mini|Karte des Etosha-Nationalparks (2006) mini|Satellitenbild des Etosha-Nationalparks mit Grenzzaun, Straßen, Wasserstellen, Camps und Toren (2006)
Der Etosha-Nationalpark ist ein 22.935 Quadratkilometer Abgerufen am 3. April 2019. großer Nationalpark im Norden von Namibia und bedeutendstes Schutzgebiet des Landes. Der Park liegt am Nordwestrand des Kalahari-Beckens und umfasst fast die gesamte 4760 km² abgerufen am 28. Juni 2013. große Etosha-Pfanne. Von der Südgrenze des Parks sind es 400 Kilometer bis zur Hauptstadt Windhoek und von der Nordgrenze 125 Kilometer bis zur Grenze nach Angola. Der Atlantik ist von der Westgrenze fast 200 Kilometer entfernt.
Der Name „Etosha“ stammt aus dem Oshivambo und bedeutet so viel wie „großer weißer Platz“.
Geschichte Teile des heutigen Nationalparks bilden das traditionelle Siedlungsgebiet der .
Am 22. März 1907 erklärte der Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika, Friedrich von Lindequist, 99.526 km² des heutigen Namibia zum Naturschutzgebiet (Game Reserve 2), nachdem der ehemals reiche Wildbestand durch Wilderei und bedenkenlose Großwildjagd bis an den Rand der Ausrottung reduziert und damit die Fleischversorgung der Bevölkerung ernsthaft gefährdet worden war. Das Schutzgebiet erstreckte sich über drei Gebiete. Das erste lag ungefähr im Norden von Grootfontein, das zweite Gebiet schloss den heutigen Park mit der Etosha-Pfanne, den größten Teil des Kaokolandes, und das Damaralandes im Norden ein und erstreckte sich damit bis zur Skelettküste und zum Kunene. Das dritte Gebiet erstreckte sich über weite Teile der Namib im Süden.
Elefanten gab es bereits seit 1880 nicht mehr in dieser Gegend und die früher zehntausend Tiere zählenden Antilopenherden waren weitgehend verschwunden. Die Schutzmaßnahmen hatten Erfolg und führten zu einer allmählichen Regeneration der Wildbestände. Zugleich wuchs aber der Landbedarf der hier lebenden Volksstämme und der zugewanderten weißen Siedler.
Schon 1928 wurde das Schutzgebiet verkleinert. Zwischen 1958 und 1967 wurden weitere Verkleinerungen durchgeführt, die in einer Rücknahme der Wildschutzgebiete Eins und Zwei mündeten. 1964 wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt. Im Zuge des Odendaal-Plans zur Gründung von Homelands Anfang der 1970er Jahre erhielt es seine heutigen Grenzen und hatte nur noch eine Ausdehnung von rund 22.275 km² (295 km in der maximalen Ost-West-Ausdehnung, 110 km in der maximalen Nord-Süd-Ausdehnung). Es ist damit dennoch in etwa so groß wie das Bundesland Hessen und das zweitgrößte Naturschutzgebiet Afrikas. Seit der Jahrhundertwende sind Bestrebungen im Gange, die Naturschutzgebiete im südlichen Afrika wieder auszuweiten oder sogar länderübergreifend miteinander zu verbinden. Auch der Etosha-Nationalpark ist Gegenstand derartiger Überlegungen.
1973 wurde der Park komplett eingezäunt. Durch künstliche Wasserlöcher stieg der Wildbestand im Park stark an. National Geographic schrieb im März 1983: „Selbst als Etosha zusammenschrumpfte, stieg der Wildbestand innerhalb des verbleibenden Gebietes erheblich. Wie? Nichts leichter als das. Man braucht nur Wasser hinzuzufügen“.
Geographie Der Park heute Der Park war bis Anfang 2014 für Touristen zweigeteilt. Der östliche, von der Etosha-Pfanne geprägte Teil ist für Touristen mit Pkw frei zugänglich. Der westliche Teil dagegen durfte bis Mitte 2011 nur in Begleitung registrierter Reiseführer besucht werden, seitdem auch von allen Übernachtungsgästen des Camp Dolomite. Seit Anfang 2014 ist der Westteil am Galton Gate für alle Besucher geöffnet.etoshanationalpark.org
Beide Teile sind durch Pads (afrikaans für Straße), die an den zahlreichen natürlichen und künstlichen Wasserstellen vorbeiführen, erschlossen. Im östlichen Teil verlaufen die Pads südlich und östlich der Etosha-Pfanne. Der westliche Teil ist durch die lange Ost-West-Verbindung geprägt, die erst weit im Westen nach Süden Richtung Galton-Tor abbiegt. Die meisten Straßen sind nicht asphaltiert, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 60 km/h.
