Das 2. Hannoversche Infanterie-Regiment Nr. 77 (auch Heideregiment genannt) wurde nach dem Deutschen Krieg durch die Vermehrung der Bataillone als neues Regiment der Infanterie der Preußischen Armee gebildet.
Organisation Name 2. Oktober 1866 – Infanterie-Regiment Nr. 77 7. November 1867 – 2. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 77
Unterstellungen ab 18. Oktober 1866 VII. Armee-Korps in Münster 14. Division in Düsseldorf 28. Infanterie-Brigade in Düsseldorf 5. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 53 in Wesel und Cleve 2. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 77 in Wesel
ab 23. Mai 1871 X. Armee-Korps in Hannover 20. Division in Hannover 40. Infanterie-Brigade in Hannover 4. Magdeburgisches Infanterie-Regiment Nr. 67 in Braunschweig und Blankenburg 2. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 77 in Celle und Lüneburg
Ab Ende März 1887 bildeten das 2. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 77 in Celle, das Braunschweigische Infanterie-Regiment Nr. 92 sowie das Hannoversche Jäger-Bataillon Nr. 10 in Celle die 40. Infanterie-Brigade.
Erster Weltkrieg
September 1914 X. Armee-Korps in Hannover 20. Infanterie-Division in Hannover 40. Infanterie-Brigade in Hannover 2. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 77 in Celle Braunschweigisches Infanterie-Regiment Nr. 92 in Braunschweig 1/2 Braunschweigisches Husaren-Regiment Nr. 17 in Braunschweig
20. Februar 1918 X. Armee-Korps in Hannover 20. Infanterie-Division in Hannover 40. Infanterie-Brigade in Hannover 2. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 77 in Celle Infanterie-Regiment „von Voigts-Rhetz“ (3. Hannoversches) Nr. 79 in Hildesheim Braunschweigisches Infanterie-Regiment Nr. 92 in Braunschweig Maschinen-Gewehr-Scharfschützen-Abteilung 32 5. Eskadron/Braunschweigischer Husaren-Regiments Nr. 17 in Braunschweig
Gliederung I. und II. Bataillon (Musketierbataillone) III. Bataillon (Füsilierbataillon)Unter dem 4. Januar 1889 erging eine Allerhöchste Bestimmung, laut welcher die Bezeichnung Füsilier-Bataillon in III. Bataillon umgeändert wurde. Die Mannschaften erhielten die Benennung Musketiere. IV. Bataillonper Gesetz wurde am 2. Oktober 1893 verfügt, dass die 133 Infanterie-Regimenter eine 13. und 14. Kompanie, ein IV. (Halb)Bataillon aufzustellen hätte zum 1. Oktober 1911 wurde die Maschinen-Gewehr-Kompanie etatmäßiger Bestandteil des Regiments. Sie wurde als 13. Kompanie dem II. Bataillon zugeteilt
Abtretungen 1. April 1881 – 2. Kompanie an das I. Bataillon des neuerrichteten Infanterie-Regiments Nr. 131 in Paderborn 1. April 1887 – 4. Kompanie an das infolge der bewilligten Regimentsvermehrungneben den neuen Regimentern Nr. 135–138 wurden die Regimenter an der Ost- und Westgrenze um 15. Bataillone verstärkt neugebildete IV. Bataillon des 4. Badischen Infanterie-Regiments „Prinz Wilhelm“ Nr. 112 in Rastatt 1. April 1897 – das IV. Bataillon bildete im Verbund mit dem anderen IV. Brigade-Bataillon das I. Bataillon des neugegründeten Infanterie-Regiments Nr. 165 in Goslar
Bewaffnung und Ausrüstung Hauptbewaffnung mini|MG 08 nach Zurkenntnisnahme der Vorteile eines Chassepotgewehrs im Deutsch-Französischen Krieg wurden die Zündnadelgewehre des Regiments durch M 71-Gewehre samt Seitengewehr 71 ersetzt 1886 erfolgte eine Neubewaffnung des Heeres mit dem Repetiergewehr M 71/84 1889 wurde das Regiment mit dem Gewehr M. 88 ausgerüstet zur Beurteilung des Einzelprüfungsschießens wurden erstmals graue Ringscheiben mit aufgeklebten Kopfscheiben verwendet 1905 wurde das Regiment mit neuen Gewehren und Seitengewehren ausgerüstet. Die effektive Reichweite lag zwischen 800 und 1200 Metern. 1909 den Erkenntnissen aus dem Russisch-Japanischen Krieg folgend, wurde in jedem Regiment eine Maschinen-Gewehr-Kompanie (M.G.K.) aufgestellt sie verfügte über 6 Maschinengewehre für sie wurde an der Ostseite des Exerzierplatzes ein eigenes Kasernement mit Ställen und Wagenschuppen errichtet die Wagen werden von je zwei warmblütigen Pferden gezogen und vom Bock aus gefahren die Schützen marschierten
