luftkammer gespritzt und mit der Zündkerze gezündet. Die Kammer erwärmt sich und beim anschließenden Startversuch ist dadurch auch die Spülluft vorgewärmt. Der Motor kann dadurch auch bei tiefen Temperaturen gestartet werden.

Der Motor ist mit dem Übertragungsgetriebe gekoppelt. Über dieses werden das Automatikgetriebe, der Generator, die Ölpumpe für die Rampenhydraulik, die Ölpumpe für die Kühlung des Lenkdifferentials sowie das Kühlluftgebläse angetrieben. In der Kraftübertragung folgt dem Übertragungsgetriebe der Drehmomentwandler mit automatischer Überbrückungskupplung.

An den Drehmomentwandler ist das Automatikgetriebe angeschlossen. Das Schaltgetriebe hat drei Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang. Vier Fahrstufen sind vom Fahrer wählbar. Stufe I verwendet nur den ersten Gang, um die Motorbremse in einem Gefälle auszunutzen. Stufe I–II wählt zwischen dem ersten und dem zweiten Gang, um in hügeligem Gelände anzufahren und leicht vorwärtszukommen, ohne den ersten Gang allein zu belasten. Die dritte Schaltstufe I–III schaltet zwischen allen drei Gängen hin und her. Diese Schaltstufe bietet sich bei mäßigem bis leichtem Gelände an, und schließlich ist Schaltstufe II–III für das Fahren im Straßenverkehr vorgesehen, da das Getriebe dann nur zwischen dem zweiten und dem dritten Gang hin und her schaltet, um sich im Verkehr flüssig bewegen zu können. Kreuzgelenkwellen übertragen die 156 kW über Winkeltriebe, Lenkdifferential und die Seitenantriebe zu den Antriebszahnkränzen, die in die Gleiskette eingreifen.

Da der M113 aus einer Aluminiumlegierung (Wandstärke max. 44 mm) gefertigt wird, reicht die relativ geringe Motorleistung aus. Das geringe Gewicht des M113 ermöglicht eine hohe Zuladung. In der Standardversion mit der alten Kette (Typ 213B) sowie der alten Brems- und Lenkanlage war er schwimmfähig.

Fahrwerk Das Kettenlaufwerk hat auf jeder Seite ein vorderes Antriebsrad, fünf drehstabgefederte Laufrollen und ein hinteres Führungsrad. Bei Überlastung können einzelne Drehstäbe brechen, jedoch bleibt der M113 noch fahrtüchtig. Um Beschädigungen der Fahrbahn zu vermeiden, tragen die einzelnen Glieder der Gleiskette Kettenpolster. Von ihnen können zehn Stück pro Kette bei entsprechender Witterung gegen Schneegreifer aus Metall ausgetauscht werden.

Bremsen Lenkbremse Bis zur Version M113A3 besitzen alle Fahrzeuge eine Lenkbremse. Der Fahrer zieht einen Bremshebel und verlangsamt dadurch eine Kette. Zieht er beide Hebel, bremst das Fahrzeug ab. Gerade im Gefälle und bei hohen Geschwindigkeiten neigen die Bremsbänder aus Mineralfasern zur Überhitzung und Verglasung. Löst der Fahrer die Bremse in kurzen Abständen (das sogenannte „Sägen“), so kann Öl die Bänder kühlen. Die Servolenkung ab Modellreihe M113A3 beseitigt diese Einschränkung zum Preis einer indirekten und zu weichen Steuerung. Das Überhitzungsproblem lösen zwei zusätzliche Ölpumpen, die über ein Magnetrelais gesteuert werden und die Bremsbänder mit Öl bespritzen. Der Fahrer hat zudem immer die Möglichkeit, die Bremskraft des Motors über einen Wechsel der Fahrstufe zu steuern (Motorstaubremse).

Wendebremse (oder alte Notbremse) Der M113A1 verfügte auch über zwei einzeln von Hand zu betätigende Handbremshebel, die unter den Fahrerwinkelspiegeln angebracht sind. Diese Handbremshebel betätigen einzeln je eine Scheibenbremse, die direkt auf den vorderen Zahnkranzantrieb links und rechts wirkt. Auf festem Untergrund ist diese Bremse zum „Wenden um eine Kette versetzt“ vorgesehen. Bei weichem Untergrund kann das Betätigen der Wendebremse zum Abfahren der Antriebskette führen. Der M113 kann nicht wie andere Panzer durch entgegengesetztes Drehen der Ketten auf der Stelle wenden. Diese zwei Bremshebel sollten beim Ausfall der Lenkbremse als Notbremse dienen und mussten mit sehr viel Gefühl betätigt werden, um nicht durch ungleichmäßiges Bremsen von der Fahrbahn abzukommen. (Siehe auch tiefer Bilder Fahrerplatz M113 A1/A2)

Bremseinrichtung in späteren Versionen Die Versionen neuer als A3 verfügen zusätzlich über eine Notbremse. Links vom Gaspedal befindet sich ein Bremspedal, das bei kräftiger Betätigung die Blockierung beider Raupen bewirkt. Dazu ist nach dem Lenkdifferentialgetriebe je eine Bremsscheibe eingebaut. In diesem Fall wird das Fahrzeug so stark abgebremst, dass das Heck und die hinteren drei Laufräder in die Luft gehoben werden. Das Antriebsrad reicht bis zum Boden, und das erste Laufrad wird so stark gestaucht, dass es sich in einer Linie mit zweitem Laufrad und Antriebsrad befindet.