Einlass ist von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Das Verlassen der Fahrzeuge ist nur in den an umzäunten Rastlagern und an wenigen ausgewiesenen und umzäunten Stellen gestattet.
Vor der Einzäunung war es den Tieren möglich, bei Trockenheit weiter nördlich Richtung Kunene zu ziehen. Da es diese Möglichkeit heute nicht mehr gibt, wurden künstliche Wasserstellen angelegt. Dies und der allmähliche Ausbau der touristischen Infrastruktur machten den Etosha-Nationalpark im Laufe der Jahre zu einer wichtigen Attraktion für Namibiareisende.
Ab dem 22. September 2025 kam es zu einem sehr großen Vegetationsbrand, der mindestens 34 Prozent der Grasfläche des Nationalparks zerstörte. Bis zum 29. September 2025 wurde der Großteil der Veldbrände gelöscht. Es kamen bis zu 500 Angehörige der Namibian Defence Force sowie andere Retter zum Einsatz.Etosha Fires almost contained. NBC, 29. September 2025.
Der Park in Zukunft Langfristig ist geplant, den Etosha-Nationalpark noch über seine ursprüngliche Größe von knapp 100.000 km² hinaus zu entwickeln. Dazu ist in einem ersten Schritt die Proklamation des Kaokoveld als Kunene Volkspark (Kunene People’s Park) vorgesehen. Dieser soll dann längerfristig mit dem Etosha-Nationalpark und dem Skelettküste-Nationalpark zusammengeschlossen werden.
Wasserstellen mini|Weibliche Schwarznasenimpalas am Wasserloch Kalkheuwel (2011) mini|Großer Kudu an der Chudop-Wasserstelle (2014)
In besonders guten Regenjahren läuft die Etosha-Pfanne in den Randbereichen teilweise voll (Fisher Pan häufiger und zum Teil vollständig) und wird zur Heimat tausender Wasservögel, darunter Flamingos. Es gibt im Park keine fließenden Gewässer und die Tiere sind die meiste Zeit des Jahres auf die natürlichen und künstlichen Wasserstellen angewiesen. Gegen Ende der Trockenheit sind viele der natürlichen Wasserstellen versiegt und es sammelt sich mehr Wild an den künstlichen Wasserstellen.
Im westlichen Teil des Parks gibt es nur fünf natürliche Wasserstellen, verglichen mit 29 im östlichen Teil. Deshalb sind im östlichen Teil auch nur zwölf künstliche Wasserstellen hinzugekommen, während es im westlichen Teil 27 sind.
Bei den Wasserstellen kann man vier Arten unterscheiden: artesische Quellen: hier wird Wasser mit Druck an die Oberfläche gefördert. Die meisten dieser Quellen liegen in der Nähe von Namutoni, beispielsweise Klein-Namutoni, Koinachas, Goas und Chudop Grundwasserquellen in Kalkmulden, beispielsweise Okaukuejo, Aus (wird zusätzlich noch künstlich gespeist), Ombika, Groß Okevi, Klein Okevi, Numeros und Ngobib (eine eingebrochene Höhle) Kontakt- bzw. Sickerquellen: hier treffen zwei Formationen unterschiedlicher Durchlässigkeit aufeinander, im Falle von Etosha eine Kalkschicht auf eine wasserundurchlässige Lehmschicht. Derartige Quellen sind beispielsweise Salvadora, Springbok- und Okerfontein und Okondeka am Rande der Etosha-Pfanne künstliche Bohrlöcher wie beispielsweise Olifantsbad, Gemsbokvlakte
Vegetationszonen Die Vegetationszonen im Etosha-Nationalpark bilden sich aufgrund unterschiedlicher Boden- und Wasserverhältnisse. Je nach Autor werden bis zu 21 Zonen unterschieden. Diese lassen sich zu acht Zonen vereinfachen, die im Folgenden dargestellt sind. Der Hauptunterschied besteht in der Zusammenfassung von verschiedenen Strauch- und Baumzonen.
