mini|hochkant=1.2|Gemeindestand vor der Fusion am 18. April 2021 Ponte Tresa (deutsch veraltet: Treisbruck) ist ein Ort in der Gemeinde Tresa im Schweizer Kanton Tessin. Bis 2021 bildete es eine eigenständige Gemeinde.

Die ehemalige Gemeindefläche betrug lediglich 41 Hektar (0,41 km²), womit Ponte Tresa die flächenmässig fünftkleinste Gemeinde der Schweiz war.

Geographie Die Ortschaft Ponte Tresa liegt auf beiden Seiten der italienisch-schweizerischen Grenze. Sie befindet sich dort, wo die Tresa aus dem Luganersee hinausfliesst. Der Fluss bildet auch die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Italien. Das italienische Ponte Tresa gehört zur Gemeinde Lavena Ponte Tresa. Die Ortschaft kann von Lugano aus mit der Schmalspurbahn Lugano – Ponte Tresa sowie mit dem Schiff und auf der Hauptstrasse 398 erreicht werden. Das Schweizer Ponte Tresa liegt am Eingang zum Malcantone.

Geschichte Erstmals erwähnt wird das Dorf im Jahr 818 unter dem damaligen Namen ad Tresiae Pontem. Der Überlieferung gemäss ging eine Römerstrasse nach Rätien bei Ponte Tresa vorbei; seit ältesten Zeiten war es ein namhafter kommerzieller und militärischer Durchgangsort. 590 sollen die Langobarden dort von den Franken geschlagen worden sein. Weitere Kämpfe fanden hier im zehnjährigen Krieg zwischen Como und Mailand ab 1118 statt. 1122 wurde das Castello di San Martino oberhalb des Orts von Aufständischen zerstört. 1478 konzentrierte der Graf G. B. dell’Anguillara bei Ponte Tresa die Truppen des Herzogs für den Giornicokrieg. Am 9. Mai 1517 wurde in Ponte Tresa der Vertrag unterzeichnet, nach dem Stabio und der Rest des Mendrisiotto schweizerisch wurden, gegen Abtretung Domodossolas.

Von 1885 bis 1950 (elektrifiziert 1918) verband eine Schmalspurbahn Ponte Tresa mit Luino am Lago Maggiore. Die 1912 eröffnete Schmalspurbahn nach Lugano besteht bis heute.

Am 18. April 2021 fusionierte Ponte Tresa mit den Gemeinden Croglio, Monteggio und Sessa zur Gemeinde Tresa.

Ponte Tresa bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.

Bilder

Bevölkerung Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten

Wappen Blasonierung: „Geteilt von Rot und Silber durch eine goldene, fünfbogige Brücke auf vier Rechteckpfeilern mit Dreiecksabschluss, darauf ein schreitendes, schwarzes Maultier, unten vier blaue Wellenbalken, balkenweise belegt mit drei pfahlweisen, gewundenen schwarzen Aalen.“ Sehenswürdigkeiten mini|Kirche San Bernardino von Siena Pfarrkirche San Bernardino da Siena aus dem Jahr 1609 mit einem Fresko aus dem 16. Jahrhundert, eine Pietà darstellend, das schon die Vorgängerkirche schmückte.Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 405–406. Im Innern: Cappella Crivelli mit Fresko Pietà. Gemälde der Kreuzigung Schloss De Stoppani Wohnhaus Zampini

Museen Archivio storico di Ponte TresaArchivio storico di Ponte Tresa (mit Fotos) (italienisch) auf archiviopontetresa.ch Museo della ferrovia Lugano-Ponte Tresa.Museo della ferrovia Lugano-Ponte Tresa auf myswitzerland.com

Persönlichkeiten

Literatur Virgilio Chiesa: Ponte Tresa. In: Lineamenti storici del Malcantone. Francesco Bertoliatti, Profilo storico di Sessa, 1961.

Virgilio Gilardoni: Ponte Tresa. In: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 256, 319, 393, 479–480. Plinio Grossi: Ponte Tresa. In: Il Malcantone. Guida Galli-Tamburini, 2. Auflage, Fontana Print S.A. Pregassona 1984, S. 111–114, 144, 148. Simona Martinoli u. a.: Ponte Tresa. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 405–406. Francesco Dario Palmisano: Archivio storico di Ponte Tresa. 8 Bände und 12 Hefte. Hrsg. vom Archivio storico di Ponte Tresa;Francesco Dario Palmisano: Archivio storico di Ponte Tresa auf portal.dnb.de (abgerufen am: 22. Juni 2016.) ders.: Ponte Tresa e Caslano a fronte sulle rive del lago Ceresio e nel corso della storia. Hrsg. vom Archivio Storico Ponte Tresa, Ponte Tresa 2007; ders.: Ponte Tresa. Breve guida di storia e d’arte. La Buona Stampa, Pregassona 2009. Giovanni Maria Staffieri: Ponte Tresa. In: Malcantone. Testimonianze culturali nei comuni malcantonesi. Lugano-Agno 1985, S. 46–47. Celestino Trezzini: Ponte Tresa. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 5: Maillard – Saint Didier. Attinger, Neuenburg 1929, S. 465 (biblio.unibe.ch PDF).

Weblinks

Amt für Statistik des Kantons Tessin: Tresa (italienisch) Amt für Statistik des Kantons Tessin: ehemalige Gemeinde Ponte Tresa (italienisch) Burgenwelt: Castello di San Martino Tresa-Ponte Tresa: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin Francesco Dario Palmisano: Il Patriziato di Ponte Tresa. (italienisch) auf patriziatidelmalcantone.ch/wp-content

Einzelnachweise

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