Kühlung Als Motorkühlung dient eine ungewöhnliche Kombination aus Thermosiphonkühlung und Zwangsumlaufkühlung. Radiator, Lüfter und Wasserpumpe bilden den ersten Kreislauf mit Zwangsumlauf. Der Motorkreislauf ist bei kaltem Motor ein Kurzschlusskreislauf ohne Umlauf. Erst beim Erreichen der Betriebstemperatur öffnet das Thermostat, und die beiden Kreisläufe vermischen sich durch Konvektion. Das neue Lüfterkonzept der Modellreihe M113A2 beseitigte bis dahin bestehende Überhitzungsprobleme.

Fahrverhalten Der M113 kann mit nur einem beschädigten Rad nicht mehr fahren, auch wenn die Kette noch intakt ist. Sollte ein Rad brechen oder eine Kette reißen oder abspringen, so zeigt der M113 ein sehr problematisches Fahrverhalten. Der Fahrer muss sofort in den Leerlauf schalten und das Fahrzeug in einer langen Kurve ausrollen lassen. Jeder Lenk- oder Bremsversuch führt fast unweigerlich zu einem Überschlag des Fahrzeuges. Im Falle eines Überschlages neigt der M113 dazu, Feuer zu fangen, daher ist es sehr wichtig, dass der Fahrer den Motor sofort abstellt und den Hauptschalter umlegt.

Modellfamilie mini|US-amerikanische M113-Transportpanzer auf der Autobahn in der Nähe von Frankfurt am Main im Rahmen des Manövers REFORGER '85 (Januar 1985)

Hier sind Modelle aufgeführt, die auch von den Streitkräften der Vereinigten Staaten verwendet werden oder wurden. Die bei der deutschen Bundeswehr eingesetzten Modelle werden weiter unten beschrieben.

M113 Die Originalversion des M113 war eine kleine Revolution auf dem Gebiet der gepanzerten Truppentransporter. Er konnte elf Infanteristen unter dem Schutz der Panzerung durch ein Kampfgebiet befördern, war schnell, leicht, schwimmfähig und konnte per Flugzeug transportiert werden. Das Fahrzeug war so erfolgreich, dass schon von der ersten Version Modellvarianten abgeleitet wurden.

Modellvarianten M132 Flammenwerfer M577 Kommandofahrzeug M106 mortar carrier Mörserträger mit 107-mm-M30-Mörser M113 Green Archer Radargerät zur Aufklärung von Mörsern und steilfeuernden Haubitzen M113 ABRA M113 mit einem Radargerät zur Gefechtsfeldüberwachung

Daten Jahr: 1960 Gewicht: leer 9212 kg, kampfbereit 10.668 kg Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h Reichweite: 322 km Kraftstoff: Benzin Leistung: 156 kW (209 PS) kW pro Tonne: 14,6 Panzerung: vorne 3,8 cm bei 45° seitlich 3,8–4,5 cm bei 90° kaltgewalzte Aluminium-Magnesium-Legierung (5083 und 5086/H32) Beschleunigung von 0 auf 32 km/h: 12,0 Sekunden Wendekreis: 7 m Grabenquerung: 1,68 m maximale Steigung: 60 % maximale Seitenneigung: 30 % Bremsweg: 12,2 m Bodendruck der Kette: 5,17 t/m²

M113A1 Die A1-Verbesserung des M113 beschränkte sich im Wesentlichen auf die Umrüstung auf Diesel; der M113A1 erhielt einen Zweitakt-Diesel vom Typ 6V53 des amerikanischen Herstellers Detroit Diesel mit einem Roots-Gebläse und einem neuen Getriebe. Die schon vorhandenen M113 und ihre Varianten wurden auf den A1-Standard umgerüstet. Es kamen weitere Varianten dazu, die die Einsatzmöglichkeiten des M113A1 erweiterten.

Modellvarianten mini|M901 Panzerjäger Improved TOW Vehicle (ITV) (1985)

M548 Nachschubtransporter M163 „Vulcan“ Flakpanzer mit 20-mm-Gatling-Kanone M58 Variante mit einem Wolf-Rauchgenerator, der einen Rauchvorhang für 90 Minuten bildet, wovon dieser 30 Minuten auch vor IR-Sichtgeräten schützt M106 107-mm-Mörser-Träger mit einem M30-Mörser