Kalksalz-Pfanne Die Kalksalzfläche erstreckt sich über das Gebiet der Etosha-Pfanne und ist aufgrund des salzigen (3,25 Gewichts-%) und alkalischen (pH-Wert> 10) Bodens fast unbewachsen. Nur sehr salzliebende Gräser, besonders der Gattung Sporobulus, wachsen hier stellenweise und sind eine wichtige Eiweißquelle für die Antilopen und Zebras während der Trockenheit. Nur während der Regenzeit, wenn die Salzpfanne teilweise unter Wasser steht, bietet sie vielen Vögeln, darunter dem Rosaflamingo und dem Zwergflamingo, einen Lebensraum. In dieser Zeit sind sogar Frösche in der Pfanne anzutreffen. Grasfelder Die Grasfelder sind am ganzen südlichen und östlichen Rand im wenige Kilometer schmalen Streifen entlang der Pfanne anzutreffen, oft durch die Kurzstrauchsavanne vom Pfannenrand getrennt. Vom Südosten der Etosha-Pfanne erstreckt sich die Grootvlakte (große Fläche) Richtung Westen. Eingegrenzt vom Sprokieswoud im Süden und der Adamax-Pfanne im Norden mit ihren nach Südwesten reichenden Ausläufern. Zwei besondere Grasfelder sind das Andoni-Grasfeld nahe der Andoni-Wasserstelle unterhalb des nordöstlichen Nehale-Iye-Mpingana-Tors und das Ekuma-Grasfeld nördlich des Inselbergs Ondundozonananandana, der sich südwestlich von Okaukuejo an der Parkgrenze befindet. Ondundozonananandana heißt in der Sprache der Ovambo in etwa Von wo die kleinen Kälber nie zurückkehren. Kurzstrauchsavanne Die Kurzstrauchsavanne ist ebenfalls fast am ganzen südlichen und östlichen Rand in einem wenige Kilometer schmalen Streifen entlang der Pfanne anzutreffen. Die mit reichlich Abstand voneinander wachsenden Sträucher sind selten über einen Meter groß und kommen noch mit salzigen Böden zurecht. Dornbuschsavanne Die Dornbuschsavanne besteht meist aus verschiedenen Akazienarten, darunter Hakendorn, Klebdorn und Lüderitz-Akazie. Sie befindet sich rund um die Pfanne in einem dünnen Streifen zwischen den Grasfeldern und der Kurzstrauchsavanne einerseits und der Mopanesavanne oder dem gemischten Trockenwald andererseits. Das größte Dornbuschgebiet befindet sich im Nordwesten mit einem Akazienstrauchfeld, das nach Osten und Südosten in Mopanesavanne oder Mopanebaumfelder übergeht. Mopanesavanne und Mopanebaumfelder In der Mopanesavanne und dem Mopanebaumfeld ist die Mopane als Busch oder Baum landschaftsprägend und stellt mit ihren eiweißreichen Blättern eine wichtige Nahrungsquelle für die Pflanzenfresser dar, besonders gegen Ende des Winters. Große Baumgebiete erstrecken sich südlich der Pfanne in einigen Kilometern Entfernung vom Pfannenrand bis zur Parkgrenze und in einem Steifen fast entlang der gesamten Südgrenze des Parks. Westlich der Adamax-Pfanne befindet sich eine riesige Mopanestrauchsavanne, die in eine Dornbuschsavanne übergeht. Die Mopanesavanne und Mopanebaumfelder können je nach Untergrund (Sand, Kalk, Granit) oder zusätzlich dominierenden Büschen und Bäumen (Ekumubäume, Narawandubüsche, Flügelnüsse und Marula) weiter untergliedert werden. Gemischter Trockenwald Im gemischten Trockenwald sind Hirtenbaum, Sandelveldakazie, Rosendornakazie und Gelbholzbaum anzutreffen. Da der gemischte Trockenwald viel Niederschlag benötigt, kommt er nur im Nordosten auf dem Sandveld, nördlich der Fischer-Pfanne, vor. Terminalia-Trockenwald Der Terminalia-Trockenwald, auch Tambuti- bzw. Tamboti-Trockenwald genannt, wird von den bis zu 8 Meter hohen, äußerst giftigen Tambotibäumen dominiert. Dazwischen wachsen Mopane und Combrentumbüsche. Er erstreckt sich im Osten von Okerfontain über Kalkheuvel zum von-Lindequist-Tor. Dolomit-Inselberge Die Vegetationszone der Dolomit-Inselberge ist nur an wenigen Stellen an der Südgrenze und im Westen des Parks anzutreffen. Typische Bäume sind hier der Moringa und die bis zu zehn Meter großen Bergdatteln. Seltener sind Akazie, Balsamsträucher und Hirtenbaum anzutreffen.
Tourismus Der Etosha-Nationalpark zählt neben dem Sossusvlei zu den meistbesuchten Reisezielen in Namibia. Jährlich besuchen etwa 200.000 Personen das Schutzgebiet.
Zugänge mini|Eingangstafel mit Verhaltensregeln am „Andersson Gate“ (2011)
Der Park hat vier Zugänge: im Osten das „Von-Lindequist-Tor“, das über die asphaltierte Hauptstraße C38 in den Ostteil bis nach Namutoni führt, im Norden das „King-Nehale-Tor“, das in den nordöstlichen Teil führt, im Süden das „Anderssons-Tor“, das in den zentralen Süden über die hier asphaltierte C38 nach Okaukuejo führt, und im Westen das „Galton-Tor“, den Zugang zum westlichen Teil des Parks.
Unterkünfte mini|hochkant|Der Wasser- und Aussichtsturm in Okaukuejo (2014) mini|Fort Namutoni (2018)