Uniform 1871 ein Helm mit größerem Vorder- und Hinterschirm wurde eingeführt die Tuchhose wurde mit einer Knopfvorrichtung zur Erleichterung des Einsteckens in die Stiefel versehen die Mäntel erhielten einen überfallenden Kragen mit roten Patten und Kapotten 1887 Helm Schiene am Vorderschirm entfällt Schuppenketten werden durch lederne Sturmriemen ersetzt Schnürschuhe aus wasserdichtem Stoff mit Lederbesatz als zweite Fußbekleidung, traten an die Stelle des kurzschäftigen Stiefels Die besten Schützenkompanien des Armee-Korps trugen ab 1895 Ärmelabzeichen. Anlässlich des 100. Geburtstages von Kaiser Wilhelm I. verfügte Wilhelm II., dass das Heer zusätzlich zur Landeskokarde die Reichskokarde zu tragen habe. Die deutsche Kokarde wurde am Helm rechts, die Landeskorkarde links getragen. Auf der Schirm-, Feld- und Dienstmütze die Landeskorkade auf dem Besatzstreifen und die Deutsche darüber auf der Mitte des Grundtuches. 1908 Waffenrock feldgrau mit litewkaartigen Schnitt das Halstuch ersetzte die Binde 1911 (M. G. K.) sie erhielt die Nummer 13 auf den Schulterknöpfen des Waffenrockes eine hellblaue Eichel mit weißem Kranz und Schieber an der Säbeltroddel der Gemeinen
Erster Weltkrieg Ab 9. März 1916 trug der Regimentsangehörige Stahlhelm.
Offiziere 8. November 1883 Per A.K.O. wurde verfügt, dass von den vier Stabsoffizieren dem etatmäßigen Stabsoffizier, einem patentierten Oberstleutnant, hauptsächlich die Bekleidungswirtschaft des Regiments untersteht. 1888 Die Berittenen hatten beim Dienst zu Pferde hohe Stiefel zu tragen Da Epauletten nur noch zu Gala-, Parade- und Gesellschaftszwecken getragen werden durften, wurden veränderte Achselstücke eingeführt. Das Tragen von Sporen wurde für Hauptleute zur Pflicht. Die Pferdeunterlegedecke wurde vereinfacht und hatte keine Goldtresse mehr. Der bisherige weiße wurde durch einen schilffarbenen Helmüberzug ersetzt. 22. März 1889 Anstelle des Einsteckdegens mit Lederscheide trug Offiziere der Infanterie Offiziersdegen mit Stahlscheide und Lederkoppel mit Tressennbesatz und Kavallerie-Portepee. 1893 Der bisherige graue wurde durch einen schwarzen Paletot ersetzt. Dem Chef der Kompanie mit dem besten Schießergebnis wurde eine Büste Seiner Majestät des Kaisers verliehen. 1894 Der Chef der besten Schützenkompanie wurde mit einer Fangschnur dekoriert. 1895 Für den „Kleinen Dienst“ wurde eine Litewka aus blauem Stoff eingeführt. 1896 Zum Dienstanzug wurde die Feldbinde vorgeschrieben. Die Schärpe wurde nur noch zu Paraden angelegt. Berittene wurden mit einem Portepee mit Lederriemen und einem Mantelsack ausgestattet. 1899 Das Offiziersgepäck wurde auf ein vorgeschriebenes Maß beschränkt. Es wurde ein grauer Umhang eingeführt. Zum Manöver waren fortan rotbraune Handschuhe vorgeschrieben. 1908 Einführung brauner Lederschnürschuhe mit Gamaschen für unberittene Offiziere
Fahnenträger 1898 Die Fahnenträger erhielten ein entsprechendes Abzeichen am linken Ärmel, sowie ein halblanges Seitengewehr neuen Musters mit dem Griff eines OffiziersdegensFahnenträger hatten kein Gewehr Für den „Dienst mit Helm“ war ein Ringkragen aus Messing anzulegen
Sanitätsoffiziere 29. April 1869 als Erkennungsvulgo wurden Toten-Marken getragen 1896 Das Tragen einer Feldbinde zum Dienstanzug wurde vorgeschrieben 13. Februar 1913 per A.K.O. hatten die Sanitätsmannschaften die Uniform ihres Truppenteils und auf dessen rechten Oberarm einen Äskulapstab aus gelbem Stoff als Erkennungsmerkmal zu tragen
Mannschaften 12. März 1887 (Infanterie-Gepäck M. 87) Tornister und Kochgeschirr wurden verkleinert drei Patronentaschen (zu den zwei vorderen noch eine hintere) kleineres Seitengewehr wasserdichter zweiteiliger Brotbeutel Schwarzes Lederzeug bei allen Bataillonendie Füsilier-Bataillone entfielen somit und wurden fortan als III. Bataillon bezeichnetAusnahme: Garde- und Grenadier-Regimenter behielten ihr weißes Lederzeug 1889 Für herausragende Schießleistungen wurde der betreffende Soldat mit einer aus einer silbernen Tresse mit schwarzen Streifen versehenen Schützenschnur ausgezeichnet 1891 Für den „Kleinen Dienst“ wurde das Tragen einer Litewka aus blauem Stoff eingeführt 1893 Ab diesem Jahr (bis 1895) wurden Feldflaschen, Trinkbecher und Kochgeschirre aus Aluminium eingeführt. Des Weiteren wurde die Ausrüstung um eine tragbare Zeltausrüstung erweitert. Die Schützenschnur bestand fortan aus einer geflochtenen, silbernen Schnur. Die Kompanie mit den besten Schießergebnissen durfte fortan auf dem linken Ärmel ein besonderes Abzeichen tragen 1894 Einführung des Grauen Mantels 1895 Die Truppe erhielt ein neues Tornistermodell Fortfall der hinteren Patronentasche Der Brotbeutel wurde fortan nur noch am Leibriemen getragen, wodurch die Schulter entlastet wurde Der Stehkragen am Waffenrock wurde weiter und niedriger gestaltet
Musikkorps 1898 Die Bekleidung der Stabshoboisten wurde, zur besseren Hervorhebung, aus feinerem Tuch als die Waffenröcke gefertigt Die Schulterstücken bestanden jetzt aus Kantschnur Die Tuchunterlagen (der Schulterstücke) waren in den Farben des Truppenteils zu versehen Es wurde eine Leibbinde nach Art der Offiziers-Feldbinden angelegt
Fahne mini|Die Feldzugsfahnen (1870/71) des Regiments mini|Die neuen Fahnen Die am 3. Juli 1867, Jahrestag der Schlacht bei Königgrätz, in Berlin geweihte Fahne wurde dem Regiment am 6. Juli nach einer kurzen Ansprache am Wesler Schill-Denkmal durch dessen Regimentskommandeur übergeben.
Das Aussehen der neu verliehenen Fahnen der Linien-Infanterie-Regimenter der Preußischen Armee wurde 1890 vom Kaiser vereinheitlicht und an den Achselklappen der Soldatenuniform nach dem jeweiligen Korps, zu dem das Regiment gehörte, ausgerichtet und entsprechend reglementiert.Martin Lezius: Fahnen und Standarten der alten preußischen Armee. Franckh’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1935.
Die Fahne des IV. Bataillons wurde am 16. Oktober 1894 in Berlin genagelt und dem Regiment anlässlich der Rekrutenvereidigung am 22. Oktober übergeben.
Vom 15. Juli 1895 bis 10. Mai 1896 wurden die Fahnen, die im Deutsch-Französischen Krieg durch den Kaiser Auszeichnungen verliehen bekamen, sobald sie entrollt wurden, mit Eichenlaub geschmückt. Mit der A.K.O. vom 18. August 1870 wurde den Fahnen und Standarten jenes Krieges das Band der zu diesem Krieg gestifteten Gedenkmünze verliehen. Deren Spangen trugen die Namen der Gefechte und Schlachten, an denen sie teilnahmen.
Zum Jahrhundertwechsel verlieh 1900 der Kaiser den Fahnen der 77er Ehrenzeichen. Es handelte sich um zwei Bronzespangen, die auf Bändern angebracht waren. Auf der einen Seite trugen sie das „W II“ mit der Krone, auf der anderen den Tag der Verleihung, 1. Januar 1900, und den Geburtstag des Regiments, 26. März 1813. An jenem Tage wurde das Vorgängerregiment, das einst in der Schlacht bei Waterloo kämpfende Hannoversche 5. Infanterie-Regiment, gegründet.
Am 18. August 1907 fand in Kassel in Gegenwart des Kaisers die Nagelung und Weihe von Fahnen der Regimenter des VII. und X. Armee-Korps statt, die noch keine neuen Fahnen erhalten hatten. An dieser Zeremonie nahm neben dem Kommandeur von jedem Bataillon ein Oberleutnant sowie die betreffenden Fahnenunteroffiziere teil.
Zum Gottesdienst standen die Fahnen am Altar der 1902 in der Celler Neustadt eingeweihten Garnisonkirche.
Geschichte mini|Gedenkstein für die gefallenen Schill’schen Offiziere in Wesel Gründung Per A.K.O. 27. September 1866 wurde durch Abgabe von Kompanien aus der 5. Division aus Kompanie des Regiments 13., 14., 15. Leib-Grenadier-Regiment (1. Brandenburgisches) Nr. 8 7., 13., 15. 2. Brandenburgisches Grenadier-Regiment Nr. 12 (Prinz Carl von Preußen) 10., 13., 14. 5. Brandenburgisches Infanterie-Regiment Nr. 48 13., 14., 15. 6. Brandenburgisches Infanterie-Regiment Nr. 52